Im Jahr 2018 stellte Apple eine Aktualisierung seiner MacBook Pro Reihe vor. Es waren jedoch nicht alle Modelle betroffen. Die wesentlichen Neuerungen konzentrierten sich auf die 13-Zoll- und 15-Zoll-Modelle mit Touch Bar, die interne Verbesserungen erhielten, während das Design der Geräte weitgehend unverändert blieb. Diese Modelle zielten eindeutig auf professionelle Anwender ab, die mehr Leistung für anspruchsvolle Aufgaben benötigten.

Für viele Kreative, darunter Fotografen, Videobearbeiter und Designer, sind Laptops von Apple seit Langem ein bevorzugtes Werkzeug. Die Balance aus Hardware, Software und dem Ökosystem spricht viele an. Daher war die Ankündigung der 2018er MacBook Pro Modelle mit Spannung erwartet worden, insbesondere nach einem eher unspektakulären Update im Jahr 2017. Die Frage war, ob Apple die Bedürfnisse der Power-User wirklich erfüllen würde.
Die 2018er MacBook Pro Modelle mit Touch Bar im Detail
Das Herzstück der Aktualisierung 2018 waren die internen Komponenten. Sowohl das 13-Zoll als auch das 15-Zoll MacBook Pro mit Touch Bar erhielten die neuesten Intel Prozessoren der achten Generation. Dies stellte einen signifikanten Sprung dar, insbesondere beim 15-Zoll Modell, das erstmals mit einem Sechs-Kern-Prozessor erhältlich war, während es zuvor bei vier Kernen endete. Diese erhöhte Anzahl an Rechenkernen versprach einen deutlichen Leistungsgewinn bei Multitasking und professionellen Anwendungen, die von vielen Kernen profitieren.
Interne Upgrades für mehr Power
Neben den Prozessoren gab es auch andere wichtige Verbesserungen. Die maximale Arbeitsspeicherkapazität wurde verdoppelt, was insbesondere für Nutzer, die mit sehr großen Dateien oder komplexen Projekten arbeiten, von Bedeutung war. Für das 15-Zoll Modell war nun die Option auf bis zu 32 GB RAM verfügbar. Auch die Speicheroptionen wurden erweitert, mit der Möglichkeit, bis zu 4 TB schnellen Flash-Speicher im 15-Zoll Modell zu konfigurieren. Solche Kapazitäten sind unerlässlich für Videobearbeiter, die mit 4K- oder sogar 8K-Material arbeiten, oder für Fotografen mit riesigen RAW-Sammlungen.
Ein weiteres Display-bezogenes Upgrade war die Integration der True Tone Technologie, die bereits von iPhones und iPad Pros bekannt war. Diese Technologie passt die Farbtemperatur des Displays automatisch an das Umgebungslicht an. Ziel ist es, eine konsistentere und natürlichere Anzeige zu ermöglichen, die das Erscheinungsbild von gedrucktem Papier in verschiedenen Lichtverhältnissen nachahmt. Während dies für den alltäglichen Gebrauch angenehm ist, kann es für professionelle Bildbearbeitung, bei der es auf absolute Farbgenauigkeit ankommt, deaktiviert werden.
Zusätzlich wurde ein neuer Sicherheitschip namens T2 eingeführt. Dieser Chip, eine Weiterentwicklung des im iMac Pro verbauten T1, übernahm mehrere Aufgaben, darunter die Steuerung des Touch Bar und von Touch ID, die Verschlüsselung des Speichers und die Verwaltung des sicheren Boot-Vorgangs. Er ermöglichte auch die Freisprechfunktion für Siri ("Hey Siri").
Das unveränderte Design – Vor- und Nachteile
Das äußere Erscheinungsbild und das grundlegende Design der 2018er MacBook Pro Modelle blieben unverändert im Vergleich zu den Modellen, die Ende 2016 eingeführt wurden. Dies bedeutete, dass beliebte Features wie das sehr große Force Touch Trackpad erhalten blieben. Es bedeutete aber auch, dass einige umstrittene Designentscheidungen, wie die ausschließliche Verwendung von USB-C (Thunderbolt 3) Anschlüssen, weiterhin bestanden. Während USB-C vielseitig ist und hohe Bandbreiten bietet, erforderte es für viele Nutzer die Anschaffung von Adaptern oder Docks, um ältere Peripheriegeräte oder Speicherkarten (wie SD-Karten, die von Fotografen häufig verwendet werden) anzuschließen.
Die viel diskutierte Tastatur
Die Tastatur war ein besonders heikles Thema bei den MacBook Pro Modellen, die seit 2016 mit dem Butterfly-Mechanismus ausgestattet waren. Frühere Generationen litten unter Problemen mit klemmenden oder nicht reagierenden Tasten, oft verursacht durch kleine Partikel. Apple behauptete zunächst, die Tastatur der dritten Generation in den 2018er Modellen sei lediglich leiser. Spätere Untersuchungen zeigten jedoch eine neue Membran unter den Tasten. Obwohl Apple nicht offiziell bestätigte, dass diese Membran das Staubproblem beheben sollte, wurde allgemein angenommen, dass sie die Zuverlässigkeit verbessern könnte. Unabhängig davon empfanden viele Nutzer den sehr flachen Tastenanschlag weiterhin als gewöhnungsbedürftig oder weniger komfortabel als bei älteren Tastaturen.
Leistung und die anfänglichen Herausforderungen
Die Einführung der 2018er Modelle verlief nicht ohne Probleme. Kurz nach der Veröffentlichung gab es Berichte über eine Leistungsdrosselung (Thermal Throttling), insbesondere beim neuen 15-Zoll Modell mit dem leistungsstarken Core i9 Prozessor. Nutzer stellten fest, dass die CPU unter anhaltender hoher Last, wie bei der Videobearbeitung oder beim Rendern, ihre Taktrate stark reduzierte, um Überhitzung zu vermeiden. Dies führte dazu, dass die Leistung unter bestimmten Bedingungen nicht den Erwartungen entsprach.
Apple reagierte schnell auf diese Berichte und veröffentlichte ein Software-Update für macOS (Version 10.13.6), das dieses Problem beheben sollte. Tests nach dem Update zeigten, dass die Leistungsdrosselung deutlich reduziert wurde und die Core i9 CPU ihre höhere Leistung auch unter Last besser aufrechterhalten konnte. Dies war eine wichtige Korrektur, da die hohe Leistung gerade der Hauptgrund für die Wahl der Top-Konfigurationen war.
Die Benchmarks zeigten, dass die 2018er Modelle, insbesondere das 15-Zoll Modell mit Core i9 und 32 GB RAM, einen deutlichen Leistungssprung gegenüber den 2017er Modellen machten. In Multicore-Tests wie Geekbench 4 oder Cinebench R15 erzielten die neuen Modelle deutlich höhere Werte. Auch die Grafikleistung durch die AMD Radeon Pro GPU im 15-Zoll Modell war solide, wenn auch nicht auf dem Niveau von reinen Gaming-Laptops. Für kreative Anwendungen wie die Bearbeitung von hochauflösendem Video war die gesteigerte CPU- und GPU-Leistung jedoch sehr willkommen.
| Funktion/Modell | 13" MacBook Pro mit Touch Bar (2018) | 13" MacBook Pro mit Touch Bar (2017) | 15" MacBook Pro mit Touch Bar (2018) | 15" MacBook Pro mit Touch Bar (2017) |
|---|---|---|---|---|
| Startpreis (USD) | $1.799 | $1.799 | $2.399 | $2.399 |
| Display | 13,3", 2560x1600 | 13,3", 2560x1600 | 15,4", 2880x1800 | 15,4", 2880x1800 |
| Prozessor | 2,3GHz 4-Kern i5 (bis 2,7GHz 4-Kern i7) | 3,1GHz 2-Kern i5 (bis 3,5GHz 2-Kern i7) | 2,2GHz 6-Kern i7 (bis 2,9GHz 6-Kern i9) | 2,8GHz 4-Kern i7 (bis 3,1GHz 4-Kern i7) |
| Grafik | Intel Iris Plus 655 | Intel Iris Plus 650 | AMD Radeon Pro 555X/560X (4GB) | AMD Radeon Pro 555/560 (2GB/4GB) |
| RAM | 8GB / 16GB | 8GB / 16GB | 16GB / 32GB | 16GB |
| Speicher (SSD) | 256GB - 2TB | 256GB - 1TB | 512GB - 4TB | 256GB - 2TB |
| True Tone Display | Ja | Nein | Ja | Nein |
| T2 Chip | Ja | Nein (T1) | Ja | Nein (T1) |
| Anschlüsse | 4x Thunderbolt 3 (USB-C) | 4x Thunderbolt 3 (USB-C) | 4x Thunderbolt 3 (USB-C) | 4x Thunderbolt 3 (USB-C) |
Für wen lohnten sich die 2018er Modelle?
Die 2018er MacBook Pro Modelle, insbesondere das 15-Zoll Modell in höherer Konfiguration, waren klare Gewinner für Nutzer, die maximale mobile Leistung benötigten. Professionelle Anwender, die mit ressourcenintensiven Anwendungen arbeiteten, profitierten am meisten von den schnelleren CPUs, der erhöhten RAM-Kapazität und den größeren Speicheroptionen. Für sie stellten die Modelle, trotz des hohen Preises, ein leistungsfähiges Werkzeug dar, das ihre Workflows beschleunigen konnte.
Nutzer, die von einem älteren MacBook Pro (vor dem Design von 2016) aufrüsten wollten, fanden in den 2018er Modellen ebenfalls eine attraktive Option, da sie von einem modernen Design, dem großen Trackpad und der verbesserten internen Technik profitierten. Die verbesserte Tastatur (potenziell zuverlässiger) und das True Tone Display waren weitere Pluspunkte.
Allerdings waren die 2018er Updates nicht für jeden relevant. Die Einstiegsmodelle des 13-Zoll MacBook Pro ohne Touch Bar wurden 2018 nicht aktualisiert. Sie blieben auf dem Stand von 2017 und stellten weiterhin eine günstigere Option dar, allerdings ohne die neuesten Prozessoren, den T2 Chip oder das True Tone Display. Auch die kleineren 12-Zoll MacBooks und die MacBook Air Modelle erhielten 2018 kein Update (Stand der Veröffentlichung des Artikels). Für Nutzer mit grundlegenden Aufgaben oder einem kleineren Budget waren diese Modelle, oder sogar die älteren 2017er MacBook Pro Modelle, weiterhin eine Überlegung wert.
Häufig gestellte Fragen
Welche MacBook Modelle wurden 2018 aktualisiert?
Nur die 13-Zoll- und 15-Zoll-Modelle des MacBook Pro mit Touch Bar erhielten 2018 ein Update. Das 13-Zoll MacBook Pro ohne Touch Bar und andere Mac Modelle blieben auf dem Stand von 2017 oder früher.
Was waren die wichtigsten Neuerungen der 2018er MacBook Pro Modelle?
Die Hauptneuerungen waren die Intel Prozessoren der 8. Generation (bis zu 6 Kerne), die Unterstützung für bis zu 32 GB RAM (im 15"), bis zu 4 TB SSD-Speicher, das True Tone Display und der Apple T2 Sicherheitschip. Die Tastatur wurde ebenfalls leicht überarbeitet (leiser, potenziell zuverlässiger).
Gab es anfängliche Probleme mit den 2018er Modellen?
Ja, es gab Berichte über eine Leistungsdrosselung (Thermal Throttling) unter hoher Last, insbesondere beim Core i9 Modell. Apple behob dieses Problem jedoch schnell mit einem Software-Update für macOS.
Lohnt sich ein Upgrade auf ein 2018er MacBook Pro für Fotografen oder Videobearbeiter?
Für professionelle Anwender, die mit großen Dateien oder anspruchsvollen Workloads arbeiten, boten die 2018er Modelle signifikante Leistungssteigerungen durch die schnelleren CPUs, mehr RAM und größere SSD-Optionen. Insbesondere das 15-Zoll Modell war ein sehr leistungsfähiges Werkzeug nach dem Software-Fix für das Throttling-Problem.
Wie unterschied sich die Tastatur der 2018er Modelle von den Vorgängern?
Apple gab an, die Tastatur sei leiser. Es gab aber Hinweise auf eine neue Membran, die potenziell die Anfälligkeit für Probleme durch Staub oder Partikel reduzierte, die bei früheren Butterfly-Tastaturen auftraten.
Wurde das Design 2018 verändert?
Nein, das Design der 2018er MacBook Pro Modelle war identisch mit dem der 2016 eingeführten Generation. Das bedeutete weiterhin ein schlankes Unibody-Aluminiumgehäuse, ein großes Trackpad und ausschließlich USB-C (Thunderbolt 3) Anschlüsse.
Fazit
Die 2018er MacBook Pro Modelle stellten eine signifikante interne Aktualisierung dar, die vor allem auf die Bedürfnisse von professionellen Anwendern zugeschnitten war. Mit schnelleren Prozessoren, mehr RAM-Optionen und größerem Speicher boten sie die notwendige Leistung für anspruchsvolle Aufgaben. Trotz anfänglicher Probleme mit der Leistungsdrosselung, die per Software behoben wurden, und der weiterhin diskutierten Butterfly-Tastatur, lieferten diese Modelle, insbesondere das 15-Zoll Modell, eine beeindruckende Performance. Das True Tone Display und der T2 Chip rundeten das Paket ab. Für Nutzer, die maximale mobile Rechenleistung suchten und bereit waren, den hohen Preis zu zahlen, waren die 2018er MacBook Pro Modelle eine klare Empfehlung, insbesondere wenn sie von einem älteren Gerät aufrüsteten.
Hat dich der Artikel MacBook Pro 2018: Was war wirklich neu? interessiert? Schau auch in die Kategorie Hardware rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!
