Das Samsung Galaxy A50 kam Anfang 2019 auf den Markt und positionierte sich als preiswertes Smartphone mit vielen Funktionen, darunter ein großes AMOLED-Display und eine Dreifach-Kamera auf der Rückseite. Für viele Nutzer ist die Kameraqualität ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl eines Smartphones, auch bei älteren Modellen. Doch wie schlägt sich die Kamera des Galaxy A50 heute, insbesondere im Vergleich zu aktuellen Geräten und unter anspruchsvollen Testbedingungen? Dieser Artikel beleuchtet die Leistung der A50-Kamera basierend auf einer detaillierten Analyse.

Die Kamera-Hardware des Galaxy A50
Das Samsung Galaxy A50 verfügt über ein vielseitig klingendes Kamera-Setup auf der Rückseite:
- Eine Hauptkamera mit einem 25-MP-Sensor (Ausgabe 12,2 MP nach Binning) und einem 26-mm-äquivalenten f/1.7-Objektiv.
- Eine Ultra-Weitwinkelkamera mit 8 MP und einem 13-mm-äquivalenten f/2.2-Objektiv.
- Ein 5-MP-Tiefensensor mit f/2.2-Objektiv, der speziell für Bokeh-Aufnahmen (Porträtmodus) gedacht ist.
Zusätzlich bietet das Smartphone PDAF (Phase Detection Autofocus) für die Hauptkamera und einen LED-Blitz. Videos können in 1080p mit 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden.

Leistung im Test: Ein Blick auf die Ergebnisse
Die Leistung einer Smartphone-Kamera wird oft anhand verschiedener Kriterien bewertet. Das Samsung Galaxy A50 wurde im Rahmen von umfassenden Tests neu bewertet, wobei ein aktualisiertes Testprotokoll zum Einsatz kam, das anspruchsvollere Szenarien und Bewertungen wie die Vorschau-Qualität einschließt. Unter diesen neuen Bedingungen erreichte das Galaxy A50 einen Gesamtscore von 76 Punkten. Es ist wichtig zu verstehen, dass dieser Score im Vergleich zu den neuesten High-End-Geräten deutlich niedriger ausfällt, was angesichts des Alters und der Preisklasse des A50 nicht überraschend ist.
Die Ergebnisse im Detail:
| Kategorie | Score (A50) | Best-Score (zum Zeitpunkt des Tests) |
|---|---|---|
| Gesamt | 76 | |
| Foto | 76 | 111 (Honor Magic4 Ultimate) |
| Zoom | 27 | 140 (Honor Magic4 Ultimate) |
| Weitwinkel | 35 | 58 (Honor Magic4 Ultimate) |
| Tele | 21 | 140 (Honor Magic4 Ultimate) |
| Video | 67 | 118 (Apple iPhone 13 Pro Max) |
Der Foto-Score von 76 liegt fast 50 Punkte hinter dem damaligen Spitzenreiter, was die Lücke zu modernen Top-Smartphones verdeutlicht. Besonders niedrige Scores wurden in den Bereichen Nachtaufnahmen, Bokeh und Vorschau erzielt. Der Zoom-Score ist mit 27 sehr niedrig, was hauptsächlich auf das Fehlen eines dedizierten Teleobjektivs zurückzuführen ist. Auch der Video-Score von 67 ist einer der niedrigsten, die unter dem neuen Protokoll verzeichnet wurden, beeinflusst durch Schwächen bei Autofokus und Textur.
Fotoqualität: Stärken und Schwächen
Betrachtet man die Fotoqualität im Detail, zeigt das Samsung Galaxy A50 Licht und Schatten. Für ein 18 Monate altes Budget-Gerät zum Zeitpunkt der Neubewertung lieferte es eine respektable Leistung unter den anspruchsvollen neuen Testbedingungen, aber es gibt deutliche Einschränkungen.
Stärken bei Fotos
Bei hellem Tageslicht und stabilen Bedingungen kann das A50 durchaus ansprechende Bilder liefern. Die Belichtung ist oft akkurat, und die Farbwiedergabe ist angenehm lebendig, besonders bei Außenaufnahmen. Gesichter sind auch bei Gegenlicht oft gut belichtet. Das Rauschen ist in hellen Außenszenen recht gut kontrolliert.
Ein positiver Aspekt, der auch in älteren Tests hervorgehoben wurde, ist die Leistung bei HDR-Aufnahmen in kontrastreichen Szenen. Das A50 zeigt hier einen recht guten Dynamikbereich, wobei Details sowohl in hellen als auch in schattigen Bereichen gut erhalten bleiben können. Teilweise wurde die Schattenwiederherstellung sogar als besser bewertet als bei einigen teureren Konkurrenten zum Zeitpunkt des ursprünglichen Tests.
Der Blitz des A50 liefert ebenfalls eine solide Leistung. Die Belichtung mit Blitz ist tendenziell etwas hoch, aber akzeptabel und führt zu hellen Ergebnissen. Die Farbwiedergabe ist dabei recht neutral, auch wenn bei reinen Blitzaufnahmen eine leichte Entsättigung auftreten kann. Die Randabschattung ist akzeptabel, wobei das Rauschen an den Rändern, die durch Bildbearbeitung aufgehellt wurden, stärker sein kann als im Zentrum.
Schwächen bei Fotos
Die Hauptschwäche des A50 ist der geringe Detailgrad. Unabhängig von den Lichtverhältnissen ist das Niveau der erhaltenen Textur und feiner Details durchweg niedrig. Dies ist besonders bei Zoomaufnahmen offensichtlich.
Bei bewölktem Wetter oder generell bei schlechten Lichtverhältnissen lässt die Leistung nach. Hier können starke Grünstiche im Weißabgleich auftreten. Das Rauschen nimmt in flachen Bereichen zu, während feine Details in komplexen Bereichen verloren gehen. Der Score für Nachtaufnahmen ist mit 13 Punkten extrem niedrig, was darauf hindeutet, dass das A50 für das Fotografieren bei Dunkelheit kaum geeignet ist.
Der Zoom ist eine weitere deutliche Schwäche. Da kein Teleobjektiv vorhanden ist, basiert der Zoom ausschließlich auf digitaler Vergrößerung (bis zu 4x). Schon bei 2x Vergrößerung ist ein signifikanter Detailverlust sichtbar, und bei 4x treten zusätzliche Probleme wie Rauschen, Ringing-Artefakte und schlechte Farbwiedergabe hinzu.
Auch bei den Bokeh-Aufnahmen (Porträtmodus) gibt es Einschränkungen. Obwohl der dedizierte Tiefensensor eine ordentliche Schätzung der Tiefe ermöglicht, können bei genauer Betrachtung Fehler bei der Objekttrennung und abrupte Übergänge im Unschärfeverlauf sichtbar sein. Diese sind auf dem kleinen Bildschirm des Telefons weniger störend, aber bei größerer Ansicht fallen sie auf. Die Darstellung von Lichtpunkten (Bokeh-Balls) ist angenehm rund, aber die Aufnahmen können manchmal etwas kontrastarm und farblich ausgewaschen wirken.
Zusätzlich konnten verschiedene Artefakte beobachtet werden. Am problematischsten ist das Ghosting, bei dem sich bewegende Objekte als Doppelbilder erscheinen können. Auch Ringing, Flare (Streulicht), Rauschen an den Rändern und geometrische Verzerrungen, bei denen Linien und Muster nicht perfekt ausgerichtet sind, wurden festgestellt.
Videoleistung
Die Videofunktion des Samsung Galaxy A50 liefert gemischte Ergebnisse. Bei stabilen Lichtverhältnissen im Innen- und Außenbereich ist die Belichtung meist akkurat. Die Farbwiedergabe ist generell angenehm, und das Rauschen ist sowohl drinnen als auch draußen gut kontrolliert, insbesondere in Bereichen mit gleichmäßiger Farbe.
Allerdings gibt es auch hier deutliche Schwächen. Die Belichtungsanpassung bei wechselnden Lichtverhältnissen ist langsam, und der Dynamikbereich bei Videos ist begrenzt. Der Weißabgleich kann instabil sein, was zu leichten Farbabweichungen und starken Farbstichen, insbesondere bei Außenaufnahmen, führen kann.
Die Detailgenauigkeit ist auch bei Videos generell niedrig. Luminanzrauschen ist sowohl in Innenräumen als auch bei schlechten Lichtverhältnissen sichtbar. Der Autofokus im Video ist ein besonderer Schwachpunkt. Das Tracking ist schlecht, und es kommt häufig zu instabilen, unnötigen und langsamen Neuberechnungen des Fokus, selbst bei kleinen Veränderungen in der Szene.

Die Videostabilisierung ist ebenfalls nicht sehr effektiv. Bei statischen Aufnahmen aus der Hand oder bei moderaten Schwenks ist sie akzeptabel, aber beim Gehen sind deutliche Ruckler und hochfrequente Bewegungen sichtbar. Artefakte beeinträchtigen die Videoqualität zusätzlich, besonders in Innenräumen und bei schlechtem Licht.
Vorschau (Preview)
Ein Aspekt, der im aktualisierten Testprotokoll stärker berücksichtigt wird, ist die Qualität der Vorschau auf dem Bildschirm des Telefons. Hier zeigt das A50 Schwächen. Es gibt oft erhebliche Unterschiede zwischen dem, was in der Vorschau angezeigt wird, und dem finalen aufgenommenen Bild.
Bei kontrastreichen Szenen werden in der Vorschau oft Lichter überbelichtet dargestellt, da es kein Live-HDR gibt. Obwohl ein Symbol anzeigen kann, dass HDR angewendet wird, zeigt die Vorschau das Ergebnis nicht korrekt an. Auch Gesichter können in der Vorschau dunkler erscheinen als im endgültigen Bild.
Bei Bokeh-Aufnahmen unterscheidet sich die Vorschau ebenfalls stark vom Ergebnis. Die Tiefenschätzung in der Vorschau ist ungenau, was zu Fehlern bei der Objekttrennung und einem ungleichmäßigen Unschärfeverlauf führt. Die Konsistenz ist schlecht: Manchmal wird der Bokeh-Effekt in der Vorschau angezeigt und mit 'Effekt bereit' bestätigt, aber im finalen Bild nicht angewendet.
Beim Zoomen in der Vorschau (mit Pinch-Gesten) ist die Anpassung von Belichtung, Farbe und Fokus stabil, aber der Zoombereich ist sehr begrenzt (1x bis 4x). Der Wechsel zwischen Weitwinkel- und Hauptkamera über die Bildschirmtasten ist zudem langsam, wobei das Fokussieren etwa eine Sekunde dauern kann.
Häufig gestellte Fragen zur Samsung A50 Kamera
Ist die Kamera des Samsung A50 gut für Fotos bei schlechtem Licht oder nachts?
Nein, die Leistung des Samsung A50 bei schlechtem Licht und insbesondere bei Nacht ist eine deutliche Schwäche. Der Score für Nachtaufnahmen ist sehr niedrig, und die Bilder zeigen starken Detailverlust und Rauschen. Für gute Nachtaufnahmen ist das A50 nicht geeignet.
Wie gut ist der Zoom des A50?
Die Zoomqualität ist schwach. Das A50 hat kein optisches Teleobjektiv, sondern nutzt nur digitalen Zoom. Das führt bereits bei geringer Vergrößerung zu deutlichem Detailverlust, Rauschen und anderen Artefakten. Zoomaufnahmen gehören zu den Hauptschwächen der Kamera.
Kann das A50 gute Porträts (Bokeh) aufnehmen?
Das A50 kann Porträts mit Hintergrundunschärfe aufnehmen (Bokeh-Modus) dank des dedizierten Tiefensensors. Die Ergebnisse sind oft akzeptabel, aber nicht perfekt. Es kann zu Fehlern bei der Objekttrennung kommen, und die Vorschau unterscheidet sich oft stark vom Endergebnis und ist inkonsistent.
Ist die Videoqualität des A50 gut?
Die Videoqualität ist durchwachsen. Belichtung, Farbe und Rauschen sind bei stabilen hellen Bedingungen akzeptabel, aber der Autofokus ist instabil und das Tracking schlecht. Die Videostabilisierung ist bei Bewegung ineffektiv, und die Detailgenauigkeit ist generell niedrig. Für anspruchsvolle Videoaufnahmen ist das A50 nicht die beste Wahl.
Wie schneidet die A50-Kamera im Vergleich zu neueren Smartphones ab?
Im Vergleich zu aktuellen Mittelklasse- oder High-End-Smartphones liegt die Kamera des Samsung A50 deutlich zurück. Moderne Geräte bieten in der Regel eine signifikant bessere Detailgenauigkeit, Dynamikbereich, Leistung bei schlechtem Licht, Zoomqualität, Videostabilisierung und Autofokus-Performance.
Fazit
Das Samsung Galaxy A50 bot zum Zeitpunkt seiner Einführung Anfang 2019 eine attraktive Kombination aus Preis und Ausstattung, einschließlich einer vielseitigen Kamera-Hardware. Basierend auf den anspruchsvollen, aktualisierten Tests zeigt sich jedoch, dass die Kameraqualität des A50 im Vergleich zu modernen Standards deutlich eingeschränkt ist.
Ihre Stärken liegen am ehesten noch bei gut belichteten Fotos im Freien, wo Belichtung und Farbe stimmen, sowie bei der Leistung des Blitzes. Auch die HDR-Fähigkeiten waren für die damalige Preisklasse respektabel. Der Porträtmodus liefert akzeptable Ergebnisse, wenn auch mit Einschränkungen.
Die signifikanten Schwächen liegen im geringen Detailgrad der Aufnahmen, der schlechten Leistung bei schlechtem Licht und Nacht, der mangelhaften Zoomqualität und den Problemen mit dem Autofokus und der Stabilisierung bei Videos. Auch die Diskrepanz zwischen Vorschau und finalem Bild ist ein Nachteil.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Für einfache Schnappschüsse bei gutem Licht kann die Kamera des Samsung A50 immer noch brauchbar sein, insbesondere wenn man die Bilder nur auf dem Smartphone betrachtet. Wer jedoch Wert auf hohe Bildqualität, gute Ergebnisse bei wenig Licht, flexible Zoommöglichkeiten oder hochwertige Videos legt, wird feststellen, dass die Kamera des Galaxy A50 den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht wird und deutlich hinter aktuellen Geräten zurückliegt.
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