Das Pergamonmuseum auf der Berliner Museumsinsel ist eines der meistbesuchten Museen Deutschlands und beherbergt weltberühmte Kulturschätze wie den Pergamonaltar und das Ischtar-Tor. Viele Menschen fragen sich, wann sie diese beeindruckenden Exponate wieder live erleben können. Die Antwort ist komplex, denn das Museum wird im Rahmen des Masterplans Museumsinsel grundlegend saniert und erweitert – ein Projekt von außergewöhnlichem Umfang und langer Dauer.

Die Notwendigkeit der Sanierung: Ein historisches Gebäude im Wandel
Das Pergamonmuseum, 1930 eröffnet und nach Plänen von Alfred Messel erbaut, wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Die nachfolgenden Reparaturen konnten die Schäden und den altersbedingten Sanierungsrückstau nicht vollständig beheben. Die aktuelle Grundinstandsetzung ist die erste umfassende Sanierung in der Geschichte des Gebäudes. Sie dient nicht nur dem Erhalt des UNESCO-Welterbes für künftige Generationen, sondern auch der Modernisierung und Neuausrichtung des Museumsbetriebs. Ziel ist es, das Museum optimal für die Zukunft aufzustellen und seine weltweite Strahlkraft zu steigern, um ein noch breiteres Publikum anzusprechen.
Ein Projekt in Etappen: Bauabschnitte und Zeitpläne
Die umfassende Sanierung des Pergamonmuseums ist in zwei große Bauabschnitte unterteilt. Diese Aufteilung ist dem enormen Umfang und der Komplexität des Vorhabens geschuldet.
Bauabschnitt A: Der Anfang der Wiedereröffnung
Dieser erste Abschnitt umfasst den Nordflügel und den nördlichen Mittelteil des Museums. Hier befinden sich einige der bekanntesten Exponate, darunter der einzigartige Pergamonaltar und das Museum für Islamische Kunst. Die bauliche Fertigstellung dieses Abschnitts ist für das Jahr 2025 geplant. Die Wiedereröffnung für Besucher wird voraussichtlich im Frühjahr 2027 erfolgen. Das bedeutet, dass ein Teil des Museums bereits in wenigen Jahren wieder zugänglich sein wird, was vielen Kunst- und Geschichtsinteressierten große Freude bereiten dürfte.
Bauabschnitt B: Das große Finale
Der zweite und letzte Bauabschnitt ist noch umfangreicher. Er beinhaltet die Grundinstandsetzung des Südkopfs, des Südflügels (mit der weltberühmten Prozessionsstraße von Babylon und dem Ischtar-Tor) sowie des Mittelbaus Süd (mit dem Miletsaal). Die bauvorbereitenden Maßnahmen für diesen Abschnitt begannen bereits im Oktober 2023. Der Baubeginn der Hauptmaßnahmen ist planmäßig für März 2025 angesetzt. Dieser Abschnitt umfasst auch die Errichtung des lang geplanten vierten Flügels, der das Museum zu einem geschlossenen Rundgang auf der Hauptebene ergänzt. Die bauliche Fertigstellung des Bauabschnitt B wird für das Jahr 2036 avisiert.

Die Wiedereröffnung des gesamten Pergamonmuseums, also nach Abschluss beider Bauabschnitte, ist für das Jahr 2037 geplant. Dies ist das entscheidende Datum für alle, die das Museum in seiner vollständigen Pracht erleben möchten. Es verdeutlicht die außergewöhnlich lange Laufzeit dieses Großprojekts.
Was die Zukunft bringt: Neue Einblicke und Verbindungen
Nach der Fertigstellung wird das Pergamonmuseum nicht nur saniert, sondern auch erweitert und besser an die übrige Museumsinsel angebunden sein. Der neue vierte Flügel wird als „gläserne Vitrine“ konzipiert und ermöglicht einen durchgehenden Rundgang. Hier werden künftig auch Teile des Ägyptischen Museums und die rekonstruierte Palastfassade vom Tell Halaf zu sehen sein.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Sanierung ist die Anbindung an die Archäologische Promenade. Diese unterirdische Erschließung wird optimale Verbindungen zu den anderen Museen der Museumsinsel schaffen: dem Bode-Museum, dem Neuen Museum und der James-Simon-Galerie. Dies verbessert das Besuchererlebnis auf der gesamten Insel erheblich.
Auch die Außenanlagen rund um das Museum werden neugestaltet, und der Pergamonsteg über den Kupfergraben wird neu errichtet, um die Zugänglichkeit zu verbessern.
Kosten und Komplexität: Ein Großprojekt im Herzen Berlins
Die Sanierung des Pergamonmuseums ist nicht nur zeitlich, sondern auch finanziell ein Projekt der Superlative. Allein für den Bauabschnitt B sind Kosten in Höhe von rund 722,4 Millionen Euro veranschlagt. Hinzu kommen Mittel für Risiken und Baupreissteigerungen in Höhe von rund 295,6 Millionen Euro. Die gesamte Baumaßnahme wird vollständig aus Bundesmitteln finanziert.

Die lange Dauer und die hohen Kosten sind auf eine Vielzahl von Herausforderungen zurückzuführen, die das Bauen im historischen Bestand mit sich bringt:
- Lange Projektlaufzeit: Projekte über Jahrzehnte erfordern ständige Anpassung an sich ändernde Standards (Brandschutz, Barrierefreiheit, Energieeffizienz) und Nutzeranforderungen.
- Bauen im historischen Bestand: Das Gebäude ist durch Kriegsschäden und frühere Reparaturen sehr inhomogen. Umfangreiche Untersuchungen des Bestands sind oft erst nach der Freiräumung möglich, was zu unvorhergesehenen Entdeckungen und Planungsänderungen führen kann.
- Eingebaute Kunst- und Kulturobjekte: Monumentale, unersetzliche Architekturexponate wie der Pergamonaltar, das Ischtar-Tor oder das Markttor von Milet verbleiben während der Bauarbeiten im Gebäude. Ihr Schutz erfordert eine extrem vorsichtige Bauweise mit strengen Grenzwerten für Erschütterungen und Setzungen, überwacht durch ein aufwändiges Monitoringsystem.
- Denkmalschutz und Weltkulturerbe: Das Bauvorhaben findet im UNESCO-Welterbe Museumsinsel statt und unterliegt strengen Auflagen des Denkmalschutzes.
- Räumliche Beengtheit und Logistik: Die Lage mitten auf der Insel, umgeben von Wasser und einer Bahntrasse, schränkt Baustelleneinrichtungsflächen und Kran-Kapazitäten stark ein, was die Logistik enorm erschwert.
Häufig gestellte Fragen zur Museumsinsel und zum Pergamonmuseum
Wann wird das gesamte Pergamonmuseum wieder geöffnet?
Die vollständige Wiedereröffnung des Pergamonmuseums nach Abschluss beider Bauabschnitte ist für das Jahr 2037 geplant.
Wann öffnet der erste Teil des Pergamonmuseums wieder?
Der erste Bauabschnitt (Nordflügel und nördlicher Mittelteil mit Pergamonaltar) soll baulich 2025 fertig sein und im Frühjahr 2027 für Besucher wiedereröffnet werden.
Warum dauert die Sanierung des Pergamonmuseums so lange?
Die lange Dauer ist auf die außergewöhnliche Komplexität des Projekts zurückzuführen: Bauen im historischen Bestand, Schutz unersetzlicher, eingebauter Großobjekte, strenge Denkmalschutzauflagen, die Lage im UNESCO-Welterbe, logistische Herausforderungen auf der Insel und die schiere Größe des Vorhabens.
Wie hoch sind die Kosten für die Sanierung?
Alleine für den zweiten Bauabschnitt sind Kosten von über 722 Millionen Euro zuzüglich Risikopuffer von rund 295 Millionen Euro veranschlagt. Das Gesamtprojekt wird vom Bund finanziert.

Welche Teile des Pergamonmuseums sind derzeit geschlossen?
Das gesamte Pergamonmuseum ist seit dem 23. Oktober 2023 für Besucher geschlossen.
Welche Teile der Museumsinsel sind noch geöffnet?
Die anderen Museen auf der Museumsinsel – das Bode-Museum, das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie und das Alte Museum – sind weiterhin geöffnet (Montags sind die Staatlichen Museen zu Berlin in der Regel geschlossen; Bode-Museum und Altes Museum sind zusätzlich dienstags geschlossen). Auch die Ausstellung „Pergamonmuseum. Das Panorama“ ist weiterhin zugänglich.
Wie viel kostet der Eintritt zur Museumsinsel?
Ein Museumsinsel-Ticket, das den Eintritt in alle geöffneten Museen der Museumsinsel an einem Tag ermöglicht, kostet 24 Euro. Es gibt auch die Berlin WelcomeCard Museumsinsel, die über drei aufeinanderfolgende Tage einmaligen Eintritt pro Museum erlaubt.
Fazit: Ein Geduldsspiel mit großer Belohnung
Die Sanierung des Pergamonmuseums ist ein Jahrhundertprojekt, das Geduld erfordert. Die geplanten Wiedereröffnungstermine – 2027 für den ersten Teil und 2037 für das gesamte Museum – mögen weit entfernt erscheinen. Doch sie sind notwendig, um dieses einzigartige Kulturgut für kommende Generationen zu bewahren und das Besuchererlebnis auf der gesamten Museumsinsel zu verbessern. Die Investition sichert nicht nur das Gebäude, sondern auch die Präsentation unschätzbarer Artefakte in einem modernen und zugänglichen Rahmen. Die Vorfreude auf die vollständige Wiedereröffnung bleibt groß, wenn die Archäologische Promenade und alle sanierten Bereiche zugänglich sein werden.
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