In der heutigen digitalen Welt ist die Kommunikation über Distanzen hinweg einfacher als je zuvor. Neben dem klassischen Sprachanruf hat sich der Videoanruf auf dem Handy zu einer der beliebtesten Methoden entwickelt, um mit Freunden, Familie oder Kollegen in Kontakt zu bleiben. Die Möglichkeit, das Gegenüber nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen, verleiht Gesprächen eine persönlichere Note und ersetzt in vielen Fällen das persönliche Treffen. Doch wie funktioniert das eigentlich und welche Möglichkeiten gibt es?

Google Meet Anruffunktion (ehemals Duo)
Google hat seine Kommunikationsdienste überarbeitet und die Funktionen von Google Duo in Google Meet integriert. Das bedeutet, dass Sie nun über die Google Meet App verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten haben:
- Videokonferenzen: Erstellen oder nehmen Sie über einen Link an geplanten oder spontanen Videokonferenzen teil. Diese sind cloudverschlüsselt.
- Anrufe (ehemals Duo): Dies war die ursprüngliche Duo-Funktion. Sie ermöglichte direkte, Ende-zu-Ende-verschlüsselte Anrufe zu einem privaten Konto oder einer Telefonnummer.
- Meet-Anrufe: Dies sind verbesserte Anrufe auf Mobilgeräten, die direkt an ein Google Workspace-Konto, ein privates Konto oder eine Telefonnummer geleitet werden. Sie sind cloudverschlüsselt, für private Nutzer ist jedoch eine optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verfügbar.
Der Übergang von der alten Anruffunktion zu den neuen Meet-Anruffunktionen findet schrittweise statt. Für Google Workspace- und Education-Nutzer sind die neuen Funktionen bereits verfügbar und werden in den kommenden Monaten für Nutzer mit privaten Konten eingeführt. Damit Sie die neuen Funktionen nutzen können, sobald sie verfügbar sind, ist es wichtig, Ihre Meet App stets auf dem neuesten Stand zu halten.
Wenn alle Teilnehmer eines Anrufs die aktuelle Version von Google Meet mit dem Update für die neue Anruffunktion verwenden, wird der Anruf automatisch über die neue Funktion getätigt. Andernfalls fällt die App standardmäßig auf die alte Anruffunktion zurück. Sobald alle Nutzer die aktualisierte App haben, wird die alte Funktion nicht mehr verfügbar sein.

Video- oder Sprachanruf mit Google Meet starten
Um einen Anruf über die Google Meet App zu starten (der, je nach Verfügbarkeit des Updates bei allen Teilnehmern, entweder die alte oder neue Funktion nutzt), benötigen Sie die neueste Version der App und Android 7.0 oder höher.
Folgen Sie diesen Schritten:
- Öffnen Sie die Google Meet App auf Ihrem Android-Gerät.
- Wenn Sie mehrere Konten haben, tippen Sie rechts oben auf Ihr Profilbild und stellen Sie sicher, dass das richtige Anrufkonto ausgewählt ist.
- Suchen Sie oben in der Suchleiste nach einem Kontakt oder geben Sie eine Telefonnummer ein.
- Tippen Sie auf den gewünschten Kontakt oder die eingegebene Nummer.
- Wählen Sie die gewünschte Option aus:
- Für einen Videoanruf tippen Sie auf „Anruf“ (Video-Symbol).
- Für einen Sprachanruf tippen Sie auf „Sprachanruf“ (Telefon-Symbol).
Wichtig: Wenn Sie einfach auf einen Kontakt tippen, ohne den Anruf-Button zu wählen, startet standardmäßig ein herkömmlicher Anruf über Ihren Mobilfunkanbieter, es sei denn, alle Teilnehmer nutzen die neueste Version von Meet und haben das Update für die neue Anruffunktion erhalten.
Google Meet Anrufe über Google Assistant starten
Sie können Google Meet Anrufe auch per Sprachbefehl starten. Obwohl der Name „Google Duo“ in Google Assistant möglicherweise noch nicht auf „Google Meet“ aktualisiert wurde, funktionieren die Befehle:
- Sagen oder tippen Sie: „Hey Google, ruf [Name] über Duo an“
- Sagen oder tippen Sie: „Hey Google, starte einen Videoanruf mit [Name]“
Anrufe aus anderen Apps starten
Die Google Meet Anruffunktionen können auch aus anderen Standard-Apps auf Ihrem Handy gestartet werden, sofern die neueste Version der jeweiligen App installiert ist und die Google Meet Anruffunktionen unterstützt werden. Dies gilt beispielsweise für:
- Telefon App: Öffnen Sie die App, wählen Sie einen Kontakt, tippen Sie auf „Verlauf“ und dann auf „Videoanruf“ (Kamera-Symbol).
- Kontakte App: Öffnen Sie die App, suchen Sie den Kontakt, öffnen Sie die Infokarte und tippen Sie auf „Video“ (Kamera-Symbol).
- Messages App: Öffnen Sie die App, wählen Sie eine Unterhaltung aus und tippen Sie oben auf „Videoanruf starten“ (Kamera-Symbol).
Beachten Sie, dass Videoanrufe mit Google Meet möglicherweise nicht für alle Kontakte verfügbar sind, abhängig von deren Gerät und installierten Apps.
Was ist ein Bildtelefon und wie funktioniert Videotelefonie heute?
Die Idee, nicht nur zu telefonieren, sondern das Gegenüber auch zu sehen, ist nicht neu. Schon lange vor der Ära der Smartphones und schnellen Internets gab es das Konzept des Bildtelefons.
Definition und Geschichte des Bildtelefons
Ein Bildtelefon ist im Grunde ein Telefon, das mit einem zusätzlichen Bildschirm ausgestattet ist. Wenn beide Gesprächspartner über ein solches Gerät verfügen, können neben der Sprache auch die Bilder übermittelt werden. Dies ermöglicht eine Form der Kommunikation, die einem persönlichen Treffen sehr nahekommt und war besonders für Gehörlose zur Verständigung per Gebärdensprache über Distanzen hinweg eine wichtige Entwicklung.
Schon im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert träumten Visionäre wie Jules Vernes und Fritz Lang vom Bildtelefon als Technologie der Zukunft. 1929 wurde das erste funktionierende Bildtelefon vorgestellt, wenn auch mit sehr begrenzter Reichweite. 1936 gab es bereits die erste öffentliche Bildtelefonverbindung. Dennoch konnte sich das Bildtelefon in dieser frühen Form nicht wirklich durchsetzen, unter anderem wegen technischer Probleme und der hohen Kosten.

Erst Ende des 20. Jahrhunderts, mit dem Aufkommen leistungsfähiger Videocodecs und vor allem schneller Internet-Breitband-Anschlüsse, etablierte sich die Videotelefonie als praktikable Technologie für den Massenmarkt. Die Notwendigkeit spezieller, teurer Bildtelefone entfiel weitgehend, da Computer und später Smartphones mit integrierten Kameras und den notwendigen Apps die Funktion übernehmen konnten.
Aktuelle Möglichkeiten der Bildtelefonie
Heute gibt es vielfältige Möglichkeiten, um Videoanrufe zu tätigen. Das Handy ist dabei nur eine, wenn auch die populärste, Option:
1. Mobiltelefone für Bildtelefonie
Das Handy ist für viele Menschen das primäre Gerät für Videotelefonie, insbesondere im privaten Bereich. Nahezu jedes moderne Smartphone verfügt über eine Frontkamera und unterstützt die notwendigen Apps. Diese Apps ermöglichen nicht nur Einzelgespräche, sondern auch Gruppen-Video-Calls mit mehreren Teilnehmern. Videoanrufe über mobile Daten verbrauchen allerdings Datenvolumen und können bei Tarifen ohne Flatrate oder bei Überschreitung des Inklusivvolumens Kosten verursachen. Eine stabile WLAN-Verbindung ist daher oft ratsam.
Beliebte Apps für private Videoanrufe auf dem Handy sind:
- FaceTime (für Apple-Geräte)
- Facebook Messenger
- Skype
- Google Meet (ehemals Duo)
- Viber
- ICQ New
- Line
Jede dieser Apps hat unterschiedliche Funktionen, Teilnehmerlimits und Verschlüsselungsstandards. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist ein wichtiges Sicherheitsmerkmal, das bei persönlichen Gesprächen für mehr Privatsphärenschutz sorgt und bei vielen modernen Apps wie WhatsApp, FaceTime und Google Duo/Meet standardmäßig oder optional verfügbar ist.
2. PC oder Laptop zum Telefonieren nutzen
Auch über einen PC oder Laptop lassen sich problemlos Videoanrufe führen. Hierfür benötigen Sie eine Webcam (oft integriert, sonst extern anschließbar) und eine geeignete Software. Dies können die Desktop-Versionen der oben genannten privaten Apps sein (z.B. Skype, WhatsApp Desktop, Facebook Messenger) oder spezielle Videokonferenz-Tools, die oft im beruflichen Umfeld eingesetzt werden (z.B. Webex, Microsoft Teams, Zoom).
3. Videokonferenzsysteme für Unternehmen
Für professionelle Zwecke und größere Meetings gibt es spezielle Videokonferenzsysteme, die oft in Besprechungsräumen installiert sind oder als hochwertige Desktop-Geräte genutzt werden. Diese Systeme bieten oft erweiterte Funktionen, bessere Hardware und höhere Sicherheitsstandards als reine Consumer-Apps.
Vergleich beliebter Video-Apps für private Nutzung
Hier ist ein kurzer Überblick über einige der genannten Apps für private Videoanrufe:
| App | Max. Teilnehmer (Video) | Verschlüsselung (pers. Chats/Anrufe) | Verfügbare Plattformen |
|---|---|---|---|
| 8 | Ende-zu-Ende (Standard) | Android, iOS, Windows, Mac | |
| FaceTime | 32 | Ende-zu-Ende (Standard) | iOS, macOS |
| Facebook Messenger | 50 (6 gleichzeitig sichtbar) | Ende-zu-Ende (optional aktivierbar) | Android, iOS, Windows, Mac |
| Skype | 100 | Ende-zu-Ende (Branchenstandard) | Windows, Mac, Android, iOS, u.a. |
| Google Meet (Anrufe) | 32 (alt. Duo), neuere Funktionen variieren | Ende-zu-Ende (alt. Duo, neu optional) | Android, iOS |
| Viber | 2 | Ende-zu-Ende (Standard) | Android, iOS, Windows, macOS, Linux |
| Line | 200 | Ende-zu-Ende (Standard) | Android, iOS, BlackBerrry OS, Windows Phone, Windows, Mac OS |
Die Wahl der richtigen App hängt von Ihren Bedürfnissen und den Geräten Ihrer Kontakte ab. Wenn Sie hauptsächlich mit Apple-Nutzern kommunizieren, ist FaceTime eine naheliegende Wahl. Für plattformübergreifende Kommunikation sind WhatsApp, Skype oder Google Meet beliebte Optionen.
Häufige Fragen zu Videoanrufen mit dem Handy
1. Was braucht man zur Videotelefonie per Handy?
Um per Handy Videoanrufe zu tätigen, benötigen Sie im Wesentlichen drei Dinge:
- Ein Smartphone mit einer Frontkamera.
- Eine geeignete App für Videoanrufe (wie z.B. Google Meet, WhatsApp, Skype etc.). Diese muss auf Ihrem Handy installiert sein, und Sie müssen sich gegebenenfalls registrieren oder anmelden (z.B. mit Ihrer Telefonnummer oder E-Mail-Adresse).
- Eine schnelle und stabile Internetverbindung. Das kann entweder eine WLAN-Verbindung oder eine ausreichende mobile Datenverbindung (LTE, 5G) sein.
2. Wie funktioniert Videotelefonie über Apps?
Videotelefonie über Apps funktioniert über das Internet (VoIP - Voice over IP). Die Video- und Audiodaten werden digitalisiert, komprimiert und über Ihre Internetverbindung an den Gesprächspartner gesendet, wo sie wieder dekomprimiert und angezeigt/abgespielt werden. Bei Einzelanrufen wählen Sie einfach den Kontakt in der App aus und starten einen Video- oder Sprachanruf. Bei Gruppenanrufen erstellen Sie oft eine Gruppe oder einen virtuellen Raum und laden die Teilnehmer ein.

Wichtig ist, dass bei den meisten Consumer-Apps beide Gesprächspartner dieselbe App installiert haben müssen. Bei professionellen Konferenztools ist die Teilnahme oft auch über einen Webbrowser möglich, auch wenn der Teilnehmer die spezifische Software nicht installiert hat.
3. Ist ein Videoanruf kostenlos?
Der Videoanruf selbst über das Internet ist in der Regel kostenlos, sofern Sie eine Internet-Flatrate haben (entweder über WLAN oder über mobile Daten). Es fallen keine zusätzlichen Gebühren pro Minute wie bei einem herkömmlichen Telefonat an.
Allerdings verbraucht Videotelefonie erhebliches Datenvolumen. Wenn Sie keine mobile Daten-Flatrate haben oder Ihr Inklusivvolumen überschritten wird, können für den Datenverbrauch Kosten entstehen. Daher empfiehlt es sich, Videoanrufe, wenn möglich, über eine stabile WLAN-Verbindung zu führen, um Ihr mobiles Datenvolumen zu schonen.
4. Wie viel Datenvolumen verbraucht Videotelefonie?
Der Datenverbrauch bei Videotelefonie variiert stark je nach App, Videoqualität (Auflösung), Anzahl der Teilnehmer und Dauer des Anrufs. Als grober Richtwert kann man mit etwa 5 MB pro Minute für einen Einzel-Videoanruf in Standardqualität rechnen. HD-Qualität verbraucht deutlich mehr.
Einige Anbieter geben spezifischere Werte an. Beispielsweise kann ein HD-Videoanruf mit Cisco Webex bis zu 2,5 MBit/s (Empfangen) und 3,0 MBit/s (Senden) Bandbreite bzw. Datenrate benötigen. Bei einer Stunde HD-Videoanruf können so schnell mehrere Hundert Megabyte oder sogar über ein Gigabyte an Daten verbraucht werden. Prüfen Sie die Einstellungen Ihrer App und Ihren Mobilfunktarif, um unerwartete Kosten zu vermeiden.
Fazit
Videoanrufe per Handy sind heutzutage dank leistungsfähiger Smartphones und zahlreicher einfach zu bedienender Apps unkompliziert möglich. Ob Sie die integrierten Funktionen von Google Meet nutzen oder auf populäre Alternativen wie WhatsApp oder FaceTime zurückgreifen, hängt von Ihren persönlichen Vorlieben und denen Ihrer Kontakte ab. Achten Sie stets auf eine stabile Internetverbindung, idealerweise über WLAN, um eine gute Qualität zu gewährleisten und Ihr mobiles Datenvolumen zu schonen. Die Videotelefonie hat die Art und Weise, wie wir kommunizieren, revolutioniert und wird voraussichtlich ein fester Bestandteil unseres Alltags bleiben.
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