Fotografie in den 30ern: Canon's Anfänge

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Ja, in den 1930er Jahren gab es Kameras, und diese Dekade war eine entscheidende Zeit für die Fotografie. Es war eine Ära, die von bahnbrechenden Entwicklungen geprägt war, insbesondere im Bereich der Kleinbildkameras. Während deutsche Hersteller wie Leica und Contax den Markt dominierten und luxuriöse, aber sündhaft teure Instrumente schufen, begann in Japan eine Bewegung, die darauf abzielte, diese fortschrittliche Technologie zugänglicher zu machen. Die Geschichte der Anfänge von Canon ist eng mit diesem Bestreben verbunden und zeigt den Willen, sich gegen etablierte Mächte durchzusetzen.

Gab es in den 1930er Jahren Kameras?
Das „Leica Modell II“ wurde 1932 eingeführt, gefolgt vom Debüt des „Contax Modell I“ im Jahr 1933. Diese Kameras, der Stolz Deutschlands, des Kamerakönigreichs der Welt, galten als Kameras der Spitzenklasse, die die Bedürfnisse von Kamerafans auf der ganzen Welt erfüllten und begeisterte Unterstützung fanden.

Bevor wir uns den japanischen Bemühungen zuwenden, ist es wichtig, den damaligen Kontext zu verstehen. Die Fotografie war zwar schon lange etabliert, aber die 35-mm-Kleinbildkamera, wie wir sie heute kennen, war noch relativ neu und befand sich in einer Phase rasanter Entwicklung. Die Möglichkeit, viele Aufnahmen auf einem kleinen Film zu machen, bot neue Freiheiten und Möglichkeiten, die von Fotografen weltweit begeistert aufgenommen wurden. Doch diese Technologie hatte ihren Preis.

Die Vorherrschaft deutscher Ingenieurskunst

In den frühen 1930er Jahren galten Kameras aus Deutschland als das Nonplusultra der fotografischen Technik. Marken wie Leica aus Wetzlar und Contax von Zeiss Ikon in Dresden standen für Präzision, Qualität und Innovation. Diese Unternehmen hatten die Entwicklung der 35-mm-Kamera maßgeblich vorangetrieben. Die 1932 eingeführte Leica Modell II mit integriertem Entfernungsmesser und die 1933 folgende Contax Modell I waren wegweisende 35-mm-Kameras mit Schlitzverschluss und Entfernungsmesser – Technologien, die damals an der Spitze standen und höchste Anforderungen erfüllten. Diese Kameras waren die Träume vieler Fotografen weltweit und repräsentierten den Höhepunkt der damaligen Kameratechnik. Ihre hervorragende Verarbeitung, die fortschrittlichen Funktionen und die überragende Bildqualität machten sie zu begehrten Objekten, die enthusiastische Unterstützung fanden. Sie waren jedoch auch extrem teuer und galten als Luxusgüter, die nur wenigen Privilegierten zugänglich waren.

Ein japanischer Traum: Goro Yoshida und die Leica

Der hohe Preis dieser deutschen Meisterwerke machte sie für die meisten Menschen unerreichbar. Um die Dimension zu verdeutlichen: Eine Leica kostete damals in Japan 420 Yen. Im Vergleich dazu betrug das durchschnittliche Anfangsgehalt eines Universitätsabsolventen in einem gut bezahlten Job, wie zum Beispiel bei einer Bank, etwa 70 Yen pro Monat. Dies entsprach dem Sechsfachen eines Monatsgehalts – ein unerschwinglicher Luxus, eine „takane no hana“ (eine Blume auf einem hohen Berg, etwas weit jenseits der Reichweite) für gewöhnliche Leute. Während dieser Jahre reifte in einem japanischen Mann die Idee, eine eigene, heimische 35-mm-Kamera mit Schlitzverschluss und Entfernungsmesser zu entwickeln. Dieser Mann war Goro Yoshida (1900-1993).

Yoshida, geboren in Hiroshima, kam vor Abschluss seiner Mittelschulbildung nach Tokio und ging bei einem Unternehmen in die Lehre, das Filmkameras und Projektoren reparierte und umbaute. Ende der 1920er Jahre, als Yoshida Ende zwanzig war, reiste er häufig nach Shanghai, China, um die für seine Arbeit benötigten Teile zu beschaffen. Eine Geschichte besagt, dass Yoshida sich entschied, hochwertige 35-mm-Messsucherkameras herzustellen, als er in Shanghai den amerikanischen Händler Roy E. Delay traf, der ihm sagte: „Warum kommen Sie hierher, um Kamerateile zu kaufen? Ihr Land hat bereits gute Schlachtschiffe und Flugzeuge produziert. Wenn Ihre Leute so gute Schlachtschiffe produzieren können, gibt es keinen Grund, warum Sie nicht auch Ihre eigenen Kamerateile herstellen können.“

Von Natur aus bastelte Yoshida gerne an Maschinen und Instrumenten, und er war bereits mit der Reparatur und dem Umbau von Filmkameras und Projektoren beschäftigt. Es war daher naheliegend, dass Yoshida sich für die Herstellung von Kameras interessierte. Seine entscheidende Motivation war jedoch einfacher und menschlicher, wie er später erklärte. Er zerlegte eine Leica Modell II aus purer Neugier, „einfach um jedes Teil anzusehen“. Er stellte fest, dass sich im Inneren keine besonderen Dinge wie Diamanten befanden. Die Teile bestanden aus Messing, Aluminium, Eisen und Gummi – gewöhnlichen, preiswerten Materialien. Er war überrascht und ärgerte sich, dass diese preiswerten Materialien, wenn sie zu einer Kamera zusammengesetzt wurden, einen so exorbitanten Preis verlangten. Diese Wut trieb ihn an, es besser und zugänglicher zu machen, indem er eine eigene, hochwertige Kamera in Japan herstellte.

Gründung des Precision Optical Instruments Laboratory

Um seinen Traum zu verwirklichen und eine japanische 35-mm-Messsucherkamera zu entwickeln, gründete Goro Yoshida im November 1933 zusammen mit seinem Schwager Saburo Uchida (1899-1982) und Takeo Maeda (1909-1977), einem ehemaligen Untergebenen Uchidas, das „Precision Optical Instruments Laboratory“. Dieses Labor befand sich in einem Raum eines eleganten dreistöckigen Apartments (Takekawaya Building) in Roppongi, Azabu Ward (dem heutigen Minato Ward) in Tokio. Ihr Ziel war ambitioniert: die Entwicklung und Produktion der ersten japanischen 35-mm-Messsucherkamera mit Schlitzverschluss, die mit den deutschen Modellen konkurrieren konnte.

Der Prototyp "Kwanon" – Ein göttlicher Anfang

Der erste Prototyp, den Yoshida entwickelte, erhielt den Namen „Kwanon“, benannt nach Kannon, der buddhistischen Göttin der Barmherzigkeit, da er Buddhist und ein gläubiger Anhänger Kannons war. Das Logo der Kamera zeigte die tausendarmige Kannon-Göttin, und selbst das Objektiv erhielt einen Namen aus dem Buddhismus: „Kasyapa“, abgeleitet von Mahakasyapa, einem Jünger des Buddha.

Insgesamt erschienen in Anzeigen drei Varianten der Kwanon-Kamera, doch bei den Kameras handelte es sich ausschließlich um Illustrationen oder Holzmodelle, nicht um tatsächliche Produkte. Mit anderen Worten, die „Kwanon“ wurde nie kommerziell verkauft. Obwohl Yoshida später aussagte, er habe zehn „Kwanon“-Kameras fertiggestellt, hat niemand tatsächlich eine davon gesehen. Es gab eine Kamera namens „Kwanon Modell D“, die um 1955 in Osaka entdeckt wurde; sie war jedoch eine Kopie einer „Leica Modell II“ und wurde nicht von Yoshida hergestellt. Der Hersteller der „Kwanon Modell D“ ist bis heute geheimnisumwittert.

Dennoch resultierte die Herstellung der ersten japanischen hochwertigen 35-mm-Messsucherkamera aus dem Stolz und dem Traum eines Ingenieurs, der nicht hinter Deutschland oder irgendeiner anderen westlichen Nation zurückstehen wollte. Yoshida verließ das Labor allerdings bereits im Herbst 1934, weil die Herangehensweise des Labors bei der Kameraproduktion nicht mehr seinen Vorstellungen entsprach.

Die entscheidende Partnerschaft mit Nippon Kogaku

Trotz intensiver Versuche und Bemühungen, die „Kwanon“-Kamera zu kommerzialisieren, hatte das Precision Optical Instruments Laboratory weiterhin keine Aussichten, Objektive und Entfernungsmesser zu beschaffen, wesentliche Komponenten einer Kamera. Nach qualvollen Überlegungen entschied sich das Labor, die Zusammenarbeit mit Nippon Kogaku Kogyo (Japan Optical Industries, Inc., dem Vorgänger der Nikon Corporation) zu suchen, um deren Nikkor-Objektive zu verwenden.

Nippon Kogaku hatte zu dieser Zeit bereits seine Position als größter Hersteller optischer Geräte in Japan mit einem fortschrittlichen Fertigungssystem, das auf militärische Ausrüstung spezialisiert war, etabliert. Da Saburo Uchidas Bruder, Ryonosuke Uchida, einst Wirtschaftsprüfer bei Nippon Kogaku war, wurde Saburo Uchida Toyotaro Hori vorgestellt, dem Executive Vice President und Berater von Nippon Kogaku. Damals, unter der Politik von Nippon Kogaku, in den zivilen Produktmarkt einzutreten, war Hori für die Untersuchung nicht-militärischer Produkte zuständig. Er interessierte sich für die Anwendung hochwertiger Objektive für den zivilen Gebrauch. Der Zeitpunkt des Kooperationsgesuchs des Precision Optical Instruments Laboratory war perfekt. Beide Seiten erkannten die Vorteile, und das Precision Optical Instruments Laboratory und Nippon Kogaku einigten sich auf die Entwicklung der „Hansa Canon (Standardmodell mit Nikkor 50mm f/3.5 Objektiv)“ mit voller Unterstützung von Nippon Kogaku.

Gab es in den 1930er Jahren Kameras?
Das „Leica Modell II“ wurde 1932 eingeführt, gefolgt vom Debüt des „Contax Modell I“ im Jahr 1933. Diese Kameras, der Stolz Deutschlands, des Kamerakönigreichs der Welt, galten als Kameras der Spitzenklasse, die die Bedürfnisse von Kamerafans auf der ganzen Welt erfüllten und begeisterte Unterstützung fanden.

Die Hansa Canon: Der erste kommerzielle Erfolg

Die erste Canon-Kamera aus dieser gemeinsamen Entwicklung kam im Februar 1936 auf den Markt (obwohl manche sagen, das tatsächliche Datum sei Oktober 1935 gewesen). Bei der Herstellung der „Hansa Canon“ war Nippon Kogaku für das Objektiv, den Objektivanschluss, das optische System des Suchers und den Entfernungsmesser-Mechanismus verantwortlich, während das Precision Optical Instruments Laboratory für den Hauptkörper einschließlich des Schlitzverschlusses, der Entfernungsmesserabdeckung sowie die Montage des Kameragehäuses zuständig war. Dies war die erste kommerzielle Kamera, die den Namen Canon trug, wenn auch in Kombination mit dem des Vertriebspartners.

Der Name ändert sich: Von Kwanon zu Canon

Später wurde der Name „Kwanon“ in „Canon“ geändert, was „Standard für Beurteilung“ oder „biblische Schriften“ bedeutet. „Canon“, die neue Marke für ein Präzisionsindustrieunternehmen, das Präzision als Motto anstrebte, wurde zu dieser Zeit geboren und etablierte sich als der Name, unter dem das Unternehmen weltweit bekannt werden sollte.

Vertrieb und der Name "Hansa"

Als die „Hansa Canon“ veröffentlicht wurde, war der Name des Precision Optical Instruments Laboratory nicht enthalten. Da das Unternehmen keine eigenen Vertriebswege besaß, hatte es zuvor eine exklusive Verkaufs- und Markenanzeigevereinbarung mit Omiya Shashin Yohin Co., Ltd. (einem Omiya Kamera- und Zubehörgeschäft) geschlossen. „Hansa“ war die Marke von Omiya und stammte von der Hanse ab, einem Bund europäischer Handelsstädte im Mittelalter. Daher trug die erste kommerzielle Kamera den Namen „Hansa Canon“, eine Kombination aus dem Vertriebsnamen und dem neuen Namen des Herstellers.

Weiterentwicklung des Unternehmens

Im Juni 1936 zog das Precision Optical Instruments Laboratory nach Meguro Ward um und änderte seinen Namen, um die allgemeine nationalistische Stimmung im Land widerzuspiegeln, in Japan Precision Optical Instruments Laboratory. Das erste Mal, dass der neue Firmenname in den öffentlichen Medien erschien, war in einer Anzeige für die „Hansa Canon“ in der August-Ausgabe 1936 der Zeitschrift „Asahi Camera“. Dies markierte die öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens unter seinem neuen, national klingenden Namen und festigte seine Identität als japanischer Hersteller hochwertiger optischer Instrumente.

KameraErscheinungsjahr (ca.)HerkunftslandBesonderheitPreis (relativ 1930er Japan)
Leica Modell II1932DeutschlandWegweisende 35mm MesssucherkameraSehr hoch (Luxusgut, ca. 6 Monatsgehälter)
Contax Modell I1933DeutschlandKonkurrent zur Leica, hohe QualitätSehr hoch (Luxusgut)
Kwanon (Prototyp)1933/34JapanErster japanischer 35mm PrototypNicht im Handel erhältlich
Hansa Canon1936JapanErste kommerzielle Canon Kamera (mit Nikkor Objektiv)Hoher Preis, aber Ziel war heimischer Markt

Häufig gestellte Fragen zu Kameras in den 1930er Jahren und Canon's Anfängen

War die "Kwanon" die erste Kamera, die Canon verkaufte?

Nein, die "Kwanon" war ein Prototyp, der nie kommerziell auf den Markt kam. Sie war ein wichtiger Entwicklungsschritt, aber die erste verkaufte Kamera war die "Hansa Canon".

Warum hat das Labor mit Nippon Kogaku (Nikon) zusammengearbeitet?

Das Precision Optical Instruments Laboratory hatte Schwierigkeiten, hochwertige Objektive und Entfernungsmesser selbst in ausreichender Qualität herzustellen. Nippon Kogaku war ein etablierter Hersteller optischer Komponenten, insbesondere für militärische Zwecke, und suchte nach Möglichkeiten, in den zivilen Markt einzusteigen. Die Zusammenarbeit ermöglichte es beiden Seiten, ihre Stärken zu nutzen: Optik von Nippon Kogaku, Kameragehäuse und Montage vom Labor.

Was bedeutet der Name "Canon"?

Der Name "Canon" wurde vom vorherigen Namen "Kwanon" abgeleitet und bedeutet "Standard für Beurteilung" oder "biblische Schriften". Er wurde gewählt, um das Streben des Unternehmens nach Präzision, Exzellenz und Zuverlässigkeit in der Feinindustrie zu symbolisieren.

War Goro Yoshida der alleinige Gründer von Canon?

Goro Yoshida war eine Schlüsselfigur bei der Gründung des Precision Optical Instruments Laboratory und der Entwicklung des ersten Prototyps ("Kwanon"). Er gründete das Labor zusammen mit Saburo Uchida und Takeo Maeda. Yoshida verließ das Unternehmen jedoch bereits im Herbst 1934 aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen über die weitere Entwicklung.

Wie teuer waren Kameras in den 1930er Jahren?

Hochwertige Kameras wie die Leica waren extrem teuer und galten als Luxusgüter. Der Preis einer Leica entsprach dem Vielfachen eines durchschnittlichen Monatsgehalts in Japan zu dieser Zeit (ca. 6 Monatsgehälter), was sie für die meisten Menschen unerschwinglich machte und die Motivation für die Entwicklung heimischer Alternativen steigerte.

Die 1930er Jahre waren somit nicht nur eine Zeit, in der Kameras existierten, sondern eine Periode intensiver Entwicklung und des Wettbewerbs, die den Grundstein für die moderne Fotografie legte. Die Geschichte der Anfänge von Canon, beginnend mit dem Traum von Goro Yoshida und der Gründung des Precision Optical Instruments Laboratory, über den Prototyp "Kwanon" bis hin zur erfolgreichen Hansa Canon, ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie Innovation, Entschlossenheit und strategische Partnerschaften es einem jungen Unternehmen ermöglichten, in einem von etablierten Mächten dominierten Markt Fuß zu fassen. Es war der erste, entscheidende Schritt für das Unternehmen, das später zu einem der weltweit führenden Kamerahersteller werden sollte und die Fotografie für Millionen von Menschen zugänglicher machte.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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