Die Welt der Mobiltelefone hat sich rasant entwickelt, und viele Namen sind auf diesem Weg gekommen und gegangen. Einer, der für eine prägnante Ära stand, war Sony Ericsson. Dieser Zusammenschluss zweier Giganten aus Japan und Schweden versprach, das Beste aus zwei Welten zu vereinen: Sonys Multimedia-Expertise und Ericssons Erfahrung im Mobilfunk. Doch wie begann diese Reise und welches war das erste Gerät, das unter diesem neuen Banner erschien?
Die Geburt eines Joint Ventures
Die Geschichte von Sony Ericsson begann offiziell am 1. Oktober 2001, aber die Weichen wurden bereits am 28. August desselben Jahres gestellt. An diesem Tag einigten sich Sony und Ericsson darauf, ihre jeweiligen Mobiltelefon-Sparten zusammenzulegen. Die Ziele waren klar definiert: Sony sollte einen starken Einstieg in den hart umkämpften Handy-Markt erhalten, während Ericsson, das zu dieser Zeit mit roten Zahlen kämpfte, wieder auf Kurs gebracht werden sollte. Dieses Joint Venture war auf eine Dauer von elf Jahren angelegt und endete im Februar 2012, als Sony die Anteile von Ericsson für 1,05 Milliarden Euro übernahm und die Sparte fortan als „Sony Mobile Communications“ führte. Anfangs setzten die frischgebackenen Partner auf den Massenmarkt. Es wurden preisgünstige Handys entwickelt, die technisch keine bahnbrechenden Neuerungen mit sich brachten und auch das etablierte Handy-Design der Zeit übernahmen. Doch das änderte sich bald.

Das erste Sony Ericsson: Das T68i
Das allererste Mobiltelefon, das offiziell die Marke Sony Ericsson trug, war das T68i. Dieses Gerät baute auf dem Erfolg des Ericsson T68m auf, das oft einfach als T68 bezeichnet wurde. Das T68i war das erste Produkt, das nach der Bekanntgabe des Joint Ventures im Oktober 2001 unter der neuen Marke auf den Markt kam. Es präsentierte sich in einem aktualisierten Design, wahlweise in Blau-Weiß/Silber oder Grau/Silber. Neben dem neuen Look gab es auch eine Software-Aktualisierung, auch wenn das beliebte Tetris-Spiel, das auf dem ursprünglichen Ericsson T68m enthalten war, beim T68i fehlte. Das T68i war ein wichtiges Gerät für Sony Ericsson, da es den Übergang von der reinen Ericsson-Welt zur neuen gemeinsamen Identität markierte. Es war mehr als nur ein Rebranding; es war das erste Zeichen für die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens.
Fotografie zum Anclipsen: Die CommuniCam MCA-20
Eine der bemerkenswertesten Eigenschaften, die mit dem T68i in Verbindung gebracht wird, war das Zubehör: die anclipbare Kamera namens MCA-20 CommuniCam. Ursprünglich wurde diese Kamera als separates Zubehör für einen Preis von etwa 99 £ oder 145 US-Dollar angeboten. Später, als sich der Produktionszyklus des T68i dem Ende näherte, wurde die CommuniCam oft kostenlos im Paket mit dem Telefon mitgeliefert. Die MCA-20 CommuniCam verfügte über einen 24-Bit-Farb-VGA-Sensor mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln. Für die damalige Zeit war dies eine interessante Erweiterung der Handy-Funktionalität. Die Kamera konnte bis zu 14 Bilder in voller Auflösung speichern. Wenn man eine kleinere Auflösung von 80 x 60 Pixeln wählte, passten sogar über 200 Bilder auf den Speicher. Das Speichern eines Bildes auf der Kamera dauerte etwa 10 Sekunden, und die Übertragung zum Speicher des Telefons beanspruchte rund 30 Sekunden. Auch wenn die Bildqualität aus heutiger Sicht bescheiden erscheint, war dies ein früher Schritt in Richtung mobiler Fotografie und zeigte das Potenzial, eine Kamera immer dabei zu haben. Es gibt Beispiele für Bilder, die 2004 mit einer solchen CommuniCam aufgenommen wurden, beispielsweise von Torbjörn Wigren, einem damaligen Systemingenieur bei Ericsson, während eines Langstrecken-Eisschnelllaufrennens in Schweden. Solche Aufnahmen dokumentieren die damaligen Möglichkeiten und Grenzen der mobilen Fotografie.
Der T68i im Rampenlicht: James Bond
Ein weiterer Anspruch auf Ruhm für das Sony Ericsson T68i ist sein Auftritt im Kino. Es war das erste kommerziell erhältliche Mobiltelefon, das in einem James-Bond-Film zu sehen war. Im Film „Stirb an einem anderen Tag“ (Die Another Day) aus dem Jahr 2002 wurde das T68i von der Figur Jinx, gespielt von Halle Berry, als getarnte Bombe verwendet. Auch das spätere Sony Ericsson P800 hatte einen Auftritt in diesem Film, was die Präsenz der Marke im populären Kino unterstrich.
Die Evolution: Walkman und Cyber-shot
Nach den anfänglichen Massenmarkt-Geräten begann Sony Ericsson im Jahr 2005 richtig aufzublühen und seine Multimedia-DNA zu zeigen. Die jahrelange Erfahrung von Ericsson und Sonys Verständnis für multimediale Inhalte prägten fortan die Produktentwicklung. Dies führte zur Einführung von zwei sehr erfolgreichen und prägenden Produktreihen: * Die Walkman-Reihe: Das erste Handy mit dem berühmten Walkman-Branding war das W800i. Es begeisterte viele Musikliebhaber, denn es verfügte über einen eingebauten MP3-Player und wurde mit Stereo-Kopfhörern geliefert. Auch die Kamera war für die damalige Zeit mit 2 Megapixeln beachtlich. Eine Akkulaufzeit von 30 Stunden bei Nutzung des MP3-Players war eine beeindruckende Leistung. Im selben Jahr kam das W550i auf den Markt, ein Oberklasse-Handy, das auch als kleine Spielekonsole diente und drei vorinstallierte 3D-Spiele bot, wenngleich die 1,3-Megapixel-Kamera mit 4fachem Digitalzoom weniger innovativ war. 2006 folgte das W950i mit Touchpad und einem internen Speicher von 4 GB, auf dem rund 4000 Lieder gespeichert werden konnten. Obwohl die Walkman-Reihe sehr populär war, brachte sie nicht den erhofften finanziellen Erfolg. * Die Cyber-shot-Reihe: Im Jahr 2008 stellte Sony Ericsson eine neue Modellreihe vor, die sich auf die Fotografie konzentrierte: die Cyber-shot-Handys. Das C902 war ein frühes Beispiel, das mit einer 5-Megapixel-Kamera ausgestattet war. Diese Kamera bot Neuerungen wie Fotolicht, Bildstabilisator, Gesichtserkennung und Autofokus. Wie bei den Walkman-Handys stand auch hier die Nutzung von Multimedia-Inhalten im Vordergrund, mit verbesserten Musik- und Videoplayern für ein besseres Klangerlebnis.

Das Megapixelrennen und die Realität der Handy-Fotografie
Die Entwicklung von Handykameras schritt schnell voran, und das „Megapixelrennen“, das man von Digitalkameras kannte, erreichte auch die Mobiltelefone. Im Februar 2009 kündigte Sony Ericsson auf einer Mobilfunkmesse in Barcelona einen weiteren Meilenstein an: das erste 12-Megapixel-Mobiltelefon. Dies war das Projekt „Idou“, das später als Sony Ericsson Satio auf den Markt kam. Diese Ankündigung löste eine Debatte aus. Während hochauflösende Kameras in Handys es ermöglichten, „digitale Erinnerungen“ festzuhalten, die für das Internet oder kleine Abzüge (10x15 cm) ausreichten, konnten sie mit „richtigen“ Digitalkameras bei Weitem nicht mithalten. Die Hauptprobleme lagen in den winzigen Sensoren (typischerweise 3,2x2,4 mm im Handy verglichen mit 8x6 mm oder 6x4,5 mm in Kompaktkameras) und den begrenzten Objektiven ohne optischen Zoom. Eine hohe Auflösung auf einem winzigen Sensor führt oft zu „Matsch und Rauschen“ statt zu feinen Details. Digitaler Zoom verschärft das Problem, da er lediglich einen Ausschnitt vergrößert und die effektive Auflösung stark reduziert (bei 2-fachem Zoom bleiben nur noch 1/4 der Pixel, bei 3-fachem nur 1/9). Wer wirklich qualitativ hochwertige Fotos machen wollte, wurde weiterhin ermutigt, eine gute Digitalkamera zu nutzen.
„Entertainment Unlimited“ und das Ende einer Ära
Im Februar 2009 kündigte Sony Ericsson die neue Produktprämisse „Unbegrenzte Unterhaltung“ (Entertainment Unlimited) an. Ziel war es, die besten Funktionen der Walkman- und Cyber-shot-Handys in ausgewählten zukünftigen Geräten zu vereinen und durch weitere Features wie Java-Applikationen und die PlayNow-Dienste zu ergänzen. Das Projekt Idou mit seiner 12,1-Megapixel-Kamera und dem Xenon-Blitz wurde als Ausblick auf diese neue Generation präsentiert, die auch ein Full-Touch-Menü und das Betriebssystem der zukünftigen Symbian-Foundation nutzen sollte. Filme und Videos sollten im Breitbildformat 16:9 abspielbar sein. Trotz hoher Verkaufszahlen von insgesamt rund 30,8 Millionen Geräten pro Jahr machte das Joint Venture kaum Gewinn. Der Markt sättigte sich, und Sony Ericsson hatte zunehmend Schwierigkeiten, sich von der Konkurrenz abzuheben und Verkaufsschlager zu produzieren. Die Hoffnung auf höhere Gewinne mit zukünftigen Walkman- und Cyber-shot-Generationen erfüllte sich nicht. Das letzte offiziell unter der Marke Sony Ericsson veröffentlichte Handy war das Sony Ericsson txt pro im Jahr 2011, ein Messaging-Handy mit vollständiger Tastatur. Doch auch dieses Gerät konnte das Joint Venture nicht retten. Wie geplant, endete die Zusammenarbeit im Februar 2012, als Ericsson seine Anteile verkaufte. Sony führte die Mobilfunksparte unter dem Namen Sony Mobile Communications weiter. Interessanterweise wurde das erste Smartphone aus der erfolgreichen Sony Xperia-Reihe noch gemeinsam mit Ericsson entwickelt, was eine Art Übergang markierte. Die Ära von Sony Ericsson war von Innovationen im Bereich Multimedia, insbesondere Musik und Fotografie, geprägt. Vom ersten T68i mit anclipbarer Kamera bis zu den spezialisierten Walkman- und Cyber-shot-Handys versuchte das Unternehmen stets, Unterhaltung ins Zentrum des mobilen Erlebnisses zu rücken. Auch wenn das Joint Venture letztendlich nicht den erhofften langfristigen finanziellen Erfolg brachte, hinterließ es doch einen bleibenden Eindruck in der Geschichte der Mobiltelefone.
Vergleich ausgewählter Sony Ericsson Modelle
| Modell | Veröffentlichung (ca.) | Besonderheit 1 | Besonderheit 2 |
|---|---|---|---|
| T68i | Ende 2001 / Anfang 2002 | Erstes Sony Ericsson gebrandetes Handy | Kompatibel mit anclipbarer CommuniCam (MCA-20) |
| W800i | 2005 | Erstes Walkman-Handy | Integrierter MP3-Player, 2MP Kamera |
| W950i | 2006 | Walkman-Handy mit Touchpad | 4GB interner Speicher |
| C902 | 2008 | Cyber-shot-Handy | 5MP Kamera mit Features (Autofokus, Gesichtserkennung) |
| Projekt Idou / Satio | 2009 (angekündigt) | Ankündigung 12.1MP Kamera | Full-Touch-Menü, Symbian OS |
| txt pro | 2011 | Messaging-Handy | Volle Tastatur (Slider) |
Häufig gestellte Fragen zu Sony Ericsson
Wann wurde das Joint Venture Sony Ericsson gegründet?
Sony und Ericsson einigten sich am 28. August 2001 auf die Zusammenlegung ihrer Mobilfunksparten. Das Joint Venture startete offiziell am 1. Oktober 2001.
Welches war das erste Handy unter der Marke Sony Ericsson?
Das erste unter der Marke Sony Ericsson veröffentlichte Mobiltelefon war das T68i.
Was war die CommuniCam beim T68i?
Die CommuniCam (MCA-20) war eine anclipbare externe Kamera für das T68i. Sie hatte einen VGA-Sensor (640x480 Pixel) und war ein frühes Beispiel für erweiterbare Handy-Fotografie.

Wann kam das erste Sony Ericsson Walkman-Handy heraus?
Das erste Handy mit dem Walkman-Branding, das W800i, wurde im Jahr 2005 veröffentlicht.
Wann startete die Sony Ericsson Cyber-shot-Reihe?
Die Cyber-shot-Reihe mit Fokus auf Fotografie begann im Jahr 2008 mit Modellen wie dem C902.
Wann endete das Joint Venture Sony Ericsson?
Das Joint Venture endete im Februar 2012, als Sony die Anteile von Ericsson übernahm.
War das erste Sony Xperia-Smartphone noch von Sony Ericsson?
Das erste Smartphone aus der Sony Xperia-Reihe wurde noch gemeinsam mit Ericsson entwickelt.
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