Die Canon EOS 60D war bei ihrer Einführung eine äußerst beliebte digitale Spiegelreflexkamera (DSLR), die sich an ambitionierte Hobbyfotografen richtete. Sie bot eine hervorragende Bildqualität, vielseitige Funktionen und ein robustes Gehäuse, das viele kreative Möglichkeiten eröffnete. Wenn Sie eine 60D besitzen oder darüber nachdenken, eine zu erwerben, ist es wichtig zu verstehen, wie Sie sie optimal nutzen können, um Ihre fotografischen und videografischen Ideen umzusetzen. Dieser Artikel führt Sie durch die wichtigsten Aspekte der Canon EOS 60D, von den grundlegenden Aufnahmemodi bis hin zu fortgeschrittenen Funktionen und der Objektivkompatibilität.
https://www.youtube.com/watch?v=0gcJCdgAo7VqN5tD
Was ist die Canon EOS 60D?
Die Canon EOS 60D ist eine Mittelklasse-DSLR, die zwischen den Einsteigermodellen und den professionellen Kameras der EOS-Serie positioniert ist. Sie verfügt über einen APS-C-Sensor mit einer Auflösung von 18 Megapixeln, der detailreiche Bilder liefert. Ein herausragendes Merkmal ist das dreh- und schwenkbare Display, das das Fotografieren und Filmen aus ungewöhnlichen Winkeln deutlich erleichtert. Die Kamera bietet eine breite Palette an manuellen Steuerungsmöglichkeiten, was sie zu einem großartigen Werkzeug für Fotografen macht, die über die Automatik hinausgehen möchten.

Die wichtigsten Funktionen und Aufnahmemodi
Das Herzstück jeder Kamera sind ihre Funktionen und die Art und Weise, wie Sie die Aufnahme steuern können. Die EOS 60D bietet hier eine Vielzahl von Optionen auf dem Modus-Wahlrad.
Das Modus-Wahlrad verstehen
Das Modus-Wahlrad oben auf der Kamera ermöglicht die Auswahl verschiedener Aufnahmemodi. Diese reichen von vollautomatischen Einstellungen, bei denen sich die Kamera um alles kümmert, bis hin zu vollständig manuellen Modi, die Ihnen die volle Kontrolle geben.
- Vollautomatik (Grünes Kästchen): Die Kamera trifft alle Entscheidungen (Belichtung, Fokus, Weißabgleich). Ideal für schnelle Schnappschüsse, wenn Sie sich nicht um Einstellungen kümmern möchten.
- Kreativ-Automatik (CA): Eine vereinfachte Automatik, bei der Sie über einfache Schieberegler Einfluss auf Parameter wie Hintergrundunschärfe oder Belichtung nehmen können, ohne Fachbegriffe zu kennen.
- Szenenmodi (SCN): Voreingestellte Modi für spezifische Situationen wie Porträt, Landschaft, Nahaufnahme, Sport usw. Die Kamera optimiert die Einstellungen für das jeweilige Motiv.
- Programmautomatik (P): Die Kamera wählt Blende und Belichtungszeit, Sie können jedoch andere Einstellungen wie ISO, Weißabgleich und Belichtungskorrektur beeinflussen. Ein guter Kompromiss zwischen Automatik und manueller Kontrolle.
- Zeitautomatik (Av - Aperture Priority): Sie wählen die Blende (für die Schärfentiefe), die Kamera wählt die passende Belichtungszeit. Perfekt, um den Hintergrund unscharf zu gestalten (kleine Blendenzahl) oder alles scharf abzubilden (große Blendenzahl).
- Blendenautomatik (Tv - Shutter Priority): Sie wählen die Belichtungszeit (für die Bewegungsunschärfe), die Kamera wählt die passende Blende. Ideal, um schnelle Bewegungen einzufrieren (kurze Zeit) oder Bewegungen zu verwischen (lange Zeit).
- Manuell (M): Sie stellen Blende und Belichtungszeit komplett selbst ein. Erfordert das meiste Verständnis, bietet aber maximale kreative Kontrolle über die Belichtung.
- Benutzerdefiniert (C): Hier können Sie Ihre bevorzugten Einstellungen speichern und schnell darauf zugreifen.
Belichtungseinstellungen: ISO, Blende und Belichtungszeit
In den Modi P, Av, Tv und M arbeiten Sie aktiv mit den drei Säulen der Belichtung:
- ISO: Die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Niedrige ISO-Werte (z.B. 100) liefern die beste Bildqualität mit wenig Rauschen, erfordern aber mehr Licht oder längere Belichtungszeiten/offenere Blenden. Höhere ISO-Werte ermöglichen das Fotografieren bei wenig Licht, erhöhen aber das Bildrauschen.
- Blende (f-Zahl): Steuert die Lichtmenge, die durch das Objektiv fällt, und die Schärfentiefe. Eine kleine f-Zahl (z.B. f/1.8) bedeutet eine offene Blende, viel Licht und geringe Schärfentiefe (Hintergrundunschärfe). Eine große f-Zahl (z.B. f/16) bedeutet eine geschlossene Blende, wenig Licht und hohe Schärfentiefe (vieles ist scharf).
- Belichtungszeit: Steuert, wie lange der Sensor belichtet wird. Eine kurze Belichtungszeit (z.B. 1/1000 Sekunde) friert Bewegungen ein. Eine lange Belichtungszeit (z.B. 1 Sekunde) lässt Bewegungen verwischen und ermöglicht Aufnahmen bei wenig Licht (oft mit Stativ).
Das Zusammenspiel dieser drei Werte bestimmt die Helligkeit Ihres Bildes. In den automatischen/halbautomatischen Modi wählt die Kamera einen oder zwei Werte für Sie aus, im manuellen Modus sind Sie selbst dafür verantwortlich.
Fokussierung und Autofokus
Die 60D verfügt über ein 9-Punkt-Autofokussystem, wobei der mittlere Punkt ein Kreuzsensor ist, der besonders präzise ist. Sie können wählen, ob die Kamera den Fokuspunkt automatisch wählen soll oder ob Sie ihn manuell auswählen möchten. Die AF-Betriebsarten sind ebenfalls wichtig:
- One-Shot AF: Für unbewegte Motive. Die Kamera fokussiert einmal, wenn Sie den Auslöser halb drücken, und hält den Fokus.
- AI Servo AF: Für bewegte Motive. Die Kamera verfolgt das Motiv, solange Sie den Auslöser halb gedrückt halten.
- AI Focus AF: Die Kamera versucht zu erkennen, ob sich das Motiv bewegt, und wechselt gegebenenfalls zwischen One-Shot und AI Servo.
Für präzisen Fokus, besonders bei geringer Schärfentiefe, ist die manuelle Auswahl des Fokuspunktes oft die beste Wahl.

Messmethoden (Metering Modes)
Die Messmethode bestimmt, wie die Kamera die Helligkeit der Szene analysiert, um die korrekte Belichtung zu ermitteln:
- Evaluative Messung: Die Standardeinstellung. Die Kamera analysiert die gesamte Szene und versucht, eine ausgewogene Belichtung zu erzielen. Funktioniert in den meisten Situationen gut.
- Partielle Messung: Misst die Helligkeit in einem Bereich von etwa 6,4 % der Bildmitte. Nützlich, wenn Ihr Hauptmotiv deutlich heller oder dunkler ist als der Hintergrund.
- Spotmessung: Misst die Helligkeit in einem sehr kleinen Bereich (ca. 2,8 % der Bildmitte). Gibt Ihnen sehr präzise Kontrolle, ideal für schwierige Lichtsituationen oder Gegenlichtaufnahmen, wenn Sie die Belichtung genau auf das Motiv abstimmen möchten.
- Mittenbetonte Integralmessung: Misst die Helligkeit über das gesamte Bild, gewichtet aber die Mitte stärker. Ein älterer Messmodus, der weniger verbreitet ist als die evaluative Messung.
Wie nimmt man mit der Canon 60D auf? Ein grundlegender Ablauf
Nachdem Sie die wichtigsten Einstellungen kennen, können Sie den eigentlichen Aufnahmeprozess durchlaufen:
- Kamera einschalten: Drehen Sie den Schalter auf ON.
- Modus wählen: Drehen Sie das Modus-Wahlrad auf den gewünschten Modus (z.B. Av für Porträts, Tv für Sport, M für volle Kontrolle).
- Objektiv anbringen und einschalten: Vergewissern Sie sich, dass das Objektiv richtig an der Kamera sitzt. Falls das Objektiv einen Bildstabilisator (IS) hat, schalten Sie ihn je nach Situation ein (oft aus bei Stativaufnahmen).
- Einstellungen anpassen: Stellen Sie ISO, Blende (in Av), Belichtungszeit (in Tv), Fokuspunkt und AF-Betriebsart nach Bedarf ein. Nutzen Sie das Quick Control Screen (Q-Taste) für schnellen Zugriff.
- Komponieren: Blicken Sie durch den Sucher oder nutzen Sie das Live View Display auf dem schwenkbaren Bildschirm, um Ihr Bild zu gestalten.
- Fokussieren: Drücken Sie den Auslöser halb durch. Die Kamera fokussiert auf den ausgewählten Punkt (oder Punkte). Achten Sie auf den Fokusindikator im Sucher/Display.
- Auslösen: Drücken Sie den Auslöser ganz durch, um das Foto aufzunehmen.
- Überprüfen: Sehen Sie sich das aufgenommene Bild auf dem Display an. Überprüfen Sie Belichtung, Fokus und Komposition. Passen Sie die Einstellungen bei Bedarf an und nehmen Sie weitere Aufnahmen auf.
Videoaufnahme in Full HD
Wie bereits erwähnt, ist die Videoaufnahme eine Stärke der EOS 60D. Sie bietet die Möglichkeit, Videos in Full HD (1080p) aufzunehmen.
Die Kamera ermöglicht eine vollständige Manuelle Steuerung während der Videoaufnahme. Das bedeutet, Sie können Blende, Belichtungszeit und ISO selbst einstellen, um die Bildwirkung gezielt zu beeinflussen – ein großer Vorteil gegenüber vielen Kameras dieser Klasse zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung. Sie können auch die Bildfrequenzen einstellen. Für besonders dynamische Motive empfiehlt sich die Aufzeichnung mit schnellen 50 oder 60 Bildern pro Sekunde (B/s) in der Einstellung 720p. Dies ermöglicht flüssigere Bewegungsdarstellungen oder die Erstellung von Zeitlupeneffekten in der Nachbearbeitung.
Die EOS 60D verfügt über eine HDMI™-Buchse. Über diese können Sie die Kamera direkt an einen HD-Fernseher anschließen, um Ihre Fotos und HD-Videos in hoher Auflösung und brillanter Qualität wiederzugeben. Wenn der Fernseher CEC-kompatibel ist (Consumer Electronics Control), können Sie die Wiedergabe sogar über die Fernbedienung des Fernsehers steuern, was den Komfort erhöht.
Für die Audioaufnahme besitzt die Kamera ein eingebautes Mikrofon, das jedoch Umgebungsgeräusche stark aufnimmt. Für bessere Tonqualität ist ein externer Mikrofonanschluss vorhanden, an den Sie hochwertige Mikrofone anschließen können.

Kompatible Objektive
Die Canon EOS 60D verwendet das Canon EF-Bajonett. Das bedeutet, dass sie mit einer riesigen Auswahl an Objektiven kompatibel ist.
- Canon EF-S Objektive: Diese Objektive sind speziell für Canon APS-C-Kameras wie die 60D entwickelt. Sie sind oft kompakter und leichter als EF-Objektive und decken typischerweise einen Brennweitenbereich ab, der dem kleineren Sensor angepasst ist. Sie können NUR an Canon APS-C-Kameras (wie der 60D, 7D, 70D, 80D, 100D, 700D etc.) verwendet werden.
- Canon EF Objektive: Diese Objektive sind für Canon Vollformatkameras (wie 5D, 6D, 1D X) konzipiert, können aber auch an APS-C-Kameras wie der 60D verwendet werden. An einer APS-C-Kamera haben EF-Objektive einen „Crop-Faktor“ von etwa 1,6x. Das bedeutet, ein 50mm EF-Objektiv verhält sich an der 60D wie ein 80mm Objektiv (50mm * 1.6).
- Objektive von Drittanbietern: Hersteller wie Sigma, Tamron und Tokina stellen ebenfalls Objektive mit Canon EF-Bajonett her, die mit der 60D kompatibel sind. Achten Sie darauf, dass das Objektiv explizit für Canon EF(-S) Kameras ausgewiesen ist.
Durch die Kompatibilität mit EF- und EF-S-Objektiven haben Sie eine enorme Flexibilität bei der Auswahl des richtigen Objektivs für jede Situation, sei es ein Weitwinkel für Landschaft, ein Tele für Wildlife oder eine lichtstarke Festbrennweite für Porträts.
Tabellarische Übersicht: Vergleich der wichtigsten Aufnahmemodi
| Modus | Steuerung durch Kamera | Steuerung durch Fotograf | Ideal für |
|---|---|---|---|
| Vollautomatik (Grünes Kästchen) | Alle Einstellungen | Nichts außer Bildausschnitt | Schnelle Schnappschüsse, keine Einstellungsänderung gewünscht |
| Programmautomatik (P) | Blende & Belichtungszeit | ISO, Weißabgleich, Belichtungskorrektur, etc. | Flexible Alltagsfotografie |
| Zeitautomatik (Av) | Belichtungszeit | Blende, ISO, etc. | Kontrolle über Schärfentiefe (Porträts, Landschaft) |
| Blendenautomatik (Tv) | Blende | Belichtungszeit, ISO, etc. | Kontrolle über Bewegungsdarstellung (Sport, fließendes Wasser) |
| Manuell (M) | Nichts (außer ggf. Auto ISO) | Blende, Belichtungszeit, ISO, etc. | Volle kreative Kontrolle, schwierige Lichtsituationen |
Häufig gestellte Fragen zur Canon EOS 60D
- Ist die Canon 60D noch eine gute Kamera?
Ja, absolut. Obwohl sie nicht das neueste Modell ist, bietet die 60D eine hervorragende Bildqualität, robuste Bauweise und genügend manuelle Steuerungsmöglichkeiten, um auch heute noch großartige Fotos und Videos zu erstellen. Sie ist oft eine preiswerte Option auf dem Gebrauchtmarkt. - Welche Speicherkarte brauche ich für die 60D?
Die EOS 60D verwendet SD-, SDHC- und SDXC-Karten. Für Full HD Videoaufnahmen und Serienbildfunktionen empfiehlt sich eine schnelle Karte (Klasse 10 oder höher). - Kann ich alte analoge Canon Objektive verwenden?
Objektive mit dem älteren Canon FD-Bajonett sind ohne speziellen Adapter, der oft die Bildqualität mindert, nicht direkt kompatibel. Alle modernen Canon EF und EF-S Objektive passen jedoch ohne Adapter. - Wie schalte ich in den Videomodus?
Die 60D hat einen eigenen Schalter neben dem Sucher, der zwischen Foto- und Videomodus umschaltet. Anschließend drücken Sie die Start/Stop-Taste (oft als Live View/REC-Taste bezeichnet) auf der Rückseite, um die Aufnahme zu starten oder zu stoppen. - Verfügt die 60D über Wi-Fi?
Nein, die Canon EOS 60D hat kein integriertes Wi-Fi. Um Bilder drahtlos zu übertragen, könnten Sie eine Eye-Fi-Karte oder einen externen Wi-Fi-Adapter verwenden. - Wie lange hält der Akku?
Die Canon 60D verwendet den LP-E6 Akku, der auch in vielen anderen Canon Kameras zum Einsatz kommt (z.B. 7D, 70D, 5D Mark II/III). Die Akkulaufzeit ist sehr gut, oft mehrere hundert Aufnahmen pro Ladung, abhängig von Nutzung (viel Live View/Video verbraucht mehr Strom).
Tipps für bessere Fotos mit der 60D
- Üben Sie mit Av und Tv: Verlassen Sie die Vollautomatik und lernen Sie, wie Blende und Belichtungszeit Ihre Bilder beeinflussen. Das ist der Schlüssel zur kreativen Kontrolle.
- Nutzen Sie das schwenkbare Display: Fotografieren Sie aus tiefen Winkeln oder über Köpfe hinweg, ohne sich verrenken zu müssen. Das eröffnet neue Perspektiven.
- RAW fotografieren: Stellen Sie das Bildformat auf RAW ein. Dies speichert mehr Bildinformationen und gibt Ihnen in der Nachbearbeitung (mit Software wie Adobe Lightroom oder Canons Digital Photo Professional) deutlich mehr Spielraum bei der Anpassung von Belichtung, Farben und Weißabgleich.
- Lernen Sie Ihren Autofokus kennen: Experimentieren Sie mit der Auswahl des Fokuspunktes und den AF-Betriebsarten, um sicherzustellen, dass Ihr Motiv immer gestochen scharf ist.
- Achten Sie auf das Licht: Gutes Licht ist entscheidend für gute Fotos. Fotografieren Sie im Freien idealerweise zur goldenen Stunde (kurz nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang), oder nutzen Sie weiches Licht an bewölkten Tagen. Im Innenbereich können Sie mit externen Blitzen oder Dauerlichtern arbeiten.
Die Canon EOS 60D ist eine leistungsfähige Kamera, die Ihnen viele Möglichkeiten bietet, Ihre fotografischen Fähigkeiten zu entwickeln. Nehmen Sie sich Zeit, die verschiedenen Einstellungen und Modi zu verstehen, experimentieren Sie und vor allem: fotografieren Sie so oft wie möglich! Mit Übung und dem Wissen um die Funktionen Ihrer 60D werden Sie schnell Fortschritte machen und beeindruckende Bilder und Videos erstellen.
Hat dich der Artikel Meistern Sie Ihre Canon EOS 60D interessiert? Schau auch in die Kategorie Ogólny rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!
