Wie kann ich ein Bild in Photoshop in Duplex umwandeln?

Kreative Bildtonung mit Duplex-Presets in PS

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Photoshop bietet eine Fülle von Werkzeugen zur kreativen Bildbearbeitung. Eine Funktion, die auf den ersten Blick primär für den Offsetdruck relevant zu sein scheint, birgt jedoch einen wahren Schatz an kreativen Möglichkeiten für alle, die ihre Bilder einzigartig tönen möchten: der Duplex-Modus. Auch wenn Sie keinerlei Ambitionen im Druckbereich haben, lohnt sich ein genauerer Blick auf die darin enthaltenen, oft sehr subtilen Voreinstellungen.

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Normalerweise wird der Duplex-Modus verwendet, um Graustufenbilder mit einer oder mehreren zusätzlichen Farben zu drucken, um den Tonwertumfang zu erweitern und spezielle Farbeffekte zu erzielen. Für den digitalen Gebrauch, beispielsweise zur Anzeige im Internet, ist der Duplex-Modus nicht direkt geeignet, da er auf spezielle Druckfarben und -kanäle ausgelegt ist. Doch genau hier liegt der Trick: Wir können die in diesem Modus verfügbaren Voreinstellungen nutzen und das Ergebnis anschließend wieder in einen für digitale Zwecke geeigneten Farbmodus wie RGB umwandeln. Die spezielle Tonung, die durch die Duplex-Einstellungen erzielt wurde, bleibt dabei erhalten und steht uns für weitere Bearbeitungsschritte zur Verfügung.

Wie kann ich ein Bild in Photoshop in Duplex umwandeln?
SO FUNKTIONIERT ES:1Ausgangsbild zur Umwandlung in Duplex ist immer ein Bild im Graustufen-Modus - also ggf. ...2Unter dem Menüpunkt "Bild" wählt man jetzt "Modus" - "Duplex". ...3Man kann dort bis zu vier Druckfarben und die Bildart auswählen. ...4Im Ordner "Duplex" findet man wieder 3 Unterordner (Duplex, Triplex, Quadruplex).

Der Weg zum Duplex-Bild und zurück

Um ein Bild in Photoshop in den Duplex-Modus umzuwandeln, müssen Sie einige Schritte befolgen. Zunächst muss das Bild im Graustufen-Modus vorliegen. Wenn Sie also mit einem Farbbild (z.B. RGB) beginnen, konvertieren Sie es zunächst in Graustufen. Dies tun Sie typischerweise über das Menü 'Bild' -> 'Modus' -> 'Graustufen'. Achten Sie darauf, dass Sie eine Kopie Ihres Bildes verwenden oder das Original speichern, falls Sie die Farbversion noch benötigen.

Sobald das Bild im Graustufen-Modus ist, können Sie es in den Duplex-Modus umwandeln. Gehen Sie erneut zu 'Bild' -> 'Modus' und wählen Sie nun 'Duplex'. Es öffnet sich ein Dialogfeld, in dem Sie den Typ (Duplex, Triplex, Quadruplex) und die verwendeten Farben festlegen können. Die eigentliche Magie verbirgt sich jedoch hinter den Voreinstellungen. Photoshop bietet hier eine beeindruckende Sammlung vorgefertigter Gradationskurven. Diese Kurven bestimmen, wie die Schwarzwerte und die hinzugefügten Farben auf die Helligkeitswerte des ursprünglichen Graustufenbildes reagieren. Ein 'Schwarz & Gelb'-Duplex beispielsweise verwendet eine Kurve für Schwarz und eine für Gelb, die zusammen das endgültige getonte Bild ergeben.

Die Standard-CMYK-Duplex-Voreinstellungen mögen auf den ersten Blick etwas langweilig erscheinen. Aber es gibt eine Vielzahl anderer Optionen, darunter Duplexe mit Pantone-Farben oder anderen Volltonfarben, sowie Triplex- und Quadruplex-Voreinstellungen, die mit drei oder vier Farben arbeiten. Ein Triplex, beispielsweise Schwarz mit zwei weiteren Farben, ermöglicht noch feinere Tonwertabstufungen und komplexere Farbkombinationen als ein einfacher Duplex. Es lohnt sich definitiv, diese verschiedenen Voreinstellungen durchzublättern und auszuprobieren, wie sie sich auf Ihr Bild auswirken.

Der entscheidende Schritt für die digitale Nutzung ist nun die Rückumwandlung in einen geeigneten Farbmodus, meist RGB. Wählen Sie dazu 'Bild' -> 'Modus' -> 'RGB-Farbe'. Wie wir bereits erwähnt haben, bleibt die durch den Duplex- oder Triplex-Modus erzeugte Tonung dabei erhalten. Sie haben nun ein RGB-Bild, dessen Farbstimmung durch die ausgewählte Duplex-Voreinstellung geprägt ist. Dieses Bild können Sie nun wie gewohnt in Photoshop weiterbearbeiten.

Kreatives Mischen mit Fülloptionen

Die wahre Stärke der Duplex-Presets für die digitale Bildbearbeitung zeigt sich, wenn wir anfangen, mehrere getonte Versionen eines Bildes miteinander zu kombinieren. Stellen Sie sich vor, Sie haben dasselbe Graustufenbild zweimal in den Duplex-Modus umgewandelt, einmal mit einer Gelb-Schwarz-Voreinstellung und einmal mit einer Rot-Schwarz-Voreinstellung. Beide Bilder haben Sie anschließend wieder in den RGB-Modus konvertiert.

Sie können diese beiden RGB-Bilder nun als Ebenen in einem Dokument übereinanderlegen. Die Herausforderung besteht darin, sie so zu überblenden, dass eine reizvolle Mischung entsteht, beispielsweise die gelbe Tönung nur in den hellen Bereichen des Bildes wirksam werden zu lassen, während die Rottönung die Schatten und Mitteltöne dominiert.

Es gibt in Photoshop, wie so oft, mehrere Wege, dies zu erreichen. Eine besonders effektive Methode ist die Verwendung der Fülloptionen. Diese erreichen Sie am schnellsten, indem Sie in der Ebenenpalette einen Doppelklick auf das Miniaturbild der Ebene machen (nicht auf den Ebenennamen).

Die Macht der Fülloptionen: Schieberegler verstehen

Im Dialogfeld der Fülloptionen finden Sie im Bereich 'Erweiterte Füllmethoden' eine Sektion namens 'Farbbereich: Graustufen'. Hier gibt es zwei Schieberegler-Paare: 'Diese Ebene' und 'Darunterliegende Ebene'. Diese Regler sind unglaublich mächtig, um zu steuern, in welchen Helligkeitsbereichen die aktuelle Ebene (oder die darunterliegenden Ebenen) sichtbar ist.

Der Schieberegler 'Diese Ebene' steuert die Sichtbarkeit der Ebene, auf die Sie die Fülloptionen anwenden, basierend auf ihren eigenen Helligkeitswerten (in Graustufen, auch wenn die Ebene Farbe hat). Der linke Regler bestimmt, wo die Ebene in den dunklen Bereichen unsichtbar wird, der rechte Regler, wo sie in den hellen Bereichen unsichtbar wird. Standardmäßig sind beide Regler ganz außen, was bedeutet, dass die Ebene über den gesamten Helligkeitsbereich (von Schwarz 0 bis Weiß 255) sichtbar ist.

Der Clou für unser Beispiel – die gelbe Tönung nur in den Lichtern zu zeigen – liegt darin, den rechten Schieberegler für 'Diese Ebene' nach links zu verschieben. Wenn wir ihn beispielsweise auf 220 setzen, wird alles in dieser Ebene, das heller als 220 ist, mit voller Deckkraft angezeigt. Alles, was dunkler ist, wird je nach Position des linken Reglers und der Teilung ausgeblendet.

Der Trick für weiche Übergänge: Sie können die beiden Hälften eines Schiebereglers voneinander trennen. Halten Sie dazu die ALT-Taste (oder Option-Taste auf dem Mac) gedrückt, während Sie eine Hälfte des Reglers verschieben. Wenn Sie beispielsweise den rechten Regler für 'Diese Ebene' teilen und die linke Hälfte bei 165 und die rechte Hälfte bei 220 positionieren, bedeutet das: Alles, was in dieser Ebene dunkler als 165 ist, wird komplett unsichtbar. Alles, was heller als 220 ist, wird voll sichtbar. Und was dazwischen liegt (von 165 bis 220), wird graduell von unsichtbar zu voll sichtbar eingeblendet. Dies erzeugt einen wunderbar weichen Übergangseffekt, der die Tönung nur schrittweise in den hellen Bereichen erscheinen lässt.

Zusätzlich können Sie die gesamte Deckkraft der Ebene reduzieren (z.B. auf 70%), um sicherzustellen, dass auch in den Bereichen maximaler Sichtbarkeit immer noch ein Teil der darunterliegenden Ebene durchscheint. Dies ermöglicht noch feinere Abstufungen und Mischungen.

Ergebnisse und Vergleiche

Mit dieser Technik – dem Mischen mehrerer Duplex-getonter Ebenen in RGB mithilfe der geteilten Schieberegler in den Fülloptionen – können Sie beeindruckende und subtile Farbkombinationen erzielen. Das Ergebnis des Mischens einer gelb getönten Ebene (auf Lichter beschränkt) mit einer rot getönten Ebene (als Hintergrund) kann einem Triplex-Effekt sehr ähnlich sehen. Der Vorteil dieser Methode ist jedoch, dass sie oft intuitiver ist als das manuelle Einstellen komplexer Gradationskurven in Triplex-Modus, was eine gute Portion Übung erfordert, um gezielte Ergebnisse zu erzielen.

Da unser Endziel ohnehin ein RGB-Bild für die digitale Nutzung ist, macht es Sinn, den Weg über die Duplex-Presets, die Umwandlung in RGB und das anschließende Mischen mit den Fülloptionen zu wählen. Dieser Weg ist oft einfacher und bietet mehr Flexibilität bei der Feinabstimmung der Mischung. Das Beispiel mit Cyan-Duplex für die Lichter und Dunkelorange-Duplex für die Schatten zeigt, wie vielfältig die erzielbaren Effekte sein können, wenn man verschiedene Duplex-Presets kombiniert und gezielt über die Helligkeitsbereiche verteilt.

Die Fülloptionen bieten noch viele weitere Einstellungsmöglichkeiten, die in diesem Zusammenhang jedoch zu weit führen würden. Für die hier beschriebene Technik reicht es, sich auf die Schieberegler im Farbbereich 'Graustufen' zu konzentrieren. Sie sind ein mächtiges Werkzeug, um Bilder basierend auf ihren Tonwerten gezielt zu bearbeiten und zu mischen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum sollte ich den Duplex-Modus nutzen, wenn ich nicht drucke?

Der Hauptgrund für die digitale Bildbearbeitung sind die vielfältigen und oft sehr gut gestalteten Voreinstellungen für die Tonwertkurven, die Photoshop im Duplex-, Triplex- und Quadruplex-Modus anbietet. Diese Presets können als schnelle und kreative Ausgangspunkte für die Tonung Ihrer Graustufenbilder dienen, die Sie dann in RGB weiterverarbeiten können.

Muss das Bild in Graustufen sein, um Duplex anzuwenden?

Ja, der Duplex-Modus in Photoshop ist darauf ausgelegt, Graustufenbilder mit zusätzlichen Farben zu tönen. Sie müssen Ihr Farbbild zuerst in Graustufen konvertieren, bevor Sie den Duplex-Modus anwenden können.

Was ist der Unterschied zwischen Duplex, Triplex und Quadruplex?

Der Unterschied liegt in der Anzahl der Farben, die zusätzlich zu Schwarz verwendet werden können. Duplex verwendet eine zusätzliche Farbe (insgesamt 2), Triplex verwendet zwei zusätzliche Farben (insgesamt 3), und Quadruplex verwendet drei zusätzliche Farben (insgesamt 4). Mehr Farben ermöglichen potenziell feinere Tonwertabstufungen und komplexere Farbmischungen.

Was machen die Schieberegler unter 'Diese Ebene' in den Fülloptionen?

Diese Schieberegler steuern die Sichtbarkeit der aktuellen Ebene basierend auf ihren eigenen Helligkeitswerten. Der linke Regler bestimmt, wie dunkle Bereiche ausgeblendet werden, der rechte Regler, wie helle Bereiche ausgeblendet werden. Sie arbeiten mit den Helligkeitswerten des Bildes, die von 0 (Schwarz) bis 255 (Weiß) reichen.

Warum sollte ich den Schieberegler in den Fülloptionen teilen (mit ALT-Taste)?

Das Teilen des Schiebereglers erzeugt einen Übergangsbereich. Anstatt die Ebene abrupt ab einem bestimmten Helligkeitswert ein- oder auszublenden, wird sie über einen definierten Bereich (zwischen den beiden Hälften des geteilten Reglers) graduell ein- oder ausgeblendet. Dies führt zu wesentlich weicheren und natürlicheren Übergängen bei der Bildmischung oder Tonung.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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