Der Film „Jungle“ aus dem Jahr 2017, unter der Regie von Greg McLean, erzählt die erschütternde und wahre Geschichte von Yossi Ghinsberg, der in den Tiefen des bolivianischen Amazonas ums Überleben kämpfte. Es ist eine packende Erzählung über Abenteuer, Freundschaft und die unerbittliche Kraft der Natur. Angesichts der extremen Umgebung, in der sich die wahre Geschichte abspielte, stellt sich natürlich die Frage: Wo genau wurde ein so intensiver und visuell eindrucksvoller Film gedreht?
Die Darstellung einer so feindseligen und abgelegenen Umgebung wie des bolivianischen Amazonas-Regenwaldes erfordert nicht nur logistischen Aufwand, sondern auch ein tiefes Verständnis für Authentizität und Sicherheit. Greg McLean, bekannt für seine Thriller, die oft Charaktere in gefährlichen Naturlandschaften zeigen, war von Yossis Geschichte fasziniert und entschlossen, sie so realistisch wie möglich zu verfilmen. Doch die Dreharbeiten fanden nicht ausschließlich am Schauplatz der wahren Begebenheit statt.

Die Suche nach Authentizität: Drehorte in Südamerika und Australien
Obwohl die Geschichte im bolivianischen Amazonas angesiedelt ist, wurden die Dreharbeiten für „Jungle“ tatsächlich an zwei Hauptstandorten durchgeführt, die sorgfältig ausgewählt wurden, um die verschiedenen Aspekte der Erzählung authentisch einzufangen. Regisseur Greg McLean bestätigte, dass der Film in zwei Teilen gedreht wurde: zuerst in Südamerika und anschließend in Australien.
Kolumbien: Das Herzstück des Dschungels und der Zivilisation
Der Großteil der Szenen, die Dörfer, Städte und weite Flusslandschaften zeigen, wurden in und um Bogotá in Kolumbien gefilmt. Bogotá diente als Basis für die Crew, von wo aus sie zu Drehorten fuhren, die nur etwa drei bis vier Stunden entfernt lagen. Diese Gebiete boten die notwendige Infrastruktur und die landschaftliche Vielfalt, um die verschiedenen Etappen von Yossis Reise darzustellen – vom Aufbruch in die Zivilisation bis zum Eintauchen in den dichten Dschungel und den gefährlichen Flüssen.
Besonders hervorzuheben ist, dass das indigene Dorf, das im Film eine wichtige Rolle spielt, nicht an einem existierenden Ort gefilmt, sondern tatsächlich im Dschungel außerhalb von Bogotá für die Produktion aufgebaut wurde. Dies ermöglichte eine bessere Kontrolle über das Set und die Darstellung. Auch die Besetzung der indigenen Charaktere war ein aufwendiger Prozess; es wurden gezielt bolivianische indigene Menschen gecastet, die zu dieser Zeit in Bogotá lebten, um kulturelle Authentizität zu gewährleisten, obwohl der Drehort nicht Bolivien war.
Queensland, Australien: Nahaufnahmen im dichten Grün
Für bestimmte Szenen, insbesondere Nahaufnahmen von Charakteren, die sich durch den Dschungel kämpfen, verlagerte sich die Produktion nach Queensland, Australien. Genauer gesagt wurde am Mount Tamborine gedreht, einem Gebiet außerhalb von Broadbeach. Die Wahl fiel auf diesen Ort, da er einen sehr dichten Dschungel aufweist, der visuell dem Amazonas ähnelt.
Greg McLean erklärte, dass es in solchen Nahaufnahmen oft schwierig ist, den genauen geografischen Standort zu erkennen, da sich dichte Dschungel ähneln können. Der Dreh in Australien bot zudem den Vorteil einer kontrollierteren Umgebung im Vergleich zu den abgelegenen und wilden Gebieten Südamerikas. Dies war besonders wichtig für Szenen, die eine hohe Präzision erforderten oder bei denen die Sicherheit eine noch größere Rolle spielte.
Herausforderungen und Sicherheit beim Dreh
Das Filmen in so extremen und potenziell gefährlichen Umgebungen wie den Dschungel- und Flusslandschaften Kolumbiens brachte erhebliche Herausforderungen mit sich. Die Sicherheit der Crew und der Schauspieler hatte oberste Priorität. McLean beschrieb den Dreh als eine der gefährlichsten Produktionen seiner Karriere.
Um den Risiken zu begegnen, war ein großes Sicherheitsteam vor Ort. Besonders bei den Szenen auf dem Fluss, die zu den furchteinflößendsten im Film gehören, wurde ein sehr erfahrenes Wildwasser-Rafting-Team eingesetzt, um die Crew und Ausrüstung sicher durch die Stromschnellen zu navigieren. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen gab es Momente, die brenzlig waren, aber glücklicherweise wurde niemand ernsthaft verletzt. Der Regisseur betonte, wie wichtig es war, „jede Menge Sicherheit und jede Menge wirklich gute Leute“ zu haben, um „am Leben zu bleiben“.
Daniel Radcliffes Hingabe zur Rolle
Ein wesentlicher Faktor für die Authentizität des Films war die Darstellung von Yossi Ghinsberg durch Daniel Radcliffe. Radcliffe zeigte eine bemerkenswerte Hingabe an die Rolle, die weit über das Schauspiel hinausging. Er traf sich intensiv mit dem echten Yossi Ghinsberg, um dessen Erfahrungen aus erster Hand zu verstehen. Acht Stunden lang hörte er Yossis detaillierter Erzählung seiner Tortur zu, was ihm half, die psychischen und physischen Strapazen der Figur zu erfassen.
Darüber hinaus unterzog sich Radcliffe einer extremen körperlichen Transformation für die Rolle. Um den Zustand der Auszehrung darzustellen, den Yossi nach fast drei Wochen im Dschungel erlebte, arbeitete Radcliffe mit Trainern und Ernährungsberatern zusammen, um auf sichere Weise Gewicht zu verlieren. Seine Diät war wochenlang auf ein Minimum beschränkt, was seine Verwandlung am Ende des Films erschütternd realistisch machte. Diese physische und mentale Vorbereitung trug maßgeblich dazu bei, die Strapazen des Überlebenskampfes, der in den Dschungel- und Flusslandschaften gefilmt wurde, glaubwürdig darzustellen.
Die Authentizität der Einheimischen
Die Interaktion mit den indigenen Völkern ist ein zentraler Bestandteil von Yossis wahrer Geschichte und seines Überlebens. Die Filmemacher legten großen Wert darauf, diese Begegnungen authentisch darzustellen. Wie bereits erwähnt, wurden für die Rollen der Einheimischen bolivianische indigene Menschen gecastet, die in der Nähe des Drehorts in Kolumbien lebten. Dies war ein aufwendiger Prozess, aber entscheidend, um die kulturelle Genauigkeit zu wahren.

Das aufgebaute Dorfset ermöglichte es, die Lebensweise und Umgebung der indigenen Gemeinschaft detailgetreu nachzubilden. Diese Bemühungen um Authentizität, sowohl bei den Darstellern als auch bei der Kulisse, unterstreichen den Respekt der Filmemacher vor Yossis Geschichte und den Menschen, die ihm begegneten.
Vom Festival-Erfolg zum Netflix-Hit
Nach seiner Premiere beim Melbourne International Film Festival (MIFF) im Jahr 2017, wo er als Eröffnungsfilm gezeigt wurde, fand „Jungle“ später auch auf Netflix ein großes Publikum. Der Film erreichte hohe Platzierungen in den Charts der Streaming-Plattform, was Greg McLean überraschte und begeisterte. Dieser Erfolg, insbesondere auf einer globalen Plattform wie Netflix, ist eine Anerkennung für die harte Arbeit und das Engagement des gesamten Teams, die Geschichte von Yossi Ghinsberg so packend und realistisch wie möglich zu erzählen.
Die Herausforderungen beim Dreh in Kolumbien und Queensland, die logistischen Schwierigkeiten, die Sicherheitsmaßnahmen und die physische Hingabe der Schauspieler, insbesondere von Daniel Radcliffe, zahlten sich aus. Der Film vermittelt auf eindringliche Weise die Isolation, Gefahr und den Überlebenswillen im Angesicht der ungezähmten Natur, auch wenn die Kulisse nicht immer der ursprüngliche Schauplatz war.
Vergleich der Schauplätze
| Aspekt | Wahre Geschichte (Schauplatz) | Drehort 1 | Drehort 2 |
|---|---|---|---|
| Region | Bolivianischer Amazonas | Kolumbien (Umgebung Bogotá) | Queensland, Australien (Mount Tamborine) |
| Dargestellte Szenen | Überleben im Dschungel, Begegnungen | Dörfer, Städte, Flüsse, Weitwinkel-Dschungel-Aufnahmen, aufgebautes indigenes Dorf | Nahaufnahmen von Charakteren im Dschungel |
| Zweck des Drehorts | Der tatsächliche Ort der Ereignisse | Infrastruktur, Zugänglichkeit, Vielfalt der Landschaften, Möglichkeit zum Aufbau von Sets | Kontrolliertere Umgebung, dichte Dschungelvegetation für Nahaufnahmen |
| Herausforderungen | Extreme Abgelegenheit, unvorhersehbare Gefahren | Logistik, Sicherheit in gefährlichen Gebieten (Flüsse, Dschungel) | Sicherheitsmanagement, logistische Koordination |
Häufig gestellte Fragen zum Dreh von „Jungle“
Wo wurde der Film „Jungle“ hauptsächlich gedreht?
Der Film wurde hauptsächlich in Kolumbien, in der Umgebung von Bogotá, sowie für bestimmte Dschungelszenen in Queensland, Australien (Mount Tamborine), gedreht. Der eigentliche Schauplatz der wahren Geschichte, der bolivianische Amazonas, diente als Vorbild, aber nicht als ausschließlicher Drehort.
War der echte Yossi Ghinsberg am Set dabei?
Ja, Yossi Ghinsberg war während der Produktion anwesend. Er besuchte die Dreharbeiten sowohl in Kolumbien als auch in Australien und stand dem Regisseur und insbesondere Daniel Radcliffe, der ihn spielte, beratend zur Seite. Dies ermöglichte eine authentische Darstellung seiner Erfahrungen.
Wie wurde die Authentizität der indigenen Völker im Film sichergestellt?
Es wurde ein aufwendiges Casting durchgeführt, um gezielt bolivianische indigene Menschen zu finden, die zur Zeit des Drehs in Bogotá lebten. Zudem wurde ein detailliertes Set eines indigenen Dorfes im Dschungel nahe Bogotá aufgebaut, um die Umgebung realistisch nachzubilden.
War der Dreh in den Dschungel- und Flussszenen gefährlich?
Ja, Regisseur Greg McLean beschrieb den Dreh als sehr gefährlich. Es wurden umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, darunter ein großes Sicherheitsteam und erfahrene Wildwasser-Experten für die Flussszenen. Glücklicherweise wurde niemand ernsthaft verletzt.
Welche Vorbereitung hat Daniel Radcliffe für die Rolle des Yossi Ghinsberg getroffen?
Daniel Radcliffe traf sich intensiv mit Yossi Ghinsberg, um dessen Geschichte zu verstehen. Er unterzog sich auch einem strengen Diät- und Trainingsplan, um die körperliche Auszehrung realistisch darzustellen, sowie Dialekt-Coaching für den israelischen Akzent von Yossi Ghinsberg.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Produktion von „Jungle“ ein enormes Unterfangen war, das weit über die Grenzen Boliviens hinausführte, um die dramatische Geschichte von Yossi Ghinsbergs Überleben mit größtmöglicher Authentizität und visueller Kraft zu erzählen. Die Wahl der Drehorte in Kolumbien und Queensland ermöglichte es, die Herausforderungen des Dschungels und die Emotionen der Charaktere wirkungsvoll einzufangen, unterstützt durch die Hingabe des Casts und der Crew.
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