Wann kam Jesus Christus auf die Welt?

Warum feiern wir Weihnachten?

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Wenn Plätzchenduft in der Luft liegt, Lichterketten um die Wette funkeln und Weihnachtsmärkte nach gebrannten Mandeln duften, wissen wir: Weihnachten steht vor der Tür. Für viele ist es eine Zeit der Gemütlichkeit, des Beisammenseins und der Geschenke. Doch hinter all diesen liebgewonnenen Traditionen verbirgt sich ein tieferer Grund, warum Millionen von Menschen weltweit dieses Fest feiern. Es ist ein Fest mit einer jahrtausendealten Geschichte, eng verbunden mit einer zentralen Figur des Christentums.

Was hat Weihnachten mit Jesus Christus zu tun?
Weihnachten ist ein christliches Fest. Die Christen glauben, dass Jesus Christus vor mehr als 2.000 Jahren als Sohn Gottes auf die Erde kam, um die Menschen zu retten. An Weihnachten feiern die Menschen deshalb seine besondere Geburt.

Was genau wird an Weihnachten gefeiert?

Im Kern ist Weihnachten ein zutiefst christliches Fest. Für Christen ist es die Feier der Geburt von Jesus Christus. Sie glauben, dass Jesus vor über 2.000 Jahren als Sohn Gottes auf die Erde kam, um die Menschheit zu erlösen. Diese besondere Geburt, die in Bethlehem stattfand, steht im Mittelpunkt der weihnachtlichen Feierlichkeiten.

Die biblische Weihnachtsgeschichte, wie sie vor allem in den Evangelien nach Lukas und Matthäus erzählt wird, berichtet von den Umständen dieser Geburt: Maria und Josef auf dem Weg nach Bethlehem, der Mangel an Unterkunft, die Geburt in einem Stall und die Anbetung durch Hirten und Weise aus dem Morgenland. Diese Erzählung bildet die Grundlage für viele Weihnachtstraditionen, einschließlich der Krippendarstellung.

Wann genau wurde Jesus geboren?

Interessanterweise weiß niemand mit absoluter Sicherheit, an welchem Tag genau Jesus Christus geboren wurde. Auch das genaue Jahr seiner Geburt ist Gegenstand historischer und theologischer Diskussionen. Die Festlegung des Datums auf den 25. Dezember ist eine Entscheidung der frühen Kirche, die erst seit dem 4. Jahrhundert n. Chr. bezeugt ist. Dieser Tag wurde gewählt, um die Geburt Jesu zu feiern, und hat sich seitdem als das weltweit anerkannte Datum für das Weihnachtsfest etabliert.

In vielen Ländern, darunter auch Deutschland, spielt der Abend des 24. Dezember, der sogenannte Heiligabend, eine besondere Rolle. Oftmals finden an diesem Abend Familientreffen, Gottesdienste und die Bescherung statt, also das gegenseitige Überreichen von Geschenken. Er ist quasi der Vorabend des eigentlichen Festtages am 25. Dezember.

Das Rätsel um das genaue Geburtsjahr

Die Frage nach dem exakten Geburtsjahr Jesu ist komplex, da die Angaben in den biblischen Evangelien unterschiedliche historische Bezüge herstellen, die nicht einfach in Einklang zu bringen sind. Prof. Dr. Kai Brodersen von der Universität Erfurt hat sich mit diesen Datierungsfragen auseinandergesetzt:

Das Matthäus-Evangelium (Kapitel 2, Vers 1) datiert die Geburt Jesu nach Bethlehem „zur Zeit des Königs Herodes“. Dies bezieht sich auf Herodes den Großen, dessen Herrschaft laut historischen Quellen im Frühjahr des Jahres 4 v. Chr. endete. Folgt man dieser Angabe, müsste Jesus spätestens in diesem Jahr geboren sein.

Das Lukas-Evangelium hingegen (Kapitel 2, Verse 1-2) erwähnt die Geburt Jesu im Zusammenhang mit einer Volkszählung unter Kaiser Augustus, die stattfand, als Publius Sulpicius Quirinius Statthalter in Syrien war. Historiker datieren die erste große Steuerschätzung unter Quirinius in Judäa (das 6 n. Chr. römische Provinz wurde) auf das Jahr 6 n. Chr. Wenn man dieser Angabe folgt, wäre Jesus erst um 6 n. Chr. geboren.

Diese beiden Evangelien verwenden also historische Ankerpunkte, die sich um mindestens ein Jahrzehnt unterscheiden. Beide Zeiträume fallen jedoch in die lange Herrschaftszeit von Kaiser Augustus (27 v. Chr. bis 14 n. Chr.).

Eine weitere Angabe im Lukas-Evangelium (Kapitel 3, Vers 1 und 23) besagt, dass Johannes der Täufer im 15. Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius (Nachfolger von Augustus) auftrat, was dem Jahr 28 n. Chr. entspricht (bei antiker inklusiver Zählweise). Weiter heißt es, dass Jesus bei seinem Auftreten „etwa 30 Jahre alt“ war. Eine Geburt um 4 v. Chr. würde besser zu einem Alter von etwa 30 Jahren im Jahr 28 n. Chr. passen als eine Geburt um 6 n. Chr.

Fazit der historischen Datierung: Es ist wahrscheinlich, dass Jesus einige Jahre v. Chr. geboren wurde, aber das genaue Jahr bleibt aufgrund der widersprüchlichen biblischen Angaben unklar.

Was hat Weihnachten mit Jesus Christus zu tun?
Weihnachten ist ein christliches Fest. Die Christen glauben, dass Jesus Christus vor mehr als 2.000 Jahren als Sohn Gottes auf die Erde kam, um die Menschen zu retten. An Weihnachten feiern die Menschen deshalb seine besondere Geburt.

Die Entstehung unserer Zeitrechnung

Die heute gebräuchliche Zeitrechnung, die die Geburt Jesu als Angelpunkt nimmt (v. Chr. – vor Christus und n. Chr. – nach Christus), wurde erst im 6. Jahrhundert n. Chr. von einem Mönch namens Dionysius Exiguus entwickelt. Er versuchte, das Datum der Geburt Christi anhand astronomischer Berechnungen festzulegen. Er kam zu einem Ergebnis, das später so interpretiert wurde, dass Jesus im 754. Jahr nach der Gründung Roms (ab urbe condita) geboren wurde. Da das Jahr 753 ab urbe condita dem Jahr 1 v. Chr. entspricht und es kein Jahr Null gibt, wurde das 754. Jahr ab urbe condita als das Jahr 1 n. Chr. festgelegt. Dionysius' Berechnung, obwohl heute als wahrscheinlich um einige Jahre zu spät angesehen (basierend auf den oben genannten historischen Anhaltspunkten), bildete die Grundlage für unsere moderne Jahreszählung und prägte das Verständnis der Geburt Jesu als eine Zeitenwende.

Warum der 25. Dezember als Festtag?

Die Wahl des 25. Dezember als Weihnachtstag ist, wie erwähnt, eine kirchliche Tradition, die sich ab dem 4. Jahrhundert n. Chr. verbreitete. Es gibt die Theorie – die jedoch nicht abschließend gesichert ist –, dass dieses Datum bewusst gewählt wurde, um einen zuvor bestehenden Feiertag zu christianisieren. In der römischen Welt wurde um die Zeit der Wintersonnenwende (ungefähr am 25. Dezember) das Fest des römischen Sonnengottes, Sol Invictus (der unbesiegte Sonnengott), gefeiert. Möglicherweise wollten die Christen diesen wichtigen Feiertag neu interpretieren und ihn mit der Feier der Geburt Jesu verbinden, der im Alten Testament (Maleachi 3,20) als „Sonne der Gerechtigkeit“ angekündigt wurde. So wurde ein Tag, der zuvor mit dem Licht der physischen Sonne assoziiert war, zu einem Fest des spirituellen Lichts der Welt.

Weitere Weihnachtstraditionen

Viele der heute gängigen Weihnachtstraditionen sind jünger als das Fest selbst. Der Brauch, einen Tannenbaum zu schmücken und aufzustellen, ist beispielsweise erst wenige hundert Jahre alt. Er ist nicht direkt mit der biblischen Weihnachtsgeschichte verbunden, sondern hat sich als Symbol für Leben und Hoffnung im Winter entwickelt und wurde später Teil des Weihnachtsfestes.

Vergleich der Datierungsansätze:

Um die Komplexität der Datierung der Geburt Jesu zu verdeutlichen, kann man die Hinweise aus den Evangelien gegenüberstellen:

EvangeliumHistorischer BezugZeitliche EinordnungSchlussfolgerung für Jesu Geburt
Matthäus (2,1)König Herodes der GroßeHerrschaft endet Frühjahr 4 v. Chr.Geburt spätestens 4 v. Chr.
Lukas (2,1-2)Volkszählung unter Statthalter Quirinius in JudäaErste große Zählung um 6 n. Chr.Geburt frühestens 6 n. Chr.
Lukas (3,1 & 23)Tätigkeit Johannes des Täufers (28 n. Chr.) & Jesu Alter (ca. 30)28 n. Chr.Passt besser zu Geburt um 4 v. Chr.

Diese Tabelle zeigt die historischen Herausforderungen bei der genauen Festlegung des Geburtsjahres allein anhand der biblischen Texte.

Häufig gestellte Fragen zu Weihnachten und Jesus:

Warum feiern wir Weihnachten am 25. Dezember, wenn das genaue Datum unbekannt ist?
Das Datum wurde von der Kirche im 4. Jahrhundert n. Chr. festgelegt. Die genauen Gründe sind nicht eindeutig belegt, aber eine verbreitete Theorie besagt, dass es gewählt wurde, um das christliche Fest der Geburt Jesu mit einem bestehenden römischen Feiertag zur Wintersonnenwende (dem Fest des Sonnengottes Sol Invictus) zu verbinden und neu zu interpretieren.

Wurde Jesus wirklich in einem Stall geboren?
Das Lukas-Evangelium berichtet, dass Maria und Josef in Bethlehem keine Unterkunft in einer Herberge fanden und Maria ihren Sohn in eine Krippe legte, weil „kein Raum für sie in der Herberge war“. Dies wird traditionell so interpretiert, dass die Geburt in einem Stall oder einem ähnlichen einfachen Unterschlupf stattfand, möglicherweise einer Höhle oder einem Raum, der auch als Tierunterkunft diente. Die Krippe war eine Futterkrippe für Tiere.

Wenn die Evangelien unterschiedliche Hinweise geben, wann wurde Jesus dann wirklich geboren?
Aufgrund der historischen Widersprüche in den Evangelien (z.B. Herodes vs. Quirinius) und der Angabe zu Jesu Alter bei seinem Auftreten gehen die meisten Historiker und Theologen heute davon aus, dass Jesus einige Jahre v. Chr. geboren wurde, wahrscheinlich zwischen 7 v. Chr. und 4 v. Chr. Das Jahr 1 n. Chr., das die Grundlage unserer Zeitrechnung bildet, ist historisch nicht gesichert.

Was ist der Unterschied zwischen Heiligabend und Weihnachten?
Der 24. Dezember ist der Heiligabend, der Vorabend des eigentlichen Weihnachtsfestes. Der 25. Dezember ist der erste Weihnachtstag und der traditionelle Feiertag der Geburt Jesu. In vielen Ländern und Familien finden jedoch die Hauptfeierlichkeiten, einschließlich der Bescherung, bereits am Heiligabend statt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Weihnachten weit mehr ist als nur eine Zeit des Konsums und der Traditionen. Es ist das zentrale Fest der Geburt Jesu Christi, des Sohnes Gottes, für Christen weltweit. Auch wenn das genaue Datum und Jahr seiner Geburt Gegenstand historischer Forschung und Diskussionen bleiben, so ist die Bedeutung des Ereignisses – die Ankunft Jesu auf der Welt – der unveränderliche Kern dieses bedeutenden Festes, das Licht, Hoffnung und Liebe symbolisiert.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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