War Jesus ein Weisser?

Darstellung Jesu: Geschichte und Wirkung

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Die Figur Jesu Christi steht im Zentrum des christlichen Glaubens und hat über Jahrhunderte hinweg Menschen inspiriert, herausgefordert und zu tiefgreifenden Fragen angeregt. Ob durch seine Lehren, seine Taten oder die Art und Weise, wie er in Kunst und Theologie dargestellt wurde, Jesus bleibt eine zentrale Gestalt, deren Bedeutung und Interpretation sich im Laufe der Geschichte gewandelt hat. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Facetten dieser komplexen Figur, von einem seiner bekanntesten Zitate über eine wichtige prophetische Darstellung bis hin zur kontroversen Frage seiner historischen und kulturellen Darstellung.

Was ist das berühmteste Zitat von Jesus?
“Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.

Betrachten wir zunächst ein Zitat, das oft zitiert wird, wenn es um die Grundlagen des christlichen Glaubens geht und die Notwendigkeit einer tiefgreifenden Veränderung im Leben eines Menschen hervorhebt. Jesus spricht hier von einer spirituellen Wiedergeburt:

“Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.

Dieses Zitat aus dem Johannesevangelium betont die Unterscheidung zwischen der natürlichen, fleischlichen Existenz und einer neuen Existenz, die durch den Heiligen Geist ermöglicht wird. Es geht um eine Transformation, eine neue Geburt, die notwendig ist, um eine Beziehung zum Reich Gottes zu haben. Das aus dem Fleisch Geborene bleibt fleischlich, mit seinen Begrenzungen und seiner Sterblichkeit. Doch das aus dem Geist Geborene ist geistlich, verbunden mit dem Göttlichen und fähig, in Gottes Reich einzugehen. Diese Worte unterstreichen die zentrale Rolle des Geistes im christlichen Verständnis der Erlösung und des Zugangs zu Gott.

Der Weiße Reiter in der Offenbarung

Neben den Lehren und Gleichnissen Jesu gibt es auch prophetische Schriften, die seine zukünftige Rolle beschreiben. Ein besonders eindrucksvolles Bild findet sich in der Offenbarung des Johannes, wo ein mysteriöser Reiter auf einem weißen Pferd erscheint:

Da öffnete sich der Himmel vor meinen Augen, und ich sah ein weißes Pferd. Der darauf saß, heißt »der Treue und Wahrhaftige«. Es ist der gerechte Richter, der für die Gerechtigkeit kämpft! Seine Augen leuchteten wie flammendes Feuer, und sein Kopf war mit vielen Kronen geschmückt. Der Reiter trug einen Namen, den nur er selbst kannte. Sein Gewand war mit Blut getränkt, und sein Name lautete: »das Wort Gottes«. Die Heere des Himmels folgten ihm auf weißen Pferden. Sie alle trugen Gewänder aus reinem, strahlend weißem Leinen. Aus dem Mund des Reiters kam ein scharfes Schwert, mit dem er die Völker besiegt. Er wird mit eisernem Zepter über sie herrschen. Und wie beim Keltern der Saft aus den Trauben gepresst wird, so wird er sie zertreten, und sie werden den furchtbaren Zorn des allmächtigen Gottes zu spüren bekommen. Auf seinem Gewand, an der Hüfte, stand der Name: »König über alle Könige! Herr über alle Herren!« Dann sah ich einen Engel, umstrahlt vom Sonnenlicht. Mit lauter Stimme rief er allen Vögeln zu, die hoch am Himmel flogen: »Kommt her! Versammelt euch zum großen Festmahl, das Gott bereitet hat. Stürzt euch auf das Fleisch der Könige, der Heerführer und aller Mächtigen dieser Erde. Fresst das Fleisch der Pferde und ihrer Reiter, das Fleisch der Herren und der Sklaven, der Großen und der Kleinen.« Dann sah ich das Tier und die Herrscher der Erde. Mit ihren Armeen waren sie angetreten, um gegen den Reiter auf dem weißen Pferd und gegen sein Heer zu kämpfen. Doch das Tier wurde ergriffen und mit ihm der falsche Prophet. Der hatte im Auftrag des Tieres die Wunder getan und damit alle verführt, die das Zeichen des Tieres angenommen und seine Statue angebetet hatten. Bei lebendigem Leib wurden beide – das Tier und der Lügenprophet – in einen See voller brennendem Schwefel geworfen. Die anderen wurden mit dem Schwert getötet, das aus dem Mund des Reiters auf dem weißen Pferd kam. Und alle Vögel fraßen sich satt an ihrem Fleisch.

Dieser Abschnitt aus Offenbarung 19 beschreibt die Wiederkunft Jesu in Macht und Herrlichkeit. Der Weiße Reiter wird eindeutig identifiziert durch Namen wie »der Treue und Wahrhaftige«, »das Wort Gottes« und »König über alle Könige! Herr über alle Herren!«. Diese Titel verbinden ihn direkt mit Jesus Christus, wie er im Johannesevangelium als das Wort Gottes beschrieben wird. Er kommt nicht als leidender Diener, sondern als gerechter Richter, dessen Augen flammendes Feuer sind, bereit, die Völker zu besiegen und mit eisernem Zepter zu herrschen. Das blutgetränkte Gewand mag auf sein Leiden hinweisen, aber hier ist er der siegreiche Heerführer. Die Heere des Himmels folgen ihm, gekleidet in reines, strahlend weißes Leinen, was ihre Reinheit und Zugehörigkeit zu ihm symbolisiert. Das Schwert aus seinem Mund ist ein Symbol für die Kraft seines Wortes und seines Urteils. Die Szene gipfelt in der endgültigen Niederlage des Tieres (oft als Antichrist interpretiert) und des falschen Propheten, die in den See aus brennendem Schwefel geworfen werden. Dieser Text ist eine kraftvolle Darstellung der endgültigen Gerechtigkeit und des Sieges Christi über die Mächte des Bösen.

Was ist das berühmteste Zitat von Jesus?
“Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.

Die Darstellung Jesu: War Jesus weiß?

Über Jahrhunderte hinweg haben Künstler, Theologen und Kulturen versucht, Jesus bildlich darzustellen. Dabei hat sich eine bestimmte Vorstellung von seinem Aussehen etabliert, die heute weit verbreitet ist, aber historisch nicht korrekt ist. Die Frage, ob Jesus weiß war, mag manchen trivial erscheinen, birgt aber tiefgreifende theologische, historische und gesellschaftliche Implikationen, insbesondere im Hinblick auf Rassismus und Repräsentation.

Sarah Vecera, stellvertretende Abteilungsleiterin bei der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), setzt sich intensiv mit dieser Frage auseinander. Sie betont, dass Jesus historisch gesehen natürlich nicht weiß war. Er war Jude und lebte im Nahen Osten. Seine physischen Merkmale entsprachen wahrscheinlich denen der Menschen in dieser Region zur damaligen Zeit. Die Vorstellung eines weißen Jesus entstand viel später.

Die "koloniale Karriere" eines Bildes

Vecera erklärt, dass die Darstellung Jesu als weißer Mitteleuropäer im frühen Mittelalter begann. In dieser Zeit wurde Jesus zunehmend mit römischen Kaisern und Philosophen gleichgesetzt, Figuren, die europäische Gesichtszüge trugen. Dies war der Beginn einer Entwicklung, die sie als absichtsvolle „koloniale Karriere“ des weißen Jesus bezeichnet. Dieses Bild wurde durch die Geschichte getragen, von der Aufklärung über den Kolonialismus bis hin zum Nationalsozialismus, der Jesus sogar als Arier vereinnahmte.

Die Verbreitung eines weißen Christusbildes durch weiße Missionare hatte verheerende Auswirkungen auf außereuropäische Völker. Indem Christus als weiß dargestellt wurde, wurde implizit vermittelt, dass die „weißen“ Europäer den Schwarzen Menschen in den besetzten Ländern überlegen seien. Diese Symbolik griff auf eine Farbsymbolik zurück, die sich auch in der Bibel findet, wo Weiß oft Reinheit, Heiligkeit und Göttlichkeit symbolisiert, während Schwarz negativ konnotiert sein kann. Diese Farbsymbolik wurde missbraucht und verstärkte rassistische Vorstellungen.

Die Kirche spielte laut Vecera eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Verfestigung von Rassismus. Im Zusammenspiel mit Philosophen der Aufklärung, die allgemeingültige menschliche Werte proklamierten, aber gleichzeitig die Ausbeutung und Misshandlung von Menschen of Color rechtfertigten, wurde eine Hierarchie geschaffen. Dies funktionierte nur, indem „Weiße“ als die „wahren“ Menschen und „Schwarze“ als weniger wertvoll dargestellt wurden. Ohne diese Abwertung wäre der Widerspruch zwischen proklamierten Werten und tatsächlichem Handeln kaum auszuhalten gewesen.

Was ist der weiße Reiter in Offenbarung 19:11-21?
Offenbarung 19:11-21 HFA. Da öffnete sich der Himmel vor meinen Augen, und ich sah ein weißes Pferd. Der darauf saß, heißt »der Treue und Wahrhaftige«. Es ist der gerechte Richter, der für die Gerechtigkeit kämpft!

Rassismus in der Kirche heute – Eine unaufgearbeitete Geschichte

Die Vorstellung, dass Rassismus in der Kirche nach 1945 vorbei sei oder dass in der Kirche sowieso niemand diskriminiert werde, ist laut Vecera ein Trugschluss. Diese Geschichte wurde nicht ausreichend aufgearbeitet. Rassismus ist immer noch vorhanden, oft versteckt und strukturell. Sie vergleicht es mit Asbest in den Wänden – man muss danach suchen, um es zu finden.

Ein sichtbares Zeichen dafür ist die geringe Anzahl von Menschen of Color in den Gemeinden der Landeskirchen. Vecera hinterfragt kritisch, warum dies so ist. Oft sieht sich die Kirche auf der Seite der Guten und glaubt, dass alle willkommen sind. Doch die Realität sieht anders aus. Wer steht auf der Kanzel und wer putzt das Klo im Gemeindehaus? Diese Fragen zeigen, wo rassistische Muster wirken könnten. Viele Geflüchtete, die 2015 in die Gemeinden kamen, sind heute nicht mehr da. Menschen of Color sind kaum in Leitungsgremien vertreten.

Diese mangelnde Repräsentation führt auch zu einem Mangel an Vorbildern. Vecera selbst war mit 30 Jahren die erste Frau of Color im Talar, die sie in einer deutschen Gemeinde sah. Sie trägt den Talar bewusst, um anderen Menschen of Color zu zeigen, dass solche Positionen für sie erreichbar sind.

Kindheitserfahrungen prägen ebenfalls. Vecera erinnert sich, dass Menschen of Color oft als „die Anderen“ dargestellt wurden – Fremde, Hilfsbedürftige, Kriminelle. Es gab keine Figuren, mit denen sie sich identifizieren konnte. Kinderbibeln und Kinderbücher zeigten weiße Vorbilder. Selbst Lieder wie „Schwarze, Weiße, Rote, Gelbe, Gott hat sie alle lieb“ greifen Farbsymboliken aus längst widerlegten Rassenideologien der Aufklärung auf und geben diese subtil weiter.

Wieso kam Jesus auf die Erde?
Jesus wurde von Gott auf die Erde geschickt, weil Gott den Menschen nahe sein will. Deswegen ist er in Jesus selbst zum Menschen geworden. Jesus hat viel vom “Reich Gottes” erzählt. Damit ist eine Welt gemeint, in der alle friedlich zusammenleben und jeder Mensch alles hat, was man für ein gutes Leben braucht.

Wege zu Veränderung und einer Kirche ohne Rassismus

Vecera trifft viele Menschen, die es gut meinen, aber ihre eigenen rassistischen Muster nicht erkennen. Dies liegt oft daran, dass sie in denselben strukturellen Gegebenheiten aufgewachsen sind wie alle anderen Deutschen. Reflexe wie das Festhalten der Handtasche oder das Wechseln der Straßenseite, wenn ein Mann of Color auftaucht, sind erlernte Muster.

Um Rassismus in der Kirche zu überwinden, ist es entscheidend, mit Menschen of Color ins Gespräch zu kommen und ihre Erfahrungen ernst zu nehmen, statt mit Abwehr zu reagieren. Ein Beispiel dafür ist der Fall eines Jugendlichen of Color, der sich durch die Verwendung des N-Worts gekränkt fühlte. Der Pfarrer nahm den ehrenamtlichen Mitarbeiter in Schutz, statt sich um die Gefühle des Jugendlichen zu kümmern. Dies ist, als würde man sich nach einem Unfall zuerst um den Verursacher statt um das Opfer kümmern.

Trotz solcher Herausforderungen sieht Vecera im Gespräch eine riesige Chance für Veränderung. Sie teilt die Erfahrung mit einem über 90-jährigen Mann, der nach ihrem Vortrag über die rassistische Geschichte des M-Worts verstand, warum dieses Wort problematisch ist, obwohl es für ihn nie ein Problem war. Das Zuhören und die Bereitschaft zu lernen sind entscheidend.

Es geht nicht um Schuldzuweisungen oder Scham, sondern um konstruktive Kritik und Verantwortungsübernahme. Aus christlicher Sicht wissen wir, dass alle Fehler machen und von Gottes Gnade abhängig sind. Die Bibel zeigt, dass Gott nicht die Perfekten will, sondern an der Seite der Fehlerhaften und Ausgegrenzten steht. Paulus zeigt in seinen Schriften, dass sich in der frühen Kirche bereits sehr unterschiedliche Menschen und Kulturen trafen. Dies ist eine gute Grundlage, um auf eine Kirche ohne Rassismus hinzuarbeiten.

Häufig gestellte Fragen

  • Was bedeutet das Zitat „Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird...“?
    Dieses Zitat aus Johannes 3:5-6 beschreibt die Notwendigkeit einer spirituellen Wiedergeburt durch den Heiligen Geist, um in das Reich Gottes einzugehen. Es unterscheidet zwischen der natürlichen, fleischlichen Geburt und einer neuen, geistlichen Geburt.
  • Wer ist der Weiße Reiter in Offenbarung 19?
    Der Weiße Reiter wird in Offenbarung 19:11-21 als »der Treue und Wahrhaftige«, »das Wort Gottes« und »König über alle Könige! Herr über alle Herren!« bezeichnet. Er kommt auf einem weißen Pferd, um als gerechter Richter die Mächte des Bösen zu besiegen. Dies wird als Darstellung Jesu Christi in seiner Wiederkunft gedeutet.
  • War Jesus historisch gesehen weiß?
    Nein, Jesus war Jude und stammte aus dem Nahen Osten. Seine historische Erscheinung entsprach der Bevölkerung dieser Region. Die Darstellung Jesu als weißer Mitteleuropäer entstand viel später in der Geschichte.
  • Wie kam es zur Darstellung Jesu als weiß?
    Die Darstellung begann im frühen Mittelalter, als Jesus mit europäischen Figuren wie römischen Kaisern gleichgesetzt wurde. Diese Darstellung wurde während des Kolonialismus bewusst verbreitet, um eine angebliche Überlegenheit der weißen Europäer zu untermauern und rassistische Ideen zu rechtfertigen.
  • Trägt die Kirche heute noch rassistische Muster in sich?
    Laut Expertinnen wie Sarah Vecera ja. Obwohl viele es gut meinen, gibt es unaufgearbeitete rassistische Geschichten und strukturelle Muster, die sich in der geringen Repräsentation von Menschen of Color, unbewussten Verhaltensweisen und mangelnder Sensibilität für die Erfahrungen Betroffener zeigen.
  • Was kann getan werden, um Rassismus in der Kirche zu überwinden?
    Wichtig sind das Zuhören und Ernstnehmen der Erfahrungen von Menschen of Color, konstruktive Kritik, Verantwortungsübernahme, das Erkennen und Aufarbeiten eigener und struktureller rassistischer Muster sowie das Bewusstsein für die biblische Grundlage der Vielfalt und Gottes Gnade für alle.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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