Die letzten Wochen einer Schwangerschaft können intensiv und aufregend sein. Der errechnete Geburtstermin rückt näher, und viele werdende Eltern fragen sich, wann ihr Baby wohl tatsächlich das Licht der Welt erblicken wird. Während der errechnete Termin eine wichtige Orientierung bietet, ist er doch nur ein Anhaltspunkt. Die Natur hat ihren eigenen Zeitplan, und die meisten Babys halten sich nicht exakt daran. Das Ende der Schwangerschaft bringt oft körperliche Herausforderungen mit sich – ein großer Bauch, Rückenschmerzen, Druck im Unterleib und möglicherweise schlechter Schlaf. Es ist eine Zeit, in der Ruhe und Kraft sammeln besonders wichtig sind, denn die Geburt selbst wird Energie erfordern.

Ihr Baby ist am Ende der Schwangerschaft vollständig entwickelt und bereit für die Geburt. Auch wenn der errechnete Termin nahe ist, kommen nur etwa 4% aller Kinder exakt an diesem Tag zur Welt. Tatsächlich ist die Spanne, in der die meisten Babys geboren werden, deutlich breiter. Die Mehrheit der Kinder wird innerhalb von zwei Wochen vor oder zwei Wochen nach dem errechneten Termin geboren. Das bedeutet, dass der Stichtag eher die Mitte eines möglichen Geburtszeitraums darstellt.
Wann kommen die meisten Babys zur Welt?
Die Frage, wann genau das Baby kommt, beschäftigt viele werdende Eltern. Wie bereits erwähnt, ist der errechnete Termin (ET) oft nur ein Richtwert. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Baby exakt am ET geboren wird, ist mit etwa 4% relativ gering. Die meisten Geburten finden in einem Zeitraum von vier Wochen um den ET statt, genauer gesagt, zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach dem errechneten Termin. Das bedeutet, dass eine Geburt in der 38. oder 41. Schwangerschaftswoche ebenso normal ist wie eine Geburt am errechneten Termin selbst. Es ist daher ratsam, sich nicht zu sehr auf den einen Tag zu fixieren, sondern die letzten Wochen der Schwangerschaft als eine Phase der Bereitschaft zu betrachten.
In den letzten Schwangerschaftswochen, insbesondere ab der 39. SSW, können Sie bereits erste Anzeichen der bevorstehenden Geburt bemerken. Dazu gehören beispielsweise Übungswehen. Die Gebärmutter trainiert für die Geburt, indem sie sich zusammenzieht. Diese Kontraktionen sind oft unregelmäßig, dauern nur kurz an und verschwinden wieder, wenn Sie Ihre Position ändern oder sich ausruhen. Echte Wehen hingegen werden regelmäßiger, intensiver und die Abstände zwischen ihnen verkürzen sich. Spätestens wenn die Wehen alle fünf Minuten auftreten, ist es ratsam, Ihre Hebamme oder den Frauenarzt zu kontaktieren. Achten Sie auch auf andere typische Geburtsanzeichen.
Begleitpersonen bei der Geburt: Eine wichtige Unterstützung
Für viele Frauen ist es eine große Hilfe und ein starkes Bedürfnis, während der Geburt eine vertraute Person an ihrer Seite zu haben. Dies kann der Vater des Kindes sein, aber auch eine gute Freundin, die eigene Mutter oder eine professionelle Geburtsbegleiterin wie eine Doula. Die Wahl der Begleitperson sollte gut überlegt sein, da eine Geburt ein sehr intimes Erlebnis ist, das sowohl körperlich als auch psychisch stark beanspruchen kann. Eine ideale Begleitperson sollte in der Lage sein, zu helfen und zu unterstützen. Ist die Begleitperson selbst sehr unsicher oder ängstlich, kann dies für die Gebärende belastend sein.
Es ist ratsam, sich bereits im Vorfeld mit der gewählten Begleitperson über deren Rolle und mögliche Aufgaben während der Geburt abzustimmen. Auch die Hebamme sollte vorab über die Anwesenheit und Rolle der Begleitperson informiert werden. Für den Vater ist die Geburt des eigenen Kindes oft ein überwältigendes, schönes, aber möglicherweise auch erschreckendes Erlebnis. Viele Paare möchten diesen Moment gemeinsam erleben, um von Anfang an als Elternpaar zusammenzufinden. Die Anwesenheit des Vaters während der Geburt und in den ersten Stunden danach kann ein sehr bewegendes und prägendes Ereignis für die ganze Familie sein.
Dennoch ist es wichtig, auf die Bedürfnisse beider Elternteile zu achten. Die Gebärende steht natürlich im Mittelpunkt, aber auch die Begleitperson sollte für sich selbst sorgen, zum Beispiel ausreichend Essen und Trinken mitnehmen. Es kann vorkommen, dass eine Frau während der Geburt feststellt, dass sie sich von ihrem Partner gestört fühlt und seine Anwesenheit nicht mehr wünscht. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Ebenso kann der Mann während des Geburtsverlaufs merken, dass er sich unsicher, ängstlich oder unter Druck gesetzt fühlt, insbesondere weil er den Prozess nicht beeinflussen kann und seine Partnerin in Schmerz oder Verzweiflung erlebt, ohne ihr direkt helfen zu können.
Es ist entscheidend, dass Sie und Ihr Partner versuchen, sich mit der bevorstehenden Situation vertraut zu machen und offen darüber zu sprechen. Gestehen Sie sich gegenseitig zu, dass sich die Bedürfnisse während der Geburt ändern können und es in Ordnung ist, wenn der Vater die Geburt nicht bis zum Ende begleitet, falls es sich für einen oder beide nicht richtig anfühlt. Väter sollten zudem sicherstellen, dass sie am Tag der Geburt und in der ersten Zeit danach Urlaub nehmen können. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Arbeitgeber. Es kann einen Anspruch auf Arbeitsbefreiung für den Tag der Geburt geben. Wer Elternzeit nehmen möchte, muss diese spätestens sieben Wochen vor dem errechneten Termin schriftlich beantragen.
Frühgeburt: Was bedeutet das und welche Hilfen gibt es?
Eine normale Schwangerschaft dauert etwa 40 Wochen. Wird ein Baby vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren, spricht man von einem „Frühchen“. Frühgeborene benötigen nach der Geburt oft intensive medizinische Betreuung auf einer speziellen Frühgeborenenstation. Diese medizinische Versorgung, kombiniert mit der Fürsorge und Nähe der Eltern, erhöht die Chancen erheblich, dass sich das Frühchen zu einem gesunden Baby entwickelt. Nach einiger Zeit im Krankenhaus, meist nach wenigen Tagen oder Wochen, können die Eltern die Pflege und Versorgung ihres Kindes zu Hause übernehmen.
Eine Frühgeburt ist für die gesamte Familie eine emotionale Ausnahmesituation und kann eine große Belastung darstellen. Glücklicherweise gibt es verschiedene Regelungen und Unterstützungen, um Eltern von frühgeborenen Babys zu entlasten und finanziell zu unterstützen. Diese Hilfen können sehr wertvoll sein, um diese herausfordernde Zeit zu bewältigen.
Mutterschutz bei Frühgeburten
Der Mutterschutz ist ein gesetzlich festgelegter Zeitraum, in dem Sie vor und nach der Geburt nicht arbeiten dürfen. Normalerweise beginnt er sechs Wochen vor dem errechneten Termin und endet acht Wochen nach der Geburt. Kommt Ihr Kind jedoch vor dem errechneten Termin zur Welt, verlängert sich die Mutterschutzfrist nach der Geburt. Die gesamte Schutzfrist beträgt dann trotzdem 14 Wochen. Das bedeutet, die Frist nach der Geburt verlängert sich um genau die Anzahl der Tage, die Ihr Kind zu früh geboren wurde.
Bei einer medizinischen Frühgeburt, die durch ein ärztliches Attest bestätigt wird (z.B. wenn das Kind bei Geburt weniger als 2.500 Gramm wiegt oder Reifezeichen fehlen), verlängert sich die Mutterschutzfrist nach der Geburt sogar auf zwölf Wochen. Zusätzlich werden auch hier die Tage angerechnet, die das Kind vor dem errechneten Termin geboren wurde. In diesem Fall kann die Mutterschutzfrist insgesamt bis zu 18 Wochen dauern. Es ist wichtig, Ihre Krankenkasse umgehend mit einem entsprechenden ärztlichen Attest über eine medizinische Frühgeburt zu informieren.
Mutterschaftsleistungen und Elterngeld
Die Verlängerung der Mutterschutzfrist bei einer Frühgeburt führt auch zu einem längeren Bezug von Mutterschaftsleistungen nach der Geburt. Das Elterngeld wird ab dem tatsächlichen Geburtstag des Kindes gezahlt. Eine besondere Regelung gilt, wenn das Kind sechs Wochen oder früher vor dem errechneten Termin geboren wird: In diesem Fall erhalten die Eltern zusätzliche Monate Elterngeld. Die während des Mutterschutzes bezogenen Mutterschaftsleistungen werden auf das Elterngeld angerechnet.
Anmeldung der Elternzeit
Die Elternzeit muss normalerweise spätestens sieben Wochen vor dem gewünschten Beginn schriftlich beim Arbeitgeber angemeldet werden. Bei einer Frühgeburt kann diese Frist kürzer sein. Dies gilt auch für eine vorzeitige Geburt, die nicht als medizinische Frühgeburt attestiert wird. Für Väter können die Fristen in solchen Fällen unterschiedlich sein und hängen von den Umständen des Einzelfalls ab. Kommt das Kind noch vor Beginn der regulären 7-Wochen-Frist auf die Welt, sollten Sie Ihren Arbeitgeber schnellstmöglich über die Inanspruchnahme der Elternzeit informieren und klären, ab wann diese beginnen kann. Ihr Arbeitgeber kann auch jederzeit eine kürzere Anmeldefrist akzeptieren oder ganz auf die Einhaltung einer Frist verzichten.
Finanzielle Hilfen von der Krankenkasse
Eltern von Frühgeborenen können bei ihrer Krankenkasse die Übernahme verschiedener Kosten beantragen, die durch die besondere Situation entstehen. Dazu gehören unter anderem Fahrtkosten für Besuche des Kindes im Krankenhaus. Auch Kosten für eine Haushaltshilfe oder Tagesmutter können übernommen werden, wenn andere Kinder während des Krankenhausaufenthalts des Frühchens betreut werden müssen. Weitere mögliche Leistungen sind Kosten für einen familienentlastenden Dienst, häusliche Kinderkrankenpflege, häusliche Pflegehilfe, Heil- und Hilfsmittel, Therapiekosten sowie Pflegegeld. Musteranträge für die Kostenübernahme bei der Krankenkasse sind beispielsweise beim Bundesverband Das frühgeborene Kind erhältlich.
Weitere Unterstützungsmöglichkeiten
Neben finanziellen Hilfen gibt es weitere wichtige Unterstützungsangebote für Familien mit frühgeborenen Kindern:
- Sozialmedizinische Nachsorge: Nachdem das Frühchen das Krankenhaus verlassen hat, unterstützt die sozialmedizinische Nachsorge die Eltern bei der Pflege und Versorgung zu Hause. Dies ist eine Regelleistung der Gesetzlichen Krankenversicherung, die vom Arzt verordnet wird. Informationen zu Nachsorge-Einrichtungen finden sich beispielsweise auf der Website von bunter-kreis-deutschland.de.
- Kuren des Müttergenesungswerkes: Kuren können Eltern helfen, Belastungssituationen besser zu bewältigen. Es gibt Mutter-Kind-Kuren, Vater-Kind-Kuren oder auch Kuren für Mütter oder Väter allein. Einige Einrichtungen bieten spezielle Programme für Eltern von frühgeborenen Kindern an. Bei Kurbedürftigkeit kann der Arzt eine Kur verschreiben, die dann bei der Krankenkasse beantragt werden muss.
- Frühe Hilfen: Dies sind lokale Angebote für Familien von der Schwangerschaft bis zum dritten Geburtstag des Kindes. Sie unterstützen in schwierigen Lebenslagen, wie sie bei Frühgeburten auftreten können. Familienhebammen oder Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen/pfleger können eine große Hilfe und Entlastung bieten. Diese Angebote sind freiwillig und kostenfrei. Anlaufstellen findet man unter anderem auf Elternsein.info.
- Frühförderung: Bei einer Frühgeburt können pädagogische und therapeutische Maßnahmen in Anspruch genommen werden, um die Entwicklung des Kindes zu unterstützen. Diese Frühförderung wird von interdisziplinären Frühförderstellen und sozialpädiatrischen Zentren angeboten. Informationen hierzu erhält man beim zuständigen Jugendamt.
Steuerliche Entlastungen
Bestimmte Kosten, die im Zusammenhang mit der Betreuung und Pflege des Kindes anfallen, können bei der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Dazu zählen Kinderbetreuungskosten, Kosten für eine Haushaltshilfe sowie Fahrtkosten ins Krankenhaus (entweder als Kilometergeld oder für Fahrkarten).
Wann ist der beste Monat für eine Geburt?
Die Frage nach dem besten Monat für eine Geburt wird manchmal diskutiert. Es gibt Studien, die darauf hindeuten, dass im September geborene Kinder gesünder sein könnten als beispielsweise im Juni geborene. Zwei mögliche Gründe werden hierfür genannt: Wird ein Kind im Dezember gezeugt, fällt das Ende der Schwangerschaft in die Sommermonate, was bedeutet, dass die Schwangere viel Sonnenlicht und somit Vitamin D erhält. Zudem wird vermutet, dass eine geringere Belastung durch Pestizide in den Wintermonaten, in denen die Zeugung stattfindet, einen positiven Einfluss auf die Gesundheit des Kindes haben könnte, der bis ins Erwachsenenalter reicht. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass dies lediglich Vermutungen sind und die Gesundheit eines Kindes von vielen Faktoren abhängt.
Der Nestbautrieb am Ende der Schwangerschaft
Am Ende der Schwangerschaft, oft in der 39. SSW, spüren viele Frauen trotz Müdigkeit und körperlicher Anstrengung einen plötzlichen Energieschub, der sich als sogenannter „Nestbautrieb“ äußert. Man verspürt den Drang, die Wohnung auf Hochglanz zu bringen, das Kinderzimmer perfekt einzurichten oder die Babykleidung zu sortieren. Dieses Verhalten wird als urinstinktiv angesehen und dient der Vorbereitung auf die Ankunft des Babys, dem ein schönes und gemütliches Zuhause bereitet werden soll.
Obwohl dieser Drang stark sein kann, ist es in der 39. SSW und kurz vor der Geburt meist nicht notwendig und sogar ratsam, zusätzliche Anstrengungen zu vermeiden. Ihr Körper leistet bereits Enormes, und Sie benötigen Ihre Energiereserven für die bevorstehende Geburt. Das Wichtigste für Ihr Baby in der Anfangszeit sind Sie und Ihre Liebe. Nutzen Sie stattdessen den Energieschub für leichtere Aktivitäten wie einen Spaziergang oder eine entspannte Mahlzeit mit Ihrem Partner. Gönnen Sie sich Ruhe und Entspannung, um bestmöglich auf die Geburt vorbereitet zu sein.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Tage vor ET kommen die meisten Babys?
Die meisten Babys kommen nicht exakt am errechneten Termin, sondern innerhalb eines Zeitraums von etwa zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach diesem Datum zur Welt. Der errechnete Termin ist eher der Mittelpunkt dieses Zeitraums.
Wie viele Wochen darf ein Baby zu früh kommen?
Ein Baby gilt als frühgeboren, wenn es vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt. Eine Frühgeburt kann also bis zu mehreren Wochen vor dem errechneten Termin erfolgen.
In welcher SSW kommen die meisten Babys zur Welt?
Die meisten Babys werden in der 38., 39., 40. oder 41. Schwangerschaftswoche geboren, also in der Zeitspanne von zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach dem errechneten Termin (der meist auf die 40. SSW fällt).
Welche Hilfen und Unterstützungen gibt es bei Frühgeburten?
Es gibt vielfältige Unterstützung, darunter verlängerter Mutterschutz, zusätzliche Elterngeldmonate bei sehr früher Geburt, finanzielle Hilfen der Krankenkasse (Fahrtkosten, Haushaltshilfe etc.), sozialmedizinische Nachsorge, Kuren, Frühe Hilfen und Frühförderung. Auch steuerliche Entlastungen sind möglich.
Wann ist der beste Monat, um ein Baby zu bekommen?
Es gibt Vermutungen, dass im September geborene Kinder gesünder sein könnten, möglicherweise aufgrund von mehr Sonnenlicht (Vitamin D) für die Mutter am Ende der Schwangerschaft und geringerer Pestizidbelastung im Winter bei der Zeugung. Dies sind jedoch nur Hypothesen.
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