Wofür ist Jacques Henri Lartigue bekannt?

Vernakulare Fotografie & Lartigue: Der Alltag im Bild

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Fotografie ist mehr als nur Kunstwerke in Galerien oder sorgfältig inszenierte Bilder. Ein riesiger Teil der visuellen Kultur besteht aus Aufnahmen, die nicht mit künstlerischer Absicht entstanden sind, sondern einfach das tägliche Leben festhalten. Diese Bilder, oft in Familienalben, Archiven oder auf Dachböden versteckt, werden unter dem Begriff vernakulare Fotografie zusammengefasst. Sie dokumentieren private Momente, soziale Rituale, politische Strömungen und die schlichte Existenz der Menschen, oft ohne Anspruch auf Perfektion oder Anerkennung. Lange Zeit von der Kunstgeschichte und der akademischen Forschung vernachlässigt, gewinnen diese Alltagsbilder zunehmend an Bedeutung als unschätzbare Quellen für das Verständnis von Gesellschaft und Kultur.

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Im Jahr 2018 beleuchtete ein bedeutendes Symposium an der Columbia University, organisiert von The Walther Collection, The Center for the Study of Social Difference und The Barnard Center for Research on Women, genau diese Thematik. Unter dem Titel „Imagining Everyday Life: Engagements with Vernacular Photography“ versammelten sich renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um die Vielschichtigkeit dieser oft übersehenen Fotografien zu ergründen. Ziel war es, die sozialhistorischen Kontexte nicht-künstlerischer Fotografie nachzuzeichnen, ihre Bedeutung herauszuarbeiten und die Definitionen der vernakularen Fotografie kritisch zu hinterfragen und zu aktualisieren. Experten aus unterschiedlichen Disziplinen diskutierten über Objekte und Bilder aus Alltagskontexten und präsentierten neue Ansätze, um die komplexen Wechselwirkungen zwischen Fotografie, politischen Strömungen, sozialen Werten, Normen und privaten Alltagsritualen zu entschlüsseln. Die Liste der Teilnehmerinnen und Teilnehmer umfasste namhafte Persönlichkeiten wie Ariella Azoulay, Geoffrey Batchen, Tina M. Campt und viele andere, was die wachsende akademische Anerkennung für dieses Feld unterstreicht.

Was ist vernakulare Fotografie?
Ähnlich dem klassischen Porträt scheinen auch diese Bilder von der neuzeitlichen Faszination für das Individuum, die Identität und das menschliche Gesicht geprägt zu sein. Doch im Gegensatz zu klassischen Porträts dienen diese Fotos vor allem praktischen, persönlichen, kommerziellen und bürokratischen Zwecken.

Was bedeutet vernakulare Fotografie?

Der Begriff vernakulare Fotografie bezieht sich auf Fotografien, die nicht primär für künstlerische Zwecke oder kommerzielle Veröffentlichung geschaffen wurden, sondern im Kontext des alltäglichen Lebens entstehen. Dies können Familienfotos, Urlaubs-Schnappschüsse, Amateuraufnahmen von Ereignissen oder einfach nur Bilder sein, die erstellt wurden, um Erinnerungen festzuhalten oder Informationen zu dokumentieren. Ihr Wert liegt oft weniger in ihrer technischen oder ästhetischen Perfektion als vielmehr in ihrer Authentizität und ihrem Potenzial als historische und soziale Dokumente. Sie geben Einblicke in das, was Menschen wichtig war, wie sie sich selbst und ihre Umgebung sahen und welche Rituale und Normen ihr Leben prägten.

Das Symposium von 2018 betonte die Notwendigkeit, diese Bilder nicht nur als private Erinnerungsstücke, sondern als wichtige kulturelle Artefakte zu betrachten. Sie können uns viel darüber lehren, wie sich soziale Werte im Laufe der Zeit verändert haben, wie politische Ereignisse das Alltagsleben beeinflussten oder wie sich private Rituale wie Feiern, Reisen oder das Familienleben entwickelten. Die Forschung in diesem Bereich ist multidisziplinär und zieht Erkenntnisse aus der Soziologie, Geschichte, Anthropologie, Kunstgeschichte und anderen Feldern heran, um die tieferen Bedeutungen hinter diesen scheinbar einfachen Bildern zu entschlüsseln.

Jacques Henri Lartigue: Der Chronist des Glücks

Wenn man über Fotografie spricht, die das Alltägliche einfängt, kommt man unweigerlich auf Jacques Henri Lartigue (1894–1986) zu sprechen. Geboren in eine wohlhabende Familie im Westen von Paris, begann Lartigue bereits im zarten Alter von sieben Jahren zu fotografieren. Seine frühen Werke sind eine wunderbare Chronik seiner Kindheit und Jugend, erfüllt von Bewegung, Freude und dem Abenteuer des Lebens. Er fotografierte seine Familie und Freunde beim Spielen, Rennen und Springen. Er hielt ihre selbstgebauten Rennwagen, Drachen, Segelflugzeuge und sogar den Aufstieg auf den Eiffelturm fest. Lartigue war einer der Ersten, der die einfache Kodak Brownie Kamera für Schnappschüsse nutzte, was seinen spontanen Stil maßgeblich prägte.

Neben dem Familienleben dokumentierte Lartigue auch öffentliche Ereignisse, die ihn faszinierten, insbesondere im Bereich des Sports und der frühen Luftfahrt. Er fotografierte Rennen wie die Coupe Gordon Bennett und den Großen Preis von Frankreich sowie die ersten Flüge von Pionieren der Luftfahrt wie Gabriel Voisin, Louis Blériot und Hubert Latham. Auch Tennisspielerinnen wie Suzanne Lenglen bei den French Open hielt er fest. Viele seiner berühmten frühen Aufnahmen entstanden ursprünglich in Stereo, aber er arbeitete mit einer Vielzahl von Formaten und Medien, darunter Glasplatten, Autochromes und Film. Er entwickelte seine Fotos von jungen Jahren an selbst, was ihm eine direkte Kontrolle über seine Arbeit ermöglichte.

Der lange Weg zur Anerkennung

Obwohl Lartigue einige seiner Fotos an Sportmagazine verkaufte, konzentrierte er sich im mittleren Alter hauptsächlich auf die Malerei, die zu seiner Haupteinnahmequelle wurde. Die Fotografie betrieb er jedoch unermüdlich weiter und führte sein Leben lang detaillierte Tagebücher über seine Aufnahmen. Seine Leidenschaft für das Festhalten des Lebens blieb ungebrochen, auch wenn die breite Öffentlichkeit seine fotografische Arbeit kaum kannte.

Die Wende kam spät in seinem Leben. Im Alter von 69 Jahren wurden seine Jugendfotos von Charles Rado von der Agentur Rapho entdeckt. Rado erkannte sofort das einzigartige Potenzial und stellte Lartigue John Szarkowski vor, dem einflussreichen Kurator des Museum of Modern Art (MoMA) in New York. Szarkowski war begeistert und organisierte 1963 eine Ausstellung von Lartigues Werk im MoMA. Diese Ausstellung war eine Sensation und katapultierte Lartigue quasi über Nacht ins Rampenlicht der internationalen Fotoszene. Das Magazin Life veröffentlichte im selben Jahr ebenfalls eine Auswahl seiner Bilder, was seine Bekanntheit weiter steigerte.

Fame, Fashion und der Präsident

Nach der MoMA-Ausstellung erlangte Lartigue weltweite Berühmtheit und erhielt zahlreiche Aufträge, insbesondere von Modemagazinen, die seinen frischen und lebendigen Stil schätzten. Seine Fähigkeit, spontane und elegante Momente einzufangen, machte ihn zu einem gefragten Fotografen für die Modewelt.

Ein besonderer Höhepunkt seiner Karriere war 1974, als er vom neu gewählten französischen Präsidenten Valéry Giscard d'Estaing beauftragt wurde, dessen offizielles Porträt zu schießen. Das Ergebnis war ein bemerkenswert schlichtes Foto, einfach beleuchtet, mit der französischen Flagge als Hintergrund – ein Stil, der untypisch für offizielle Porträts der Zeit war, aber Lartigues Direktheit und Eleganz widerspiegelte.

Im Jahr darauf, 1975, wurde Lartigue mit seiner ersten großen französischen Retrospektive im Musée des Arts Décoratifs geehrt. Diese Ausstellung festigte seinen Ruf in seinem Heimatland und führte zu weiteren Aufträgen von Mode- und Dekorationsmagazinen. Sein Spätwerk, obwohl weniger bekannt als seine frühen Schnappschüsse, zeigte weiterhin seine einzigartige Perspektive auf die Welt um ihn herum.

Lartigue jenseits der Kamera

Obwohl er heute vor allem als Fotograf gefeiert wird, war Lartigue auch ein talentierter Maler. Ab 1922 stellte er regelmäßig in den offiziellen Salons in Paris und Südfrankreich aus. Seine malerische Arbeit war sogar Teil des Kunstwettbewerbs bei den Olympischen Sommerspielen 1924. Diese künstlerische Vielseitigkeit prägte sicherlich auch seinen fotografischen Blick.

Lartigue pflegte Freundschaften mit zahlreichen prominenten Persönlichkeiten aus Literatur und Kunst, darunter der Dramatiker Sacha Guitry, die Sängerin Yvonne Printemps, die Maler Kees van Dongen und Pablo Picasso sowie der Künstler, Dramatiker und Filmemacher Jean Cocteau. Er arbeitete auch an den Sets von Filmemachern wie Jacques Feyder, Abel Gance, Robert Bresson, François Truffaut und Federico Fellini. Viele dieser Berühmtheiten wurden zu Subjekten seiner Fotografien, aber Lartigue fotografierte im Grunde jeden, mit dem er in Kontakt kam. Seine häufigsten Musen waren seine drei Ehefrauen und seine Geliebte in den frühen 1930er Jahren, das rumänische Model Renée Perle.

Ein Vermächtnis des Sehens

Lartigues erstes Buch, „Diary of a Century“, das in Zusammenarbeit mit Richard Avedon entstand, wurde 1970 veröffentlicht und beim Rencontres d'Arles Book Award erwähnt. Im folgenden Jahr wurde er zum Ehrengast des Festivals ernannt, was seine Bedeutung in der Fotowelt weiter unterstrich. Er fotografierte bis in die letzten drei Jahrzehnte seines Lebens hinein und erlebte in dieser Zeit auch kommerziellen Erfolg.

Sein Werk wurde weiterhin ausgestellt und gewürdigt. 1974 war er Teil der Gruppenausstellung „Filleuls et parrains“. 1984 erschien der Film „Lartigue, année 90“ von François Reichenbach. Zur gleichen Zeit wurde seine Arbeit „Les 6 x 13 de Jacques-Henri Lartigue“, basierend auf seinen Stereo- und Panoramafotografien, ausgestellt. 1994 wurde der Film „J.-H. Lartigue, l'amateur de rêve“ von Patrick Roegiers gezeigt, und eine letzte Ausstellung feierte ihn: „Lartigue a cent ans“. Diese fortwährende Aufmerksamkeit zeigt die bleibende Relevanz und Anziehungskraft seines Werks.

Was ist vernakulare Fotografie?
Ähnlich dem klassischen Porträt scheinen auch diese Bilder von der neuzeitlichen Faszination für das Individuum, die Identität und das menschliche Gesicht geprägt zu sein. Doch im Gegensatz zu klassischen Porträts dienen diese Fotos vor allem praktischen, persönlichen, kommerziellen und bürokratischen Zwecken.

Lartigue und die vernakulare Fotografie: Eine Verbindung?

Die Frage, ob Jacques Henri Lartigue ein vernakularer Fotograf war, ist komplex. Seine frühen Arbeiten entstanden zweifellos im Geist der vernakularen Fotografie: Sie waren persönlich, nicht primär für den Verkauf oder die Ausstellung gedacht und dokumentierten das private und öffentliche Alltagsleben aus einer sehr persönlichen Perspektive. Er nutzte einfache Kameras wie die Kodak Brownie und entwickelte seine eigenen Bilder, was für viele Amateurfotografen seiner Zeit typisch war. In dieser Hinsicht passen seine frühen Werke gut zur Definition der vernakularen Fotografie, die sich auf nicht-künstlerische Praktiken und Alltagsaufnahmen konzentriert.

Allerdings wurde Lartigues Werk später von der Kunstwelt entdeckt und gefeiert. Die Ausstellung im MoMA und die Veröffentlichung in Life machten ihn zu einem international anerkannten Künstler. Seine späteren Arbeiten und Aufträge, insbesondere im Modebereich und das Präsidentenporträt, fallen eindeutig in den Bereich der professionellen oder künstlerischen Fotografie. Man könnte argumentieren, dass Lartigue ein Amateur war, dessen vernakuläre Aufnahmen so ausdrucksstark und einzigartig waren, dass sie posthum (oder spät in seinem Leben) in den Rang der Kunst erhoben wurden. Oder dass er ein Künstler war, der seine künstlerische Sensibilität nutzte, um die Motive und den Stil der vernakulären Fotografie aufzugreifen und ihnen eine neue Tiefe zu verleihen.

Seine Arbeit zeigt eindrucksvoll, wie fließend die Grenzen zwischen Amateur- und Kunstfotografie sein können und wie Bilder, die ursprünglich nur für den privaten Gebrauch bestimmt waren, später eine immense kulturelle und historische Bedeutung erlangen können. Lartigue ist ein perfektes Beispiel dafür, wie die Spontaneität und Authentizität des Schnappschusses, ein Merkmal der vernakularen Fotografie, zu einer anerkannten Kunstform werden kann.

Warum ist vernakulare Fotografie wichtig?

Die akademische Auseinandersetzung mit der vernakularen Fotografie, wie sie das Symposium von 2018 verdeutlichte, ist von großer Bedeutung. Diese Bilder sind nicht nur private Erinnerungen, sondern wertvolle Quellen für das Verständnis der Gesellschaft. Sie zeigen uns, wie Menschen tatsächlich gelebt haben, welche Werte sie teilten, welche Moden sie trugen, welche Technologien sie nutzten und wie sie ihre Beziehungen pflegten. Sie dokumentieren Feste, Reisen, Arbeit, Freizeit und die kleinen, unspektakulären Momente, die zusammen das Gewebe des menschlichen Lebens bilden.

Im Gegensatz zur offiziellen Fotografie oder der sorgfältig inszenierten Kunstfotografie bieten vernakuläre Bilder oft einen ungefilterten Blick auf die Realität. Sie können uns helfen, die Kluft zwischen öffentlichen Darstellungen und privatem Leben zu überbrücken. Sie sind essenziell für die Sozialgeschichte, die Kulturwissenschaften und sogar für die politische Analyse, da sie Aufschluss darüber geben können, wie sich politische Ereignisse oder soziale Umwälzungen im Alltag der Menschen niederschlugen.

Die kritische Untersuchung dieser Bilder, wie sie von den Teilnehmern des Symposiums angestrebt wurde, beinhaltet die Analyse nicht nur dessen, was gezeigt wird, sondern auch dessen, was fehlt, wer fotografierte, wer abgebildet ist und unter welchen Umständen die Bilder entstanden. Es geht darum, die Bilder in ihren ursprünglichen Kontexten zu verstehen und gleichzeitig zu erkennen, wie sie heute neu interpretiert und genutzt werden können.

Vergleich: Vernakulare vs. Traditionelle (Kunst-)Fotografie

Auch wenn die Grenzen fließend sind, lassen sich einige Aspekte der vernakularen Fotografie im Vergleich zu traditionelleren Formen der Kunst- oder Dokumentarfotografie hervorheben, basierend auf der bereitgestellten Information:

AspektVernakulare Fotografie (im Fokus der Studie)Jacques Henri Lartigue (frühes Werk)Traditionelle (Kunst-/Dokumentar-)Fotografie (oft)
Absicht des FotografenOft nicht-künstlerisch, privat, Erinnerung, Dokumentation des AlltagsPersönlich, Festhalten des Lebens, Freude an Bewegung und EreignissenKünstlerischer Ausdruck, soziale/politische Botschaft, kommerzieller Zweck, Dokumentation für die Öffentlichkeit
SubjekteAlltagskontexte, private Rituale, Familie, Freunde, lokale EreignisseFamilie, Freunde, Sport, frühe Luftfahrt, persönliche ErlebnisseVielfältig: Porträts, Landschaften, soziale Themen, Krieg, Mode, etc., oft mit Fokus auf Ästhetik oder Aussage
Technische Qualität / StilKann stark variieren, oft spontan, technisch unvollkommen, authentischSpontan, voller Bewegung, oft experimentell (Stereo), persönlicher StilBetonung auf technischer Perfektion, Komposition, Beleuchtung, oft inszeniert
Ursprünglicher Zweck / OrtPrivater Gebrauch, Familienalben, lokale ArchivePersönliche Tagebücher, Alben, gelegentlich MagazinbeiträgeGalerien, Museen, Bücher, Zeitungen, Magazine, öffentliche Archive
Spätere Rezeption / StudieOft übersehen, später als historische/soziale Quelle entdeckt und wissenschaftlich untersuchtAnfänglich privat, spät entdeckt, als Kunst und historische Dokumentation anerkanntVon Anfang an als Kunst oder Dokumentation anerkannt, in Museen/Publikationen präsentiert

Diese Tabelle zeigt, dass Lartigue mit seinen frühen Arbeiten viele Merkmale der vernakularen Fotografie aufwies, aber durch seine Entdeckung und spätere Karriere eine Brücke zur Welt der anerkannten Kunst schlug.

Häufig gestellte Fragen zur vernakularen Fotografie

Hier sind einige Antworten auf häufige Fragen, basierend auf den diskutierten Themen:

Q: Was unterscheidet vernakulare Fotografie von künstlerischer Fotografie?

A: Die vernakulare Fotografie entsteht in der Regel nicht mit der primären Absicht, Kunst zu sein oder ausgestellt zu werden. Ihr Zweck liegt oft im privaten Gebrauch, im Festhalten von Erinnerungen oder der Dokumentation des Alltags. Künstlerische Fotografie hingegen hat den bewussten Anspruch, ein Kunstwerk zu schaffen, das oft in Galerien oder Museen präsentiert wird.

Q: Ist Jacques Henri Lartigue ein typisches Beispiel für einen vernakularen Fotografen?

A: Lartigue ist ein komplexes Beispiel. Seine frühen Arbeiten, die das persönliche Alltagsleben und spontane Momente festhalten, entstanden im Geiste der vernakularen Fotografie. Er wurde jedoch spät in seinem Leben als Künstler entdeckt und weltberühmt. Man könnte sagen, er ist ein Amateurfotograf, dessen vernakuläres Werk aufgrund seiner Qualität und seines einzigartigen Stils als Kunst anerkannt wurde.

Q: Warum ist es wichtig, vernakulare Fotos zu studieren?

A: Vernakulare Fotos sind wertvolle historische und soziale Dokumente. Sie bieten authentische Einblicke in das tägliche Leben, soziale Normen, Werte und Rituale vergangener Zeiten. Sie helfen Wissenschaftlern, das Zusammenspiel von Fotografie, Gesellschaft und Kultur besser zu verstehen und ergänzen offizielle oder künstlerische Darstellungen der Geschichte.

Q: Welche Art von Bildern fällt unter den Begriff vernakulare Fotografie?

A: Dazu gehören Familienfotos, Urlaubs-Schnappschüsse, Amateuraufnahmen von Feiern, lokalen Ereignissen, Reisebilder, aber auch Fotos, die für nicht-künstlerische Zwecke in Berufen oder für Dokumentationen erstellt wurden, solange sie nicht den primären Anspruch haben, Kunst zu sein.

Fazit

Die vernakulare Fotografie ist ein reiches und vielfältiges Feld, das uns ermöglicht, das menschliche Leben jenseits der inszenierten Bilder zu betrachten. Sie ist ein wichtiges Werkzeug für Historiker, Soziologen und Kulturwissenschaftler, um Einblicke in vergangene und gegenwärtige Gesellschaften zu gewinnen. Persönlichkeiten wie Jacques Henri Lartigue zeigen auf faszinierende Weise, wie Bilder, die aus einer tief persönlichen Motivation heraus entstehen, eine universelle Resonanz finden und als Kunst anerkannt werden können. Sein Werk, das die Spontaneität und Freude des Lebens einfängt, erinnert uns daran, dass selbst im scheinbar Gewöhnlichen außergewöhnliche Schönheit und Bedeutung liegen kann. Die fortgesetzte akademische und öffentliche Beschäftigung mit der vernakularen Fotografie, wie sie durch Symposien wie dem von 2018 gefördert wird, ist entscheidend, um das volle Potenzial dieser oft übersehenen Bilder zu erschließen und unser Verständnis der visuellen Geschichte zu vertiefen.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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