Wie heißen die neuen Bartgeier?

Bartgeier: Meister der Knochen in den Alpen

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Der Bartgeier, auch bekannt unter seinem wissenschaftlichen Namen Gypaetus barbatus, ist eine der beeindruckendsten Erscheinungen am Himmel über den Hochgebirgen Eurasiens und Afrikas. Mit seiner imposanten Größe, dem charakteristischen „Bart“ aus Federn und seiner einzigartigen Lebensweise fasziniert er Naturbeobachter und Fotografen gleichermaßen. Lange Zeit wurde er gefürchtet und missverstanden, doch heute gilt er als Symbol für erfolgreichen Artenschutz und die Rückkehr der Wildnis.

Warum heißt er Bartgeier?
Ein Geier mit Bart Im Englischen wird häufig die Bezeichnung „Lammergeyer“ verwendet. Im deutschsprachigen Raum war „Lämmergeier“ lange Zeit eine gebräuchliche Bezeichnung , da man fälschlicherweise annahm, dass Bartgeier Lämmer jagen .

Namensgebung und historische Missverständnisse

Seinen gebräuchlichsten deutschen Namen, Bartgeier, verdankt der Vogel den auffälligen, borstenartigen schwarzen Federn, die ihm vom Schnabelansatz herab über den Schnabel hängen und tatsächlich wie ein kleiner Bart aussehen. Dieses Merkmal ist unverwechselbar und hat der Art ihren Namen gegeben.

Historisch war der Bartgeier jedoch oft unter dem Namen Lämmergeier bekannt. Dieser Name rührte von einem tief verwurzelten Irrglauben her, dass dieser majestätische Vogel Lämmer oder sogar Gämsen erlegen würde. Schauergeschichten, die von angeblichen Angriffen auf Nutztiere und sogar auf Kinder berichteten, trugen maßgeblich zur Dämonisierung und rigorosen Verfolgung des Vogels bei. Diese Geschichten, die vor allem im Alpenraum verbreitet waren, entsprachen jedoch nicht der Realität. Der Bartgeier ist ein Aasfresser und gar nicht in der Lage, gesunde, lebende Lämmer oder andere größere Tiere zu töten. Die Legenden dienten wohl eher als Rechtfertigung für die Bejagung oder zur Verschleierung anderer Vorkommnisse.

Darüber hinaus wurde der Bartgeier im Volksmund auch unter anderen Namen geführt, die auf sein Aussehen oder Verhalten anspielten. Namen wie Bartadler oder Greifadler betonen seine äußerliche Ähnlichkeit zu Adlern. Seine einzigartige Fähigkeit, Knochen zu zerkleinern, brachte ihm Bezeichnungen wie Beinbrecher oder Knochenbrecher ein. Auch der spanische Name Quebrantahuesos bedeutet wörtlich „Der die Knochen bricht“ und unterstreicht dieses besondere Merkmal seiner Ernährung.

Einzigartiges Erscheinungsbild: Majestätisch und Anpassungsfähig

Ausgewachsene Bartgeier sind optisch sehr auffällig. Ihre Oberseite ist in einem kontrastreichen Grauschwarz gehalten, während Kopf, Hals und die gesamte Körperunterseite von Weiß bis zu einem warmen Rostrot variieren können. Diese rostrote Färbung ist nicht angeboren, sondern entsteht durch Bäder in eisenoxidhaltigem Schlamm, die die Vögel gezielt aufsuchen. Man vermutet, dass diese Schlammbäder verschiedene Zwecke erfüllen, wie verbesserte Thermoregulation, Schutz vor Parasiten, Schutz der Federn vor Abnutzung oder sogar als Statussignal.

Mit einer Flügelspannweite von 2,30 bis 2,83 Metern und einer Körperlänge von 94 bis 125 cm gehören Bartgeier zu den größten Greifvögeln Europas. Ihr Gewicht liegt zwischen 4,5 und 7 kg. Junge Bartgeier unterscheiden sich deutlich von den Altvögeln. Ihr Gefieder ist überwiegend grauschwarz. Die volle Ausfärbung erreichen sie erst nach fünf bis sieben Jahren. Der Geschlechtsdimorphismus, also der Unterschied zwischen Männchen und Weibchen, ist beim Bartgeier nur sehr gering ausgeprägt.

Neben dem bereits erwähnten Bart sind die Augen des Bartgeiers besonders markant. Sie sind von einem leuchtend roten Skleralring umgeben. Die Intensität dieses Rots scheint die Stimmung des Vogels widerzuspiegeln – je erregter er ist, desto intensiver leuchtet der Ring. Die Iris selbst ist gelb.

Im Flugbild unterscheidet sich der Bartgeier von anderen Geiern. Er besitzt lange, relativ schmale und zum Ende hin deutlich zugespitzte Flügel, die er beim Gleiten leicht nach unten geneigt hält. Sein Schwanz ist lang und keilförmig. Insgesamt wirkt er schmalflügeliger und längerschwänziger als andere Geierarten und ähnelt im Flug eher einem riesigen Falken. Als exzellenter Segler nutzt er geschickt geringste Aufwinde entlang von Felswänden oder über Berggipfeln.

Lebensraum und Verbreitung: Bewohner der Extreme

Der Bartgeier ist ein Spezialist für extreme Lebensräume. Typischerweise besiedelt er alpine und montane Bergregionen oberhalb der Baumgrenze. Diese Gebiete zeichnen sich durch große Höhenunterschiede, steile Felswände, gute Thermik und Aufwinde aus. Wichtige Voraussetzungen für seinen Lebensraum sind außerdem das Vorhandensein von Frischwasserquellen und sogenannten Rotbadestellen für seine Gefiederpflege. Unzugängliche Felsnischen sind unerlässlich für die Brut.

Ein weiterer wichtiger Faktor für das Vorkommen des Bartgeiers ist die Präsenz anderer großer Beutegreifer wie Wölfe, Luchse oder Steinadler. Da sich der Bartgeier fast ausschließlich von Aas ernährt, ist er auf die Überreste der Beute dieser Tiere angewiesen. Er nimmt gewissermaßen die Rolle der „Gesundheitspolizei“ im Gebirge ein, indem er Kadaver beseitigt und so die Ausbreitung von Krankheiten eindämmen kann.

Das Verbreitungsgebiet des Bartgeiers ist heute disjunkt, also nicht zusammenhängend. Er kommt in Teilen Afrikas, den Pyrenäen, einigen Bergregionen Südeuropas (einschließlich der Alpen nach erfolgreicher Wiederansiedlung), Gebirgen des südwestlichen und zentralen Asien sowie der Mongolei und Zentralchinas vor.

Wie wird ein Lämmergeier auch genannt?
Der Bartgeier (Gypaetus barbatus), veraltet auch Lämmergeier genannt, ist ein Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen (Accipitridae). Er bildet die einzige Art der gleichnamigen Gattung (Gypaetus).

Innerhalb dieses riesigen Areals werden zwei Unterarten unterschieden:

  • Gypaetus barbatus barbatus: Dies ist die Nominatform, die im Atlasgebirge, den Pyrenäen, auf Korsika, im Kaukasus und in Asien beheimatet ist.
  • G. b. meridionalis: Die afrikanische Unterart, die etwas kleiner ist und sich durch kurze Federhosen und einfarbig helle Wangen unterscheidet. Sie lebt in Teilen Ost- und Südafrikas sowie im Südwesten Arabiens.

Die Höhenlagen, in denen Bartgeier anzutreffen sind, variieren je nach Region stark. In Europa bewegen sie sich meist zwischen 1500 und 3000 Metern. Im Himalaya wurden sie sogar in extremen Höhen von bis zu 7800 Metern beobachtet. In Äthiopien hingegen können sie bereits ab 300 Metern über dem Meeresspiegel vorkommen.

Das Revier einer Bartgeierfamilie oder eines Paares ist sehr groß und umfasst zwischen 100 und 400 Quadratkilometern, im Winter sogar noch mehr. Bartgeier sind Standvögel, was bedeutet, dass sie das ganze Jahr über in ihrem Brutrevier bleiben. Aggressives Verhalten zeigen sie nur in unmittelbarer Nähe ihres Nestes gegenüber Artgenossen oder anderen Greifvögeln.

Die außergewöhnliche Ernährung: Knochen als Hauptnahrung

Die Ernährungsweise des Bartgeiers ist einzigartig unter den Vögeln. Er lebt nahezu ausschließlich von Aas. Die einzige bekannte Ausnahme im Mittelmeerraum sind Landschildkröten, die er aus großer Höhe auf Felsen fallen lässt, um ihren Panzer zu zerbrechen. In Afrika wurde auch beobachtet, dass er die Plazenta von Wild- und Nutztieren frisst, wofür er sogar mitten in Herden landet.

Die eigentliche Spezialität des Bartgeiers sind jedoch Knochen. Seine Nahrung besteht zu etwa 80 % aus den Knochen gefallener Tiere. Während Jungtiere noch auf Muskelfleisch angewiesen sind, können sich ausgewachsene Bartgeier fast ausschließlich von Knochen ernähren. Ein erwachsenes Tier benötigt täglich zwischen 250 und 400 Gramm Knochen. Mit dieser Spezialisierung hat der Bartgeier eine Nahrungsnische besetzt, die ihm von keinem anderen Tier streitig gemacht wird. Er wartet geduldig ab, bis sich andere Aasfresser oder Beutegreifer wie Füchse, Wölfe, Bären oder auch andere Geier an einem Kadaver satt gefressen haben. Die oft spektakulären Auseinandersetzungen um Aas, wie man sie beispielsweise in der afrikanischen Savanne zwischen Geiern und Raubkatzen beobachten kann, sind beim Bartgeier unüblich.

Entgegen der landläufigen Meinung sind Knochen durchaus eine nährstoffreiche Nahrungsquelle. Sie enthalten durchschnittlich 12 Prozent Eiweiß, 16 Prozent Fett, 23 Prozent Mineralstoffe und 49 Prozent Wasser. Aufgrund des geringen Wassergehalts der Knochen müssen Bartgeier häufig trinken. Sie sind daher auf Frischwasserquellen angewiesen und nehmen bei Bedarf auch Schnee auf.

Die Kunst des Knochenbrechens

Bartgeier sind perfekt an ihre knochenreiche Ernährung angepasst. Sie verfügen über eine außergewöhnlich große Mundspalte, die es ausgewachsenen Vögeln erlaubt, bis zu 18 Zentimeter lange und 3 Zentimeter dicke Knochen unzerkleinert zu verschlucken. Größere Knochen müssen jedoch vor dem Fressen zerkleinert werden.

Im Unterschied zu vielen anderen Geierarten besitzt der Bartgeier recht bewegliche Greiffüße mit spitzen Krallen. Diese ermöglichen es ihm, größere Knochen fest zu packen und mit ihnen in die Luft zu steigen. Um die Knochen zu zerbrechen, lässt er sie aus einer Höhe von 60 bis 80 Metern gezielt auf Felsen fallen. In etablierten Revieren nutzen Bartgeier dafür immer wieder dieselben Stellen, sogenannte Knochenschmieden. Das sind meist flache Felsplatten von etwa 30 Quadratmetern Fläche.

Der Bartgeier ist dabei äußerst ausdauernd. Er lässt einen Knochen notfalls bis zu 40 Mal fallen, bis er in schlundgerechte Stücke zerbricht. Die Veranlagung, Knochen fallen zu lassen, ist dem Bartgeier angeboren, die technische Fertigkeit und Präzision entwickelt er jedoch erst im Laufe der Zeit durch Übung. Sehr erfahrene Vögel lassen den Knochen erst im Moment des Sturzflugs los, um die maximale Aufprallkraft zu nutzen.

Die zerkleinerten Knochensplitter werden dann geschluckt. Sie gelangen in den Magen des Bartgeiers, der eine extrem starke Magensäure besitzt, die selbst harte Knochen binnen kurzer Zeit auflösen kann.

Fortpflanzung und der Kampf ums Überleben: Kainismus

Bartgeier sind monogam und gehen eine lebenslange Paarbindung ein, meist im Alter von vier bis fünf Jahren. Ihre Lebenserwartung kann rund 50 Jahre betragen, doch geschlechtsreif werden sie erst mit fünf bis sieben Jahren. Bis zur ersten erfolgreichen Brut dauert es oft noch länger.

Die Balzflüge sind beeindruckend und zeigen die Wendigkeit und Geschicklichkeit der Vögel. Dazu gehören Verfolgungsjagden, Loopings, Fliegen auf dem Rücken (wobei sie sich manchmal an den Fängen packen und gemeinsam trudeln) und synchroner Flug im engen Abstand.

Sind Bartgeier monogam?
Bartgeier sind monogam – im Alter von etwa vier bis fünf Jahren gehen sie eine Paarbindung ein und bleiben ein Leben lang zusammen. Ihre Lebenserwartung beträgt rund 50 Jahre. Geschlechtsreif werden die Vögel erst im Alter von fünf bis sieben Jahren – bis zur ersten erfolgreichen Brut dauert oft noch länger.

Bartgeier bauen ihre Horste (Nester) in unzugänglichen Felsnischen. Der Bau beginnt oft schon im Herbst. Die Horste können mit der Zeit gewaltige Ausmaße erreichen, bis zu drei Meter breit und zwei Meter hoch, da sie von den Paaren über Jahre hinweg immer wieder genutzt und ausgebaut werden. Für den Nestbau verwenden sie neben Ästen auch Knochen und polstern die Nestmulde mit Federn und Tierhaaren aus. Gelegentlich finden sich in den Nestern auch ungewöhnliche Materialien wie Lappen, Papier oder sogar, wie in einem bekannten Fall, ein Gebetsteppich.

Die Eiablage erfolgt ungewöhnlich früh im Jahr, meist im späten Dezember oder Januar, zu einer Zeit, in der in ihren Lebensräumen oft harsches Wetter herrscht. Üblicherweise legt das Weibchen zwei Eier im Abstand von etwa einer Woche.

Die Brutdauer beträgt 52 bis 58 Tage, wobei sich beide Elternteile abwechseln. Das zweite Ei schlüpft etwa eine Woche nach dem ersten. Dies führt zu einem deutlichen Größenunterschied zwischen den beiden Jungvögeln. Der ältere, stärkere Jungvogel ist dem jüngeren im Kampf um das Futter überlegen. In den meisten Fällen stirbt der zweite schlüpfende Jungvogel innerhalb weniger Tage an Vernachlässigung, da er vom älteren Geschwister vom Futter ferngehalten wird und die Eltern das stärkere Küken bevorzugen. In seltenen Ausnahmefällen tötet der ältere Jungvogel sein schwächeres Geschwister aktiv. Dieses Verhalten wird als Kainismus bezeichnet, in Anlehnung an die biblische Geschichte von Kain und Abel.

Der biologische Grund für dieses Verhalten liegt in der limitierten Nahrungsverfügbarkeit. Die Jagd und der Transport von Knochen sind für die Eltern sehr energieaufwendig, und es gibt meist nur genug Nahrung, um ein Küken erfolgreich aufzuziehen. Das zweite Ei dient in erster Linie als biologische Reserve. Es stellt sicher, dass es Nachwuchs gibt, falls das erste Ei unbefruchtet ist, der Embryo abstirbt oder das erste Küken die ersten kritischen Tage nicht überlebt.

Die überlebenden Jungvögel schlüpfen überwiegend im März. Dies fällt zeitlich mit dem Einsetzen der Schneeschmelze zusammen, wodurch zahlreiche Kadaver von im Winter umgekommenen Wildtieren freigelegt werden. In dieser Zeit ist die Nahrungsbeschaffung für den wachsenden Jungvogel relativ einfach.

Die Nestlingszeit ist mit 110 bis 120 Tagen sehr lang. Während erwachsene Bartgeier Standvögel sind, streifen Jungvögel nach dem Ausfliegen weit umher. Sie verlassen dabei nur ausnahmsweise die Gebirge. Ihr Jugendkleid schützt sie auf diesen Streifzügen bis zu einem gewissen Grad vor Aggressionen von Revierinhabern. Erwachsene Vögel dulden junge Vögel im Jugendkleid oft an der Beute.

Geschichte und Schutz: Vom Lämmergeier zur erfolgreichen Wiederansiedlung

Die Geschichte des Bartgeiers in den Alpen ist ein dramatisches Beispiel für menschlichen Einfluss auf die Tierwelt. Aufgrund der falschen Vorstellung, ein gefährlicher Lämmerräuber zu sein, wurde der Vogel über Jahrhunderte gnadenlos verfolgt. Prämien wurden auf ihn ausgesetzt, und die Jagd war intensiv.

Dies führte innerhalb weniger als hundert Jahren zur völligen Ausrottung des Bartgeiers im gesamten Alpenbogen. Die letzten Vögel in den Alpen wurden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts geschossen oder ihre Nester zerstört. Der letzte bekannte Bartgeier in Österreich wurde 1906 erlegt, in Italien 1913 und in der Schweiz 1886.

Neben der direkten Verfolgung trugen auch andere Faktoren zu seinem Verschwinden bei. Der Rückgang großer Raubtiere wie Wolf und Luchs sowie die Ausrottung einiger Wildtierarten führten dazu, dass weniger Aas verfügbar war. Dies zwang die Bartgeier, auf tote Nutztiere zurückzugreifen, was wiederum die Konflikte mit den Menschen verschärfte und zur weiteren Dämonisierung beitrug. Auch die zunehmende Nutzung der Gebirgsregionen durch den Menschen verknappte seine Lebensgrundlage.

Glücklicherweise erkannte man im Laufe der Zeit die tatsächliche Rolle des Bartgeiers als harmloser Aasfresser und die ökologische Bedeutung seiner Spezialisierung. Dies führte zu Bestrebungen, die Art in ihrem ehemaligen Verbreitungsgebiet wieder anzusiedeln.

Warum heißt er Bartgeier?
Ein Geier mit Bart Im Englischen wird häufig die Bezeichnung „Lammergeyer“ verwendet. Im deutschsprachigen Raum war „Lämmergeier“ lange Zeit eine gebräuchliche Bezeichnung , da man fälschlicherweise annahm, dass Bartgeier Lämmer jagen .

Seit 1986 laufen internationale Wiederansiedlungsprojekte in den Alpen. Dabei werden in Gefangenschaft gezüchtete Jungvögel an geeigneten Standorten ausgewildert. Diese Projekte waren sehr erfolgreich, und heute brüten wieder Bartgeier in mehreren Regionen der Alpen, darunter auch in Österreich.

Trotz der Erfolge sind Bartgeier weiterhin streng geschützt. Illegale Abschüsse kommen leider immer noch vor und stellen eine ernste Bedrohung dar, wie der Fall eines Schweizer Jägers im Jahr 1997 zeigte. Auch das Auslegen von Giftködern, ursprünglich oft für Füchse oder Wölfe gedacht, wird den Bartgeiern zum Verhängnis. Ein weiteres großes Problem ist die von Jägern verwendete Bleimunition. Bleireste in Kadavern können von den Bartgeiern aufgenommen werden und zu Bleivergiftungen führen, die tödlich enden können. Zum Schutz der Bartgeier und anderer Aasfresser setzen sich Nationalparks und Schutzorganisationen für die Verwendung bleifreier Munition ein.

Die Rückkehr des Bartgeiers in die Alpen ist eine inspirierende Geschichte des Artenschutzes und zeigt, dass es möglich ist, Arten, die durch menschliches Handeln verschwunden sind, wieder anzusiedeln, wenn die notwendigen Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Vergleich: Ausgewachsener vs. Junger Bartgeier

Die Entwicklung vom grauschwarzen Jungvogel zum farbenprächtigen Altvogel ist ein Prozess, der mehrere Jahre dauert. Hier sind einige Unterschiede:

MerkmalAusgewachsener BartgeierJunger Bartgeier
Gefieder OberseiteGrauschwarzÜberwiegend grauschwarz
Gefieder UnterseiteWeiß bis rostrot (durch Schlammbäder)Überwiegend grauschwarz
AusfärbungNach 5-7 Jahren vollständig ausgefärbtWirkt dunkler und weniger kontrastreich
ErnährungFast ausschließlich Knochen (80%)Noch stärker auf Muskelfleisch angewiesen
VerhaltenStandvogel im BrutrevierStreift nach dem Ausfliegen weit umher
SozialverhaltenVerteidigt Revier (besonders Horst)Jugendkleid schützt vor Aggressionen erwachsener Vögel an Beute
FortpflanzungGeschlechtsreif mit 5-7 Jahren, lebenslange PaarbindungNoch nicht geschlechtsreif

Häufig gestellte Fragen zum Bartgeier

Warum heißt der Bartgeier so?

Der Bartgeier verdankt seinen Namen den auffälligen, borstenartigen schwarzen Federn, die ihm unterhalb des Schnabels wachsen und wie ein Bart aussehen.

Ist der Bartgeier gefährlich für Menschen oder Nutztiere?

Nein, der Bartgeier ist für Menschen oder gesunde Nutztiere nicht gefährlich. Er ist ein reiner Aasfresser und ernährt sich fast ausschließlich von den Überresten toter Tiere, insbesondere von Knochen. Die historischen Geschichten über Angriffe auf Lämmer oder Kinder sind Legenden und falsch.

Wie lange lebt ein Bartgeier?

Bartgeier können eine hohe Lebenserwartung erreichen, in Gefangenschaft bis zu 50 Jahre. In freier Wildbahn ist die Lebenserwartung oft etwas geringer, aber sie können dennoch sehr alt werden.

Wie viele Eier legt ein Bartgeier?

Ein Bartgeierweibchen legt in der Regel zwei Eier im Abstand von etwa einer Woche. Meist überlebt jedoch nur ein Küken.

Was ist Kainismus beim Bartgeier?

Kainismus beschreibt das Verhalten, bei dem das zuerst geschlüpfte, größere und stärkere Bartgeierküken das jüngere, schwächere Geschwister dominiert, es vom Futter fernhält oder in seltenen Fällen sogar tötet. Dies geschieht, weil die Eltern meist nur genug Nahrung für ein Küken finden können. Das zweite Ei dient als biologische Reserve.

Warum frisst der Bartgeier Knochen?

Der Bartgeier hat sich auf Knochen als Nahrungsquelle spezialisiert, um eine Nahrungsnische zu nutzen, die von anderen Tieren nicht beansprucht wird. Knochen sind nahrhaft und enthalten Eiweiß, Fett und Mineralstoffe. Mit seiner starken Magensäure kann der Bartgeier Knochen verdauen.

Gibt es Bartgeier noch in den Alpen?

Ja, dank erfolgreicher internationaler Wiederansiedlungsprojekte, die seit 1986 laufen, brüten heute wieder Bartgeier in mehreren Regionen der Alpen. Sie sind jedoch weiterhin eine stark geschützte Art.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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