In der Welt der digitalen Fotografie von Nikon begegnet man schnell den Bezeichnungen DX und FX. Diese Kürzel stehen für die Größe des Kamerasensors und beeinflussen maßgeblich, wie Ihre Bilder aussehen und welche Eigenschaften die Kamera hat. Viele Fotografen, die mit einer DX-Kamera beginnen, stellen sich irgendwann die Frage: Lohnt sich ein Upgrade auf eine FX-Kamera? Um diese Frage beantworten zu können, ist es entscheidend, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser beiden Sensorformate zu verstehen.

Was bedeuten DX und FX bei Nikon?
DX und FX sind Nikons Bezeichnungen für zwei unterschiedliche Sensorgrößen. Das FX-Format bezieht sich auf den sogenannten Vollformatsensor, der eine Größe von 36 mm x 24 mm hat. Dies entspricht der Größe eines klassischen Kleinbildfilms und ist der Standard für Vollformatsensoren, unabhängig vom Hersteller. Nikons FX-Kameras, wie das Flaggschiff Z9 oder die beliebte D850 DSLR, nutzen diesen großen Sensor.
Das DX-Format hingegen verwendet einen kleineren Sensor mit den Maßen 23,5 mm x 15,7 mm. Diese Größe wird oft auch als APS-C bezeichnet, obwohl es bei anderen Herstellern leichte Abweichungen geben kann. Der DX-Sensor hat eine Fläche, die etwa 42,7 % der Fläche eines FX-Sensors entspricht. Das bedeutet, dass ein FX-Sensor theoretisch etwa 1,2 Blendenstufen mehr Licht sammeln kann als ein DX-Sensor bei gleicher Technologie. Nikon bietet sowohl spiegellose DX-Kameras wie die Z50, Zfc und Z30 als auch viele beliebte DX-DSLRs wie die leistungsstarke D500 an.
Historisch bedingt führte Nikon das kleinere DX-Format zuerst mit der Nikon D1 im Jahr 1999 ein, da kleinere Sensoren damals einfacher und kostengünstiger herzustellen waren als Vollformatsensoren. Obwohl kleinere Sensoren einige Nachteile haben, haben sich DX- oder APS-C-Sensoren bis heute behauptet. Viele Fotografen schätzen sie immer noch wegen der geringeren Kosten für Gehäuse und Objektive sowie ihrer oft höheren Pixeldichte im Vergleich zu günstigeren Vollformatkameras.
Vollformatsensoren kamen später in die digitale Welt. Nikon benötigte acht Jahre nach der D1, um seine erste FX-Kamera, die Nikon D3, herauszubringen. Heute dominieren Vollformatkameras den Markt bei den neu verfügbaren Modellen im oberen Segment, aber das bedeutet nicht, dass APS-C seinen Reiz verloren hat.
Blickwinkel und der Crop-Faktor
Einer der offensichtlichsten Unterschiede zwischen DX und FX ist der Einfluss auf den Blickwinkel eines Objektivs. Wenn Sie ein Bild mit einer Vollformatkamera und einem 35-mm-Objektiv aufnehmen und dieses Bild dann um etwa das 1,5-fache beschneiden, erhalten Sie den gleichen Bildausschnitt, als hätten Sie dasselbe 35-mm-Objektiv an einer DX-Kamera verwendet und vom selben Standpunkt aus fotografiert. Dieser Effekt ist als Crop-Faktor bekannt.
Der Crop-Faktor bei Nikon DX beträgt ungefähr 1,5x. Das bedeutet, dass ein Objektiv mit einer bestimmten Brennweite an einer DX-Kamera einen engeren Bildwinkel hat als an einer FX-Kamera. Ein 50-mm-Objektiv an einer DX-Kamera liefert beispielsweise einen Bildausschnitt, der dem eines 75-mm-Objektivs (50 mm * 1,5) an einer FX-Kamera entspricht. Dies wurde früher oft als Vorteil für Tierfotografen angesehen, da sie mit einer DX-Kamera mehr „Pixel auf dem Motiv“ erzielen konnten, da die meisten FX-Kameras eine geringere Pixeldichte hatten als DX-Kameras.
Heute gibt es jedoch viele Vollformatkameras mit hoher Pixeldichte. Die Nikon Z9 hat beispielsweise eine ähnliche Pixeldichte wie die D500, sodass die D500 in diesem speziellen Fall keinen zusätzlichen „Tele-Vorteil“ gegenüber der Z9 bietet.
Andererseits gilt: Während Sie ein Vollformatbild beschneiden können, um den Bildausschnitt einer DX-Kamera zu erreichen, können Sie ein DX-Bild nicht „ent-beschneiden“. Daher bieten Vollformatkameras mit demselben Objektiv einen größeren Bildwinkel als APS-C-Kameras. Dies ist besonders hilfreich für die Aufnahme sehr weitläufiger Szenen. Mit einer APS-C-Kamera ist es beispielsweise unmöglich, den extrem weiten Bildwinkel des Nikon 14-30mm f/4 S Objektivs in Kombination mit einer FX-Kamera wie der Z7 zu erzielen.
Der breitere Bildwinkel einer Vollformatkamera kann auch in der Tierfotografie hilfreich sein, selbst wenn Sie später auf DX-Niveau zuschneiden. Es erleichtert das Verfolgen von sich bewegenden Motiven wie Vögeln im Flug, da Sie mehr Platz im Sucher haben, insbesondere wenn Sie eine Festbrennweite verwenden und nicht herauszoomen können, um Ihr Motiv zu finden.
Lichtstärke, Rauschen und Dynamikumfang
Da ein FX-Sensor größer ist, kann er mehr Licht sammeln. Bedeutet dies, dass eine FX-Kamera in der Praxis bei schlechten Lichtverhältnissen immer besser abschneidet als eine DX-Kamera? Manchmal ja, manchmal nein.
In Situationen, in denen Sie näher an Ihr Motiv herangehen können und ansonsten dieselben Einstellungen verwenden, erzielen Sie mit einer FX-Kamera eine bessere Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen. Wenn Sie beispielsweise einen Vogel mit Ihrer DX D500 fotografieren und dann näher herangehen, um mit Ihrer Nikon Z6 die gleiche Bildkomposition zu erhalten, erhalten Sie etwa 1,2 Blendenstufen mehr Licht und somit eine bessere Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen. Ein direkter Vergleich zwischen der Nikon Z6 (FX) und der Nikon D500 (DX) mit identischen Belichtungen und demselben Objektiv, aber mit der Z6 näher am Motiv, zeigt deutlich weniger Rauschen im FX-Bild.
Allerdings ist es nicht immer praktisch, näher an Ihr Motiv heranzugehen. In Situationen, in denen dies möglich ist, z. B. beim Fotografieren von Porträts oder bei bestimmten Arten der Tierfotografie, kann eine Vollformatkamera einen Vorteil bieten.
Es gibt auch praktische Überlegungen. Wenn Ihr Budget begrenzt ist und Sie sich bei einer FX-Kamera nur ein Objektiv mit Blende f/1.8 leisten können, während Sie bei einer DX-Kamera ein Objektiv mit Blende f/1.4 finanzieren könnten, gibt es in diesem Fall keine Vorteile bei schlechten Lichtverhältnissen durch die FX-Kamera. Die Lichtstärke des Objektivs spielt eine ebenso wichtige Rolle.
FX-Sensoren verfügen in der Regel auch über einen größeren Dynamikumfang. Dies kann besonders in der Landschaftsfotografie hilfreich sein, wo der Kontrastumfang einer Szene enorm sein kann (z. B. heller Himmel und dunkler Vordergrund). Dies, kombiniert mit dem breiteren Bildwinkel, macht FX-Kameras oft zur bevorzugten Wahl für Landschaftsfotografen.
Man kann sagen, dass der größere FX-Sensor einige reale Vorteile bei schlechten Lichtverhältnissen bietet, vorausgesetzt, Sie können diese Vorteile nutzen. Allerdings hat sich die Leistung der Sensoren im Laufe der Zeit enorm verbessert, und die Rauschunterdrückungstechnologie wird immer besser. Daher benötigen nur wenige Fotografen wirklich das absolute Maximum an Rauschleistung, das FX bieten kann. Auch bei höheren ISO-Werten liefern moderne DX-Sensoren sehr gute Ergebnisse.
Auflösung und Megapixel
Da FX-Sensoren größer sind, können sie mehr Pixel aufnehmen. Die Nikon Z7II verfügt beispielsweise über 45,7 Megapixel (MP), was deutlich mehr ist als bei jedem DX-Sensor. In gewisser Weise bietet dies mehr Flexibilität, da es mehr Spielraum beim Zuschneiden und beim Drucken großer Formate ermöglicht. Dies ist jedoch nur dann wirklich relevant, wenn Sie sehr große Abzüge erstellen oder in Situationen wie der Tierfotografie stark zuschneiden müssen.
Wenn Sie aus irgendeinem Grund mehr Pixel benötigen, könnte eine hochauflösende FX-Kamera wie die Z9, D850 oder Z7II die richtige Wahl sein.
Kamera-Ökosystem und moderne Funktionen
In der Vergangenheit gab es Nikon FX- und DX-Kameras in allen Preisklassen, vom Einsteigermodell bis zum Profi, sodass die Sensorgröße selbst ein prominenteres Kriterium bei der Kaufentscheidung war. Mit den spiegellosen Kameras (Z-Bajonett) hat sich Nikon derzeit darauf konzentriert, seine fortschrittlichsten Funktionen vor allem in FX-Kameras anzubieten, während die DX-Kameras eher im Einsteiger- oder Hobbybereich angesiedelt sind.
Beispielsweise verfügen die meisten spiegellosen DX-Z-Kameras von Nikon nicht über einen eingebauten Bildstabilisator (IBIS). Obwohl Nikons DX-spezifische Z-Objektive meist über einen optischen Bildstabilisator (VR) verfügen, um bei längeren Belichtungszeiten zu helfen, haben viele der kürzeren FX-Z-Objektive keinen VR. Nikon hat derzeit auch nur eine spiegellose Kamera mit extrem hoher Leistung für anspruchsvollste Autofokus-Situationen, die Nikon Z9. Wenn Sie also eine extrem schnelle Kamera benötigen, müssen Sie derzeit zu einem FX-Modell greifen.
Allerdings ist das Nikon Z-System noch relativ jung, sodass in Zukunft weitere Optionen sowohl im FX- als auch im DX-Format zu erwarten sind.
DX vs FX: Vor- und Nachteile im Überblick
| Vorteile DX | Nachteile DX | Vorteile FX | Nachteile FX |
|---|---|---|---|
| Günstigeres Gehäuse | Mehr Rauschen bei schlechtem Licht in manchen Fällen | Bessere Leistung bei schlechtem Licht (unter Umständen) | Teurer, besonders bei hoher Pixeldichte |
| Günstigere Objektive | Geringerer Dynamikumfang | Größerer Dynamikumfang | Schwerer und größer |
| Gute Pixeldichte pro Euro | Weitwinkelobjektive sind nicht so weit | Nikon spiegellose FX-Gehäuse haben IBIS | Größere Dateigrößen |
| Kompakter und leichter | DX-spezifische Objektive decken den FX-Sensor nicht ab | Größerer Bildwinkel für Landschaftsfotografie |
Welches System passt zu Ihnen?
Wir haben gesehen, dass die FX- und DX-Sensoren und die entsprechenden Kameras unterschiedliche Vor- und Nachteile bieten. Wie können Sie sich also zwischen FX und DX entscheiden?
Wenn Sie eine spiegellose Z-Kamera suchen, macht es für die meisten Menschen Sinn, die Entscheidung von der Größe und den Kosten abhängig zu machen: Wählen Sie eine FX-Kamera, wenn Ihr Budget es zulässt und Sie die Größe nicht stört. Andernfalls ist eine DX-Kamera eine ausgezeichnete Wahl. Dies liegt daran, dass die aktuellen spiegellosen DX-Kameras von Nikon keine wirklich überzeugenden Funktionen bieten, die über die FX-Modelle hinausgehen, während die FX-Kameras einige ernsthafte Vorteile wie IBIS bieten.
Wenn Sie hingegen DSLRs in Betracht ziehen, bietet eine DX-Kamera wie die D500 bestimmte Vorteile gegenüber den meisten FX-DSLRs von Nikon: Sie ist schneller als die D850 und hat eine höhere Pixeldichte als die D5 oder D6. In diesem Fall konkurrieren DX- und FX-DSLRs eher auf Basis der Sensorgröße und spezifischer Leistungsmerkmale.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist Nikon FX oder Nikon DX besser?
Das hängt vom Fotografen und seinen Bedürfnissen ab. Bei DSLRs gibt es eine Vielzahl leistungsfähiger Kameras sowohl im FX- als auch im DX-Format, die jeweils ihre Stärken haben. Bei den spiegellosen Kameras sind Nikons FX-Modelle derzeit in Bezug auf Autofokus, Bildstabilisierung und andere Funktionen oft fortschrittlicher.
Funktionieren Nikons FX-Objektive an einer DX-Kamera?
Ja, Sie können jedes von Nikons FX-Objektiven an einer DX-Kamera verwenden. Wenn Sie ein FX-DSLR-Objektiv an einer spiegellosen Nikon-Kamera verwenden möchten, benötigen Sie den FTZ- oder FTZ II-Adapter.
Funktionieren Nikons DX-Objektive an einer FX-Kamera?
Ja, obwohl DX-Objektive meist nicht den gesamten Bildkreis des FX-Sensors abdecken. Wenn Sie ein DX-Objektiv an einer spiegellosen Z-Kamera verwenden, schaltet diese automatisch in einen Crop-Modus und beschneidet das Bild. Bei Nikon FX-DSLRs können Sie wählen, ob das Bild beschnitten werden soll, was nützlich ist, da einige DX-Objektive fast den gesamten Vollformatsensor abdecken.
Welche spiegellosen FX-Kameras gibt es von Nikon?
Aktuell hat Nikon folgende spiegellose FX-Kameras herausgebracht: Z9, Z8, Zf, Z6II, Z7II, Z6, Z7 und Z5.
Welche spiegellosen DX-Kameras gibt es von Nikon?
Nikon hat derzeit drei spiegellose DX-Kameras: die Z50, die Zfc und die Z30.
Wird Nikon eine spiegellose Version der D500 herausbringen?
Viele Fotografen hoffen das sehr, da die D500 eine extrem beliebte und leistungsstarke DX-DSLR ist. Bisher gibt es jedoch keine offizielle Ankündigung seitens Nikon.
Fazit
Obwohl sich Kamerasensoren seit Nikons ersten Digitalkameras enorm verbessert haben, gibt es immer noch wichtige Unterschiede zwischen FX- und DX-Sensoren. FX oder Vollformat bietet in bestimmten Situationen immer noch Vorteile bei schlechten Lichtverhältnissen und der sehr weite Bildwinkel, der mit Weitwinkelobjektiven möglich ist, ist für bestimmte Arten der Landschaftsfotografie wünschenswert.
Gleichzeitig sollten Sie DX-Kameras nicht ignorieren. Da sie kleiner und leichter sind, wären Kameras wie die Nikon Z50 für viele Arten der Fotografie hervorragend geeignet, ohne die höheren Kosten eines Vollformatsensors. Sie sind oft der perfekte Einstieg in das Nikon Z-System.
Vergessen Sie zu guter Letzt nicht, dass es für die Aufnahme beeindruckender Bilder nicht entscheidend ist, ob Sie mit DX oder FX fotografieren. Dinge wie Licht, Motiv, Emotion, Komposition und die Nachbearbeitungstechnik sind weitaus wichtiger, und darauf sollten Sie sich wirklich konzentrieren. Die beste Kamera ist die, die Sie dabei haben und die Ihnen ermöglicht, Ihre kreative Vision umzusetzen.
Ich hoffe, Sie haben jetzt ein besseres Verständnis für den Unterschied zwischen DX- und FX-Sensoren. Lassen Sie mich gerne wissen, wenn Sie weitere Fragen haben!
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