Die jährliche Bekanntgabe der Steuerfüsse ist für viele Einwohnerinnen und Einwohner ein wichtiges Datum, das direkte Auswirkungen auf ihren Geldbeutel hat. Im Kanton Thurgau hat die Steuerverwaltung kürzlich die Zahlen für das Jahr 2024 veröffentlicht und damit Aufschluss über die Steuerbelastung in den einzelnen Gemeinden gegeben. Während die allgemeine Tendenz eher auf Stabilität hindeutet, gab es dennoch Verschiebungen, die einen Vergleich lohnenswert machen. Insbesondere für Einwohner oder Interessenten der Gemeinde Bottighofen stellt sich die Frage: Wie hoch ist der Steuerfuss dort im Jahr 2024, und wie positioniert sich Bottighofen im kantonalen Vergleich?
Die vorliegenden Daten bieten einen detaillierten Einblick in die Steuerlandschaft des Thurgaus für das aktuelle Jahr und erlauben eine genaue Betrachtung der Situation in Gemeinden wie Bottighofen.

Die allgemeinen Steuertrends im Thurgau 2024
Im Jahr 2024 zeigte sich bei den Steuerfüssen der Politischen Gemeinden im Kanton Thurgau ein Bild, das von bemerkenswerter Stabilität geprägt war, aber auch eine Verlangsamung des Trends zu Steuersenkungen erkennen liess. Von den insgesamt 80 Politischen Gemeinden hielten beeindruckende 70 Gemeinden an den Steuerfüssen fest, die bereits im Vorjahr galten. Dies ist ein deutlicher Anstieg der Konstanz im Vergleich zu den Vorjahren. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 hatten noch 58 Gemeinden ihre Steuerfüsse unverändert gelassen, und im Jahr 2022 waren es sogar nur 54.
Die Zahl der Gemeinden, die ihren Gemeindesteuerfuss im Vergleich zum Vorjahr senkten, ging markant zurück. Nur 7 Gemeinden beschlossen eine Reduktion. Dies steht in deutlichem Kontrast zu 2023, als 16 Gemeinden ihre Ansätze senkten, und insbesondere zu 2022, dem Jahr mit der höchsten Anzahl an Senkungen (25 Gemeinden). Gleichzeitig gab es auch einige Erhöhungen, wenn auch in geringerem Umfang. 3 Gemeinden erhöhten ihren Gemeindesteuerfuss für 2024.
Der durchschnittliche Gemeindesteuerfuss und seine historische Entwicklung
Der durchschnittliche Gemeindesteuerfuss im Thurgau, gewichtet nach der Einwohnerzahl der Gemeinden, sank im Jahr 2024 nur noch minimal. Er verringerte sich von 55,9 % auf 55,7 %. Dieser leichte Rückgang ist im Vergleich zu den stärkeren Abnahmen in früheren Jahren, insbesondere aber zu den 2000er-Jahren, sehr gering. Vor allem zwischen 2000 und 2012 gab es eine signifikante und kräftige Abnahme des durchschnittlichen Steuerfusses der Gemeinden von 74,8 % auf 58,6 %. Die aktuelle Entwicklung zeigt eine deutliche Verlangsamung oder gar ein Ende dieses langjährigen Abwärtstrends.
Gemeinden mit Senkungen und Erhöhungen im Detail
Von den 7 Gemeinden, die ihren Gemeindesteuerfuss für 2024 herabsetzten, gab es in Bürglen die stärkste Reduktion mit beachtlichen –7 Prozentpunkten. Ebenfalls von tieferen Gemeindesteuerfüssen profitiert die Bevölkerung in mehreren anderen Gemeinden: Dozwil, Herdern, Lommis, Münchwilen und Wigoltingen verzeichneten jeweils eine Senkung um –3 Prozentpunkte. In Altnau wurde der Gemeindesteuerfuss um –2 Prozentpunkte gesenkt.
Auf der anderen Seite des Spektrums erhöhten 3 Gemeinden ihren Gemeindesteuerfuss. Die stärkste Erhöhung gab es in Mammern mit +8 Prozentpunkten. In Uesslingen-Buch stieg der Ansatz um +5 Prozentpunkte, und in Affeltrangen erhöhte sich der Gemeindesteuerfuss um +3 Prozentpunkte.
Wo die Gemeindesteuerfüsse am niedrigsten sind – Bottighofen im Fokus
Für viele Steuerzahler ist der Gemeindesteuerfuss einer der wichtigsten Werte, da er direkt die lokale Steuerlast beeinflusst und somit die Attraktivität einer Wohngemeinde mitbestimmt. Im Thurgau gibt es traditionell Gemeinden, die sich durch besonders attraktive, niedrige Steuerfüsse auszeichnen. Auch im Jahr 2024 führt Warth-Weiningen diese Rangliste der Gemeinden mit dem niedrigsten Gemeindesteuerfuss zum siebten Mal in Folge an, mit einem Satz von nur 30 %.
Direkt dahinter folgen Gemeinden, die ebenfalls konstant niedrige Ansätze bieten und somit eine hohe Steuerattraktivität aufweisen. Tägerwilen liegt mit einem Gemeindesteuerfuss von 33 % an zweiter Stelle. Unmittelbar danach, auf dem dritten Platz, finden sich zwei Gemeinden mit einem identischen, sehr niedrigen Satz: Bottighofen und Horn weisen beide einen Gemeindesteuerfuss von 34 % auf. Damit gehört Bottighofen auch im Jahr 2024 zu den Gemeinden mit den absolut niedrigsten Gemeindesteuerfüssen im gesamten Kanton Thurgau.
Weitere Gemeinden mit einem Gemeindesteuerfuss unter 40 % sind Münsterlingen (37 %) sowie Neunforn und neu auch Dozwil (je 39 %). Am oberen Ende der Skala, also mit den höchsten Gemeindesteuerfüssen, finden sich Arbon mit 72 % und Romanshorn mit 70 %.
Die Entwicklung der Schulsteuerfüsse – Ein Trendbruch
Ein bemerkenswerter Punkt in den Steuerdaten 2024 ist die Entwicklung bei den Schulsteuerfüssen. Erstmals seit Beginn der Statistik im Jahr 2005 setzte sich der langjährige Abwärtstrend nicht mehr fort. Stattdessen erhöhte sich der durchschnittliche, gewichtete Schulsteuerfuss leicht. Er stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 88,2 %. Dies stellt eine Umkehrung des Trends der letzten zwanzig Jahre dar, in denen der Durchschnitt im Mittel jährlich um 0,7 Prozentpunkte gesunken war.
Im Jahr 2024 senkten nur noch 3 Schulgemeinden ihren Steuerfuss. Dies ist eine deutlich geringere Anzahl als in den 20 Jahren zuvor, wo die Anzahl der Schulgemeinden mit Steuerfusssenkungen immer im zweistelligen Bereich lag. Gleichzeitig nahm die Zahl der Schulgemeinden, die ihren Steuerfuss anhoben, deutlich zu. 15 Schulgemeinden beschlossen eine Erhöhung ihres Schulsteuerfusses, während es im Vorjahr nur 4 waren. Drei Viertel der Schulgemeinden hielten an den Schulsteuerfüssen des Vorjahres fest. Die Bandbreite der Schulsteuerfüsse ist gegenüber dem Vorjahr erneut grösser geworden (von 54 % bis 111 % im Jahr 2024 gegenüber 54 % bis 105 % im Jahr 2023). Im Vergleich zu vor 20 Jahren (54 % bis 121 %) sind die Schulsteuerfüsse aber insgesamt zusammengerückt.
Was der Gesamtsteuerfuss aussagt – und wie er sich entwickelte
Der Gesamtsteuerfuss ist für die meisten Steuerzahler die relevanteste Grösse, da er die gesamte Steuerlast widerspiegelt, die an die verschiedenen öffentlichen Stellen (Staat, Gemeinde, Schule, Kirche) abgeführt werden muss. Er setzt sich zusammen aus dem Staatssteuerfuss, dem Gemeindesteuerfuss, dem Schulsteuerfuss und dem Kirchensteuerfuss. Im Jahr 2024 profitierten deutlich weniger Einwohnerinnen und Einwohner von einer Senkung des Gesamtsteuerfusses als in den Vorjahren. Nur in 7 Gemeinden waren die Gesamtsteuerfüsse niedriger als 2023.
Auf der anderen Seite gab es wieder mehr Erhöhungen der Gesamtsteuerfüsse. Diese hängen oft auch von den Änderungen bei den Kirchensteuerfüssen ab. Für die evangelische Bevölkerung stiegen die Ansätze in 19 Gemeinden, für die katholische Bevölkerung in 16 Gemeinden. In der Mehrheit der Gemeinden blieben die Gesamtsteuerfüsse 2024 unverändert (in 54 Gemeinden für die evangelische Bevölkerung und in 57 Gemeinden für die katholische Bevölkerung).
Die stärksten Anstiege des Gesamtsteuerfusses verzeichneten Mammern mit +15 Prozentpunkten, Affeltrangen mit +7 Prozentpunkten und Bettwiesen mit +6 Prozentpunkten. Die grösste Reduktion des Gesamtsteuerfusses gab es in Bürglen mit –7 Prozentpunkten.
Bottighofen und Warth-Weiningen – Die steuergünstigsten Gemeinden im Gesamtvergleich
Betrachtet man die gesamte Steuerbelastung, also den Gesamtsteuerfuss, so bestätigt sich Bottighofens Position unter den steuergünstigsten Gemeinden im Thurgau eindrucksvoll. Bottighofen führt die Rangliste der steuergünstigsten Gemeinden für die evangelische Bevölkerung an. Wie in den beiden Vorjahren weist Bottighofen für diese Bevölkerungsgruppe den absolut niedrigsten Gesamtsteuerfuss im Kanton auf, nämlich 210 %.
Für die katholische Bevölkerung ist Warth-Weiningen mit 209 % die steuergünstigste Gemeinde im Thurgau. Bottighofen folgt hier an zweiter Stelle mit einem Gesamtsteuerfuss von 215 % für die katholische Bevölkerung. Diese Zahlen unterstreichen Bottighofens Attraktivität aus steuerlicher Sicht, insbesondere für die evangelische Bevölkerungsgruppe, aber auch für die katholische Bevölkerung gehört die Gemeinde zu den Top-Adressen im Kanton.
Ebenfalls niedrige Gesamtsteuerfüsse unter 240 % weisen die Gemeinden Horn, Ermatingen, Salenstein und Münsterlingen (unabhängig von der Konfession) sowie Tägerwilen (für die katholische Bevölkerung) auf.
Die Gemeinden mit der höchsten Steuerlast
Am anderen Ende des Spektrums, also mit der höchsten Steuerlast gemessen am Gesamtsteuerfuss, stehen im Kanton Thurgau weiterhin die Einwohnerinnen und Einwohner von Arbon. Für die evangelische Bevölkerung beträgt der Gesamtsteuerfuss in Arbon 306 %, für die katholische Bevölkerung 304 %. Dies zeigt eine deutliche Spanne im Vergleich zu den steuergünstigsten Gemeinden wie Bottighofen oder Warth-Weiningen.
Steuerfüsse für Juristische Personen
Auch für juristische Personen gab es im Jahr 2024 Anpassungen bei den Gesamtsteuerfüssen. In 27 Gemeinden profitierten juristische Personen von tieferen Ansätzen, während diese in 24 Gemeinden erhöht wurden. Die Veränderungen bei den Steuerfüssen für juristische Personen waren meist sehr gering und lagen zwischen –0,1 und 0,1 Prozentpunkten. Die stärksten Bewegungen gab es auch hier in den Gemeinden mit den grössten Verschiebungen bei den natürlichen Personen: Die stärkste Reduktion für juristische Personen gab es in Bürglen (–7,1), den kräftigsten Anstieg in Mammern (+14,9), Affeltrangen (+7) und Bettwiesen (+6). Bottighofen wird in diesem Zusammenhang nicht spezifisch als Gemeinde mit einer markanten Veränderung bei den juristischen Personen genannt.
Vergleich: Die niedrigsten Gemeindesteuerfüsse 2024
| Gemeinde | Gemeindesteuerfuss 2024 |
|---|---|
| Warth-Weiningen | 30 % |
| Tägerwilen | 33 % |
| Bottighofen | 34 % |
| Horn | 34 % |
| Münsterlingen | 37 % |
| Neunforn | 39 % |
| Dozwil | 39 % |
Vergleich: Die steuergünstigsten Gemeinden (Gesamtsteuerfuss 2024)
| Rang | Gemeinde | Bevölkerungsgruppe | Gesamtsteuerfuss 2024 |
|---|---|---|---|
| 1 | Warth-Weiningen | Katholisch | 209 % |
| 1 | Bottighofen | Evangelisch | 210 % |
| 2 | Warth-Weiningen | Evangelisch | 213 % |
| 2 | Bottighofen | Katholisch | 215 % |
| Top | Horn | Unabhängig der Konfession | Unter 240 % |
| Top | Ermatingen | Unabhängig der Konfession | Unter 240 % |
| Top | Salenstein | Unabhängig der Konfession | Unter 240 % |
| Top | Münsterlingen | Unabhängig der Konfession | Unter 240 % |
| Top | Tägerwilen | Katholisch | Unter 240 % |
Häufig gestellte Fragen zu den Steuerfüssen im Thurgau
Wie hoch ist der Gemeindesteuerfuss in Bottighofen im Jahr 2024?
Der Gemeindesteuerfuss in Bottighofen beträgt im Jahr 2024 34 %. Damit gehört Bottighofen zu den Gemeinden mit den niedrigsten Gemeindesteuerfüssen im Kanton Thurgau.
Ist Bottighofen eine steuergünstige Gemeinde?
Ja, Bottighofen gilt als eine der steuergünstigsten Gemeinden im Kanton Thurgau, insbesondere im Hinblick auf den Gesamtsteuerfuss. Für die evangelische Bevölkerung weist Bottighofen den niedrigsten Gesamtsteuerfuss (210 %) auf. Für die katholische Bevölkerung liegt Bottighofen mit 215 % an zweiter Stelle hinter Warth-Weiningen (209 %).
Was ist der Unterschied zwischen Gemeindesteuerfuss und Gesamtsteuerfuss?
Der Gemeindesteuerfuss bezieht sich nur auf den Anteil der Steuern, der an die Gemeinde geht. Der Gesamtsteuerfuss ist die Summe aus Staatssteuerfuss, Gemeindesteuerfuss, Schulsteuerfuss und Kirchensteuerfuss und repräsentiert die gesamte Steuerbelastung, die eine Person oder Familie zu tragen hat.
Haben sich die Steuerfüsse im Thurgau 2024 stark verändert?
Die Mehrheit der Gemeinden (70 von 80) hat ihre Gemeindesteuerfüsse 2024 nicht verändert. Es gab weniger Senkungen (7) als in den Vorjahren, aber auch nur wenige Erhöhungen (3). Der durchschnittliche Gemeindesteuerfuss sank nur minimal. Bei den Schulsteuerfüssen gab es erstmals seit langem einen leichten Anstieg des Durchschnitts und mehr Erhöhungen (15) als Senkungen (3).
Fazit: Bottighofen bleibt attraktiv
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bottighofen auch im Jahr 2024 seine Position als eine der steuergünstigsten Gemeinden im Kanton Thurgau behauptet. Sowohl beim reinen Gemeindesteuerfuss (34 %) als auch beim Gesamtsteuerfuss, insbesondere für die evangelische Bevölkerung (210 %), gehört Bottighofen zur Spitze der Gemeinden mit der niedrigsten Steuerbelastung. Während die allgemeinen Steuertrends im Thurgau 2024 von Stabilität geprägt waren, mit weniger Senkungen als in Vorjahren und einem Trendbruch bei den Schulsteuerfüssen, bleibt Bottighofen für Steuerzahler weiterhin eine sehr attraktive Wahl. Die Daten der Steuerverwaltung des Kantons Thurgau für 2024 bestätigen die günstige Steuerposition der Gemeinde am Bodensee.
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