Wie ist ein Kameraobjektiv aufgebaut?

Kameraobjektive: Aufbau und wichtige Daten

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Eine Kamera ist ohne Objektiv nur ein Gehäuse, das kein nutzbares Bild aufnehmen kann. Das Objektiv ist das Herzstück der Bildaufnahme und beeinflusst das Endergebnis maßgeblich. Dies galt in der analogen Fotografie ebenso wie in der digitalen Ära. Verschiedene Faktoren wie die Brennweite, die Lichtstärke und der optische Aufbau sind entscheidend für die Abbildungsleistung und den Charakter eines Fotos. In diesem Artikel beleuchten wir die wesentlichen Bestandteile und Kenndaten eines Kameraobjektivs und erklären, was Sie darüber wissen sollten.

Die Brennweite: Mehr als nur Zoom

Die Brennweite ist eine der grundlegendsten Eigenschaften eines Objektivs. Sie beschreibt den Abstand, den parallel einfallende Lichtstrahlen von der Hauptebene des Objektivs bis zum Brennpunkt zurücklegen. Viel wichtiger für den Fotografen ist jedoch, wie die Brennweite den Bildwinkel und damit den Bereich beeinflusst, der auf dem Sensor oder Film abgebildet wird. Eine kurze Brennweite führt zu einem weiten Bildwinkel (Weitwinkel), während eine lange Brennweite einen engen Bildwinkel und eine starke Vergrößerung bewirkt (Tele).

Wie ist ein Kameraobjektiv aufgebaut?
Objektive bestehen aus mehreren Linsen, die Licht auf den Sensor oder den Film „lenken“. Der optische Aufbau eines modernen Objektivs umfasst normalerweise eine Reihe von Sammellinsen und Zerstreuungslinsen, diese erzeugen aneinandergereiht das Bild. Bei der Abbildung kommt es allerdings zu verschiedenen Problemen.4. Jan. 2024

Kleinbildäquivalente Brennweite und Cropfaktor

Da die tatsächliche Brennweite allein nicht aussagt, welchen Bildwinkel ein Objektiv an einer bestimmten Kamera liefert, ist die Größe des Sensors oder Films entscheidend. Um Objektive an Kameras mit unterschiedlichen Sensorgrößen vergleichen zu können, hat sich die Angabe der sogenannten kleinbildäquivalenten Brennweite etabliert. Diese wird auf das klassische Kleinbildformat (36 x 24mm) umgerechnet. Die Berechnung erfolgt über den Cropfaktor des Sensors, der das Größenverhältnis zum Kleinbildsensor angibt:

Kleinbildäquivalente Brennweite = Reale Brennweite × Cropfaktor

Der Cropfaktor ist bei einem Vollformatsensor (Kleinbild) genau 1. Größere Sensoren haben einen Cropfaktor kleiner als 1, kleinere Sensoren einen Cropfaktor größer als 1. Hier eine Tabelle mit gängigen Sensorgrößen und ihren ungefähren Cropfaktoren:

SensorgrößeAbmessungen (ca.)Cropfaktor (ca.)
Mittelformat43,8 x 32,9mm0,8
Kleinbild/Vollformat36 x 24mm1
APS-H27,9 x 18,6mm1,3
APS-C (Canon)22,3 x 14,9mm1,6
APS-C (Nikon, Sony, FujiFilm u.a.)23,5 x 15,6mm1,5
Micro Four Thirds17,3 x 13,0mm2
1,0 Zoll13,2 x 8,8mm2,7
1/1,7 Zoll7,6 x 5,7mm4,5
1/2,3 Zoll6,2 x 4,6mm5,6

Beispiele für die Berechnung der kleinbildäquivalenten Brennweite:

  • Fujifilm GFX 100 (Mittelformat, Crop 0,8) mit Fujinon GF 63mm F2,8: 0,8 × 63mm = 50,4mm KB
  • Fujifilm X-T5 (APS-C, Crop 1,5) mit Fujinon XF 35mm F2: 1,5 × 35mm = 52,5mm KB
  • Panasonic Lumix DC-GH6 (Micro Four Thirds, Crop 2) mit Lumix G 25mm F1,7: 2 × 25mm = 50mm KB

Objektivtypen nach Brennweite

Basierend auf der kleinbildäquivalenten Brennweite kann man Objektive grob bestimmten Typen zuordnen. Diese Einteilung ist nicht immer exakt, hilft aber bei der Orientierung:

Brennweite (KB-äquivalent, ca.)Objektivtyp
24mm oder wenigerUltraweitwinkelobjektiv / Superweitwinkelobjektiv
24mm bis 40mmWeitwinkelobjektiv
40mm bis 60mmNormalobjektiv
61mm bis 100mmLeichtes Teleobjektiv / Porträtobjektiv
100mm bis 300mmTeleobjektiv
300mm und mehrSuperteleobjektiv

Festbrennweite oder Zoomobjektiv

Neben Objektiven mit einer festen, unveränderlichen Brennweite gibt es Zoomobjektive, deren Brennweite sich innerhalb eines bestimmten Bereichs variieren lässt. Zoomobjektive kamen in der Fotografie erst in den 1960er Jahren auf. Sie sind aufgrund ihrer variablen Brennweite sehr flexibel einsetzbar, da sie es ermöglichen, den Bildausschnitt anzupassen, ohne die eigene Position verändern oder das Objektiv wechseln zu müssen.

Der Zoomfaktor

Der Zoomfaktor gibt an, wie groß die Spanne zwischen der kürzesten und der längsten Brennweite eines Zoomobjektivs ist. Er wird berechnet, indem man die längste durch die kürzeste Brennweite teilt. Ein 24-105mm Objektiv hat einen Zoomfaktor von etwa 4,4 (105 / 24 ≈ 4,4), ein 100-400mm Objektiv einen von 4 (400 / 100 = 4). Heutzutage sind sehr hohe Zoomfaktoren möglich, selbst bei Wechselobjektiven. Ein Beispiel ist das Tamron 18-400mm für APS-C mit einem Zoomfaktor von 22,2.

Zoomobjektive bieten Komfort durch ihre Flexibilität. Allerdings sind sie oft lichtschwächer als Festbrennweiten im gleichen Brennweitenbereich und können, insbesondere bei sehr großen Zoomfaktoren, Kompromisse bei der Abbildungsleistung eingehen. Festbrennweiten gelten oft als schärfer und bieten meist eine höhere Lichtstärke, was sie für Aufnahmen bei wenig Licht oder für die gezielte Arbeit mit geringer Schärfentiefe prädestiniert.

Die Lichtstärke: Wie viel Licht kommt an?

Die Lichtstärke eines Objektivs beschreibt, wie viel Licht es bei vollständig geöffneter Blende auf den Sensor oder Film leiten kann. Sie wird als Öffnungsverhältnis angegeben und meist als F-Zahl (F-Stop) dargestellt, z. B. F1.4, F2.8 oder F4. Eine niedrige F-Zahl bedeutet eine hohe Lichtstärke und eine große Blendenöffnung.

Diese Beziehung ist für Einsteiger oft verwirrend: Eine kleine Blendenzahl (z. B. F1.4) steht für eine große Öffnung und viel Licht, während eine große Blendenzahl (z. B. F16) für eine kleine Öffnung und wenig Licht steht. Die Blende beeinflusst neben der Helligkeit des Bildes auch die Schärfentiefe – je größer die Blendenöffnung (kleine F-Zahl), desto geringer ist die Schärfentiefe.

Die Blendenwerte folgen einer standardisierten Reihe, bei der sich von einer Stufe zur nächsten die durchgelassene Lichtmenge verdoppelt oder halbiert. Der Faktor zwischen den Blendenzahlen ist dabei √2 (ca. 1,4):

Blendenwert
F0,5
F0,7
F1
F1,4
F2
F2,8
F4
F5,6
F8
F11
F16
F22
F32
F45
F64
F90

Moderne Kameras und Objektive erlauben oft auch Zwischenstufen (halbe oder Drittelstufen). Bei manchen Objektiven, insbesondere für Videozwecke, kann die Blende stufenlos verstellt werden, um weiche Übergänge bei Helligkeitsanpassungen zu ermöglichen.

F-Stop vs. T-Stop

Während der F-Stop das geometrische Öffnungsverhältnis angibt, ist der T-Stop (Transmission-Stop) ein Maß für die tatsächlich durch das Objektiv gelangende Lichtmenge. Aufgrund von Reflexionen und Absorption im Linsensystem kommt nicht das gesamte Licht am Sensor an. Der T-Stop ist daher immer gleich oder kleiner als der F-Stop. Diese Angabe ist besonders für Videografen relevant, die eine sehr genaue Kontrolle über die Belichtung benötigen und sicherstellen wollen, dass bei der Verwendung verschiedener Objektive mit gleichem T-Stop auch tatsächlich dieselbe Lichtmenge auf den Sensor trifft. Bei modernen Objektiven liegen F-Stop und T-Stop oft sehr nah beieinander.

Der optische Aufbau: Das Innenleben

Der optische Aufbau eines Objektivs ist ein komplexes System aus mehreren Linsen, die in Gruppen angeordnet sind. Diese Linsen bestehen aus unterschiedlichen Glassorten und haben verschiedene Formen (Sammel- und Zerstreuungslinsen). Ihre Aufgabe ist es, das Licht zu bündeln und korrekt auf den Sensor zu projizieren.

Bei der Lichtbrechung können optische Fehler (Aberrationen) entstehen, z. B. chromatische Aberrationen (Farbsäume an Kontrastkanten), die durch die unterschiedliche Brechung verschiedener Lichtwellenlängen verursacht werden. Moderne Objektive minimieren solche Fehler durch den Einsatz spezieller Linsen aus Glassorten mit besonderen optischen Eigenschaften, wie ED- (Extra-low Dispersion), UD- (Ultra-low Dispersion) oder Fluorit-Linsen.

Vergütungen für bessere Bildqualität

Die Oberflächen der Linsen sind mit Mehrschicht-Vergütungen versehen. Diese Beschichtungen reduzieren interne Reflexionen und Streulicht, die zu Kontrastverlusten oder sogenannten Flares führen können. Hersteller verwenden hierfür unterschiedliche Technologien und Bezeichnungen wie Nanokristallvergütung (Nikon), Super Spectra Coating (Canon) oder AR-Nano Coating (Sony).

Zusätzlich bringen manche Hersteller auf der Front- und/oder Rücklinse eine Fluorvergütung auf. Diese hat keinen Einfluss auf die Bildqualität, erleichtert aber die Reinigung, da Schmutz und Wasser weniger gut anhaften.

Das Bajonett: Die Verbindung zur Kamera

Das Bajonett ist die mechanische Schnittstelle, die das Objektiv mit dem Kameragehäuse verbindet. Bei modernen Digitalkameras dient es nicht nur der physischen Befestigung, sondern auch der elektronischen Kommunikation zwischen Objektiv und Kamera. Über die Kontakte am Bajonett werden Daten ausgetauscht (z. B. Brennweite, Blende, Fokusentfernung) und bei Bedarf Strom für Funktionen wie Autofokus oder Bildstabilisator übertragen.

Jeder Kamerahersteller hat in der Regel ein oder mehrere eigene Bajonettsysteme. Bei Spiegelreflexkameras waren und sind unter anderem folgende Bajonette bekannt:

  • Canon EF
  • Nikon F
  • Pentax K
  • Sony A
  • Four Thirds

Mit dem Aufkommen spiegelloser Systemkameras wurden neue, oft größere Bajonette entwickelt, um Objektivkonstruktionen mit höherer Lichtstärke und kürzeren Auflagemaßen zu ermöglichen:

  • Canon RF
  • Nikon Z
  • Sony E
  • FujiFilm X
  • Micro Four Thirds
  • Canon EF-M

Die Wahl des Kamerasystems legt somit auch das Bajonett fest und bestimmt, welche Objektive direkt kompatibel sind.

Naheinstellgrenze und Abbildungsmaßstab

Die Naheinstellgrenze gibt den geringsten Abstand an, auf den ein Objektiv fokussieren kann. Dieser Abstand wird üblicherweise vom Sensor (oder der Filmebene) bis zum Motiv gemessen. Der Abstand von der Frontlinse zum Motiv wird als Arbeitsabstand bezeichnet.

Wie wird Physik in der Fotografie eingesetzt?
Physik von Kameraobjektiven: Verwendet Prinzipien der geometrischen Optik – Fokussierung und Brechung zur Bilderzeugung . Das Bild entsteht, wenn Licht so gebeugt (gebrochen) wird, dass es in einem Brennpunkt auf einem Kamerasensor konvergiert.

Der Abbildungsmaßstab beschreibt, wie groß ein Motiv auf dem Sensor im Verhältnis zu seiner realen Größe abgebildet wird. Ein Maßstab von 1:1 (auch 1x oder Makro genannt) bedeutet, dass ein Objekt auf dem Sensor genauso groß ist wie in der Realität. Ein 36mm breites Objekt füllt also die volle Breite eines Kleinbildsensors aus. Bei einem Maßstab von 1:2 wird das Objekt nur halb so groß abgebildet.

Makroobjektive sind speziell dafür konzipiert, hohe Abbildungsmaßstäbe zu erreichen, typischerweise 1:1 oder sogar 2:1. Sogenannte Lupenobjektive können noch höhere Maßstäbe bis zu 5:1 erzielen. Die meisten Standardobjektive erreichen maximale Abbildungsmaßstäbe zwischen 1:3 und 1:10.

Die Naheinstellgrenze und der Abbildungsmaßstab hängen eng zusammen: Je näher ein Objektiv fokussieren kann, desto größer ist in der Regel der maximal erreichbare Abbildungsmaßstab. Allerdings spielt auch die Brennweite eine Rolle. Ein Teleobjektiv kann bei einer größeren Naheinstellgrenze denselben Abbildungsmaßstab erreichen wie ein Weitwinkelobjektiv bei einer sehr kurzen Naheinstellgrenze.

Das Filtergewinde: Für kreative Effekte und Schutz

Viele Objektive verfügen über ein Filtergewinde an der Vorderseite. Dieses ermöglicht das einfache Einschrauben von Rundfiltern, z. B. UV-Filter zum Schutz der Frontlinse, Polfilter zur Reduzierung von Reflexionen oder Neutraldichtefilter zur Verlängerung der Belichtungszeit. Die Größe des Filtergewindes wird in Millimetern angegeben und ist meist auf der Vorderseite des Objektivs oder am Objektivdeckel vermerkt. Gängige Durchmesser reichen von kleinen 37mm bis zu großen 112mm oder mehr.

Bei manchen Objektiven, insbesondere solchen mit stark gewölbter Frontlinse (wie viele Ultraweitwinkel) oder sehr großen Teleobjektiven, ist kein klassisches Filtergewinde vorhanden. Hier kommen oft alternative Lösungen zum Einsatz, wie rückseitige Filterhalter am Bajonett für Folienfilter oder Einschubfilter in einer Schublade im Tubus des Objektivs.

Autofokus und manueller Fokus

Die Möglichkeit, automatisch scharfzustellen (Autofokus, AF), ist eine vergleichsweise junge Entwicklung in der Geschichte der Fotografie. Über hundert Jahre lang war ausschließlich der manuelle Fokus (MF) üblich. Moderne Objektive verfügen fast immer über einen integrierten Autofokusmotor.

Es gibt verschiedene Arten von AF-Motoren. Früher verbreitet waren langsamere und lautere Gleichstrommotoren. Heutzutage kommen vor allem schnellere, leisere und präzisere Schrittmotoren (STM), Linearmotoren (LM, VXD) oder Ultraschallmotoren (USM, SWM, HSM, USD) zum Einsatz. Diese modernen Motoren ermöglichen nicht nur eine schnelle Scharfstellung für Fotos, sondern auch weiche und geräuschlose Fokusverlagerungen für Videoaufnahmen. Viele moderne AF-Systeme erlauben auch den sofortigen manuellen Eingriff in den Fokus, selbst wenn der Autofokus aktiviert ist (oft als Full Time MF bezeichnet).

Anhand von Kürzeln im Objektivnamen lassen sich oft Rückschlüsse auf den verbauten Motortyp ziehen:

  • Canon: STM (Schrittmotor), USM (Ultraschallmotor)
  • FujiFilm: LM (Linearmotor)
  • Nikon: AF-P (Schrittmotor), SWM (Ultraschallmotor)
  • Sigma: HSM (Ultraschallmotor)
  • Sony: SSM (Ultraschallmotor)
  • Tamron: RXD (Schrittmotor), VXD (Linearmotor), USD (Ultraschallmotor)

Der Bildstabilisator: Gegen verwackelte Bilder

Ein Bildstabilisator (oft als IS, VR, OS, VC, OSS bezeichnet) hilft, unerwünschte Bewegungen der Kamera während der Aufnahme auszugleichen und so Verwacklungen zu reduzieren. Dies ist besonders bei längeren Brennweiten oder bei Aufnahmen aus der Hand bei wenig Licht hilfreich, da längere Belichtungszeiten möglich werden, ohne dass das Bild unscharf wird.

Es gibt verschiedene Formen der Bildstabilisierung: im Objektiv (Lens-IS), in der Kamera (Body-IS) oder eine Kombination aus beidem. Bei der Stabilisierung im Objektiv wird eine spezielle Linsengruppe im Inneren des Objektivs durch kleine Motoren präzise verschoben, um die Kamerabewegung auszugleichen. Sensoren im Objektiv (Gyrosensoren) erkennen die Verwacklungen und ein Mikroprozessor berechnet die notwendige Korrekturbewegung. Dieser Vorgang findet in Bruchteilen einer Sekunde statt.

Moderne Objektiv-Stabilisatoren können die Belichtungszeit oft um mehrere Blendenstufen verlängern (z. B. 4-5 Stufen), was bedeutet, dass eine Aufnahme, die normalerweise eine Belichtungszeit von 1/250 Sekunde erfordern würde, dank Stabilisator noch bei 1/15 Sekunde scharf sein kann. In Kombination mit einem Body-IS sind sogar noch höhere Werte möglich.

Viele Teleobjektive bieten verschiedene Stabilisator-Modi, z. B. einen Modus für normale Aufnahmen, einen Modus für Mitzieher (Schwenks in eine Richtung) und einen Modus, der die Stabilisierung nur während der Belichtung aktiviert.

Anhand von Kürzeln im Objektivnamen lässt sich erkennen, ob ein Objektiv über einen Bildstabilisator verfügt:

  • Canon: IS (Image Stabilizer)
  • Nikon: VR (Vibration Reduction)
  • Olympus: IS (Image Stabilization)
  • Panasonic: O.I.S. (Optical Image Stabilization)
  • Pentax: SR (Shake Reduction - oft im Body)
  • Sigma: OS (Optical Stabilizer)
  • Sony: OSS (Optical SteadyShot)
  • Tamron: VC (Vibration Compensation)

Objektivnamen entschlüsseln: Was bedeuten die Kürzel?

Die Namen von Objektiven können auf den ersten Blick verwirrend erscheinen, da sie eine Vielzahl von Buchstaben- und Zahlenkombinationen enthalten. Diese Kürzel geben jedoch wichtige Informationen über die Eigenschaften des Objektivs. Hier einige Beispiele zur Erklärung gängiger Bezeichnungen:

Canon

Canon RF 24-70mm F2,8L IS USM

  • RF: Bajonetttyp (für spiegellose Kameras)
  • 24-70mm: Brennweitenbereich (Zoomobjektiv)
  • F2,8: Maximale Lichtstärke (konstant über den gesamten Zoombereich)
  • L: Kennzeichnung für professionelle Objektive (Luxury-Serie)
  • IS: Optischer Bildstabilisator (Image Stabilizer)
  • USM: Autofokusmotor (Ultrasonic Motor)

Nikon

AF-S Nikkor 24-70mm F2.8E ED VR

  • AF-S: Bajonetttyp (F-Bajonett für Spiegelreflexkameras) mit SWM-Autofokusmotor
  • Nikkor: Markenname der Nikon-Objektive
  • 24-70mm: Brennweitenbereich
  • F2.8: Maximale Lichtstärke
  • E: Elektromagnetische Blendensteuerung
  • ED: Enthält ED-Linsen (Extra-low Dispersion)
  • VR: Optischer Bildstabilisator (Vibration Reduction)

Nikkor Z 70-200mm F2.8 VR S

  • Nikkor: Markenname
  • Z: Bajonetttyp (für spiegellose Kameras)
  • 70-200mm: Brennweitenbereich
  • F2.8: Maximale Lichtstärke
  • VR: Optischer Bildstabilisator
  • S: Kennzeichnung für professionelle Objektive (S-Linie)

Sony

Sony FE 200-600mm F5.6-6.3 G OSS

  • FE: Bajonetttyp (E-Mount für Vollformat-Kameras)
  • 200-600mm: Brennweitenbereich
  • F5.6-6.3: Maximale Lichtstärke (variabel über den Zoombereich)
  • G: Kennzeichnung für hochwertige Objektive (G-Serie)
  • OSS: Optischer Bildstabilisator (Optical SteadyShot)

Sigma

Sigma 100-400mm F5-6.3 DG DN OS Contemporary

  • 100-400mm: Brennweitenbereich
  • F5-6.3: Maximale Lichtstärke (variabel)
  • DG: Für Vollformatkameras
  • DN: Für spiegellose Kameras
  • OS: Optischer Bildstabilisator (Optical Stabilizer)
  • Contemporary: Modellreihe (eine von Sigmas drei Produktlinien)

Diese Beispiele zeigen, dass die Objektivbezeichnung viele wichtige Informationen auf einen Blick liefert, sobald man die gängigsten Kürzel kennt.

Fazit

Ein Kameraobjektiv ist ein komplexes Präzisionsinstrument, dessen Aufbau und Eigenschaften das Bildergebnis maßgeblich beeinflussen. Von der Wahl der Brennweite und Lichtstärke über den ausgeklügelten optischen Aufbau mit speziellen Linsen und Vergütungen bis hin zu modernen Technologien wie Autofokus und Bildstabilisierung – jedes Detail trägt zur Leistungsfähigkeit und zum Charakter eines Objektivs bei. Das Verständnis dieser Grundlagen hilft nicht nur bei der Auswahl des passenden Objektivs für die eigenen Bedürfnisse, sondern auch dabei, das Potenzial der eigenen Ausrüstung voll auszuschöpfen und kreative Bildideen umzusetzen.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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