Das Drucken von Bildern aus Programmen wie Photoshop CS6 und den neueren CC-Versionen kann eine Herausforderung sein, insbesondere wenn es um die Farbwiedergabe geht. Ziel dieses Artikels ist es, dir zu helfen, deine Bilder mit korrektem Farbmanagement zu drucken. Die Prinzipien des Farbmanagements beim Drucken haben sich seit CS6 kaum verändert, was zeigt, wie ausgereift und effektiv das System ist. Die hier beschriebenen Konzepte gelten größtenteils auch für andere Bildbearbeitungs- und Designprogramme, sofern diese Anwendungs-Farbmanagement unterstützen. Wir konzentrieren uns hier auf das Drucken von RGB-Bildern mit Tintenstrahldruckern und nicht auf CMYK-Bilder für den kommerziellen Druck.

Warum Farbmanagement beim Drucken so wichtig ist
Um vorhersehbare und genaue Farbergebnisse zu erzielen, ist Farbmanagement unerlässlich. Es stellt sicher, dass die Farben, die du auf deinem Monitor siehst, so nah wie möglich an die Farben herankommen, die dein Drucker auf einem bestimmten Papier ausgeben kann. Es gibt verschiedene Ebenen, auf denen Farbmanagement angewendet werden kann: in der Anwendung (Photoshop), im Druckertreiber oder auf Betriebssystemebene. Es ist generell vorzuziehen, das Farbmanagement in der Anwendung durchzuführen, da dies die größte Kontrolle über Druckerprofile und Rendering Intents ermöglicht. Farbmanagement auf Betriebssystemebene oder im Druckertreiber sollte vermieden werden, wenn die Anwendung die Kontrolle übernimmt.

Der Druckdialog in Photoshop (Datei > Drucken)
Wir sprechen hier über das Hauptmenü „Drucken“, nicht über die Option „Eine Kopie drucken“, die nicht empfohlen wird. Du findest das Druckmenü unter „Datei“ > „Drucken“.
Grundlegende Einstellungen im Druckdialog
Bevor du dich den Farbmanagement-Optionen widmest, überprüfe einige grundlegende Einstellungen:
- Drucker: Stelle sicher, dass der richtige Drucker ausgewählt ist. Falls nicht, ändere ihn hier.
- Papierausrichtung: Wähle die korrekte Ausrichtung (Hoch- oder Querformat) für dein Papier mit dem entsprechenden Symbol. Die Vorschau des Bildes wird dies korrekt anzeigen.
- Druckeinstellungen: Diese sollten wahrscheinlich NACH den Farbmanagement-Einstellungen überprüft werden. Wir kommen später darauf zurück.
Die Farbmanagement-Sektion
Möglicherweise musst du auf einen kleinen Pfeil klicken, um dieses Menü zu erweitern. Hier findest du die kritischen Einstellungen für die Farbausgabe:
Dokumentprofil (Source Profile)
Hier wird das Quellprofil des Bildes angezeigt. Typischerweise ist dies Adobe RGB, sRGB oder ProPhoto RGB. Überprüfe dies, um zu bestätigen, dass sich das Bild im richtigen Farbraum befindet. Du kannst das Quellprofil hier nicht ändern; dafür musst du das Druckmenü verlassen und die entsprechende Funktion in Photoshop nutzen (z. B. „Profil zuweisen“ oder „In Profil konvertieren“). Beachte, dass dies der Farbraum des BILDES ist und NICHT das Druckerprofil.
Farbhandhabung (Color Handling)
Diese Einstellung ist äußerst wichtig, da sie festlegt, wo das Farbmanagement angewendet wird:
Photoshop Verwaltet Farben (Photoshop Manages Colors)
Dies ist der Modus, der von den meisten erfahrenen Anwendern verwendet wird und der normale Weg zum Drucken mit benutzerdefinierten Druckerprofilen. Dieser Modus wird auch als 'Application Colour Management' bezeichnet. Er erfordert, dass du Zugriff auf die Profile deines Druckers hast und weißt, welches Profil das richtige für deinen Drucker und dein spezifisches Medium (Papiersorte) ist. Dies kann bei vielen Druckertreibern und ihren generischen, oft verwirrend benannten Druckerprofilen nicht ganz einfach sein. Dieser Modus bietet dir Zugang zur überlegenen Adobe Color Engine ('CMM'), mit ihrer besseren Auswahl an Rendering Intents und anderen Optionen im Vergleich zu den meisten Druckertreibern.
Beachte das gelbe Ausrufezeichen, das dich warnt, das Farbmanagement in den Druckereinstellungen auszuschalten. Dies hat einen sehr guten Grund: Du möchtest kein 'doppeltes' Farbmanagement, was zu sehr unschönen Ergebnissen führt.
Im Internet gibt es viele verwirrende Antworten zu diesem Thema, insbesondere im Hinblick auf die Unterschiede zwischen Windows-PCs und Macs:
- Windows: Es ist sehr wichtig zu überprüfen, dass Farbmanagement und/oder ICM (Image Color Management) im Druckertreiber bei Windows-PCs AUSGESCHALTET ist.
- Macs: Auf Macs SOLLTE es automatisch ausgeschaltet werden, wenn der korrekte Druckertreiber verwendet wird. Wenn es nicht ausgegraut ist, hast du wahrscheinlich ein Problem! Beachte, dass der Apple AirPrint-Druckertreiber nicht in der Lage ist, das Farbmanagement auszuschalten, daher kann er nicht verwendet werden, wenn Photoshop die Farben verwaltet. Leider gibt es in neueren Versionen von macOS, insbesondere 'Ventura' und 'Sonoma', verschiedene systembedingte Probleme beim Drucken.
Drucker Verwaltet Farben (Printer Color Management)
Dieser Modus verschiebt die Farbtransformationen zum Drucker und seinem Treiber. Dies ist der übliche Modus, wenn du einen RIP (Raster Image Processor) verwendest, der im Grunde nur ein sehr hochentwickelter (und oft sehr teurer) Druckertreiber ist. Wenn du CMYK-Bilder druckst (sehr unwahrscheinlich!), ist es unerlässlich, einen RIP zu verwenden.
Wenn du den regulären Treiber verwendest, der mit deinem Tintenstrahldrucker geliefert wurde, sollte dieser Modus vermieden werden, wenn du genaue Farben anstrebst, da du möglicherweise wenig Kontrolle über das Farbmanagement hast.
Kein Farbmanagement (No Color Management)
Dieser Modus gehört leider der Geschichte an und ist vor vielen Jahren mit CS5 verschwunden. Ein Grund dafür ist, dass er unter macOS aufgrund von Problemen in Apples ColorSync-Software und möglicherweise auch in Windows nicht korrekt funktionieren kann. Die häufigste Anwendung war das Senden von Profilierungsfarbtafeln an den Drucker. Diese Tafeln MÜSSEN ohne Farbmanagement gedruckt werden. Der Workaround ist die Verwendung des Adobe Color Printing Utility (kostenlos auf der Adobe-Website erhältlich). Der ältere, unzuverlässige Workaround des 'Nullprofils' funktioniert in modernen Photoshop-Versionen nicht mehr und führt zu einer Fehlermeldung.
Druckerprofil (Printer Profile)
(Wenn du „Photoshop Verwaltet Farben“ verwendest). Wähle das entsprechend benannte Druckerprofil für deinen Drucker und deine Papiersorte aus. Die Auswahl des richtigen Profils kann einiges Ausprobieren erfordern, wenn du noch kein benutzerdefiniertes Profil für deinen Drucker und dein Papier erstellt hast. Die mitgelieferten Profile des Druckers ('canned' profiles) werden normalerweise zuerst angezeigt. Wenn du kein mitgeliefertes Druckerprofil hast, das einen guten Ausdruck liefert, musst du ein benutzerdefiniertes Druckerprofil erstellen lassen. Dies liefert in der Regel bessere Ergebnisse als die mitgelieferten Profile. Benutzerdefinierte Profile sind oft so benannt, dass sie die Identifizierung erleichtern (z. B. Initialen_Drucker_Papiersorte).
Bitte wähle hier NICHT Adobe RGB oder sRGB aus, da dies Arbeitsfarbräume sind (die das Quellbild beschreiben) und nichts mit dem Drucken zu tun haben!
Rendering Intent
Dies gibt an, wie die Software Farben aus dem (normalerweise) breiteren Farbraum des Quellbildes (wie Adobe RGB) in den Farbraum des Druckers konvertiert. Du musst den Rendering Intent angeben, der die Farbumfangskompression (Gamut Compression) von Farben (und tiefen Schwarz- und Schattenbereichen) für deine Kombination aus Bild, Drucker und Papier am besten handhabt.
- Relativ (Relative Colorimetric): Ist oft die beste Wahl für Digitalbilder, insbesondere von farbenfrohen Motiven. Das Bild behält viel 'Punch'. Farben, die außerhalb des Farbraums des Druckers liegen, werden auf die äußerste erreichbare Farbe am Rand des Drucker-Farbraums gemappt. Schwarz bleibt Schwarz.
- Perzeptiv (Perceptual): Kann ebenfalls verwendet werden und eignet sich vielleicht besser für Bilder von natürlichen Motiven wie Landschaften und Porträts. Die Farbumfangskompression erfolgt über einen größeren Bereich des Bildes, was zu einem 'angenehmen' Ergebnis führt. Es kann manchmal besser für matte Papiere sein, die aufgrund eines niedrigen 'D-max' keinen so hohen Kontrast aufweisen. Dieser Intent komprimiert den gesamten Farbraum, um alle Farben innerhalb des Drucker-Farbraums darzustellen.
Für eine detailliertere Erklärung von Rendering Intents ist es hilfreich, deren Funktionsweise im Detail zu verstehen.
Tiefenkompensierung (Black Point Compensation)
Dies sollte normalerweise EINGESCHALTET sein. In Programmen wie Lightroom kann es nicht ausgewählt werden, da es immer aktiviert ist. Es ordnet den Schwarzpunkt des Originalbildes dem des Druckerprofils zu, was hilft, zu verhindern, dass dunkle Schatten zulaufen und Details verloren gehen. Wenn die Tiefenkompensierung ausgeschaltet ist, kann dies zu einem grauen 'Gamut Warning' in Bereichen außerhalb des Farbraums führen.
Interaktion mit den Druckereinstellungen des Treibers
Der Button „Druckeinstellungen“ bringt dich zum ersten Menü deines Canon/Epson/HP Druckertreibers. Es ist wahrscheinlich am besten, diese NACH den Farbmanagement-Einstellungen in Photoshop zu überprüfen! Hier kannst du Änderungen an Medientyp, Papiergröße usw. in deinem eigenen Druckertreibermenü vornehmen. Diese Einstellungen umfassen die eigenen Farbmanagement-Steuerelemente des Druckers, die du normalerweise bei einem Windows-PC AUSSCHALTEN musst. Auf einem Mac SOLLTEN sie ausgegraut sein, wenn Photoshop das Farbmanagement übernimmt. Leider kann Photoshop oft nicht direkt auf diese Steuerelemente zugreifen.
Du solltest immer auf „Druckeinstellungen“ drücken, was dich zu deinem Druckertreiber (Canon, Epson, HP, etc.) bringt, alles überprüfen und bestätigen. Wenn du dies nicht tust, kann dies zu unerwarteten Ergebnissen führen. Das haben wir auf die harte Tour gelernt! Die Voreinstellungen (Presets) sind deine eigenen angepassten Einstellungen, die dir ersparen, viele Einstellungen für den Drucker bei jedem Druckvorgang erneut ändern zu müssen.
Softproofing im Druckdialog
Du kannst auch eine SEHR ungefähre Vorschau der Ergebnisse vor dem Drucken erhalten (Softproofing). Es ist normalerweise besser, das Softproofing während der Bearbeitung in der Hauptsoftware durchzuführen, da es dort genauer ist.
Vorschau-Optionen
Die Ankreuzfelder unter der Bildvorschau bieten eine nützliche 'Softproof'-('Vorschau')-Ansicht des Bildes. Sie haben keinen Einfluss auf den tatsächlichen Ausdruck, geben dir aber eine Vorstellung davon, was du erwarten kannst. Klicke sie nach Belieben an/aus, um dein wahrscheinliches Ergebnis zu sehen.
Druckfarben Übereinstimmen (Match Print Colors)
Aktiviert die 'Vorschau'. Wenn diese Option deaktiviert ist, sind die anderen beiden Einstellungen (Gamut Warning, Show Paper White) ebenfalls deaktiviert. Beachte, dass dies in diesem (Druck-)Menü nur sehr ungefähr ist. Eine viel genauere Anzeige ist unter „Ansicht“ > „Proof-Setup“ verfügbar. Es ist besser, das Bild mit dem besten Rendering Intent usw. richtig aussehen zu lassen, BEVOR du zum Druckmenü gelangst!
Farbraum-Warnung (Gamut Warning)
Warnt vor Farben und Schwarzbereichen, die außerhalb des Farbraums deines Druckerprofils liegen. Etwas nützlich als sehr grobe Richtlinie zur Überprüfung der Wirkung verschiedener Rendering Intents und der Tiefenkompensierung. Wird normalerweise als unschöner, flacher Grauton oder als Kontrastfarbe angezeigt, abhängig von deinen Einstellungen in den Voreinstellungen. Mache dir nicht zu viele Gedanken über die Farbraum-Warnung, da sie nur sehr ungefähr ist! Sie ist auch in anderen Photoshop-Menüs zu finden. Farben außerhalb des Farbraums können mit Detailverlust gedruckt werden, je nachdem, welcher Rendering Intent verwendet wird.
Papierweiß anzeigen (Show Paper White)
Zeigt den Effekt der Papierfarbe im Hintergrund oder Rand des Bildes und ihren Effekt im gesamten Bildbereich. Dies scheint besser zu funktionieren als in früheren Softwareversionen, wo der Effekt übertrieben wurde. Wenn „Papierweiß anzeigen“ eingeschaltet ist, wird ein leicht stumpfer Farbton im Rand und auch im Bild selbst angezeigt. Sehr stark eine persönliche Vorliebe. Dies ist ein visueller Hinweis, der hilft, die Auswirkungen des Papiers auf die Farben zu simulieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum sollte Photoshop die Farben verwalten?
Photoshop verwendet eine fortschrittlichere Farb-Engine (Adobe CMM) als die meisten Standard-Druckertreiber. Dies gibt dir mehr Kontrolle über den Prozess, insbesondere bei der Auswahl des Druckerprofils und des Rendering Intent, was zu genaueren und vorhersehbareren Druckergebnissen führt.
Was ist doppeltes Farbmanagement?
Doppeltes Farbmanagement tritt auf, wenn sowohl die Anwendung (Photoshop) als auch der Druckertreiber versuchen, das Farbmanagement durchzuführen. Dies führt zu unerwünschten Farbverschiebungen und ungenauen Ausdrucken. Deshalb ist es entscheidend, das Farbmanagement im Druckertreiber auszuschalten, wenn Photoshop die Farben verwaltet.
Kann ich AirPrint auf einem Mac verwenden, wenn Photoshop die Farben verwaltet?
Nein. Der Apple AirPrint-Druckertreiber ist nicht in der Lage, das Farbmanagement auszuschalten. Daher kannst du ihn nicht verwenden, wenn du möchtest, dass Photoshop das Farbmanagement übernimmt. Du benötigst den spezifischen Treiber des Druckerherstellers.
Wann nutze ich welches Rendering Intent?
Die Wahl des Rendering Intent hängt vom Bildinhalt und dem gewünschten Ergebnis ab. „Relativ“ ist oft gut für farbenfrohe Fotos, da es den 'Punch' beibehält und Farben außerhalb des Farbraums auf die nächstgelegenen druckbaren Farben abbildet. „Perzeptiv“ ist manchmal besser für Bilder mit vielen Farbabstufungen wie Landschaften oder Porträts auf Papieren mit geringerem Kontrast, da es den gesamten Farbraum komprimiert, um die Beziehungen zwischen den Farben zu erhalten, auch wenn dies bedeutet, dass alle Farben leicht verschoben werden.
Was ist ein RIP im Zusammenhang mit Drucken?
Ein RIP (Raster Image Processor) ist im Wesentlichen ein sehr hochentwickelter Druckertreiber, der oft für professionelle Druckumgebungen oder spezielle Druckanwendungen (wie das Drucken von CMYK-Dateien oder das Erstellen von Druckplatten) verwendet wird. Wenn ein RIP verwendet wird, übernimmt dieser das Farbmanagement (Drucker Verwaltet Farben).
Fazit
Das korrekte Farbmanagement beim Drucken aus Photoshop CS6 und CC, insbesondere durch die Nutzung von „Photoshop Verwaltet Farben“, ist der Schlüssel zu qualitativ hochwertigen und farbgenauen Ausdrucken. Indem du das richtige Druckerprofil auswählst, den passenden Rendering Intent wählst, die Tiefenkompensierung aktivierst und vor allem das Farbmanagement im Druckertreiber deaktivierst, übernimmst du die volle Kontrolle über den Druckprozess. Auch wenn die Softproofing-Funktionen im Druckdialog nur eine ungefähre Vorschau bieten, helfen sie zusammen mit der Farbraum-Warnung und der Anzeige des Papierweiß dabei, eine bessere Vorstellung vom Endergebnis zu bekommen. Nimm dir die Zeit, diese Einstellungen zu verstehen und zu meistern, und deine Druckergebnisse werden sich deutlich verbessern.
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