Ja, in Adobe Photoshop gibt es tatsächlich ein Radiergummi-Werkzeug. Es ist eines der grundlegenden Werkzeuge in der Toolbox und dient, wie der Name schon sagt, dazu, Pixel aus einem Bild zu entfernen. Obwohl es auf den ersten Blick simpel erscheint, birgt der Radiergummi verschiedene Modi und Optionen, die ihn zu einem vielseitigen, wenn auch manchmal destruktiven Werkzeug machen.
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Das Hauptziel des Radiergummis ist es, Bildinformationen unwiderruflich zu löschen. Wenn Sie auf einer normalen Ebene (nicht der Hintergrundebene, die in ein Objekt umgewandelt wurde) radieren, werden die gelöschten Bereiche transparent. Auf der standardmäßigen Hintergrundebene werden gelöschte Bereiche mit der aktuellen Hintergrundfarbe gefüllt. Das Verständnis dieses Unterschieds ist entscheidend für die effektive Nutzung des Werkzeugs.

Das Radiergummi-Werkzeug finden und auswählen
Das Radiergummi-Werkzeug befindet sich in der Werkzeugleiste von Photoshop. Sein Symbol sieht aus wie ein klassischer Radiergummi. Es teilt sich oft einen Platz in der Werkzeugleiste mit zwei anderen verwandten Werkzeugen: dem Hintergrund-Radiergummi-Werkzeug und dem Zauber-Radiergummi-Werkzeug. Um zwischen diesen Werkzeugen zu wechseln, klicken und halten Sie das Radiergummi-Symbol in der Werkzeugleiste gedrückt.
Der Tastaturbefehl für das Radiergummi-Werkzeug ist der Buchstabe E. Wenn Sie mehrmals E drücken, wechseln Sie zwischen den drei Radiergummi-Werkzeugen, falls sie in der Werkzeugleiste gruppiert sind.
Einstellungen des Standard-Radiergummi-Werkzeugs
Sobald Sie das Standard-Radiergummi-Werkzeug ausgewählt haben, erscheint in der Optionsleiste am oberen Bildschirmrand eine Reihe von Einstellungen, mit denen Sie das Verhalten des Werkzeugs anpassen können. Diese Einstellungen sind entscheidend, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.
Pinselspitze: Größe und Härte
Wie viele andere Pinsel-basierte Werkzeuge in Photoshop verwendet auch der Radiergummi eine Pinselspitze. Die wichtigsten Einstellungen für die Pinselspitze sind:
- Größe: Bestimmt den Durchmesser des Bereichs, der gelöscht wird. Sie können die Größe über das Dropdown-Menü in der Optionsleiste, durch Eingabe eines Wertes oder am schnellsten mit den Tastaturkürzeln
[(kleiner) und](größer) ändern. - Härte: Legt fest, wie scharf oder weich die Kante des radierten Bereichs ist. Ein Wert von 100% erzeugt eine sehr scharfe Kante, während 0% eine sehr weiche, ausgefranste Kante erzeugt, bei der die Pixel am Rand allmählich transparenter werden. Dies ist besonders nützlich, um harte Übergänge zu vermeiden oder umgekehrt, um präzise, klare Bereiche zu löschen.
Über das Pinselspitzen-Dropdown-Menü können Sie auch andere Pinsel-Einstellungen wie Form, Abstand oder Dynamik anpassen, ähnlich wie bei den Malwerkzeugen. In den meisten Fällen sind jedoch Größe und Härte die am häufigsten verwendeten Einstellungen.
Deckkraft und Fluss
Diese beiden Einstellungen beeinflussen, wie stark der Radiergummi bei jedem Strich oder Klick wirkt:
- Deckkraft (Opacity): Bestimmt die maximale Transparenz, die bei einem Strich erreicht wird. Wenn die Deckkraft auf 100% eingestellt ist, werden alle Pixel unter dem Pinsel bei einem einzigen Strich vollständig entfernt (vorausgesetzt, der Fluss ist ebenfalls 100% oder Sie klicken nur einmal). Bei 50% Deckkraft wird jeder Strich nur die Hälfte der Pixel entfernen, sodass Sie mehrmals über dieselbe Stelle gehen müssen, um sie vollständig zu löschen.
- Fluss (Flow): Bestimmt die Rate, mit der die Deckkraft angewendet wird, während Sie die Maustaste gedrückt halten und den Pinsel bewegen. Bei 100% Fluss wird die volle Deckkraft sofort angewendet. Bei einem niedrigeren Fluss (z. B. 10%) wird die Deckkraft langsam aufgebaut, während Sie den Pinsel bewegen. Dies ermöglicht ein sanfteres, schrittweises Löschen, ähnlich wie bei einem Airbrush. Ein niedriger Fluss in Kombination mit hoher Deckkraft bedeutet, dass ein schneller Strich weniger löscht als ein langsamer Strich über dieselbe Strecke.
Der Unterschied zwischen Deckkraft und Fluss kann am Anfang verwirrend sein. Stellen Sie sich Deckkraft als die maximale "Stärke" des Radiergummis für einen *ganzen* Strich vor und Fluss als die "Geschwindigkeit", mit der diese Stärke *während* des Strichs angewendet wird.
Modus: Pinsel, Bleistift und Block
Das Standard-Radiergummi-Werkzeug hat drei Modi, die sein Verhalten grundlegend verändern:
- Pinsel (Brush): Dies ist der Standardmodus. Er verwendet die ausgewählte Pinselspitze mit einstellbarer Härte, Deckkraft und Fluss. Er ist der flexibelste Modus für die meisten Aufgaben.
- Bleistift (Pencil): Dieser Modus simuliert einen Bleistiftradierer. Er radiert immer mit harten Kanten (Härte 100%), unabhängig von der Pinselspitzen-Einstellung. Deckkraft und Fluss funktionieren weiterhin. Dieser Modus ist gut für präzises Löschen mit klaren Kanten.
- Block (Block): Dieser Modus simuliert einen quadratischen, pixelgenauen Radiergummi, ähnlich dem Radiergummi in sehr alten Bildbearbeitungsprogrammen. Die Größe wird in Pixeln festgelegt, aber es gibt keine Einstellmöglichkeiten für Härte, Deckkraft oder Fluss (diese sind effektiv auf 100% gesetzt). Er ist nützlich für das Entfernen einzelner Pixel oder kleiner, pixelbasierter Details, bietet aber keine weichen Übergänge.
Der Modus "Pinsel" ist in den meisten Fällen die beste Wahl, da er die größte Kontrolle über das Ergebnis bietet.
Weitere Radiergummi-Werkzeuge in Photoshop
Wie bereits erwähnt, gibt es in Photoshop noch zwei weitere Radiergummi-Werkzeuge, die für spezifischere Aufgaben konzipiert sind:
Der Hintergrund-Radiergummi
Dieses Werkzeug (oft als BG Eraser bezeichnet) ist darauf ausgelegt, den Hintergrund einer Aufnahme zu entfernen und dabei die Kanten von Vordergrundobjekten zu erhalten. Es funktioniert, indem es Pixel löscht, die innerhalb einer bestimmten Farbtoleranz des Farbmusters liegen, das Sie zuerst anklicken (dem sogenannten "Hot Spot" oder "Aufnahmepunkt").
Wichtige Einstellungen für den Hintergrund-Radiergummi:
- Aufnehmen (Sampling): Bestimmt, wie der Radiergummi die zu löschende Farbe aufnimmt. Optionen sind: Einmal (nimmt die Farbe beim ersten Klick auf und löscht nur diese), Kontinuierlich (nimmt die Farbe kontinuierlich auf, während Sie ziehen, nützlich für Farbverläufe), Hintergrundmuster (löscht die aktuelle Hintergrundfarbe aus der Werkzeugleiste).
- Begrenzungen (Limits): Steuert, wie aggressiv das Werkzeug radiert. Optionen sind: Nicht-benachbart (löscht alle Pixel im Pinselbereich, die der Aufnahmefarbe entsprechen), Benachbart (löscht nur Pixel, die der Aufnahmefarbe entsprechen und aneinandergrenzen), Kanten suchen (versucht, Kanten zu erkennen und nicht über sie hinauszuradieren, oft die beste Wahl).
- Toleranz (Tolerance): Legt fest, wie ähnlich ein Pixel der Aufnahmefarbe sein muss, um gelöscht zu werden. Ein niedriger Wert löscht nur Farben, die fast identisch sind; ein hoher Wert löscht eine größere Bandbreite ähnlicher Farben.
Der Hintergrund-Radiergummi ist sehr nützlich, um Objekte von komplexen Hintergründen zu isolieren, erfordert aber oft etwas Übung, um die richtigen Einstellungen zu finden.
Der Zauber-Radiergummi
Der Zauber-Radiergummi ist dem Zauberstab-Werkzeug (Magic Wand) sehr ähnlich, aber anstatt eine Auswahl zu erstellen, löscht er Pixel. Ein Klick auf einen Bereich im Bild löscht alle benachbarten Pixel, die innerhalb einer bestimmten Farbtoleranz liegen.
Wichtige Einstellungen für den Zauber-Radiergummi:
- Toleranz (Tolerance): Wie beim Zauberstab und Hintergrund-Radiergummi bestimmt dies die Bandbreite der Farben, die gelöscht werden.
- Glätten (Anti-alias): Glättet die Kanten des radierten Bereichs, um Treppeneffekte zu vermeiden.
- Benachbart (Contiguous): Wenn aktiviert, löscht das Werkzeug nur Pixel, die der Klickfarbe entsprechen und direkt an den Klickpunkt angrenzen. Wenn deaktiviert, werden alle Pixel im gesamten Bild gelöscht, die der Klickfarbe entsprechen, unabhängig davon, wo sie sich befinden.
- Deckkraft (Opacity): Bestimmt die Transparenz des radierten Bereichs (funktioniert wie beim Standard-Radiergummi).
Der Zauber-Radiergummi ist am effektivsten bei Bildern mit großen Bereichen einheitlicher Farbe, wie z. B. Logos oder Grafiken mit flachen Hintergründen.
Radiergummi vs. Nicht-Destruktive Methoden
Obwohl der Radiergummi ein mächtiges Werkzeug ist, ist es wichtig zu verstehen, dass er destruktiv arbeitet. Das bedeutet, dass die Pixel, die Sie löschen, unwiderruflich entfernt werden. Sobald Sie Ihre Arbeit speichern und schließen, können Sie die gelöschten Pixel nicht wiederherstellen, es sei denn, Sie verwenden die Verlaufs-Palette oder die Funktion "Zurück zur letzten Version".
In der professionellen Bildbearbeitung werden oft Ebenenmasken bevorzugt. Eine Ebenenmaske ermöglicht es Ihnen, Teile einer Ebene auszublenden, anstatt sie zu löschen. Sie können jederzeit zurückgehen und die Maske bearbeiten, um Bereiche wieder einzublenden oder weiter auszublenden. Dies bietet viel mehr Flexibilität und ist ein zentrales Konzept im nicht-destruktiven Workflow von Photoshop.
Wann sollten Sie den Radiergummi verwenden?
- Für einfache, schnelle Korrekturen, bei denen Sie sicher sind, dass Sie die Pixel nicht wieder benötigen.
- Wenn Sie absichtlich Pixel permanent entfernen möchten, vielleicht als Teil eines Effekts.
- Als schnelle Methode, um auf einer Duplikat-Ebene zu arbeiten, bevor Sie sich für eine endgültige Version entscheiden.
- Wenn Sie mit sehr einfachen, pixelbasierten Grafiken arbeiten, bei denen Masken übertrieben wären.
In den meisten komplexeren Bildbearbeitungsaufgaben, insbesondere bei der Retusche oder Freistellung von Objekten, sind Ebenenmasken oder andere nicht-destruktive Techniken wie Smart Objects oder Einstellungsebenen die bessere Wahl.
Tipps und Tricks für die Arbeit mit dem Radiergummi
- Gerade Linien radieren: Klicken Sie einmal, lassen Sie die Maustaste los, halten Sie die Umschalttaste (Shift) gedrückt und klicken Sie an einer anderen Stelle. Photoshop radiert eine gerade Linie zwischen den beiden Punkten.
- Radieren zum Verlauf: In der Optionsleiste gibt es eine Option "Zum Verlauf radieren". Wenn diese aktiviert ist, radiert das Werkzeug die Pixel nicht transparent oder mit der Hintergrundfarbe, sondern stellt den Zustand des Bildes wieder her, der in der Verlaufs-Palette ausgewählt ist. Dies ist ein sehr mächtiges Werkzeug, um selektiv zum Ausgangszustand zurückzukehren. Aktivieren Sie dazu die Option und wählen Sie in der Verlaufs-Palette den gewünschten Zustand (z. B. den Zustand beim Öffnen des Bildes) aus, indem Sie auf das Kästchen links neben dem Zustand klicken, bis dort ein Pinsel-Symbol erscheint.
- Arbeiten auf verschiedenen Ebenentypen: Der Radiergummi funktioniert am besten auf Pixel-Ebenen. Auf Formebenen oder Textebenen müssen Sie die Ebene zunächst rastern (Ebene > Rastern > Form/Text), bevor Sie darauf radieren können. Beachten Sie, dass dies die Ebene in eine Pixel-Ebene umwandelt und die Vektorinformationen verloren gehen.
Vergleich der Radiergummi-Werkzeuge
Hier ist ein kurzer Vergleich der drei Radiergummi-Werkzeuge in Photoshop:
| Werkzeug | Hauptfunktion | Funktionsweise | Haupt-Einstellungen | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| Standard-Radiergummi | Allgemeines Löschen von Pixeln | Radiert wie ein Pinsel, Bleistift oder Block | Größe, Härte, Deckkraft, Fluss, Modus | Schnelle Korrekturen, manuelle Freistellung, Effekte |
| Hintergrund-Radiergummi | Entfernen von Hintergrundfarben | Löscht Pixel basierend auf einem Farbmuster und Toleranz | Aufnehmen, Begrenzungen, Toleranz | Freistellen von Objekten von komplexen Hintergründen |
| Zauber-Radiergummi | Löschen von zusammenhängenden Farbbereichen | Löscht ähnliche Pixel mit einem Klick | Toleranz, Glätten, Benachbart, Deckkraft | Freistellen von Objekten mit einfarbigem Hintergrund |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum radiert mein Radiergummi nicht transparent?
Wenn Sie auf der ursprünglichen Hintergrundebene arbeiten, ersetzt der Radiergummi die Pixel durch die aktuelle Hintergrundfarbe (standardmäßig Weiß, kann aber geändert werden). Um transparent zu radieren, müssen Sie die Hintergrundebene in eine normale Ebene umwandeln, indem Sie auf das Schloss-Symbol in der Ebenen-Palette klicken, oder auf einer neuen, leeren Ebene arbeiten.
Kann ich mit dem Radiergummi nur einen Teil transparent machen?
Ja, indem Sie die Einstellungen für Deckkraft (Opacity) und/oder Fluss (Flow) in der Optionsleiste reduzieren. Bei einer Deckkraft von 50% wird ein einziger Strich den Bereich nur halb transparent machen. Sie müssen mehrmals darübergehen, um die volle Transparenz zu erreichen.
Was ist der Hauptunterschied zwischen dem Radiergummi und einer Ebenenmaske?
Der Radiergummi löscht Pixel destruktiv und permanent. Eine Ebenenmaske blendet Pixel nicht-destruktiv aus. Mit einer Maske können Sie ausgeblendete Bereiche jederzeit wieder einblenden oder die Maske weiter bearbeiten, was mit dem Radiergummi nicht möglich ist, sobald die Aktion im Verlauf überschrieben wurde oder das Dokument gespeichert und geschlossen wurde.
Kann ich eine Textebene oder Formebene radieren?
Nicht direkt. Textebenen und Formebenen sind Vektor-basiert. Um sie mit dem Radiergummi zu bearbeiten, müssen Sie sie zuerst in eine Pixel-Ebene umwandeln (rastern). Rechtsklicken Sie auf die Ebene und wählen Sie "Ebene rastern" oder gehen Sie über das Menü Ebene > Rastern.
Wie kann ich zum ursprünglichen Bild zurückradieren?
Verwenden Sie die Option "Zum Verlauf radieren". Stellen Sie in der Verlaufs-Palette sicher, dass der gewünschte Zustand (z. B. der Zustand beim Öffnen des Bildes) mit dem Pinsel-Symbol markiert ist, und aktivieren Sie dann die Option in der Optionsleiste des Radiergummis. Nun radiert der Radiergummi den ausgewählten Verlaufszustand zurück ins Bild.
Fazit
Der Radiergummi ist ein wichtiges Werkzeug in Adobe Photoshop, das zum Entfernen von Pixeln dient. Es gibt drei Varianten: den Standard-Radiergummi für allgemeine Aufgaben mit einstellbarer Pinselspitze, Deckkraft und Fluss; den Hintergrund-Radiergummi für das Freistellen von Objekten von Hintergründen; und den Zauber-Radiergummi für das schnelle Entfernen zusammenhängender Farbbereiche. Während der Radiergummi für einfache oder spezifische destruktive Aufgaben nützlich ist, ist es für die meisten komplexen und flexiblen Bildbearbeitungs-Workflows ratsam, nicht-destruktive Methoden wie Ebenenmasken zu bevorzugen. Das Verständnis, wann und wie Sie die verschiedenen Radiergummi-Werkzeuge und ihre Einstellungen (wie Größe, Härte, Deckkraft, Fluss, Toleranz, Aufnehmen, Begrenzungen und Modus) einsetzen, ermöglicht Ihnen präzisere und effektivere Bearbeitungen in Photoshop. Denken Sie daran, dass das Löschen mit dem Radiergummi in den meisten Fällen destruktiv ist – einmal weg, für immer weg (vom aktuellen Bearbeitungsstand aus gesehen).
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