Die DJI Mavic 2 Pro ist eine leistungsstarke Drohne, die beeindruckende Luftaufnahmen ermöglicht. Um jedoch das volle Potenzial der Kamera auszuschöpfen und Videos in höchster Qualität und mit dem gewünschten Look zu erstellen, ist es entscheidend, die richtigen Videoeinstellungen zu verstehen und anzuwenden. Zwei der wichtigsten Faktoren dabei sind die Auflösung und die Bildrate.

Die Bedeutung von Auflösung und Bildrate
Wenn es um die Videoqualität geht, spielen Auflösung und Bildrate eine zentrale Rolle. Die Auflösung bestimmt, wie viele Details in Ihrem Bild enthalten sind, während die Bildrate festlegt, wie flüssig Bewegungen dargestellt werden und welche Möglichkeiten Sie für Zeitlupen haben.

Auflösung: Warum 4K oft die beste Wahl ist
Die Mavic 2 Pro bietet verschiedene Auflösungsoptionen für Videoaufnahmen. Die höchste und meist empfohlene Auflösung ist 4K (3840×2160). Es gibt zwei Hauptgründe, warum 4K oft die bevorzugte Wahl ist:
- Schärfe und Detailreichtum: 4K-Aufnahmen sind deutlich schärfer und detailreicher als niedrigere Auflösungen wie 1080p (Full HD). Dies führt zu professioneller aussehenden Videos.
- Flexibilität in der Nachbearbeitung: Selbst wenn Sie beabsichtigen, Ihr fertiges Video in 1080p zu exportieren, bietet die Aufnahme in 4K enorme Vorteile. Sie können in der Postproduktion in das Bild hineinzoomen oder den Bildausschnitt verschieben, ohne an Qualität zu verlieren, wenn Sie auf 1080p herunterskalieren. Dies ist eine äußerst nützliche Technik, um Kompositionen nachträglich anzupassen.
Aus diesen Gründen wird, wann immer möglich, die Aufnahme in 4K empfohlen.
Standard-Bildraten (24/25/30 fps) in 4K
Bei der Aufnahme in 4K bietet die Mavic 2 Pro die Wahl zwischen 24, 25 und 30 Bildern pro Sekunde (fps). Es gibt keine „beste“ Bildrate an sich, sondern nur unterschiedliche Bildraten für unterschiedliche Zwecke und Regionen.
- 25 fps: Dies ist die standardmäßige Echtzeit-Bildrate für PAL-Regionen, zu denen auch Europa gehört. Wenn Sie in einer PAL-Region filmen und Ihr Material für die Ausstrahlung oder Wiedergabe in dieser Region vorgesehen ist, ist 25 fps die logische Wahl. In NTSC-Regionen (wie Amerika) sollte diese Bildrate vermieden werden.
- 24 fps: Dies ist der etablierte Standard für Kino-Produktionen weltweit. Videos, die mit 24 fps aufgenommen wurden, haben oft einen spezifischen „Film-Look“ aufgrund der natürlichen Bewegungsunschärfe. Viele Videofilmer und Drohnenpiloten bevorzugen diesen Look und wählen daher 24 fps, unabhängig von der Region, wenn das Material nicht für den Broadcast in einer spezifischen NTSC-Region gedacht ist.
- 30 fps: Dies ist der Standard für Fernsehübertragungen in NTSC-Regionen. Wenn Ihr Video für das Fernsehen in Nordamerika oder anderen NTSC-Ländern produziert wird, ist 30 fps die passende Wahl. In PAL-Regionen wird diese Bildrate weniger häufig für Echtzeitmaterial verwendet.
Die Wahl der Bildrate sollte also primär von der beabsichtigten Verteilung oder dem gewünschten ästhetischen Effekt abhängen. Persönlich wird oft der Look von 24 fps bevorzugt.
Hohe Bildraten (48/50/60 fps) für Zeitlupe
Bildraten, die höher sind als die Standard-Echtzeit-Raten (24/25/30 fps), dienen einem anderen Zweck: der Erstellung von Zeitlupe.

Wenn Sie beispielsweise ein Video mit 50 fps aufnehmen und es dann in einer 25 fps-Timeline mit halber Geschwindigkeit abspielen, erhalten Sie eine sehr flüssige Zeitlupe. Das liegt daran, dass für jedes Bild, das in der 25 fps-Timeline angezeigt wird, zwei Originalbilder aus der 50 fps-Aufnahme zur Verfügung stehen, sodass keine Bilder „erfunden“ oder weggelassen werden müssen. Versucht man hingegen, ein 25 fps-Video zu verlangsamen, fehlen die zusätzlichen Bilder, um die Lücken zu füllen, was zu ruckeligen und unschönen Ergebnissen führt.
Das Aufnehmen mit höheren Bildraten erfordert jedoch mehr Rechenleistung von der Kamera, weshalb bei der Mavic 2 Pro eine geringere Auflösung in Kauf genommen werden muss. Die Drohne bietet die Optionen 48, 50 und 60 fps bei einer Auflösung von 2.7K.
Obwohl hohe Bildraten hervorragend für Zeitlupen geeignet sind, insbesondere beim Filmen von Personen oder sich schnell bewegenden Objekten, werden sie seltener für typische Drohnenaufnahmen verwendet, bei denen oft die Bewegung der Drohne selbst oder von Landschaften im Vordergrund steht. Hier wird eher versucht, die Bewegung für dramatische Effekte zu betonen, als sie zu verlangsamen.
Wichtig ist: Es wird generell nicht empfohlen, mit 48/50/60 fps zu filmen, wenn das Endergebnis Echtzeit-Material sein soll. Der resultierende, oft als „zu glatt“ empfundene Look ohne die natürliche Bewegungsunschärfe, die bei niedrigeren Bildraten auftritt, wird von vielen als unnatürlich und störend empfunden. Ein bekanntes Beispiel ist der Film „Der Hobbit“, der testweise mit 48 fps im Kino gezeigt wurde und von vielen Kritikern als unästhetisch („wie eine Nachrichtensendung oder Sportübertragung“) bemängelt wurde.

Sichtfeld (FOV) bei 4K-Aufnahmen
Bei den 4K-Einstellungen der Mavic 2 Pro gibt es auch die Option, zwischen zwei Sichtfeld-Modi zu wählen: dem FOV-Modus (Full Field of View) und dem HQ-Modus (High Quality).
- FOV-Modus: In diesem Modus wird der 5,5K-Sensor der Drohne auf eine 4K-Auflösung herunterskaliert. Dies führt zu einem breiteren Sichtfeld von 75°.
- HQ-Modus: Dieser Modus schneidet das Zentrum des Bildes aus dem Sensor, um eine bessere Bildqualität zu erzielen. Das resultierende Sichtfeld ist enger, nämlich 55°.
Je nach gewünschtem Bildausschnitt und Priorität (breiteres Sichtfeld vs. potenziell bessere Bildqualität im Zentrum) können Sie fließend zwischen diesen beiden Modi wechseln.
Vergleich der Videoeinstellungen
Hier ist eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Videoeinstellungen bezüglich Auflösung und Bildrate:
| Auflösung | Verfügbare Bildraten (fps) | Hauptzweck | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| 4K (3840×2160) | 24, 25, 30 | Echtzeit-Aufnahme | Höchste Details; Flexibilität in Postproduktion; Wahl der Bildrate je nach Region/Look (Kino vs. TV) |
| 2.7K (2688×1512) | 48, 50, 60 | Zeitlupen-Aufnahme | Ermöglicht flüssige Zeitlupen; Nicht für Echtzeit empfohlen (unnatürlicher Look) |
Häufig gestellte Fragen zu den Videoeinstellungen
Basierend auf den gängigsten Fragen rund um die Videoeinstellungen der Mavic 2 Pro:
Welche Bildraten bietet die Mavic 2 Pro in 4K?
In 4K-Auflösung können Sie mit 24, 25 oder 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Die Wahl hängt von Ihrem Verwendungszweck und der Region ab.
Kann die Mavic 2 Pro Zeitlupen aufnehmen?
Ja, die Mavic 2 Pro kann Zeitlupen aufnehmen, indem sie mit höheren Bildraten wie 48, 50 oder 60 fps filmt. Diese Optionen sind jedoch nur in 2.7K-Auflösung verfügbar.

Was ist der Unterschied zwischen dem FOV-Modus und dem HQ-Modus bei 4K?
Der FOV-Modus (Full Field of View) skaliert den Sensor herunter und bietet ein breiteres Sichtfeld von 75°. Der HQ-Modus (High Quality) schneidet das Zentrum des Sensors aus für potenziell bessere Qualität im Zentrum, resultiert aber in einem engeren Sichtfeld von 55°.
Sollte ich hohe Bildraten (48/50/60 fps) auch für normale Videos verwenden?
Es wird nicht empfohlen, hohe Bildraten für normale Echtzeit-Videos zu verwenden. Sie sind primär für die Erstellung von flüssigen Zeitlupen gedacht. Echtzeit-Wiedergabe von Material mit sehr hoher Bildrate wirkt oft unnatürlich glatt und ohne die gewohnte Bewegungsunschärfe.
Durch das Verständnis dieser Einstellungen können Sie gezielt den gewünschten Look für Ihre Luftaufnahmen mit der DJI Mavic 2 Pro erzielen, sei es ein kinoreifer Film, eine flüssige Fernsehproduktion oder eine beeindruckende Zeitlupe.
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