Wie erstelle ich einen weißen Hintergrund für Fotos?

Fotohintergründe richtig nutzen und anbringen

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Fotohintergründe, im Fachjargon auch Backdrops genannt, sind ein unverzichtbares Werkzeug in der Studiofotografie, egal ob im professionellen Studio, im Homestudio oder bei mobilen Shootings vor Ort. Sie ermöglichen es Fotografen, eine unendliche Vielfalt an Szenen und Stimmungen zu kreieren, ohne aufwendige Kulissen bauen zu müssen. Von realistisch wirkenden Wänden und Böden bis hin zu abstrakten Mustern – ein passender Hintergrund kann die Wirkung eines Fotos maßgeblich beeinflussen. Diese Informationen helfen dir dabei, den richtigen Hintergrund zu finden und optimal einzusetzen.

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Was sind Fotohintergründe überhaupt?

Fotohintergründe sind speziell für die Studiofotografie entwickelte bedruckte oder einfarbige Flächen, die als Hintergrund oder Boden im Bild dienen. Sie ersetzen echte Wände, Böden oder aufwendige Dekorationen und bieten maximale Flexibilität. Backdrops eignen sich für nahezu alle Bereiche der Fotografie, die in Innenräumen stattfinden: Portraitfotografie, Newborn-Shootings, Kinder- und Familienfotografie, Abiball- und Schulfotografie, Fashion- und Produktfotografie sowie Werbefotografie. Mit nur einem Boden und einem Hintergrund (oder einem Kombibackdrop) lässt sich jede gewünschte Szene simulieren. Die Auswahl an Motiven reicht von Holz- und Steinoptiken bis hin zu Fantasiedesigns, was jedem Fotografen individuellen Gestaltungsspielraum bietet.

Wie befestige ich einen Fotohintergrund?
Aufhängen mit Klammern Mit mindestens zwei Klammern, besser drei oder auch vier, je nach Breite des Backdrops, kann man den Fotohintergrund dann am Hintergrundsystem befestigen. Hierbei ist auf eine gleichmäßige Höhe und faltenfreie Aufhängung zu achten. Es kann jederzeit nachjustiert werden.

Materialien für Fotohintergründe

Fotohintergründe gibt es in verschiedenen Materialien, die jeweils spezifische Eigenschaften mit sich bringen. Die gängigsten Materialien sind Hintergrundkarton, Planen und Textilien. Die Wahl des Materials hängt stark vom Einsatzzweck, den Anforderungen an Haltbarkeit, Reinigung und Handhabung ab.

Papierhintergründe

Traditionell wurden oft Hintergrundrollen aus Papier oder Karton verwendet. Diese sind meist einfarbig erhältlich und werden von einer Rolle abgewickelt. Der Vorteil ist, dass man bei Verschmutzungen oder Beschädigungen einfach ein Stück abschneiden und einen frischen Abschnitt nutzen kann. Allerdings ist Papier sehr anfällig für Schmutz, Kratzer und Schlieren, insbesondere der Teil, der auf dem Boden liegt. Dies führt zu hohem Verschleiß und ist weder wirtschaftlich noch ökologisch ideal. Zudem sind Papierhintergründe immer unifarben und bieten keine bedruckten Strukturen oder Motive.

Bedruckte Backdrops

Bedruckte Hintergründe eröffnen eine viel größere Motivvielfalt. Auch hier gibt es unterschiedliche Materialkategorien.

Textil-Hintergründe

Fotohintergründe aus Textil sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich:

  • Molton-Tuch: Ein älteres Material für bedruckte Hintergründe. Molton ist matt und leicht, hat aber oft Probleme mit der Planlage. Es ist nicht abwaschbar, kann aber gewaschen werden, wobei Farben verblassen und Waschkanten entstehen können. Molton knittert stark und muss häufig gebügelt werden, was bei großen Flächen sehr aufwendig ist. Für moderne Studiofotografie gibt es praktischere Alternativen.
  • Displaystoff: Display- und Fahnenstoffe sind zumeist sehr matt und weniger anfällig für Knitter. Sie sind oft geruchsfrei und können mit umweltfreundlichem Sublimationsdruck bedruckt werden. Displaystoffe sind in der Regel dünn, was die Planlage auf dem Boden beeinträchtigen kann. Sie verrutschen leicht und werfen Falten, besonders bei bewegten Shootings oder wenn Gegenstände verschoben werden. Für Produkt-, Fashion- oder Food-Fotografie sind sie durch ihre feine Struktur und matte Oberfläche (reflektiert nicht, erlaubt direktes Anblitzen) gut geeignet. Sie sind geruchs- und schadstoffrei.
  • SpiderTex: Ein spezielles Material, das ursprünglich aus dem Messebau kommt. Es verfügt auf der Rückseite über ein Vlies, das, wenn es nicht entfernt wird, als Anti-Rutsch-Matte wirkt und dem Material eine gute Stärke und Planlage verleiht. SpiderTex ist formstabil, hängt einwandfrei am System und ist absolut reflektionsfrei. Es ist geruchsfrei, schadstofffrei und wird umweltfreundlich bedruckt. Es eignet sich gut für Böden und Hintergründe und ist eine innovative Option.

Planen-Materialien

Planenmaterialien sind oft sehr robust und langlebig.

  • Vinyl: Oft aus LKW-Plane hergestellt. Vinyl hat eine sehr gute Planlage und lässt sich gut am Hintergrundsystem befestigen. Durch seine hohe Grammatur hängt und liegt es meist faltenfrei. Bei hellen, kleinen Backdrops kann es eine Option sein. Problematisch kann bei günstigen Vinyls die glatte Oberfläche sein, die zu hässlichen Reflektionen führen kann, die die simulierte Szene zerstören. Viele Vinyl-Planen haben zudem keine B1-Brandschutzzertifizierung, was den Einsatz in öffentlichen Räumen einschränken kann. Ein weiteres Problem ist der Geruch, da Vinyl oft Chlor enthält und Ausdünstungen verursachen kann. Diese verfliegen zwar, sollten aber vor dem Einsatz in einem gut belüfteten Raum auslüften. Es gibt jedoch auch hochwertige Vinyle, die nicht reflektieren, kaum riechen und B1-zertifiziert sind, diese haben aber ihren Preis.
  • VCC (Vinyl-Coated-Canvas): Dieses Material besteht aus einem Viskose-Gewebe, das beidseitig dünn mit Vinyl überzogen ist. Es kombiniert die Vorteile verschiedener Materialien. VCC Backdrops knittern nicht (wie Molton), sind abwaschbar und unempfindlich gegen Verschmutzungen (anders als Papier). Die dünne Vinylschicht dünstet kaum aus (anders als bei dickem Vinyl) und macht das Material stabil und haltbar. Die rauere Oberfläche reduziert Reflektionen, da Licht gebrochen wird. VCC ist leicht, einfach zu handhaben und kann auch in großen Größen von einer Person aufgehängt werden. Eine B1-Brandschutzzertifizierung ist Standard. VCC ist sehr strapazierfähig und eignet sich gut für Shootings mit Kindern, Tieren oder bei denen es nass werden kann (Cakesmash, Bade-Shootings). Es ist kratzfest und widerstandsfähig. Knicke lassen sich oft mit Wärme entfernen. Es liegt sehr plan und hängt faltenfrei. VCC ist ein echter Allrounder.

PhotoBoards

PhotoBoards sind kleinere, bedruckte Platten, meist auf stabilem Hartschaum. Sie sind oft beidseitig bedruckt. Mit zwei Platten lässt sich schnell ein Set für Objektfotografie aufbauen, ohne Hintergrundsystem. Sie sind matt und reflektieren wenig, was die Lichtsetzung vereinfacht. PhotoBoards eignen sich ausschließlich für Gegenstände, da das Gewicht von Personen Druckstellen verursachen würde. Für Flatlay-, Produkt-, Food- und Objektfotos sind sie eine praktische und preisgünstige Lösung.

Anwendung von Fotohintergründen

Um mit Backdrops zu fotografieren, benötigt man in der Regel eine Aufhängung, meist ein Hintergrundsystem. Die Anwendung unterscheidet sich je nachdem, ob man Einzelbackdrops oder Kombi-Backdrops verwendet.

Einzelbackdrops vs. Kombi-Backdrops (All-In-One)

Einzelbackdrops: Hierbei verwendet man zwei separate Hintergründe: einen als Wand (Backdrop) und einen als Boden (Floordrop). Beide können dasselbe Material oder unterschiedliche Materialien haben. Der Backdrop wird am Hintergrundsystem aufgehängt, sodass sein unterer Rand den Boden berührt, aber nicht darauf liegt. Der Floordrop wird auf den Boden gelegt und leicht unter den unteren Rand des Backdrops geschoben. Der Übergang kann mit einer Fußbodenleiste kaschiert werden, oder man lässt einen kleinen Spalt, was bei manchen Motiven (z.B. Holz) charmant wirken kann. Der Vorteil von Einzelbackdrops ist die große Flexibilität, da Boden und Hintergrund beliebig kombiniert werden können.

Kombi-Backdrops (All-In-One): Bei diesen Hintergründen sind Boden- und Hintergrundmotiv auf einem Stück Material gedruckt. Es gibt zwei Hauptvarianten:

  • Kombi-Backdrops mit fließendem Übergang: Hier gibt es keine klare Trennlinie zwischen Boden und Hintergrund. Der Übergang ist nahtlos, oft gefadet (Nebeldrops) oder das Motiv zieht sich über die gesamte Fläche. Diese Hintergründe legt man idealerweise in einer großzügigen Hohlkehle. Dazu wird der Hintergrundteil am System befestigt und der Bodenteil nach vorne gezogen, sodass eine sanfte Kurve entsteht. Die Höhe der Aufhängung und der Abstand des Bodenteils werden so eingestellt, dass die Ausleuchtung von Hintergrund, Hohlkehle und Boden möglichst gleichmäßig ist. Der Bodenteil wird fixiert, z.B. mit Malerkrepp. Wichtig: Achte darauf, dass niemand in die Hohlkehle tritt.
  • Kombi-Backdrops mit klar getrenntem Boden- und Hintergrundteil: Hier ist die Trennung zwischen Boden- und Hintergrundmotiv deutlich. Sie wirken wie zwei Einzelhintergründe, sind aber am Stück. Der Vorteil ist, dass keine Kaschierung des Übergangs nötig ist. Diese Backdrops sollten auf keinen Fall in einer Hohlkehle gelegt werden, da dies zu Hohlkehlenreflektionen führt. Stattdessen werden sie geknickt verwendet: Man legt den Backdrop mit der bedruckten Seite nach oben auf den Boden und faltet ihn an der Übergangskante mit einem scharfen Knick (ggf. mit einem Lineal nachhelfen). Wenn der Hintergrundteil am System hängt, fällt der Backdrop im 90°-Winkel. Auch bei Kombis gibt es Variationsmöglichkeiten, z.B. durch das Legen eines zusätzlichen Bodens oder das Verwenden des Kombis als Boden und eines anderen Backdrops als Hintergrund. Die unbedruckte Rückseite eines hellen Backdrops kann als weißer Hintergrund dienen.

Die richtige Backdrop-Größe wählen

Die passende Größe des Fotohintergrundes hängt vom geplanten Shooting ab. Hier sind einige Richtlinien:

  • Für Business-Portraits, Bewerbungsfotos oder Headshots reicht oft 150x150 cm. Für Oberkörperportraits sind 150x200 cm empfehlenswert.
  • Kleine Größen wie 70x70 cm und 100x100 cm sind ideal für Produkt-, Food- und Objekt-Fotografie.
  • Ab 100 cm eignet sich ein Backdrop für Newborn-Flatlay-Fotografie. 125x125 cm bietet mehr Komfort.
  • Ab 150x150 cm sind Hintergründe für Newborn-Fotografie am Hintergrundsystem geeignet. Für Sitter-Fotos reicht dies meist aus, aber 175x175 cm oder 200x200 cm bieten mehr Spielraum.
  • Für Kinder im Krabbelalter und darüber hinaus, die mobiler sind, sind 200x200 cm für Boden und Hintergrund ratsam. Hier sind Kombi-Hintergründe oft praktisch, um Spalten am Übergang zu vermeiden.
  • Für Kindergarten- und Schulfotografie haben sich Kombibackdrops bewährt, da sie keinen Spalt haben und nicht vom Wind (oder tobenden Kindern) verweht werden können. Eine Größe von 200x400 cm ist hier oft passend. Für ältere Schüler (Gymnasium) kann ein höherer Hintergrund (z.B. 200 cm Boden, 250 cm Hintergrund) sinnvoll sein, um perspektivische Verzerrung bei größeren Personen zu minimieren, es sei denn, es werden nur Sitzfotos gemacht.
  • Für Familien-, Weihnachts-Shootings oder Ganzkörperportraits von Erwachsenen (auch Schwangeren) ist 250x500 cm eine optimale Größe, oder zwei Teile à 250x250 cm. Je nach Motiv kann auch 300x200 cm für Boden und Hintergrund vorteilhaft sein.

Motivauswahl des Backdrops

Die Wahl des Motivs hängt vom gewünschten Look und der geplanten Dekoration ab. Eine Faustregel lautet: Wer viel dekorieren möchte, wählt einen schlichten Backdrop. Wer wenig dekorieren will, kann mit einem Motivbackdrop arbeiten. Es gibt Ausnahmen, z.B. bei Weihnachtshintergründen, die mit wenig zusätzlicher Deko gut wirken. Das Wichtigste ist, dass das Motiv zu deinem fotografischen Stil passt.

Motive mit Strukturen, Batikmustern oder Unifarben sind sehr universell einsetzbar. Auch Hintergründe mit verschiedenen Wänden, Steinen oder Toren sind oft neutral und vielseitig. Alles Weitere ist Geschmackssache.

Problemfarbe Beige

Beigefarbene Backdrops sind beliebt, zeitlos und vielseitig, können aber in der Farbwiedergabe problematisch sein. Derselbe beige Backdrop kann bei verschiedenen Fotografen oder unter unterschiedlichen Bedingungen ganz anders aussehen (von satt beige über gelblich, rosafarben bis grau). Dies hängt stark vom Licht und den Kameraeinstellungen ab (Belichtung, Weißabgleich, Umgebungsfarbe im Studio).

Wenn du sehr hell fotografierst, kann ein beiger Backdrop schnell ausgrauen oder fast weiß wirken. Wähle in diesem Fall einen Backdrop, der 2-3 Nuancen dunkler ist, oder versuche, die Belichtungsdauer zu verkürzen. Wenn du eher dunkel fotografierst, kannst du auch einen nur leicht getönten Backdrop verwenden.

Das Abdriften ins Rosé-, Gelb- oder Bläuliche kann an der Farbe des Kunstlichts, dem Weißabgleich oder Umgebungsfarben (z.B. farbige Wände) liegen. Versuche, die Umgebungsbedingungen zu ändern oder den Weißabgleich anzupassen. Bei Unsicherheit ist es ratsam, vorab ein kleines Muster zu bestellen, um die Farbwirkung in deiner Studiosituation zu prüfen.

Setaufbau und Befestigung

Um einen Fotohintergrund nutzen zu können, benötigst du ein Hintergrundsystem. Dieses besteht meist aus zwei Stativen und einer Querstange.

Aufhängen mit Klammern

Eine gängige Methode ist die Befestigung des Backdrops mit Klammern (Leimzwingen) an der Querstange. Lege den Backdrop mit der bedruckten Seite nach unten auf den Boden, die obere Kante vom Set weg. Platziere die Querstange ca. 10 cm unter dem oberen Rand. Richte die Stange gerade aus. Beginne in der Mitte, lege den Stoff um die Stange und befestige eine Klammer. Fahre dann von innen nach außen fort, um den Stoff gleichmäßig und faltenfrei zu befestigen (mindestens 3-4 Klammern, je nach Breite). Diese Methode ermöglicht ein einfaches Nachjustieren und das Aufhängen auch sehr großer Backdrops alleine.

Aufhängen mit Hohlsaum

Ein Hohlsaum ist eine Schlaufe am oberen Rand des Backdrops, durch die man die Querstange des Hintergrundsystems schieben kann. Das Motiv ist dabei auf der Vorderseite, der umgeschlagene Teil ist unbedruckt. Diese Methode ist sehr einfach in der Handhabung.

Hohlsaum oder Klammern?

Für Backdrops bis ca. 200 cm Breite ist der Hohlsaum gut geeignet. Bei breiteren Hintergründen kann die Klammermethode sicherer sein. Viele Teleskopstangen von Hintergrundsystemen biegen sich unter dem Gewicht breiterer Backdrops durch, was zu unschönen Wellen führt, insbesondere bei der Hohlsaum-Aufhängung. Dieses Problem tritt bei der Klammermethode seltener auf, da der Stoff fixiert wird. Auch ungleich hohe Stative können Wellen verursachen. Es gibt stabilere Stecksysteme oder Steck-Teleskopstangen, die ein Durchbiegen minimieren. Die Entscheidung für Hohlsaum oder Klammern hängt von der Stabilität deines Systems und deinen persönlichen Vorlieben ab. Manche Fotografen bevorzugen auch bei großen Backdrops den Hohlsaum, wenn ihr System stabil genug ist.

MaterialWaschbar (Abwischen)KnitteranfälligPlanlageReflexionTypische Nutzung
PapierNeinSehr (Boden)Gut (Neu)Matt (Uni)Einfarbige Portraits (hoher Verschleiß)
MoltonMaschinenwäsche (Verlust)SehrSchlechtMattVeraltet
DisplaystoffMaschinenwäscheWenigMäßig (dünn)Sehr mattProdukt, Fashion, Food
SpiderTexSpot (Vorsicht)WenigSehr gutAbsolut mattBoden & Hintergrund, Lichtarbeit
VinylJaWenigGutKann auftretenHelle Motive, Vorsicht bei Qualität
VCCJaNeinSehr gutReduziertAllrounder, Bewegte Shootings, Dunkle Motive
PhotoBoardsJaNein (Platte)Sehr gut (Platte)MattObjekt, Produkt, Food (nur Gegenstände)

Lagerung von Planenbackdrops

Fotohintergründe aus Planenmaterialien (Vinyl, VCC) sollten immer gerollt gelagert werden, idealerweise auf einem stabilen Pappkern. Wickele den Backdrop dabei stramm auf, ohne Lufteinschlüsse. Eventuelle Hohlsäume sollten außen liegen. Für die Lagerung mehrerer Backdrops eignen sich Abflussrohre aus dem Baumarkt, die in ähnlicher Dicke wie Pappkerne erhältlich sind. Diese haben oft den Vorteil, dass sie an einem Ende dicker sind, was das Abrutschen der Rollen verhindert. Bei ausreichend Platz lagert man die gerollten Backdrops am besten stehend, an eine Wand gelehnt.

Platzsparende Lagerlösungen

Für eine platzsparende Lagerung können gerollte Backdrops auch aufgehängt werden. Eine Methode ist die Verwendung von Mini-Leimzwingen, die an Holzleisten geschraubt und an der Wand befestigt werden. Die Backdrops werden knapp eingerollt und ohne Kern an den Zwingen aufgehängt. Achte darauf, dass die Zwingen eine weiche Gummipolsterung haben, um das Material nicht zu beschädigen. Wenn die Sammlung wächst, kann man mehrere Reihen mit Abstandshaltern übereinander anbringen, z.B. kleinere Backdrops vorne und größere dahinter, gerollt auf dünnen Plastikrohren, die an den Zwingen befestigt werden.

Lichtsetzung mit Backdrops

Die Lichtsetzung mit Backdrops unterscheidet sich von der Arbeit mit einfarbigen Papierhintergründen. Das richtige Material ist entscheidend, aber grundsätzlich ist jeder Backdrop fotografierbar, wenn man die Lichtsetzung anpasst. VCC ist hier oft einfacher zu handhaben als Vinyl, und Displaystoff (Öko-Tex) ist sehr fehlerverzeihend.

Wichtige Tipps für die Lichtsetzung

  • Vermeide frontales Licht, das direkt auf den Hintergrund oder Boden strahlt, egal ob natürliches Licht oder Blitz/Dauerlicht.
  • Bei natürlichem Licht: Positioniere dein Set so, dass das Fenster seitlich liegt. Helle die gegenüberliegende Seite mit einem Reflektor auf. Dies wirkt natürlich und minimiert Reflektionen.
  • Bei Blitz oder Dauerlicht: Verwende EINE Lichtquelle und lass diese seitlich auf das Set strahlen, eher auf das Model als direkt auf den Hintergrund. Auch hier kannst du die gegenüberliegende Seite mit einem Reflektor aufhellen.
  • VERWENDE KEINESFALLS zwei sich gegenüberliegende Blitze oder Lampen! Versuche, eine möglichst natürliche Lichtsituation zu schaffen, die zum Motiv des Backdrops passt. Das Ziel ist, dass das Foto aussieht, als wäre es in der abgebildeten Szene und nicht im Studio entstanden.

Häufige Fragen (FAQ)

Was tun bei Knicken oder Wellen im Backdrop?

Leichte Knicke oder Wellen bei Planenbackdrops lassen sich oft beheben, indem man den Backdrop sehr stramm auf seinen Pappkern wickelt (am besten zu zweit) und ihn dann für einige Stunden an einem warmen Ort lagert (Heizungskeller, sonniges Fenster, Auto). Bei stärkeren Knicken kann man Planenbackdrops vorsichtig auf der Rückseite bügeln. Lege dabei unbedingt eine Baumwollschicht (z.B. Geschirrtuch) dazwischen und beginne mit der niedrigsten Bügelstufe, erhöhe die Temperatur schrittweise nur bei Bedarf. Wickele den Backdrop nach dem Bügeln noch warm stramm auf den Kern und lasse ihn ruhen.

Was tun, wenn der Backdrop in Wellen am System hängt?

Wenn der Backdrop nicht gerade hängt, liegt es oft nicht am Backdrop selbst (es sei denn, ein Hohlsaum ist krumm angebracht, was ein Reklamationsgrund wäre). Häufig ist das Problem die Teleskopstange des Hintergrundsystems, die sich durchbiegt, besonders wenn sie weit ausgezogen ist. Dies verursacht die sogenannten „Vorhangwellen“. Eine kurzfristige Lösung kann sein, den Backdrop mit der Klammermethode neu aufzuhängen (siehe Anleitung oben). Wenn du einen Hohlsaum hast, schiebe die Stange so weit wie möglich an den oberen Rand des Hohlsaumes und fixiere evtl. lose Stellen mit Klammern. Langfristig ist ein stabileres Hintergrundsystem empfehlenswert, z.B. ein Steck-Teleskop-System, das ein Durchbiegen verhindert.

Was tun bei Flecken auf dem Backdrop?

Plane backdrops (Vinyl, VCC) lassen sich in der Regel einfach reinigen. Verwende ein weiches Tuch mit Spülwasser. Bei hartnäckigen Flecken oder Schuhschlieren kann vorsichtig ein Glitzischwamm zum Einsatz kommen (immer erst an einer unauffälligen Stelle testen). Lasse den Backdrop nach der Reinigung gut trocknen, bevor du ihn aufrollst. Textilbackdrops wie Displaystoff (ÖkoTex) können kalt in der Waschmaschine gewaschen werden (einzeln, bis zu 10 Mal, leichter Farbverlust möglich). Bei SpiderTex ist wegen der Beschichtung Vorsicht geboten; hier kann man vorsichtig versuchen, Flecken mit Fleckentferner-Spray zu behandeln (testen nicht vergessen). Für Shootings, bei denen starke Verschmutzung zu erwarten ist (Cakesmash, Tiere), ist VCC supermatt am strapazierfähigsten.

Was tun bei Reflektionen auf dem Backdrop?

Reflektionen auf Planenbackdrops treten oft bei falscher Lichtsetzung oder minderwertigem Material auf. Grundsätzlich gilt: Je dunkler der Backdrop, desto matter muss das Material sein (VCC supermatt für mitteldunkle bis dunkle, Displaystoff für sehr dunkle/beleuchtbare, Vinyl eher für helle). Vermeide frontales Licht; lass die Lichtquellen seitlich kommen. Bei Kombis mit Hohlkehle, die reflektiert, vergrößere die Hohlkehle, bis die Ausleuchtung von Boden, Hohlkehle und Hintergrund homogen aussieht. Bei natürlichem Licht vom Fenster, platziere das Set im 90°-Winkel zum Fenster oder mildere das Licht mit einem dünnen weißen Vorhang. Bei Kunstlicht arbeite mit einer seitlichen Lichtquelle und einem Reflektor, um eine natürliche Situation zu simulieren.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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