Ist „Ich wäre gekommen“ richtig?

Die Formen des Verbs 'kommen' erklärt

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Das Verb „kommen“ ist eines der fundamentalsten und am häufigsten verwendeten Verben in der deutschen Sprache. Es beschreibt eine Bewegung auf einen bestimmten Punkt oder eine Person zu und ist unverzichtbar für die alltägliche Kommunikation. Doch wie bei vielen wichtigen Verben kann die Vielfalt seiner Formen – von den einfachen Zeitformen bis hin zu den komplexeren Modi wie dem Konjunktiv – zu Verwirrung führen. Insbesondere die Frage, ob man „würde kommen“ oder „käme“ verwendet, beschäftigt viele Lernende. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Formen von „kommen“, erklärt ihre Verwendung und räumt mit häufigen Unklarheiten auf.

Würde kommen oder käme?
Wenn man korrektes Standarddeutsch sprechen möchte, ist es „käme“. Es ist nicht altmodisch.29. Nov. 2019

Die Grundformen von „kommen“

Wie die meisten deutschen Verben hat „kommen“ drei Grundformen, die für die Bildung verschiedener Zeitformen und des Partizips benötigt werden:

  • Infinitiv Präsens: kommen
  • Präteritum: kam
  • Partizip II: gekommen

Diese drei Formen – kommen, kam, gekommen – sind das Fundament für die gesamte Konjugation des Verbs.

Standardkonjugation von „kommen“

„Kommen“ ist ein starkes (unregelmäßiges) Verb. Seine Konjugation folgt nicht den standardmäßigen Regeln der schwachen Verben, insbesondere im Präteritum und Partizip II, wie die Grundformen bereits zeigen. Hier ist ein Überblick über die wichtigsten Zeitformen im Indikativ:

Indikativ Präsens

Die Gegenwart. Beschreibt aktuelle Handlungen oder Zustände.

PersonForm
ichkomme
dukommst
er/sie/eskommt
wirkommen
ihrkommt
siekommen

Beispiel: Ich komme morgen.

Indikativ Präteritum

Die einfache Vergangenheit. Wird oft für erzählte Ereignisse in der Vergangenheit verwendet.

PersonForm
ichkam
dukamst
er/sie/eskam
wirkamen
ihrkamt
siekamen

Beispiel: Gestern kam er spät nach Hause.

Indikativ Perfekt

Die vollendete Gegenwart. Beschreibt abgeschlossene Handlungen in der Vergangenheit, deren Ergebnis noch relevant ist oder die im Gesprächskontext stehen. „Kommen“ bildet das Perfekt mit dem Hilfsverb „sein“, da es eine Bewegung zu einem Ort beschreibt.

PersonForm
ichbin gekommen
dubist gekommen
er/sie/esist gekommen
wirsind gekommen
ihrseid gekommen
siesind gekommen

Beispiel: Sie ist schon angekommen.

Indikativ Plusquamperfekt

Die vollendete Vergangenheit. Beschreibt Handlungen, die vor einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit abgeschlossen waren. Gebildet mit dem Präteritum von „sein“ und dem Partizip II.

Beispiel: Als ich anrief, war er gerade gekommen.

Indikativ Futur I

Die Zukunft. Beschreibt zukünftige Handlungen oder Annahmen über die Zukunft. Gebildet mit „werden“ im Präsens und dem Infinitiv „kommen“.

Beispiel: Er wird morgen kommen. / Du wirst schon wieder zu spät kommen.

Indikativ Futur II

Die vollendete Zukunft. Beschreibt Handlungen, die zu einem bestimmten zukünftigen Zeitpunkt abgeschlossen sein werden, oder Annahmen über abgeschlossene Handlungen in der Vergangenheit. Gebildet mit „werden“ im Präsens und dem Perfekt-Infinitiv („gekommen sein“).

Was sind die drei Formen von kommen?
die korrekt flektierten Formen (kommt/kömmt - kam - ist gekommen) entscheidend. Weitere Informationen finden sich unter Wiktionary kommen und unter kommen im Duden.

Beispiel: Um diese Zeit wird er schon gekommen sein.

Das Herzstück der Verwirrung: Der Konjunktiv II

Der Konjunktiv II wird verwendet, um irreale (hypothetische oder unwirkliche) Sachverhalte, Wünsche, höfliche Bitten oder Ratschläge auszudrücken. Im Deutschen gibt es zwei Hauptarten, den Konjunktiv II für die Gegenwart (oder Zukunft) zu bilden:

  1. Die synthetische Form (oft aus dem Präteritum abgeleitet).
  2. Die analytische Form (mit „würde“ + Infinitiv).

Beim Verb „kommen“ sind beide Formen möglich und korrekt, was oft zur Frage führt: „Würde kommen oder käme?“

Die synthetische Form: „käme“

Diese Form wird aus dem Präteritumstamm des Verbs gebildet. Bei starken Verben wie „kommen“ erhält der Präteritumstamm („kam“) einen Umlaut, falls möglich (a wird zu ä), und die Konjunktiv-Endungen (-e, -est, -e, -en, -et, -en) werden angehängt.

PersonForm (käme)
ichkäme
dukämest
er/sie/eskäme
wirkämen
ihrkämet
siekämen

Beispiel: Wenn ich Zeit hätte, käme ich gern. (Hypothetische Situation)

Die analytische Form: „würde kommen“

Diese Form ist einfacher zu bilden und wird häufiger verwendet, insbesondere in der Umgangssprache und bei Verben, deren synthetische Konjunktiv-II-Form ungewohnt klingt oder schwer zu unterscheiden ist (z. B. bei schwachen Verben). Sie wird mit der Konjunktiv-II-Form von „werden“ („würde“) und dem Infinitiv des Hauptverbs („kommen“) gebildet.

PersonForm (würde kommen)
ichwürde kommen
duwürdest kommen
er/sie/eswürde kommen
wirwürden kommen
ihrwürdet kommen
siewürden kommen

Beispiel: Wenn ich Zeit hätte, würde ich gern kommen. (Hypothetische Situation)

Würde kommen vs. Käme: Was ist der Unterschied?

Für das Verb „kommen“ sind beide Formen des Konjunktiv II Präsens/Futur grammatisch korrekt und bedeuten im Grunde dasselbe. Der Hauptunterschied liegt im Stil und im Gebrauch:

  • „Käme“ (synthetisch): Klingt oft etwas formeller, literarischer oder auch gehobener. Sie wird seltener verwendet als die „würde“-Form, ist aber bei starken Verben wie „kommen“, deren synthetische Form gut erkennbar ist, durchaus üblich.
  • „Würde kommen“ (analytisch): Ist die heute gebräuchlichere und flexiblere Form. Sie wird fast immer verstanden und klingt weniger steif. Bei den meisten Verben ist die „würde“-Form die einzig sinnvolle Option für den Konjunktiv II.

In vielen Fällen können Sie frei wählen, welche Form Sie verwenden möchten. Die „würde“-Form ist oft die sicherere Wahl, wenn Sie unsicher sind oder einen neutraleren Stil bevorzugen. Wenn Sie jedoch einen eleganteren oder prägnanteren Ausdruck suchen und die synthetische Form geläufig ist (wie bei „kommen“), können Sie „käme“ verwenden.

Ein weiterer Aspekt ist die Vermeidung von Wiederholungen. Wenn Sie in einem Satz bereits viele „würde“-Formen haben, kann die Verwendung der synthetischen Form für ein anderes Verb stilistisch reizvoll sein.

Konjunktiv II Perfekt: „wäre gekommen“

Neben dem Konjunktiv II für die Gegenwart/Zukunft gibt es auch den Konjunktiv II Perfekt, der verwendet wird, um irreale (hypothetische oder nicht eingetretene) Handlungen in der Vergangenheit auszudrücken. Er entspricht oft dem englischen „would have + Partizip“. Er wird mit der Konjunktiv-II-Form des passenden Hilfsverbs („sein“ oder „haben“) und dem Partizip II des Hauptverbs gebildet.

Da „kommen“ eine Bewegung zu einem Ort beschreibt, wird das Perfekt (und damit auch das Konjunktiv II Perfekt) mit dem Hilfsverb „sein“ gebildet. Die Konjunktiv-II-Form von „sein“ ist „wäre“.

Bildung: wäre + gekommen

PersonForm (wäre gekommen)
ichwäre gekommen
duwärest gekommen
er/sie/eswäre gekommen
wirwären gekommen
ihrwäret gekommen
siewären gekommen

Beispiel: Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, wäre ich gern gekommen. (Die Bedingung in der Vergangenheit war nicht erfüllt, also kam ich nicht.)

Diese Form ist korrekt und notwendig, um über hypothetische Situationen in der Vergangenheit zu sprechen. Sie ist nicht austauschbar mit „würde kommen“ oder „käme“, da diese sich auf die Gegenwart oder Zukunft beziehen.

Würde kommen oder käme?
Wenn man korrektes Standarddeutsch sprechen möchte, ist es „käme“. Es ist nicht altmodisch.29. Nov. 2019

Zusammenfassung der Konjunktiv-Formen

Die folgende Tabelle fasst die Konjunktiv-II-Formen von „kommen“ und ihre typische Verwendung zusammen:

FormBildungZeitbezugVerwendungBeispiel
kämePräteritum + Umlaut + EndungGegenwart/ZukunftHypothetisches, Irreales, Wünsche, Höflichkeit (eher formell)Wenn du mich eingeladen hättest, käme ich.
würde kommenwürde + InfinitivGegenwart/ZukunftHypothetisches, Irreales, Wünsche, Höflichkeit (häufiger)Wenn du mich eingeladen hättest, ich würde kommen.
wäre gekommenwäre + Partizip IIVergangenheitHypothetisches, Irreales (nicht Geschehenes) in der VergangenheitWenn ich es gewusst hätte, wäre ich gekommen.

Häufig gestellte Fragen und spezielle Verwendungen

Basierend auf häufigen Fragen von Lernenden gehen wir auf einige spezifische Punkte ein.

Was ist mit den Formen „du kömmst, er/sie/es kömmt“?

Diese Formen mit Umlaut im Präsens (kömmst, kömmt) sind veraltete oder dialektale Varianten der standardmäßigen Präsensformen „du kommst“ und „er/sie/es kommt“. Im modernen Hochdeutsch werden sie nicht mehr verwendet und klingen ungewöhnlich.

Kann man „kommen“ im Passiv verwenden?

Das Verb „kommen“ ist in den allermeisten Verwendungen intransitiv. Das bedeutet, es beschreibt eine Handlung, die vom Subjekt selbst ausgeführt wird und kein direktes Objekt hat, auf das die Handlung übergeht. Die klassische Passivform (Vorgangspassiv mit „werden“) wird typischerweise mit transitiven Verben gebildet (z. B. „Der Ball wird geworfen“ - jemand wirft den Ball). Bei „kommen“ ergibt eine solche Konstruktion keinen Sinn. Man kann nicht sagen „Ich werde gekommen“ oder „Der Brief wird gekommen“. Die Frage „wieso kann man 'du wirst schon wieder zu spät kommen' nicht ins Passiv setzten?“ beantwortet sich hieraus: „zu spät kommen“ ist eine intransitive Handlung des Subjekts („du“), die nicht in ein Passiv umgewandelt werden kann, bei dem etwas *mit* „du“ getan wird. Es gibt zwar das Zustandspassiv mit „sein“ (z. B. „Der Brief ist angekommen“), das aber eher einen erreichten Zustand beschreibt als einen Vorgang.

Ist „erscheinen“ eine Form von „kommen“?

Nein, „erscheinen“ ist ein eigenständiges Verb mit einer ähnlichen, aber nicht identischen Bedeutung. Während „kommen“ eine Bewegung hin zu einem Punkt beschreibt, bedeutet „erscheinen“ eher „sichtbar oder präsent werden“ oder „auftauchen“. Man kann sagen „Er kam zur Party“ (Bewegung zur Party) oder „Er erschien auf der Party“ (wurde auf der Party sichtbar/war präsent). Es gibt Überschneidungen im Sinn, aber grammatisch und lexikalisch sind es unterschiedliche Verben.

Was bedeutet die Struktur „ich war tanzen“?

Diese Struktur (Präteritum von „sein“ + Infinitiv) ist eine umgangssprachliche Ausdrucksweise, die beschreibt, dass jemand eine Zeit lang mit einer bestimmten Aktivität beschäftigt war. Sie ist kein standardmäßiges Tempus oder Modus im Sinne der Konjugation von „kommen“. Es handelt sich eher um eine elliptische Konstruktion für „Ich war (unterwegs/dabei), um zu tanzen“ oder „Ich war beim Tanzen“. Sie ist informell und wird nicht mit allen Verben verwendet, aber mit Aktivitätsverben wie „tanzen“, „einkaufen“, „schwimmen“ etc. ist sie gebräuchlich. Sie hat keine direkte Entsprechung in der Konjugation von „kommen“ selbst, zeigt aber, dass die deutsche Sprache flexible, wenn auch informelle, Konstruktionen für bestimmte Bedeutungen hat.

Wie verwendet man „kommen“ in Zeitangaben mit „als“?

Die Konjunktion „als“ wird verwendet, um ein einmaliges Ereignis in der Vergangenheit zu beschreiben. Der Nebensatz mit „als“ steht typischerweise im Präteritum oder Perfekt. Ob Präteritum oder Perfekt verwendet wird, hängt nicht von „als“ ab, sondern davon, welche Vergangenheitsform im Kontext passender ist (oft Präteritum bei erzählten Ereignissen). Wenn „kommen“ in einem „als“-Satz steht, beschreibt es das einmalige Eintreffen. Beispiel: „Als er nach Hause kam, war es schon dunkel.“ (Präteritum). Oder: „Als er angekommen ist, haben wir sofort gegessen.“ (Perfekt). Die Frage, ob nach „als“ „nur Präteritum oder Perfekt auch“ kommt, ist also: Ja, beide sind möglich, abhängig vom Verb und Kontext, wobei Präteritum nach „als“ sehr häufig ist.

Fazit

Das Verb „kommen“ ist vielseitig und seine korrekte Verwendung erfordert das Verständnis seiner Grundformen, der Standardkonjugation im Indikativ und insbesondere der Nuancen des Konjunktiv II. Die Wahl zwischen „würde kommen“ und „käme“ im Konjunktiv II Gegenwart/Zukunft hängt oft vom gewünschten Stil ab, wobei „würde kommen“ die gebräuchlichere Form ist. Für hypothetische Ereignisse in der Vergangenheit ist der Konjunktiv II Perfekt „wäre gekommen“ unerlässlich. Durch das Üben dieser Formen und das Beachten des Kontexts können Sie Ihre Beherrschung des Verbs „kommen“ und damit Ihre Deutschkenntnisse erheblich verbessern.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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