Das Verb „kommen“ gehört zu den am häufigsten verwendeten Wörtern im Deutschen und ist gleichzeitig eines der kniffligsten, da es unregelmäßig ist. Seine Formen wie „kam“ und „gekommen“ begegnen uns ständig, sowohl in der gesprochenen als auch in der geschriebenen Sprache. Um dieses Verb sicher verwenden zu können, ist es wichtig, seine Stammformen und Konjugationen in den verschiedenen Zeitformen und Modi zu verstehen. Dieser Artikel führt Sie durch die Welt von „kommen“, erklärt seine Besonderheiten und zeigt Ihnen, wie Sie es korrekt anwenden.

Die Basis: Die drei Stammformen von „kommen“
Wie viele unregelmäßige (starke) Verben im Deutschen hat auch „kommen“ drei grundlegende Stammformen, die für die Bildung aller anderen Zeitformen unerlässlich sind:
- 1. Stammform (Infinitiv Präsens): kommen
- 2. Stammform (Präteritum): kam
- 3. Stammform (Partizip Perfekt): gekommen
Das Verb „kommen“ gehört zur starken Konjugation, was bedeutet, dass sich der Stammvokal in den verschiedenen Zeiten ändert (o → a → o). Diese Stammformen sind das Fundament, auf dem die gesamte Konjugation aufgebaut ist.
„Kam“: Die einfache Vergangenheit (Präteritum)
Die Form „kam“ ist das Präteritum des Verbs „kommen“. Das Präteritum wird oft für Erzählungen in der Vergangenheit verwendet, besonders in schriftlichen Texten wie Büchern oder Berichten. Es beschreibt abgeschlossene Handlungen in der Vergangenheit.
So wird „kommen“ im Präteritum konjugiert:
| Person | Singular | Plural |
|---|---|---|
| ich | kam | kamen |
| du | kamst | kamt |
| er/sie/es | kam | kamen |
| wir | kamen | kamen |
| ihr | kamt | kamt |
| sie | kamen | kamen |
Beispiele im Präteritum:
- Er kam gestern zu spät zur Arbeit.
- Sie kam zu spät zur Verabredung.
- Sie kamen gemeinsam zur Party.
- Es kam zu einem Missverständnis.
- Er kam zu der Einsicht, dass er sich geirrt hatte.
„Gekommen“: Das Partizip Perfekt für Perfekt und Plusquamperfekt
Die dritte Stammform, „gekommen“, ist das Partizip Perfekt. Dieses Partizip wird benötigt, um die zusammengesetzten Vergangenheitsformen Perfekt und Plusquamperfekt sowie das Passiv und bestimmte Konjunktivformen zu bilden. Das Verb „kommen“ bildet das Perfekt und Plusquamperfekt mit dem Hilfsverb „sein“.
Die Konjugation im Perfekt:
| Person | Singular | Plural |
|---|---|---|
| ich | bin gekommen | sind gekommen |
| du | bist gekommen | seid gekommen |
| er/sie/es | ist gekommen | sind gekommen |
| wir | sind gekommen | sind gekommen |
| ihr | seid gekommen | seid gekommen |
| sie | sind gekommen | sind gekommen |
Das Perfekt wird hauptsächlich in der gesprochenen Sprache verwendet, um über abgeschlossene Handlungen zu sprechen, die oft noch einen Bezug zur Gegenwart haben.
Beispiele im Perfekt:
- Ich bin gekommen.
- Ist für mich eine Nachricht gekommen?
- Wir sind gestern zu spät zur Party gekommen.
- Er ist ins Schwitzen gekommen, als er den Vortrag hielt.
Weitere Zeitformen im Indikativ
Neben Präteritum und Perfekt gibt es weitere Zeitformen im Indikativ, die den Eintritt einer Handlung in der Realität beschreiben:
Präsens
Das Präsens beschreibt gegenwärtige oder zukünftige Handlungen sowie allgemeingültige Aussagen.
| Person | Singular | Plural |
|---|---|---|
| ich | komme | kommen |
| du | kommst | kommt |
| er/sie/es | kommt | kommen |
| wir | kommen | kommen |
| ihr | kommt | kommt |
| sie | kommen | kommen |
Beispiele im Präsens:
- Der Zug kommt pünktlich um 14 Uhr.
- Wann kommt der nächste Bus?
- Sie kommen jedes Jahr zu Weihnachten zu uns.
- Wie kommt es, dass du so früh wach bist?
Plusquamperfekt
Das Plusquamperfekt beschreibt Handlungen, die vor einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit abgeschlossen waren. Es wird mit dem Präteritum von „sein“ + Partizip Perfekt gebildet.

| Person | Singular | Plural |
|---|---|---|
| ich | war gekommen | waren gekommen |
| du | warst gekommen | wart gekommen |
| er/sie/es | war gekommen | waren gekommen |
| wir | waren gekommen | waren gekommen |
| ihr | wart gekommen | wart gekommen |
| sie | waren gekommen | waren gekommen |
Futur I
Das Futur I beschreibt zukünftige Handlungen oder Absichten. Es wird mit dem Präsens von „werden“ + Infinitiv gebildet.
| Person | Singular | Plural |
|---|---|---|
| ich | werde kommen | werden kommen |
| du | wirst kommen | werdet kommen |
| er/sie/es | wird kommen | werden kommen |
| wir | werden kommen | werden kommen |
| ihr | werdet kommen | werdet kommen |
| sie | werden kommen | werden kommen |
Beispiel: Sie werden bald nach Hause kommen.
Futur II
Das Futur II beschreibt eine Handlung, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft abgeschlossen sein wird, oder drückt eine Vermutung über eine abgeschlossene Handlung in der Vergangenheit aus. Es wird mit dem Präsens von „werden“ + Partizip Perfekt + „sein“ gebildet.
| Person | Singular | Plural |
|---|---|---|
| ich | werde gekommen sein | werden gekommen sein |
| du | wirst gekommen sein | werdet gekommen sein |
| er/sie/es | wird gekommen sein | werden gekommen sein |
| wir | werden gekommen sein | werden gekommen sein |
| ihr | werdet gekommen sein | werdet gekommen sein |
| sie | werden gekommen sein | werden gekommen sein |
Konjunktiv I und Konjunktiv II
Neben dem Indikativ gibt es die Modi Konjunktiv I und Konjunktiv II, die Wünsche, Möglichkeiten, irreale Bedingungen oder die indirekte Rede ausdrücken.
Konjunktiv I
Wird hauptsächlich für die indirekte Rede verwendet. Er wird vom Infinitivstamm abgeleitet.
| Person | Konjunktiv I Präsens | Konjunktiv I Perfekt | Konjunktiv I Futur I | Konjunktiv I Futur II |
|---|---|---|---|---|
| ich | komme | sei gekommen | werde kommen | werde gekommen sein |
| du | kommest | seiest gekommen | werdest kommen | werdest gekommen sein |
| er/sie/es | komme | sei gekommen | werde kommen | werde gekommen sein |
| wir | kommen | seien gekommen | werden kommen | werden gekommen sein |
| ihr | kommet | seiet gekommen | werdet kommen | werdet gekommen sein |
| sie | kommen | seien gekommen | werden kommen | werden gekommen sein |
Konjunktiv II
Wird für irreale Bedingungen, Wünsche oder Höflichkeit verwendet. Er wird vom Präteritumstamm abgeleitet und erhält oft einen Umlaut, falls möglich. Bei „kam“ wird es zu „käme“.

| Person | Konjunktiv II Präsens | Konjunktiv II Perfekt | Konjunktiv II Futur I | Konjunktiv II Futur II |
|---|---|---|---|---|
| ich | käme | wäre gekommen | würde kommen | würde gekommen sein |
| du | kämest | wärest gekommen | würdest kommen | würdest gekommen sein |
| er/sie/es | käme | wäre gekommen | würde kommen | würde gekommen sein |
| wir | kämen | wären gekommen | würden kommen | würden gekommen sein |
| ihr | kämet | wäret gekommen | würdet kommen | würdet gekommen sein |
| sie | kämen | wären gekommen | würden kommen | würden gekommen sein |
Beispiele im Konjunktiv II:
- Wenn sie Zeit hätte, würde sie zu der Feier kommen. (Irrealer Bedingungssatz)
- Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich öfter zu Besuch kommen. (Irrealer Bedingungssatz)
Der Imperativ: Bitten und Aufforderungen
Der Imperativ wird verwendet, um direkte Befehle, Bitten oder Aufforderungen auszudrücken.
- Singular (du): Komm!
- Plural (ihr): Kommt!
- Höflichkeitsform (Sie): Kommen Sie!
Beispiele im Imperativ:
- Komm doch bitte morgen pünktlich zur Besprechung!
- Kommen Sie doch bitte ins Büro!
- Komm mir nicht so! (Umgangssprachlich)
Anwendung und Bedeutungsvielfalt
Das Verb „kommen“ beschreibt in seiner Grundbedeutung die Bewegung oder das Eintreffen einer Person oder Sache an einem bestimmten Ort.
- Wörtlich: „Sie kommt heute um 18 Uhr.“ (Eintreffen)
- Wörtlich: „Der Zug kam pünktlich.“ (Eintreffen)
Darüber hinaus wird „kommen“ sehr häufig im übertragenen Sinne oder in festen Wendungen verwendet, um das Auftreten von Ereignissen, das Erreichen eines Zustands oder das Entwickeln von Ideen zu beschreiben.
- Zeitbezogen: „Der Sommer kommt bald.“ (Nähert sich)
- Metaphorisch: „Er kam auf eine gute Idee.“ (Hatte eine Idee)
- Zustand: „Er ist ins Schwitzen gekommen.“ (Hat begonnen zu schwitzen)
- Ergebnis: „zu einem Ergebnis kommen“ (Ein Ergebnis erreichen)
- Abhängigkeit: „Es kommt darauf an.“ (Hängt davon ab)
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu „kommen“ und „kam“
Hier sind Antworten auf einige gängige Fragen zum Verb „kommen“:
Ist „kommen“ ein regelmäßiges Verb?
Nein, „kommen“ ist ein unregelmäßiges (starkes) Verb. Das erkennt man daran, dass sich der Stammvokal in den Stammformen ändert (kommen - kam - gekommen) und die Präteritum- und Partizip-II-Formen nicht nach den regelmäßigen Mustern gebildet werden.
Was ist der Unterschied zwischen „kam“ und „ist gekommen“?
Beide Formen beschreiben eine Handlung in der Vergangenheit, aber sie gehören zu unterschiedlichen Zeitformen und werden in der Regel unterschiedlich verwendet:
- „Kam“ ist das Präteritum. Es wird oft für Erzählungen in der Vergangenheit verwendet, besonders in schriftlichen Texten (z.B. „Der Ritter kam zum Schloss.“).
- „Ist gekommen“ ist das Perfekt. Es wird häufig in der gesprochenen Sprache verwendet und betont oft das Ergebnis oder den Bezug der vergangenen Handlung zur Gegenwart (z.B. „Er ist gerade gekommen.“ – er ist jetzt hier).
Was sind die drei Stammformen von „kommen“?
Die drei Stammformen sind:
- Infinitiv Präsens: kommen
- Präteritum: kam
- Partizip Perfekt: gekommen
Diese Formen sind essenziell für die Bildung aller anderen Zeitformen.
Zusammenfassung
Das Verb „kommen“ ist aufgrund seiner unregelmäßigen Konjugation und seiner vielfältigen Bedeutungen zentral für das Beherrschen der deutschen Sprache. Das Verständnis seiner Stammformen – kommen, kam, gekommen – ist der Schlüssel zur korrekten Anwendung in allen Zeitformen, vom einfachen Präteritum bis zum komplexen Konjunktiv II. Ob es um das tatsächliche Eintreffen geht oder um das Erreichen eines Ziels im übertragenen Sinne, „kommen“ ist ein vielseitiges Werkzeug, das Sie sicher beherrschen sollten.
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