Welche Sensorgröße hat die Kamera des Huawei P20 Pro?

Huawei P20 Pro Kamera: Sensorgrößen & Leistung

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Das Huawei P20 Pro stellte bei seiner Einführung einen Wendepunkt in der mobilen Fotografie dar. Als erstes Smartphone mit einem Triple-Kamera-System auf der Rückseite brach es mit Konventionen und setzte neue Maßstäbe. Doch es war nicht nur die Anzahl der Kameras, die beeindruckte, sondern auch die Technologie dahinter. Huawei hat hier nicht einfach einen dritten Sensor hinzugefügt, sondern ein durchdachtes System geschaffen, das in mehreren Aspekten herausragt.

Welche Sensorgröße hat die Kamera des Huawei P20 Pro?
Hauptkamera: 40 MP, 1/1,73″ RGB-Sensor mit Quad-Bayer-Struktur, f/1,8-Blende mit 27 mm äquivalenter Brennweite. Zweitkamera: 20 MP, 1/2,78″ Monochrom-Sensor, f/1,6-Blende mit 27 mm äquivalenter Brennweite.

Im Kern dieses Systems steht der Hauptkamerasensor, dessen Sensorgröße für ein Smartphone ungewöhnlich groß ist. Dies ist einer der Hauptgründe für die herausragende Leistung des P20 Pro in verschiedenen Aufnahmesituationen, insbesondere bei schwierigen Lichtverhältnissen und in Bezug auf den Dynamikumfang. Die Kombination aus diesem großen Sensor, einem dedizierten Monochrom-Sensor und einem Teleobjektiv ermöglichte Ergebnisse, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von keinem anderen Gerät erreicht wurden.

Die Sensoren des Huawei P20 Pro im Detail

Das Kamerasystem des Huawei P20 Pro besteht aus drei separaten Sensoren, die jeweils eine spezifische Aufgabe erfüllen und zusammenarbeiten, um die bestmögliche Bildqualität zu liefern:

Der Hauptsensor: Groß und Hochauflösend

Der zentrale Sensor ist ein 40-Megapixel-RGB-Sensor. Das Besondere daran ist seine physische Größe: Mit 1/1,73 Zoll ist er signifikant größer als die Sensoren, die typischerweise in Flaggschiff-Smartphones zu finden sind. Zum Vergleich: Der Sensor des Samsung Galaxy S9 war mit 1/2,55 Zoll deutlich kleiner. Trotz einer etwas kleineren Blendenöffnung von f/1.8 im Vergleich zu einigen Konkurrenten konnte der größere Sensor des P20 Pro dank seiner Fläche etwa 20 Prozent mehr Licht einfangen.

Dieser Sensor nutzt eine Quad-Bayer-Struktur. Das bedeutet, dass vier benachbarte Pixel in einer 2x2-Einheit angeordnet sind. Während der Sensor physisch 40 Millionen Pixel hat, werden die Daten im Normalbetrieb zu 10-Megapixel-Bildern zusammengefasst. Diese Technik, oft als Pixel Binning bezeichnet (Huawei nannte es „Light Fusion“), verbessert die Lichtempfindlichkeit und reduziert das Bildrauschen erheblich, was besonders bei schwachem Licht von Vorteil ist.

Die Hauptkamera verfügt über ein Objektiv mit einer äquivalenten Brennweite von 27mm.

Der Monochrom-Sensor: Für Details und Licht

Neben dem Haupt-RGB-Sensor findet sich ein sekundärer 20-Megapixel-Sensor. Dieser Sensor ist rein monochrom, das heißt, er nimmt nur Helligkeitsinformationen auf, keine Farben. Seine Größe beträgt 1/2,78 Zoll und er ist mit einem lichtstärkeren f/1.6-Objektiv ausgestattet, ebenfalls mit einer äquivalenten Brennweite von 27mm.

Der Monochrom-Sensor erfüllt mehrere wichtige Funktionen im Kamerasystem. Erstens hilft er dabei, die Lichtmenge, die das System insgesamt einfangen kann, weiter zu erhöhen, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen. Zweitens liefert er sehr feine Detailinformationen und weist ein geringes Rauschen auf, da keine Farbfilter über den Pixeln liegen. Diese Detailinformationen werden mit den Farbinformationen des RGB-Sensors kombiniert, um die Gesamtbildqualität zu verbessern, besonders beim Zoomen und bei wenig Licht. Drittens spielt der Monochrom-Sensor eine entscheidende Rolle bei der Tiefenschätzung für den Bokeh-Effekt, da er präzise Helligkeitsunterschiede erfassen kann, die zur Berechnung der Entfernung von Objekten im Bild genutzt werden.

Das Teleobjektiv: Für Reichweite

Der dritte Sensor im Triple-Setup ist ein 8-Megapixel-RGB-Sensor speziell für die Telefotografie. Mit einer Größe von 1/4,4 Zoll ist er kleiner als die anderen beiden Sensoren. Das zugehörige Objektiv hat eine Blende von f/2.4 und eine äquivalente Brennweite von 80mm. Dies ist eine deutlich längere Brennweite als bei den 2x-Teleobjektiven, die zu dieser Zeit typischerweise in anderen Smartphones wie dem iPhone oder Samsung Galaxy zu finden waren.

Die längere Reichweite dieses Teleobjektivs ist möglich, weil die Hauptkamera in Kombination mit dem hochauflösenden Monochrom-Sensor bereits in der Lage ist, bei einem 2x-Zoomfaktor (entspricht ca. 50-60mm Brennweite) gute Details zu liefern. Dadurch konnten sich die Ingenieure darauf konzentrieren, mit dem dedizierten Teleobjektiv eine noch größere Vergrößerung zu ermöglichen. Der Tele-Sensor liefert ebenfalls 10-Megapixel-Bilder (wahrscheinlich durch Upsampling oder eine ähnliche Verarbeitung).

Das Teleobjektiv ist zudem optisch stabilisiert, was bei längeren Brennweiten besonders wichtig ist, um Verwacklungen zu minimieren.

Die Leistung des Kamerasystems

Die Kombination dieser drei Sensoren und der intelligenten Bildverarbeitung führte zu einer herausragenden Gesamtleistung. Laut DXOMARK, einer führenden Quelle für Kamerabewertungen, setzte das Huawei P20 Pro zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung neue Maßstäbe und übertraf Konkurrenten wie das iPhone X, Google Pixel 2 und Samsung Galaxy S9 Plus deutlich. Mit einem Gesamtscore von 109 Punkten und einem Foto-Score von 114 Punkten erreichte es Spitzenwerte.

Stärken bei hellem Licht

Bei hellem Licht liefert das P20 Pro exzellente Bilder. Die Belichtung ist meist genau richtig, und der Dynamikumfang ist einer der besten, die zum damaligen Zeitpunkt gemessen wurden. Dies macht das Smartphone ideal für Aufnahmen in schwierigen Situationen mit hohem Kontrast. Bilder sind scharf, mit angenehmen Texturen und vielen Details. Rauschen ist sehr gut unter Kontrolle, praktisch nicht sichtbar in einfarbigen Flächen wie blauem Himmel.

Der Autofokus arbeitet zuverlässig und schnell. Die Farbwiedergabe ist generell sehr angenehm, auch wenn gelegentlich leichte Farbverschiebungen oder Artefakte wie Aliasing und Halos in sehr kontrastreichen Szenen auftreten können.

Herausragende Leistung bei wenig Licht

Dank des ungewöhnlich großen Hauptsensors und der Unterstützung durch den Monochrom-Sensor glänzt das Huawei P20 Pro besonders bei wenig Licht und in Innenräumen. Es liefert extrem niedrige Rauschpegel und bewahrt dabei gute Details. Im Vergleich zu Konkurrenzmodellen zeigte das P20 Pro bei Nachtaufnahmen deutlich bessere Details und weniger Rauschen.

Autofokus, Weißabgleich und Belichtung funktionieren auch bei sehr geringen Lichtverhältnissen zuverlässig. Die Farbwiedergabe bleibt auch bei abnehmendem Licht angenehm.

Der Blitz: Besser als erwartet

Obwohl Smartphone-Blitze oft nur als Notlösung dienen, lieferte der Blitz des P20 Pro eine der besten Leistungen, die DXOMARK bis dahin getestet hatte. Er ermöglichte eine gute Belichtung und Detailwiedergabe, mit sehr niedrigen Rauschpegeln.

Wie viele Megapixel hat das Huawei P20 Pro?
Drei Kameras sorgen für exzellente Bilder Die Hauptkamera wartet sogar mit extrem starken 40 Megapixeln auf. Um bei Dämmerlicht eine bessere Bildqualität zu erreichen, arbeitet die Kamera im Normalbetrieb allerdings „nur“ mit 10 Megapixeln.

Zoom und Bokeh

Der Zoom ist eine der größten Stärken des P20 Pro. Durch die Kombination des Hauptsensors mit dem Monochrom-Chip für mittlere Zoomstufen und des dedizierten 80mm-Teleobjektivs für längere Distanzen erreicht das Gerät ein Detailniveau beim Zoomen, das zum damaligen Zeitpunkt bei Smartphones unübertroffen war. Selbst bei 4x-Zoom konnten feine Details erhalten bleiben. Auch bei Innenaufnahmen oder wenig Licht lieferte der Zoom beeindruckende Ergebnisse.

Der Bokeh-Modus, der den Monochrom-Sensor zur Tiefenschätzung nutzt, liefert ebenfalls sehr gute Ergebnisse. Die Tiefenschätzung ist präzise, was zu einer sauberen Trennung des Motivs vom Hintergrund führt. Die Stärke und der Übergang der Unschärfe sind angenehm natürlich. Einzigartig ist, dass das P20 Pro auch Bildbereiche vor dem Motiv unscharf machen kann, was dem Effekt einer DSLR-Kamera sehr nahekommt.

Vergleich der Sensoren und Objektive

KameraMegapixelSensorgrößeBlendeÄquivalente BrennweiteBesonderheiten
Hauptkamera (RGB)40 MP (Quad Bayer)1/1,73 Zollf/1.827mmPixel Binning (10MP Output), PDAF
Sekundäre Kamera (Monochrom)20 MP1/2,78 Zollf/1.627mmHilft bei Licht, Details, Rauschen, Tiefenschätzung
Tele-Kamera (RGB)8 MP1/4,4 Zollf/2.480mmOptische Bildstabilisierung (OIS), für Zoom

Es ist die intelligente Integration und Zusammenarbeit dieser drei Kameras, die dem P20 Pro seine außergewöhnlichen Fähigkeiten verlieh. Die größere Sensorgröße des Hauptsensors legte dabei eine wichtige Grundlage für die Bildqualität.

Videoaufnahme

Auch im Videomodus überzeugte das P20 Pro. Es erreichte einen Video-Score von 98 Punkten bei DXOMARK und setzte sich damit knapp an die Spitze. Obwohl es keine optische Videostabilisierung hat, arbeitete die elektronische Videostabilisierung (EIS) sehr effizient und lieferte auch beim Gehen ruhige Aufnahmen. Dank des großen Hauptsensors waren die Rauschpegel sehr niedrig, und die Balance zwischen Detailerhalt und Rauschunterdrückung war gut.

Autofokus im Video war schnell und genau, und die Belichtung passte sich gut an wechselnde Lichtverhältnisse an, wenn auch manchmal mit leichten Sprüngen. Die Farbwiedergabe war meist akkurat, abgesehen von einem leichten Orangestich unter Wolframlicht.

Häufig gestellte Fragen

Welche Sensorgröße hat die Hauptkamera des Huawei P20 Pro?

Die Hauptkamera des Huawei P20 Pro verfügt über einen Sensor der Größe 1/1,73 Zoll. Dies war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ungewöhnlich groß für ein Smartphone und trug maßgeblich zur Bildqualität bei, insbesondere bei wenig Licht und hohem Dynamikumfang.

Wie viele Megapixel haben die Kameras des P20 Pro?

Das Huawei P20 Pro hat eine Triple-Kamera mit folgenden Auflösungen: eine 40-Megapixel-Hauptkamera (RGB), eine 20-Megapixel-Monochrom-Kamera und eine 8-Megapixel-Tele-Kamera. Die 40MP-Hauptkamera liefert im Normalbetrieb 10MP-Bilder durch Pixel Binning.

Wozu dient der Monochrom-Sensor?

Der 20-Megapixel-Monochrom-Sensor verbessert die Lichtaufnahme, erhöht den Detailreichtum, reduziert das Rauschen (insbesondere bei wenig Licht und beim Zoomen) und hilft bei der präzisen Tiefenschätzung für den Bokeh-Effekt.

Wie funktioniert der Zoom beim P20 Pro?

Das P20 Pro nutzt ein Hybrid-Zoom-System. Für mittlere Vergrößerungen kombiniert es die Daten des 40MP-Hauptsensors und des 20MP-Monochrom-Sensors. Für größere Vergrößerungen kommt das dedizierte 8MP-Teleobjektiv mit 80mm äquivalenter Brennweite zum Einsatz, oft in Kombination mit Daten der anderen Sensoren.

Ist die Kamera des Huawei P20 Pro gut bei wenig Licht?

Ja, die Kamera des Huawei P20 Pro ist dank ihres großen Hauptsensors und der Unterstützung durch den Monochrom-Sensor herausragend bei wenig Licht. Sie liefert Bilder mit sehr geringem Rauschen und gut erhaltenen Details.

Fazit

Das Huawei P20 Pro war zweifellos ein „Game Changer“ in der Welt der Smartphone-Kameras. Seine innovative Triple-Kamera-Architektur, insbesondere die Nutzung eines großen Hauptsensors und eines dedizierten Monochrom-Sensors, ermöglichte eine Leistung, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ihresgleichen suchte. Von der beeindruckenden Fähigkeit, Details bei wenig Licht einzufangen, über die unübertroffene Zoomleistung bis hin zum realistischen Bokeh-Effekt – das P20 Pro hat gezeigt, was mit intelligenter Sensor-Kombination und Bildverarbeitung möglich ist.

Die Sensorgröße des Hauptchips war dabei ein entscheidender Faktor, der zusammen mit den anderen Elementen des Systems ein neues Niveau der Bildqualität in einem Smartphone erreichte. Auch wenn neuere Modelle seitdem erschienen sind, bleibt das Huawei P20 Pro ein Meilenstein, der den Weg für zukünftige Multi-Kamera-Systeme geebnet hat.

Zu den größten Vorteilen gehörten die sehr guten Details beim Zoomen, der ansprechende Bokeh-Effekt, die exzellente Rauschkontrolle, der schnelle und präzise Autofokus sowie der weite Dynamikumfang. Kleinere Kritikpunkte waren gelegentliche Farbverschiebungen oder Artefakte, die aber in der Praxis oft kaum auffielen.

Insgesamt lieferte das Huawei P20 Pro ein beeindruckendes Paket, das es zur besten Wahl für viele Fotografie-Enthusiasten machte, die maximale Bildqualität von ihrem Smartphone erwarteten.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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