Das Musical „La La Land“ von Regisseur Damien Chazelle war zweifellos einer der meisterwarteten Filme des Jahres 2016 und dominierte die Filmsaison 2017, insbesondere bei den prestigeträchtigen Academy Awards. Mit seiner Mischung aus klassischem Hollywood-Musical-Flair, modernen Themen und einer visuellen Ästhetik, die sofort ins Auge stach, zog der Film Kritiker und Publikum gleichermaßen in seinen Bann. Die Frage, die viele beschäftigte, war nicht, ob „La La Land“ Oscars gewinnen würde, sondern wie viele. Und dabei spielte auch die visuelle Komponente, die Arbeit hinter der Kamera, eine entscheidende Rolle.

Die Oscar-Nacht 2017 und La La Land
Die 89. Verleihung der Academy Awards am 26. Februar 2017 im Dolby Theatre in Los Angeles war für „La La Land“ ein Abend voller Höhepunkte und einer unerwarteten Wendung. Der Film ging mit beeindruckenden 14 Nominierungen ins Rennen, was ihn in eine historische Liga mit Filmen wie „Titanic“ und „Alles über Eva“ stellte. Diese hohe Anzahl an Nominierungen unterstrich die breite Anerkennung, die dem Musical in nahezu allen wichtigen Kategorien zuteilwurde – von den technischen Disziplinen über die schauspielerischen Leistungen bis hin zur Regie und dem wichtigsten Preis, dem Besten Film.
Von diesen 14 Nominierungen konnte „La La Land“ letztlich sechs Trophäen mit nach Hause nehmen. Ein beachtliches Ergebnis, das den Film zu einem der erfolgreichsten des Abends machte, auch wenn er den Hauptpreis verpasste. Die gewonnenen Kategorien zeugen von der herausragenden Qualität des Films in vielfältigen Bereichen. Sie reichten von der musikalischen Untermalung, einem zentralen Element des Musicals, über die schauspielerische Darbietung der Hauptdarstellerin bis hin zu den handwerklichen Aspekten wie dem Szenenbild und, für uns besonders relevant, der Kameraarbeit.
Der Blick durch die Linse: Beste Kamera für La La Land
Eine der am sehnlichsten erwarteten Auszeichnungen für Filmprofis und Kinoliebhaber gleichermaßen ist der Oscar für die Beste Kamera (Best Cinematography). Diese Kategorie würdigt die Kunst und das Handwerk der Bildgestaltung, die entscheidend zur visuellen Sprache und Atmosphäre eines Films beiträgt. Im Fall von „La La Land“ war die Kameraarbeit von Linus Sandgren ein Element, das von Anfang an für Aufsehen sorgte. Der Film besticht durch seine lebendigen Farben, seine eleganten Kamerafahrten und die Fähigkeit, sowohl intime Momente als auch große Musical-Nummern visuell eindrucksvoll einzufangen.
Und ja, um die Frage direkt zu beantworten: „La La Land“ hat den Preis für die Beste Kamera gewonnen. Der schwedische Kameramann Linus Sandgren wurde für seine herausragende Arbeit an diesem Film mit dem verdienten Oscar ausgezeichnet. Seine Leistung zeichnete sich durch einen Stil aus, der sowohl nostalgisch an klassische Hollywood-Musicals erinnerte als auch modern und dynamisch wirkte. Die Kameraarbeit trug maßgeblich dazu bei, die träumerische, manchmal surreale Atmosphäre des Films zu schaffen und die Emotionen der Charaktere sowie die Energie der Tanz- und Gesangseinlagen zu unterstreichen. Es war eine Anerkennung für die Fähigkeit, Farbe, Licht und Bewegung so zu orchestrieren, dass sie die Geschichte und die Musik perfekt ergänzen.
Weitere Triumphe: Regie, Schauspiel & Musik
Neben der Auszeichnung für die beste Kamera konnte „La La Land“ auch in anderen wichtigen Kategorien glänzen:
- Beste Regie: Damien Chazelle erhielt den Oscar für die Beste Regie. Mit gerade einmal 32 Jahren wurde er damit zum jüngsten Gewinner in dieser Kategorie in der Geschichte der Academy Awards. Seine Vision und sein Geschick, ein modernes Musical zu inszenieren, das sowohl unterhält als auch bewegt, wurden damit eindrucksvoll gewürdigt.
- Beste Hauptdarstellerin: Emma Stone gewann den Oscar für ihre Darstellung der Mia, einer aufstrebenden Schauspielerin. Ihre Performance, die sowohl zerbrechlich als auch willensstark war und ihr Talent für Gesang und Tanz zeigte, überzeugte die Akademie. Es war Stones erster Oscar.
- Beste Filmmusik (Original Score): Justin Hurwitz wurde für seine Kompositionen ausgezeichnet. Die Musik ist das Herzstück von „La La Land“, und Hurwitz' melancholische und zugleich beschwingte Musik prägte die Stimmung des Films maßgeblich.
- Bester Song (Original Song): Der Song „City of Stars“ aus dem Film, ebenfalls von Justin Hurwitz (Musik) und Pasek and Paul (Text), gewann den Oscar. Dieses Lied wurde schnell zu einem ikonischen Stück und verkörpert die Hoffnungen und Träume der Protagonisten.
- Bestes Szenenbild (Production Design): David Wasco und Sandy Reynolds-Wasco erhielten eine Trophäe für das fantastische Szenenbild. Die detailverliebte Gestaltung der Sets, von den lebendigen Straßen von Los Angeles bis hin zu den stilisierten Innenräumen, trug entscheidend zur visuellen Magie des Films bei und schuf eine glaubwürdige und doch leicht überhöhte Welt für die Charaktere.
Diese sechs Auszeichnungen zeigen, dass „La La Land“ in nahezu allen kreativen und technischen Bereichen als herausragend bewertet wurde.
Die Panne, die Geschichte schrieb
Die Oscar-Verleihung 2017 wird jedoch nicht nur wegen der Siege von „La La Land“ in Erinnerung bleiben, sondern auch wegen einer beispiellosen Panne. Bei der Bekanntgabe des Gewinners in der prestigeträchtigsten Kategorie, Bester Film, verlasen die Presenter Faye Dunaway und Warren Beatty fälschlicherweise „La La Land“ als Sieger. Das Team von „La La Land“ begann bereits mit den Dankesreden, als der Fehler bemerkt und korrigiert wurde: Der eigentliche Gewinner war „Moonlight“. Diese Verwechslung, die durch vertauschte Umschläge verursacht wurde, sorgte weltweit für Fassungslosigkeit und machte diesen Moment zu einem der denkwürdigsten – und peinlichsten – in der Geschichte der Academy Awards.
Obwohl „La La Land“ nicht den Hauptpreis gewann, schmälerte diese Panne nicht die Anerkennung für die sechs errungenen Oscars und die insgesamt 14 Nominierungen. Der Film hatte bereits Geschichte geschrieben, lange bevor der letzte Umschlag geöffnet wurde.

Was die Kamera in La La Land so besonders macht
Die Arbeit von Linus Sandgren an „La La Land“ ging weit über das bloße Aufnehmen von Bildern hinaus. Sie war ein integraler Bestandteil des Storytellings. Das Musical-Genre lebt von Emotionen, Bewegung und Spektakel, und die Kameraarbeit muss all dies unterstützen und verstärken. Sandgren nutzte eine breite Palette von Techniken, um dies zu erreichen.
Ein auffälliges Merkmal ist die Verwendung von Farbe. Die satten, lebendigen Primärfarben in den frühen, hoffnungsvollen Szenen stehen im Kontrast zu den gedämpfteren Tönen, wenn die Realität die Träume der Charaktere einholt. Die Kamera fängt diese Farbpalette mit einer Klarheit ein, die die Kleidung, die Sets und das Licht zum Leuchten bringt und eine fast märchenhafte Qualität erzeugt. Dies erforderte präzise Belichtung und Farbmanagement, um den gewünschten Look zu erzielen.
Die fließenden Kamerabewegungen sind ein weiteres Markenzeichen. Lange, ununterbrochene Einstellungen (Long Takes) wurden verwendet, um die komplexen Choreografien der Musical-Nummern einzufangen, ohne Schnitte, die den Fluss stören würden. Solche Einstellungen erfordern eine unglaublich präzise Koordination zwischen Kameramann, Schauspielern und Tänzern. Sie ziehen den Zuschauer direkt in die Darbietung hinein und vermitteln ein Gefühl von Unmittelbarkeit und Energie. Die Kamera wird hier selbst zu einem Tänzer, der sich nahtlos in die Szene einfügt.
Auch die Beleuchtung spielte eine entscheidende Rolle. Ob es das warme, magische Licht während der ikonischen Tanzszene im Griffith Observatory ist oder das schummrige, intime Licht in den Jazzclubs – die Beleuchtung trug wesentlich zur Stimmung jeder Szene bei. Sandgrens Fähigkeit, Licht so einzusetzen, dass es Emotionen hervorruft und die Charaktere in Szene setzt, war meisterhaft und wurde von der Akademie zu Recht gewürdigt.
Die Bildkompositionen in „La La Land“ sind oft sorgfältig kadriert, um sowohl die Weite der Schauplätze in Los Angeles als auch die Isolation und die Träume der Charaktere einzufangen. Die Kameraarbeit schafft eine visuelle Welt, die gleichzeitig traumhaft und geerdet wirkt, was perfekt zum Ton des Films passt.
Die Auszeichnung für die beste Kamera war somit nicht nur eine Ehrung für die technische Brillanz von Linus Sandgren, sondern auch für seine künstlerische Vision und seinen Beitrag zur emotionalen Resonanz des Films. Seine Arbeit ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Kameraarbeit ein integraler Bestandteil des Filmschaffens ist und genauso wichtig wie Drehbuch, Regie oder Schauspiel.
La La Lands Auszeichnungen im Überblick
Um den Erfolg von „La La Land“ bei den Oscars 2017 zu veranschaulichen, hier eine Übersicht der wichtigsten Nominierungen und Gewinne:
| Kategorie | Nominierung | Gewinn |
|---|---|---|
| Bester Film | Ja | Nein |
| Beste Regie (Damien Chazelle) | Ja | Ja |
| Beste Hauptdarstellerin (Emma Stone) | Ja | Ja |
| Bester Hauptdarsteller (Ryan Gosling) | Ja | Nein |
| Beste Kamera (Linus Sandgren) | Ja | Ja |
| Beste Filmmusik (Justin Hurwitz) | Ja | Ja |
| Bester Song ("City of Stars") | Ja | Ja |
| Bestes Szenenbild (David Wasco & Sandy Reynolds-Wasco) | Ja | Ja |
| Bestes Originaldrehbuch | Ja | Nein |
| Bester Schnitt | Ja | Nein |
| Bestes Kostümdesign | Ja | Nein |
| Beste Tonmischung | Ja | Nein |
| Bester Tonschnitt | Ja | Nein |
Diese Tabelle zeigt deutlich die Stärke des Films in den kreativen und technischen Bereichen, auch wenn er in einigen wichtigen Kategorien, darunter der Beste Film, nicht triumphieren konnte.

Häufig gestellte Fragen zu La La Land & den Oscars
Wie viele Oscars hat La La Land gewonnen?
„La La Land“ hat bei der Oscar-Verleihung 2017 insgesamt sechs Oscars gewonnen.
Hat La La Land den Oscar für den besten Film gewonnen?
Nein, obwohl „La La Land“ zunächst fälschlicherweise als Gewinner verkündet wurde, ging der Oscar für den besten Film letztendlich an „Moonlight“.
Wer hat die beste Kamera für La La Land gemacht und wurde dafür ausgezeichnet?
Der Kameramann Linus Sandgren war für die Kameraarbeit bei „La La Land“ verantwortlich und gewann dafür den Oscar für die Beste Kamera.
Wer ist der jüngste Regisseur, der einen Oscar gewonnen hat?
Damien Chazelle stellte bei der Oscar-Verleihung 2017 einen Rekord auf, indem er mit 32 Jahren als jüngster Regisseur den Oscar für die Beste Regie gewann.
In welchen Hauptkategorien hat La La Land gewonnen?
„La La Land“ gewann Oscars in den Hauptkategorien Beste Regie (Damien Chazelle) und Beste Hauptdarstellerin (Emma Stone) sowie für Beste Filmmusik, Bester Song, Bestes Szenenbild und Beste Kamera.
Fazit
„La La Land“ war bei den Oscars 2017 ein großer Erfolg und gewann sechs der begehrten Trophäen aus 14 Nominierungen. Der Film wurde für seine herausragenden Leistungen in vielen Bereichen gewürdigt, von der Regie und Schauspielerei bis hin zur Musik und den technischen Disziplinen. Besonders hervorzuheben ist der Gewinn des Oscars für die Beste Kamera durch Linus Sandgren, dessen visuelle Arbeit maßgeblich zur Magie und emotionalen Tiefe des Films beitrug. Obwohl der Film durch die unglückliche Verwechslung bei der Bekanntgabe des Besten Films in Erinnerung bleiben wird, steht sein Erfolg als gefeiertes Musical und visuell beeindruckendes Werk unbestritten fest. Die Kameraarbeit von Sandgren ist ein perfektes Beispiel dafür, wie das Zusammenspiel von Technik und Kunst das Kinoerlebnis bereichern kann.
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