Die Welt der Fotografie ist ständig in Bewegung, und das gilt auch für die Kameras von Olympus, die nun unter dem Namen OM System weitergeführt werden. Eine der aufregendsten Ankündigungen der letzten Zeit betrifft eine Funktionalität, die durch die globale Verschiebung hin zu digitalen Meetings immer wichtiger geworden ist: die Möglichkeit, hochwertige Systemkameras als Webcam zu nutzen. Lange gefordert von der Nutzergemeinde, hat Olympus (oder besser gesagt, die dahinterstehende OM Digital Solutions GmbH) nun reagiert und eine Lösung für die OM-D Serie präsentiert.

In Zeiten, in denen Videokonferenzen zum Alltag gehören, ist die Qualität des Bildes entscheidend. Standard-Webcams, oft in Laptops integriert, liefern selten die Schärfe, Detailtiefe und das ansprechende Bokeh, das eine Kamera mit einem größeren Sensor und einem guten Objektiv erzeugen kann. Hier setzt die neue Entwicklung an: Sie erlaubt es Besitzern bestimmter OM-D Modelle, ihre leistungsfähige Fotokamera in eine überlegene Webcam für Videokonferenzen zu verwandeln.
Die OM-D als hochwertige Webcam: So geht's
Dank einer speziell entwickelten, kostenlosen Software ist es nun möglich, ausgewählte Kameras der OM-D Serie für Videokonferenzen am Computer zu nutzen. Der Prozess ist erfreulich unkompliziert gestaltet, auch wenn sich die Software zum Zeitpunkt der Ankündigung noch im BETA-Status befand.
Um Ihre kompatible OM-D Kamera als Webcam einzurichten, sind nur wenige Schritte nötig:
- Laden Sie die kostenlose Software von der offiziellen Olympus-Website (oder zukünftig der OM System-Website) herunter.
- Installieren Sie die Software auf Ihrem Windows-PC.
- Verbinden Sie Ihre OM-D Kamera über ein USB-Kabel mit Ihrem Computer.
- Aktivieren Sie an der Kamera selbst den sogenannten „Tethered Modus“. Dieser Modus ermöglicht die Steuerung und Datenübertragung zwischen Kamera und PC.
- Starten Sie Ihre bevorzugte Videokonferenz-Anwendung.
- Wählen Sie in den Einstellungen der Videokonferenz-App bei der Auswahl der zu verwendenden Kamera die Option „OM-D Webcam BETA“ aus.
Sobald diese Schritte abgeschlossen sind, wird das Live-Bild Ihrer OM-D Kamera direkt in die Videokonferenz übertragen. Dies ermöglicht eine deutlich höhere Bildqualität im Vergleich zu den meisten integrierten oder einfachen externen Webcams. Sie können die Vorteile Ihres hochwertigen Objektivs und des größeren Sensors voll ausspielen.
Welche OM-D Modelle werden unterstützt?
Zum Start der BETA-Phase wurde die Kompatibilität für eine Reihe von beliebten OM-D Kameras bestätigt. Dazu gehören:
- Olympus OM-D E-M1X
- Olympus OM-D E-M1
- Olympus OM-D E-M1 Mark II
- Olympus OM-D E-M1 Mark III
- Olympus OM-D E-M5 Mark II
Besitzer dieser Modelle können die neue Funktionalität sofort nutzen, sofern sie über ein unterstütztes Betriebssystem verfügen.
Wichtige Hinweise und Einschränkungen der BETA-Software
Es ist wichtig zu betonen, dass die Software zum Zeitpunkt der Ankündigung noch im BETA-Stadium war. Dies bedeutet, dass es sich um eine Vorabversion handelt, die möglicherweise noch nicht alle Funktionen bietet oder kleinere Fehler enthalten kann. Nutzer werden gebeten, dies zu berücksichtigen.
Eine wesentliche Einschränkung zum Start war die Unterstützung des Betriebssystems: Die Software war zunächst nur für Windows verfügbar. Es gab jedoch die Hoffnung und den Wunsch, dass eine Version für macOS möglichst schnell nachgereicht wird. Ob dies bereits geschehen ist, müsste aktuell geprüft werden, aber die anfängliche Beschränkung auf Windows war ein wichtiger Punkt.
Bedauerlicherweise wird die Olympus OM-D E-M5 Mark III zum Start nicht unterstützt. Laut den Informationen liegt dies an der verbauten Hardware, die diese Funktion offenbar nicht in der benötigten Weise ermöglicht. Dies ist sicherlich enttäuschend für Besitzer dieses Modells, unterstreicht aber, dass nicht jede Kameraarchitektur für eine solche Nutzung ausgelegt ist.
Ein weiterer praktischer Aspekt, der bei der Nutzung einer Systemkamera als Webcam bedacht werden muss, ist die Stromversorgung. Kameras im Tethered Modus, die über Stunden ein Live-Bild liefern, verbrauchen relativ viel Strom. Es ist ratsam zu prüfen, ob die Kamera während des Betriebs über USB geladen wird oder ob eine externe Stromversorgung (falls verfügbar) oder ein regelmäßiger Akkuwechsel nötig ist, um sicherzustellen, dass die Kamera während wichtiger Meetings nicht plötzlich abschaltet.
Mehr als nur Webcam: Weitere Neuigkeiten von (ehemals) Olympus
Die Ankündigung des Webcam-Treibers war nicht die einzige spannende Neuigkeit. Der Newsletter enthielt weitere Informationen zur Zukunft des Systems, insbesondere in Bezug auf Objektive und Firmware-Updates, die zeigen, dass die Entwicklung weitergeht.
Objektiv-Roadmap: Spannende Neuzugänge erwartet
Die M.Zuiko PRO Objektivreihe, bekannt für ihre hohe Abbildungsleistung und robuste Bauweise, sollte Zuwachs bekommen. Für den Winter 2020 war die Markteinführung eines mit Spannung erwarteten Telezoom-Objektivs geplant: das M.Zuiko Digital ED 150-400mm F4.5 TC 1.25x IS PRO. Dieses Objektiv zeichnet sich durch seinen integrierten 1.25x Telekonverter aus, der den Brennweitenbereich erweitert, ohne dass ein externer Konverter angesetzt werden muss – ideal für Sport- und Tierfotografie.
Darüber hinaus wurden der Objektiv-Roadmap zwei weitere interessante Optiken hinzugefügt:
- Ein Weitwinkelzoom: das M.Zuiko Digital ED 8-25mm F4.0 PRO. Ein vielseitiger Brennweitenbereich für Landschafts-, Architektur- und Reisefotografie.
- Ein Makro-Objektiv: ein M.Zuiko PRO Objektiv mit 100mm Brennweite und einer Lichtstärke von f2.8. Eine willkommene Ergänzung für Makrofotografen, die Details in der Natur oder anderen kleinen Motiven festhalten möchten.
Diese Erweiterungen der PRO-Serie unterstreichen das Engagement für hochwertige Optiken innerhalb des Systems.
Intelligente Vogelerkennung durch Firmware-Update
Speziell für die Olympus OM-D E-M1X, ein Flaggschiff-Modell mit Fokus auf Geschwindigkeit und professionelle Features, wurde ein Firmware-Update angekündigt. Dieses Update sollte die intelligente Objekterkennung der Kamera erweitern und eine spezielle Vogelerkennung hinzufügen. Diese Funktion verspricht, die Vogelfotografie erheblich zu erleichtern, indem der Autofokus Vögel schnell und zuverlässig erkennen und verfolgen kann, selbst bei komplexen Flugmanövern.
Die Veröffentlichung dieser Firmware war ebenfalls für die Wintersaison 2020 geplant und zeigte, dass Olympus (bzw. OMDS) weiterhin in die Verbesserung der bestehenden Kameramodelle investierte.
Die Zukunft ist OM System
Eine der bedeutendsten Veränderungen, die im besagten Zeitraum stattfand, war die offizielle Trennung von Olympus Corporation und ihrer Kamerasparte. Diese Sparte wurde an die neu gegründete OM Digital Solutions GmbH (OMDS) verkauft. Dies ist ein entscheidender Schritt für die Marke und ihre Zukunft.

Ab sofort werden neu entwickelte Produkte nicht mehr den Namen Olympus tragen, sondern unter dem Namen OM System auf den Markt kommen. Dies signalisiert den Beginn einer neuen Ära, auch wenn der Name Olympus noch auf bestehenden Produkten und in der Kommunikation präsent sein wird, da alle bereits verkauften oder produzierten Geräte ihren ursprünglichen Namen behalten.
Es wird erwartet, dass OMDS die etablierten und beliebten Submarken wie M.Zuiko, Pen und OM-D weiterführen wird, da sie eng mit der Identität des Systems verbunden sind.
Erste Produkte unter dem neuen Namen: Das OM System M.Zuiko 1,4/20 mm Pro
Das erste Produkt, das unter dem neuen Markennamen OM System in den Handel kam, war das OM System M.Zuiko 1,4/20 mm Pro Objektiv. Dieses Objektiv stellt einen Neuanfang unter dem neuen Dach dar und wurde Ende November (des relevanten Jahres) zu einem Preis von 700 Euro erwartet.
Mit einer Brennweite von 20 mm auf dem Micro Four Thirds (MFT) Format entspricht dies einer klassischen Reportage-Brennweite von 40 mm im Kleinbildformat. Es ist ein vielseitiges Objektiv für eine breite Palette von Anwendungen, von Street Photography bis hin zu Porträts.
Die Spezifikationen des Objektivs:
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Gerät | OM System M.Zuiko 1,4/20mm Pro |
| Format | MFT (Micro Four Thirds) |
| Linsen/Gruppen | 11 Linsen in 10 Gruppen |
| Naheinstellgrenze | 0,25 m |
| Bildwinkel | 57° |
| Filterdurchmesser | 58 mm |
| Fokussierung | Autofokus |
| Bildstabilisator | Nicht im Objektiv (Kameragebunden) |
| Durchmesser x Länge | 63 mm x 62 mm |
| Gewicht | 247 g |
| Anschlüsse | MFT |
| Preis (Einführung) | 700 Euro |
Das Objektiv zeichnet sich durch kompakte Abmessungen und ein geringes Gewicht aus, was es zu einem idealen Begleiter macht. Die Fassung ist abgedichtet und bis -10°C frostsicher, und die Frontlinse verfügt über eine Fluorbeschichtung, die das Reinigen erleichtert. OM System verspricht eine hohe Abbildungsqualität über das gesamte Bildfeld sowie ein harmonisches Bokeh.
Ausblick auf die erste OM System Kamera
OM Digital Solutions hat auch die Entwicklung der ersten Kamera unter der Marke OM System offiziell bestätigt. Obwohl konkrete Details noch nicht vollständig enthüllt wurden, gibt es Hinweise darauf, dass es sich um ein Modell handeln könnte, das auf dem neuen Sony-Sensor im MFT-Format mit 20 Megapixeln und Stacked-Bauweise basiert.
Die Stacked-Sensor-Technologie ist besonders interessant, da sie eine sehr hohe Auslesegeschwindigkeit des Sensors ermöglicht. Dies ist entscheidend für einen schnellen und präzisen Autofokus, insbesondere bei der Verfolgung schneller Motive wie Vögel im Flug – ein Bereich, der zu den zentralen Themen von OMDS wie Natur-, Outdoor- und Tierfotografie passt. Eine hohe Auslesegeschwindigkeit kann auch Vorteile für Serienbildgeschwindigkeiten und das Potenzial, komplett auf einen mechanischen Verschluss zu verzichten, mit sich bringen, ähnlich wie bei einigen aktuellen spiegellosen Kameras anderer Hersteller.
Diese Ankündigung lässt auf eine leistungsstarke neue Kamera hoffen, die die Stärken des MFT-Systems in Bereichen wie Mobilität und Telefotografie weiter ausspielen wird.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Olympus OM-D Kameras können als Webcam genutzt werden?
Derzeit werden die Modelle E-M1X, E-M1, E-M1 Mark II, E-M1 Mark III und E-M5 Mark II unterstützt.
Ist die Webcam-Software kostenlos?
Ja, die Software wird kostenlos von der Website des Herstellers zum Download angeboten.
Funktioniert die Software auch auf Mac (macOS)?
Zum Zeitpunkt der Ankündigung befand sich die Software im BETA-Status und war nur für Windows verfügbar. Eine Mac-Version wurde erhofft, es ist ratsam, den aktuellen Stand auf der offiziellen Website zu prüfen.
Warum wird die E-M5 Mark III nicht unterstützt?
Laut Herstellerangaben gibt die verbaute Hardware der E-M5 Mark III die benötigte Funktionalität für die Webcam-Nutzung nicht her.
Was bedeutet die Umstellung auf OM System?
Die Kamerasparte von Olympus wurde an die neu gegründete OM Digital Solutions GmbH verkauft. Neue Produkte werden nun unter dem Namen OM System auf den Markt gebracht, während bestehende Produkte weiterhin den Namen Olympus tragen.
Fazit
Die Möglichkeit, Olympus OM-D Kameras als hochwertige Webcams zu nutzen, ist eine willkommene und praktische Entwicklung, die den Wert dieser Kameras im Alltag steigert. Die einfache Einrichtung per Software macht den Einstieg leicht. Gleichzeitig zeigen die Ankündigungen neuer M.Zuiko PRO Objektive, wichtiger Firmware-Updates und die Bestätigung der ersten Produkte unter dem neuen Namen OM System, dass die Entwicklung im Micro Four Thirds System lebendig ist. Die Zukunft unter OM Digital Solutions verspricht weiterhin Innovationen, insbesondere mit dem Fokus auf Stärken wie Mobilität und Leistungsfähigkeit in Bereichen wie Natur- und Tierfotografie, untermauert durch Technologien wie Stacked-Sensoren.
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