Die Nikon D5100, angekündigt am 5. April 2011, trat als würdiger Nachfolgerin der D5000 auf den Markt und positionierte sich als eine DSLR für ambitionierte Einsteiger bis hin zu fortgeschrittenen Hobbyfotografen. Mit ihrem beeindruckenden 16,2-Megapixel DX-Format CMOS-Sensor, der identisch mit dem der höher positionierten D7000 ist, bot sie schon damals eine hervorragende Bildqualität. Doch die D5100 war nicht nur für Fotos interessant; sie war auch eine der ersten Kameras ihrer Klasse, die Full HD Videoaufnahmen mit variablen Bildraten ermöglichte.

Sensor und Bildqualität: Das Herzstück der D5100
Das Herzstück der Nikon D5100 ist zweifellos ihr leistungsstarker 16,2-Megapixel DX-Format CMOS-Sensor. Dieser Sensor war zur Zeit der Veröffentlichung ein echtes Highlight, da er direkt aus dem semi-professionellen Modell D7000 übernommen wurde. Mit einer Farbtiefe von 14 Bit ermöglichte er detailreiche Bilder mit feinen Farbabstufungen und einem guten Dynamikumfang. Die hohe Auflösung von 16,2 Megapixeln bietet ausreichend Spielraum für detailreiche Ausdrucke oder großzügige Bildausschnitte, ohne dass die Qualität leidet. Dieser Sensor war ein entscheidender Faktor, der die D5100 von vielen anderen Kameras ihrer Klasse abhob und sie zu einer attraktiven Wahl für Fotografen machte, die Wert auf exzellente Bildqualität legten.
Video-Funktionen: Mehr als nur Fotos
Die Videofunktion war ein weiterer Bereich, in dem die Nikon D5100 neue Maßstäbe setzte. Sie war die erste Nikon DSLR, die Full HD Video (1080p) mit einer Auswahl an Bildraten aufnehmen konnte: 24, 25 oder 30 Bilder pro Sekunde. Zuvor aufgenommene 1080p-Videos mit Nikon DSLRs waren auf 24 fps beschränkt. Diese Flexibilität bei den Bildraten ermöglichte es den Nutzern, ihre Videos besser an verschiedene Zwecke anzupassen, sei es für eine filmische Ästhetik (24 fps) oder für flüssigere Bewegungen (30 fps). Die maximale Aufnahmezeit pro Clip betrug bis zu 20 Minuten, was für die meisten Anwendungsfälle ausreichend war. Ein weiteres wichtiges Feature für Videofilmer war der externe Stereo-Mikrofonanschluss. Dies ermöglichte die Verwendung hochwertiger Mikrofone und verbesserte die Tonqualität der Videoaufnahmen erheblich, was besonders für Interviews, Vlogs oder andere Produktionen wichtig ist, bei denen klarer Ton entscheidend ist. Die Integration dieser fortschrittlichen Videofunktionen machte die D5100 zu einem vielseitigen Werkzeug, das nicht nur für die Fotografie, sondern auch für die Erstellung von Videos geeignet war.
Fokus und Objektiv-Kompatibilität: Was passt zur D5100?
Ein Punkt, der bei der Nikon D5100 beachtet werden muss, ist das Fehlen eines integrierten Autofokusmotors im Gehäuse. Dies bedeutet, dass der vollautomatische Autofokus nur mit Objektiven funktioniert, die über einen eigenen integrierten Autofokusmotor verfügen. Nikon kennzeichnet diese Objektive in der Regel mit "AF-S" oder "AF-P". Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gab es bereits 162 solche Objektive auf dem Markt, was eine gute Auswahl sicherstellte. Für Objektive ohne integrierten Motor, wie zum Beispiel ältere AF-D Objektive oder manuelle Objektive, steht zwar kein Autofokus zur Verfügung, aber die Kamera bietet eine elektronische Entfernungsmesser-Funktion. Diese zeigt im Sucher an, ob das Motiv im ausgewählten Fokuspunkt scharf ist oder nicht, was das manuelle Fokussieren erleichtert. Darüber hinaus kann die D5100 auch mit unmodifizierten A-Objektiven (auch bekannt als Non-AI, Pre-AI oder F-Typ) verwendet werden. Bei diesen sehr alten Objektiven funktionieren weder der Autofokus noch die Belichtungsmessung, aber der elektronische Entfernungsmesser kann weiterhin zur Fokusprüfung genutzt werden. Diese Kompatibilität mit einer Vielzahl von Objektiven, auch wenn der Autofokus nicht immer gegeben ist, macht die D5100 zu einer flexiblen Plattform für Fotografen, die bereits eine Sammlung von Nikon-Objektiven besitzen oder planen, solche zu erwerben.

Handling und Gehäuse: Ergonomie und Material
Das Gehäuse der Nikon D5100 besteht, wie bei den meisten Einsteiger-DSLRs, hauptsächlich aus Kunststoff. Man sollte sich davon jedoch nicht täuschen lassen, denn der verwendete Kunststoff ist sehr robust und hält einiges aus. Stöße gegen raue Oberflächen hinterließen laut Berichten keine Schäden oder Kratzer am Gehäuse. Ein potenzieller Schwachpunkt ist das klappbares Display, das bei Nichtgebrauch oder beim Fotografieren oft ungeschützt ist. Eine Displayschutzfolie wird empfohlen, um Kratzer zu vermeiden. Das Highlight des Gehäuses ist zweifellos das neue 3-Zoll klappbares Display mit 921.000 Bildpunkten. Dieses Super-Density-Display ist nicht nur hochauflösend und bietet einen Betrachtungswinkel von 170 Grad, sondern ist auch seitlich ausschwenkbar und drehbar. Dies ermöglicht Aufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven, sei es bodennah, über Kopf oder für Selfies/Videoaufnahmen. Die Bildqualität auf dem Display ist so gut, dass Fotos manchmal sogar besser aussehen als auf einem Computerbildschirm, was unter Umständen etwas täuschen kann. Ein großer Vorteil des Kunststoffgehäuses ist das geringe Gewicht. Mit nur 560 Gramm (betriebsbereit mit Akku und Speicherkarte, laut Spezifikationen; das reine Gehäuse soll laut anderem Abschnitt 510g wiegen, hier halten wir uns an die 560g der Spezifikationstabelle) ist die D5100 eine sehr leichte DSLR, leichter als die D5000 und die D90. Durch die Integration des klappbaren Displays musste das Tastenlayout auf der Rückseite im Vergleich zur D5000 stark verändert werden. Tasten, die traditionell links vom Display platziert waren (wie Wiedergabe und Menü), sind nun an verschiedenen Stellen rund um das Display und auf der Oberseite verteilt. Der Live-View-Button wurde durch einen neuen Hebel auf der Oberseite ersetzt. Dies war eine willkommene Änderung, da sie das versehentliche Aktivieren des Live View verhinderte und intuitiver für Videoaufnahmen oder das Fokussieren per Kontrast-AF war. Allerdings wurde der Videoaufnahmeknopf dadurch ebenfalls auf die Oberseite verlegt, was für manche Videofilmer unpraktisch sein kann, da er schwerer zu erreichen und zu sehen ist, insbesondere bei Verwendung langer Objektive auf einem Stativ. Trotz der Größenänderungen und des geänderten Layouts liegt die D5100 gut in der Hand, besonders mit leichten Objektiven. Das Handling wird durch den "Information"-Button auf der Oberseite erleichtert, der schnellen Zugriff auf häufig verwendete Einstellungen wie Autofokusmodus, Belichtungsmessung, Weißabgleich und ISO ermöglicht. Man muss nicht tief in die Menüs eintauchen, um diese Einstellungen zu ändern. Für Anfänger ist dieser Button besonders hilfreich, da er nicht nur die meisten Einstellungen anzeigt, sondern auch eine grafische Darstellung der Blendengröße liefert. Die D5100 ist nicht wetterfest abgedichtet. Bei Staub oder Regen sollte man vorsichtig sein. Leichter Regen wird toleriert, aber längeres Aussetzen oder starker Regen sollten vermieden werden. Extreme Temperaturen (unter dem Gefrierpunkt oder über 38°C) meisterte die Kamera im Test ohne Probleme, wobei die Akkulaufzeit bei Kälte schneller nachlässt. Die Akkulaufzeit von über 660 Aufnahmen pro Ladung (mit dem EN-EL14 Akku) ist für die meisten Reisen oder Shootings mehr als ausreichend.
Vibration Reduction (VR): Scharfe Bilder aus der Hand
Die VR-Technologie (Vibration Reduction) bei Nikon-Objektiven (und die entsprechende Image Stabilization (IS) bei Canon) ist ein entscheidendes Feature, um scharfe Bilder aus der Hand zu erzielen, insbesondere bei schwierigen Lichtverhältnissen oder wenn man ein Stativ nicht verwenden kann oder möchte. VR kompensiert die kleinen, unvermeidlichen Kamerabewegungen, die beim Halten der Kamera auftreten. Dies ermöglicht es dem Fotografen, mit längeren Belichtungszeiten zu fotografieren, als es sonst möglich wäre, ohne Verwacklungsunschärfe zu riskieren. Dies ist besonders nützlich in Situationen wie Sportveranstaltungen, Museen (wo Stative oft verboten sind) oder beim Fotografieren sich bewegender Tiere wie Vögel oder Fische aus der Hand. Die Möglichkeit, auch bei wenig Licht oder mit langen Brennweiten ohne Stativ scharfe Ergebnisse zu erzielen, erweitert die kreativen Möglichkeiten erheblich. Es gibt jedoch Situationen, in denen VR ausgeschaltet werden sollte. Wenn die Kamera fest auf einem Stativ montiert ist und beispielsweise mit einem Fernauslöser ausgelöst wird, sollte die VR-Funktion am Objektiv deaktiviert werden. Der Grund dafür ist, dass das VR-System, wenn es keine Vibrationen findet, aktiv nach solchen suchen kann, was paradoxerweise zu einer leichten Unschärfe führen kann. Wenn die Kamera absolut stabil ist, ist das VR-System nicht nur unnötig, sondern kann sogar kontraproduktiv sein. Es ist ratsam, sich anzugewöhnen, VR wieder einzuschalten, sobald man das Stativ abnimmt und wieder aus der Hand fotografiert, um nicht versehentlich mit deaktivierter Stabilisierung zu fotografieren, wenn sie benötigt wird.
Technische Daten im Überblick
Hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Spezifikationen der Nikon D5100, basierend auf den bereitgestellten Informationen:
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Sensor | 16,2 MP DX-Format CMOS |
| Serienbildgeschwindigkeit | 4 Bilder pro Sekunde (FPS) |
| Belichtungsmessung | 420-Pixel RGB-Sensor |
| Sucher | Optischer Pentaspiegel mit ca. 95 % Bildfeldabdeckung und ca. 0,78-facher Vergrößerung |
| Speicher | Einzelner SD-Kartensteckplatz (SD, SDHC, SDXC kompatibel) |
| Blitz | Integrierter Aufhellblitz mit i-TTL-Unterstützung, Synchronzeit bis 1/200 Sekunde |
| Video | Full HD 1080p (24, 25, 30 fps), max. 20 Minuten Aufnahmezeit, externer Stereo-Mikrofonanschluss |
| Native ISO | 100 bis 6400 (erweiterbar auf 25600 (Hi2)) |
| Autofokus (AF) | 11-Punkt AF-System mit einem zentralen Kreuzsensor |
| LCD-Display | 3 Zoll, 921.000 Bildpunkte, Super-Density, klappbar, 170 Grad Betrachtungswinkel |
| Akku | EN-EL14 (ca. 660+ Aufnahmen pro Ladung) |
| HDMI-Anschluss | Ja (integriert) |
| Active D-Lighting | Ja |
| Szenenmodi | 16 |
| Spezialeffekte | Selektive Farbe, Miniatureffekt, Nachtsicht, Silhouette |
| Kürzeste Belichtungszeit | Bis zu 1/4000 Sekunde |
| Belichtungskorrektur | ±5 EV in Schritten von 1/3 oder 1/2 EV |
| Belichtungsreihen (Bracketing) | 3 Bilder ±2 EV in 1/3 oder 1/2 Schritten |
| Gewicht | 560 Gramm (Gehäuse mit Akku und Speicherkarte) |
Preis und Verfügbarkeit: Damals und Heute
Bei ihrer Markteinführung im April 2011 war die Nikon D5100 im Kit mit dem 18-55mm VR-Objektiv zu einem Einführungspreis von etwa 159,95 USD (Listenpreis 179,95 USD) erhältlich. Heute ist die Nikon D5100 ein eingestelltes Modell. Das neueste Modell in dieser Reihe ist die D5600. Sie ist daher neu nicht mehr im Handel erhältlich, kann aber gebraucht auf dem Markt gefunden werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist die Nikon D5100 eine Kamera für Anfänger?
Ja, die Nikon D5100 wurde als eine Kamera für fortgeschrittene Einsteiger (upper-entry-level) vermarktet. Sie bot eine gute Balance zwischen einfachen Bedienelementen und fortschrittlichen Funktionen wie dem hochauflösenden Sensor und dem klappbaren Display, was sie für Neulinge und Umsteiger attraktiv machte.
Wann wurde die Nikon D5100 angekündigt?
Die offizielle Ankündigung der Nikon D5100 erfolgte am 5. April 2011.
Verfügt die Nikon D5100 über einen integrierten Autofokusmotor?
Nein, die Nikon D5100 besitzt keinen eigenen Autofokusmotor im Gehäuse. Für den automatischen Fokus benötigt man Objektive mit integriertem Motor (z.B. AF-S Objektive).

Was bedeutet "VR" bei Nikon Objektiven?
"VR" steht für "Vibration Reduction", Nikons Bezeichnung für die Bildstabilisierung. Diese Technologie hilft, Verwacklungsunschärfe bei Aufnahmen aus der Hand zu reduzieren, insbesondere bei längeren Belichtungszeiten oder Teleobjektiven.
Kann man alte Non-AI Objektive an der D5100 verwenden?
Ja, unmodifizierte A-Objektive (Non-AI, Pre-AI, F-Typ) können an der D5100 montiert werden. Allerdings funktionieren weder der Autofokus noch die Belichtungsmessung. Der elektronische Entfernungsmesser kann jedoch zur Unterstützung beim manuellen Fokussieren genutzt werden.
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