Das Comic-Panel: Mehr als nur ein Bild

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Comics erzählen Geschichten nicht nur mit Worten, sondern vor allem mit Bildern. Jedes dieser Einzelbilder ist ein entscheidender Baustein, der die Erzählung vorantreibt und visuelle Informationen liefert. Aber wie nennt man diese Bilder genau, und welche Rolle spielen sie für den Gesamteindruck eines Comics?

Das grundlegende Element, das Sie in jeder Sequenz eines Comics finden, ist das Panel. Man kann es sich wie ein einzelnes Fenster vorstellen, durch das man einen Moment der Geschichte betrachtet. Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt so viel wie "Tafel" oder "Platte". Ein Comic besteht aus einer Abfolge dieser Panels, die zusammen eine narrative oder humoristische Sequenz bilden. Ein einfacher Comic Strip, wie man ihn oft in Zeitungen findet, kann beispielsweise aus nur drei oder vier Panels bestehen, die eine kurze Pointe erzählen.

Wie heißen die Bilder in Comics?
Panel (Comic) Panel (englisch für Tafel, Platte) ist in der grafischen Kunst des Comics und Cartoons der Ausdruck für ein Einzelbild in einer Sequenz. Ein Comic Strip ist zum Beispiel eine Sequenz von drei oder vier Panels.

Die Art und Weise, wie diese einzelnen Panel auf einer Seite angeordnet sind, wird als Paneling bezeichnet. Das Paneling ist weit mehr als nur eine einfache Platzierung; es ist eine Kunstform für sich. Durch die Größe, Form und Anordnung der Panels steuert der Zeichner den Lesefluss und das Tempo der Geschichte. Eine dichte Anordnung kleiner Panels kann Hektik oder schnelle Action vermitteln, während größere Panels oft für wichtige Momente, Emotionen oder zur Darstellung von Details verwendet werden. Die traditionelle Anordnung in westlichen Comics folgt oft einem starren Raster, das an eine Ziegelmauer erinnert und als ästhetisch ansprechend und gut lesbar gilt. Mangas hingegen nutzen oft flexiblere und dynamischere Panelaufteilungen, die den Lesefluss auf andere Weise lenken.

Die Welt der Comic Strip bringt ihre eigenen speziellen Regeln und Herausforderungen mit sich, insbesondere im Bereich des Paneling. Tägliche Comic Strips, die in Zeitungen erscheinen, müssen oft mit sehr begrenztem Platz auskommen, meist nur einer einzigen Zeile. Dies beschränkt die Anzahl der Panels aus praktischen Gründen stark, oft auf lediglich ein bis fünf Bilder. Der Künstler muss hier in wenigen Panels eine vollständige Idee oder einen Gag unterbringen.

Noch komplexer wird es bei den Sonntagsausgaben amerikanischer Zeitungen. Hier standen und stehen oft eine oder sogar mehrere ganze Seiten für Comics zur Verfügung. Bis in die Vierzigerjahre des zwanzigsten Jahrhunderts war es üblich, dass ein einzelner, aufwendig gestalteter Sonntagsstrip eine ganze Seite füllte. Um jedoch den verschiedenen Zeitungen mit ihren unterschiedlichen Platzangeboten größtmögliche Flexibilität beim Druck einzuräumen, wurde ein spezielles, modulares Paneling-Format für den Sonntagsstrip entwickelt.

Dieses Format sah typischerweise vor, dass der Strip in drei Bildzeilen gezeichnet wurde, die in voller Größe eine halbe Zeitungsseite einnehmen konnten. Zeitungen, die weniger Platz zur Verfügung hatten oder einem bestimmten Strip weniger Bedeutung beimessen wollten, konnten die obere Reihe der Panels einfach weglassen. Dadurch reduzierte sich der Platzbedarf des Strips auf etwa ein Drittel der Seite. Eine weitere Option bestand darin, die Panels in nur zwei Zeilen neu anzuordnen und zu verkleinern, wodurch der Strip nur noch ein Viertel einer Seite in Anspruch nahm. Dieses clevere, wenn auch künstlerisch einschränkende System erleichterte den Verkauf und die Verbreitung der Sonntagsstrips erheblich, da es den Zeitungsredakteuren erlaubte, das Layout flexibel anzupassen.

Für viele Comiczeichner, darunter auch berühmte Künstler wie Bill Watterson (Schöpfer von "Calvin und Hobbes"), stellten diese strengen Vorgaben eine erhebliche Beschränkung des künstlerischen Ausdrucks dar. Die Notwendigkeit, die erste Zeile so zu gestalten, dass sie weggelassen werden kann, bedeutet oft, dass diese Panels einen eigenständigen Gag oder eine Szene enthalten müssen, die nur lose oder gar nicht mit dem Rest des Strips verbunden ist. Zudem verhindert diese starre Aufteilung die Verwendung von Panel-Formen und -Größen, die für die jeweilige Geschichte vielleicht effektvoller wären, wie zum Beispiel hohe, schmale Panels, die Dramatik oder Vertikalität betonen könnten. Trotz dieser Einschränkungen haben viele Künstler beeindruckende Werke innerhalb dieses Formats geschaffen.

Ein besonders eindrucksvolles Element im Paneling ist das Splash-Panel. Manchmal wird es auch als Splash-Seite oder einfach nur als "Splash" bezeichnet (wörtlich übersetzt: "Fleck" oder "Platscher"). Dieses Panel zeichnet sich dadurch aus, dass es sich über einen sehr großen Teil einer Seite oder sogar über die gesamte Seite erstreckt. Seine Größe verleiht ihm eine besondere visuelle Wucht und Wirkung auf den Leser oder die Leserin.

Wie viele Bilder hat ein Comic?
Ein Comic ist eine sog. sequenzielle Bilderzählung, also eine Bilderfolge, die in mindestens 2 oder drei Bildern eine Geschichte erzählt und aus Bild und Text besteht.

Man unterscheidet hauptsächlich zwei Arten von Splash-Panel. Das Opening-Splash-Panel findet sich oft auf der ersten Seite oder der oberen Hälfte der ersten Seite einer Geschichte. Es kann verschiedene Funktionen erfüllen: Manchmal enthält es den Titel der Geschichte sowie die Namen des Autors, Zeichners oder anderer Beteiligter. Andere Opening-Splashs sollen primär Neugier wecken und den Leser visuell in die Geschichte hineinziehen. Wieder andere sind bereits integraler Bestandteil der Geschichte und dienen dazu, in die Handlung einzuführen oder den Schauplatz zu etablieren. Ein bekanntes Beispiel hierfür sind viele Bände der Asterix-Reihe, die oft mit einer detaillierten Ansicht des gallischen Dorfes beginnen, das als zentraler Schauplatz dient. Obwohl der Name "Opening-Splash" es suggeriert, kann ein solches Panel in seltenen Fällen auch erst auf der zweiten, dritten oder vierten Seite einer Geschichte eingesetzt werden, um den Leser nach den ersten einführenden Panels visuell zu überraschen.

Tritt ein Splash-Panel später im Verlauf der Geschichte auf, spricht man von einem Interior-Splash-Panel. Dieses ist immer ein direkter Teil der erzählten Handlung und wird typischerweise eingesetzt, um einen hoch dramatischen, emotionalen oder visuell spektakulären Moment zu betonen. Es kann ein entscheidender Wendepunkt, eine epische Schlachtszene, eine tief emotionale Nahaufnahme oder die Enthüllung eines wichtigen Geheimnisses darstellen. Die Größe des Panel zwingt den Leser förmlich dazu, innezuhalten, das Bild auf sich wirken zu lassen und die Bedeutung des dargestellten Moments zu erfassen.

Obwohl es, wie bei den Zeitungsstrips, manchmal kommerzielle Vorgaben bezüglich Größe und Anzahl der Panel geben kann, haben Comiczeichner im Allgemeinen eine bemerkenswerte Freiheit bei der Gestaltung ihrer Seiten. Sie können entscheiden, wie viele Panel sie verwenden, welche Formen und Größen diese haben und wie sie auf der Seite angeordnet werden. Diese Freiheit ermöglicht es ihnen, das Tempo, die Stimmung und den Fokus der Geschichte präzise zu steuern. Ein geschickter Einsatz von Paneling kann Spannung aufbauen, Überraschungen erzeugen oder wichtige Details hervorheben. Die Wahl zwischen einem starren Raster und einem dynamischeren Layout hängt vom Stil des Künstlers und der Art der Geschichte ab, die erzählt werden soll.

Die Frage "Wie viele Bilder hat ein Comic?" lässt sich nicht pauschal beantworten, da sie stark von verschiedenen Faktoren abhängt. Es gibt keine festgelegte Anzahl von Panel pro Comic. Ein kurzer Comic Strip hat vielleicht nur drei oder vier Panel, während ein einzelnes Comic-Heft, das eine abgeschlossene Geschichte oder einen Teil einer fortlaufenden Serie erzählt, typischerweise zwischen 20 und 40 Seiten umfasst und Hunderte von Panel enthalten kann. Ein umfangreicher Graphic Novel, der oft die Länge eines Romans hat, kann sogar Tausende von Panel umfassen.

Die Anzahl der Panel wird vom Künstler und Autor bestimmt und hängt von der Länge der Geschichte, dem gewünschten Erzähltempo und den Entscheidungen beim Paneling ab. Eine Geschichte, die viele schnelle Aktionen oder kurze Momente zeigt, benötigt tendenziell mehr Panel als eine Geschichte, die sich auf wenige, ausgedehnte Szenen oder emotionale Zustände konzentriert, die vielleicht in größeren Panel dargestellt werden. Daher kann die Zahl der Bilder pro Comic stark variieren – von einer Handvoll bis zu mehreren Tausend.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Panel das grundlegende visuelle Element eines Comics ist. Durch die geschickte Anordnung dieser Einzelbilder, bekannt als Paneling, steuern Künstler den Lesefluss und die Erzählung. Spezielle Formen wie das eindrucksvolle Splash-Panel dienen dazu, besondere Momente hervorzuheben und visuelle Wirkung zu erzielen. Ob in einem einfachen Comic Strip oder einem komplexen Graphic Novel, die Wahl und Anordnung der Panel ist entscheidend für das visuelle Storytelling und das Leseerlebnis.

Wie heißen die Bilder in Comics?
Panel (Comic) Panel (englisch für Tafel, Platte) ist in der grafischen Kunst des Comics und Cartoons der Ausdruck für ein Einzelbild in einer Sequenz. Ein Comic Strip ist zum Beispiel eine Sequenz von drei oder vier Panels.
MerkmalPanelComic StripSplash-Panel
GrößeStandard-EinzelbildSequenz von Standard-PanelsSehr groß (ganze oder große Teile einer Seite)
FunktionEinzelner Moment, Aktion oder DetailKurze narrative oder humoristische SequenzVisueller Höhepunkt, Einführung, dramatischer Moment
AnordnungTeil des SeitenlayoutsOft in Zeilen angeordnetDominiert die Seite
BeispielDie meisten Bilder im ComicTägliche Zeitungsstrips (z.B. Garfield)Eröffnungsseite, entscheidende Szene

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zum Thema Comic-Panels

Was ist der Unterschied zwischen einem Panel und einem Comic?

Ein Panel ist ein einzelnes Bild innerhalb eines Comics. Ein Comic ist das gesamte Werk, das aus einer Abfolge von vielen Panels besteht, die zusammen eine Geschichte erzählen.

Was versteht man unter Paneling?

Paneling bezeichnet die Anordnung und das Layout der einzelnen Panels auf einer Comic-Seite. Es steuert den Lesefluss, das Tempo der Erzählung und die visuelle Wirkung.

Was ist ein Splash-Panel?

Ein Splash-Panel ist ein Panel, das sich über eine sehr große Fläche einer Seite erstreckt, oft eine ganze Seite. Es wird verwendet, um besondere visuelle Wirkung zu erzielen, z.B. zur Einführung einer Geschichte (Opening-Splash) oder zur Hervorhebung eines dramatischen Moments (Interior-Splash).

Warum haben Zeitungs-Comic-Strips oft so strenge Formate?

Besonders Sonntagsstrips haben modulare Formate, damit Zeitungen mit unterschiedlichem Platzangebot den Strip flexibel drucken können, indem sie z.B. Reihen weglassen oder die Größe anpassen. Dies dient der kommerziellen Verwertbarkeit.

Haben alle Comics ein starres Raster-Paneling?

Nein. Während westliche Comics oft ein eher rasterbasiertes Paneling nutzen, haben Mangas zum Beispiel oft variablere und dynamischere Panelaufteilungen, die stark vom starren Raster abweichen können.

Gibt es eine feste Anzahl von Panels in einem Comic?

Nein, es gibt keine feste Anzahl. Die Anzahl der Panels hängt von der Länge der Geschichte, dem gewünschten Erzähltempo und dem Stil des Paneling ab. Ein kurzer Strip hat wenige Panels, ein langer Graphic Novel Tausende.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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