In Österreich ist das Bewerbungsfoto im Lebenslauf nach wie vor weit verbreitet und oft ein wichtiger erster Eindruck. Auch wenn sich Trends ändern und in manchen Branchen auf ein Foto verzichtet wird, kann ein qualitativ hochwertiges Bild Ihre Bewerbung positiv unterstreichen. Es gibt keine feste Regel für das 'perfekte' Foto, da jeder Mensch und jede angestrebte Position einzigartig ist. Doch eines ist entscheidend: die Qualität. Ein unscharfes, überbelichtetes oder verpixeltes Bild kann schnell negative Rückschlüsse auf Ihre Professionalität zulassen.
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Aber ist ein Bewerbungsfoto wirklich notwendig? In Österreich ist es wie erwähnt noch sehr üblich, aber der Trend zur Bewerbung ohne Foto nimmt zu. Die Notwendigkeit kann je nach Branche variieren. Doch unabhängig davon, ob Sie sich für ein Foto entscheiden oder nicht, sollten Sie wissen, welche Bilder absolut tabu sind.

Was Sie unbedingt vermeiden sollten: Tabus beim Bewerbungsfoto
Es gibt bestimmte Arten von Fotos, die in einer professionellen Bewerbung nichts zu suchen haben. Diese wirken schnell unseriös und können Ihrer Bewerbung schaden, anstatt ihr zu nützen. Dazu gehören:
- Schnappschüsse aus dem Urlaub oder der Freizeit.
- Fotos aus dem Automaten.
- Gescannte Fotos, die oft unscharf oder verfärbt sind.
- Grundsätzlich alle unscharfen oder technisch mangelhaften Fotos.
- Ausschnitte aus Gruppenfotos, bei denen man oft noch andere Personen oder unpassende Hintergründe erkennt.
Solche Bilder vermitteln den Eindruck mangelnder Sorgfalt und Professionalität. Wenn Sie kein ambitionierter Hobbyfotograf sind oder jemanden kennen, der Ihnen helfen kann, ist der Gang zu einem professionellen Fotografen oft die sicherere Wahl. Doch mit ein paar wichtigen Hinweisen können Sie auch selbst ein überzeugendes Bewerbungsfoto erstellen.
Vorbereitung ist alles: Die Basis für Ihr Bewerbungsfoto
Bevor Sie überhaupt an die Kamera denken, sollten Sie die Grundlage schaffen. Ein gutes Foto beginnt mit der richtigen Vorbereitung.
Kleidung: Das passende Outfit wählen
Ihre Kleidung sollte zu der Position passen, auf die Sie sich bewerben. Für die meisten professionellen Rollen sind klassische Farben wie Blau, Grau oder Weiß eine ausgezeichnete Wahl. Vermeiden Sie auffällige Muster oder grelle Farben, die ablenken könnten. Achten Sie darauf, dass Ihre Kleidung sauber, gebügelt und gut sitzend ist. Ein gepflegter Auftritt ist hier entscheidend.
Make-up und Styling: Weniger ist oft mehr
Halten Sie Ihr Make-up dezent und natürlich. Es soll Ihre besten Züge hervorheben, nicht verändern. Ein gepflegtes Erscheinungsbild ist unerlässlich. Für Männer gilt: Ein frisch rasierter oder sorgfältig gestutzter Bart wirkt ordentlich und professionell. Die Haare sollten ebenfalls ordentlich frisiert sein und nicht ins Gesicht fallen.
Der perfekte Hintergrund
Der Hintergrund spielt eine wichtige Rolle, da er nicht vom Hauptmotiv – Ihrem Gesicht – ablenken sollte. Ideal ist ein ruhiger, einfarbiger Hintergrund in einer neutralen Farbe wie Weiß, Hellgrau oder Hellblau. Vermeiden Sie unruhige Muster, Bilder, Pflanzen oder andere Gegenstände im Hintergrund. Wenn Sie keine passende Wand haben, können Sie auch ein glatt gezogenes, einfarbiges Bettlaken oder ein großes Stück Karton verwenden.
Technische Aspekte: Das Beste aus Ihrer Ausrüstung herausholen
Auch wenn Sie kein professionelles Studio besitzen, können Sie mit der richtigen Technik viel erreichen.
Welche Kamera eignet sich?
Sie müssen nicht zwingend eine teure Spiegelreflexkamera besitzen. Moderne Smartphones verfügen über hervorragende Kameras, die für ein Bewerbungsfoto absolut ausreichend sind. Achten Sie darauf, die Hauptkamera und nicht die Frontkamera zu verwenden, da diese oft eine bessere Qualität bietet. Wenn Sie eine Digitalkamera haben, nutzen Sie natürlich diese.
Die entscheidende Lichtsetzung
Gutes Lichtsetzung ist vielleicht der wichtigste Faktor für ein gelungenes Foto. Natürliches Licht ist oft die beste Wahl. Stellen Sie sich am besten vor ein Fenster (nicht in direktes Sonnenlicht), sodass das Licht gleichmäßig auf Ihr Gesicht fällt. Direktes Sonnenlicht kann harte Schatten erzeugen, die unvorteilhaft sind. Wenn Sie kein gutes Tageslicht haben, können Sie Lampen verwenden. Positionieren Sie diese links und rechts von sich, um eine gleichmäßige Ausleuchtung ohne harte Schlagschatten im Hintergrund zu erzielen. Vermeiden Sie Licht, das direkt von oben kommt, da es dunkle Schatten unter Augen und Nase werfen kann.
Kameraposition und -winkel
Stellen Sie die Kameraposition auf Augenhöhe ein. Das verhindert Verzerrungen Ihres Gesichts und wirkt natürlich. Ein leicht erhöhter Winkel kann manchmal vorteilhaft sein, um das Gesicht schmaler wirken zu lassen, aber vermeiden Sie extreme Perspektiven. Der Bildausschnitt sollte Ihren Kopf und die Schultern umfassen, idealerweise im Hochformat.
Auflösung und Bildqualität
Nehmen Sie das Foto in der höchsten Auflösung auf, die Ihre Kamera bietet. Das stellt sicher, dass das Bild scharf und detailreich ist, auch wenn es später gedruckt wird oder in digitaler Form vergrößert wird. Eine hohe Auflösung ermöglicht auch eine bessere Nachbearbeitung.
Das Shooting: Gekonnt in Szene setzen
Jetzt wird es ernst! Hier geht es darum, wie Sie sich präsentieren.
Posing-Tipps
Stehen oder sitzen Sie aufrecht, aber entspannt. Eine leicht zugewandte Haltung zur Kamera kann dynamischer wirken als eine frontale. Ihre Schultern sollten locker sein. Vermeiden Sie eine steife oder verkrampfte Haltung. Üben Sie verschiedene Posen vor einem Spiegel, um herauszufinden, was Ihnen am besten steht.
Blickkontakt und Gesichtsausdruck
Schauen Sie direkt in die Kamera, um einen selbstbewussten und offenen Eindruck zu hinterlassen. Ein natürliches, freundliches Lächeln ist sehr sympathisch und wirkt einladend. Es sollte aber nicht aufgesetzt oder übertrieben wirken. Seien Sie einfach Sie selbst – das kommt am besten an.
Selbstauslöser und Fernauslöser
Wenn Sie alleine fotografieren, nutzen Sie den Selbstauslöser Ihrer Kamera oder Smartphone-App. Ein Stativ ist dabei sehr hilfreich, um die Kamera stabil zu halten. Eine App als Fernauslöser ermöglicht es Ihnen, mehrere Fotos hintereinander zu machen, ohne die Kamera zu berühren, was Ihnen mehr Freiheit bei der Pose und dem Ausdruck gibt.
Nachbearbeitung: Das Foto veredeln
Eine dezente Nachbearbeitung kann Ihr Foto optimieren, aber übertreiben Sie es nicht.
Bildbearbeitungs-Tools
Es gibt viele kostenlose oder kostengünstige Tools zur Bildbearbeitung. Programme wie GIMP oder Online-Editoren wie Canva sind gut geeignet, um grundlegende Anpassungen vorzunehmen. Auch auf dem Smartphone gibt es oft gute integrierte Bearbeitungsfunktionen.
Retusche und Filter
Passe Helligkeit, Kontrast und Farbsättigung leicht an, um das Bild optimal zur Geltung zu bringen. Kleine Hautunreinheiten können dezent retuschiert werden. Aber Vorsicht: Bearbeiten Sie das Foto nicht zu stark! Es soll immer noch authentisch aussehen. Vermeiden Sie auffällige Filter, die das Bild unnatürlich verfälschen.
Platzierung, Größe und Qualität im Lebenslauf
Sobald Ihr perfektes Foto fertig ist, muss es noch korrekt in den Lebenslauf integriert werden.
Das Bewerbungsfoto wird in der Regel ganz oben im Lebenslauf platziert, meist rechts oder links neben Ihren persönlichen Daten.
Die empfohlene Größe liegt typischerweise bei etwa 4,5 cm x 6 cm (Breite x Höhe), was einer Pixelgröße von ca. 530 x 700 Pixeln bei einer üblichen digitalen Auflösung entspricht. Die Bildqualität sollte ausreichend sein, um beim Betrachten am Bildschirm oder beim Drucken scharf zu wirken. Eine Auflösung von 60 ppcm (Pixel pro Zentimeter) bzw. 63 dpi (Dots per Inch) wird oft als Richtwert genannt. Speichern Sie das Foto in einem gängigen Format wie JPEG oder PNG. Achten Sie darauf, dass die Dateigröße nicht zu groß ist, damit die Bewerbungsdatei insgesamt handlich bleibt.
Häufig gestellte Fragen zum Bewerbungsfoto
Hier beantworten wir einige gängige Fragen, die sich im Zusammenhang mit dem Bewerbungsfoto ergeben:
- Ist ein Bewerbungsfoto in Österreich Pflicht?
Nein, rechtlich ist es keine Pflicht, aber es ist in Österreich noch sehr verbreitet und wird von vielen Arbeitgebern erwartet. - Wo platziere ich das Foto im Lebenslauf?
In den meisten Fällen wird das Foto rechts oder links oben im Lebenslauf platziert, neben Ihren persönlichen Angaben. - Welche Größe sollte das Foto haben?
Eine gängige Größe ist ca. 4,5 cm x 6 cm oder digital etwa 530 x 700 Pixel. - Kann ich mein Bewerbungsfoto mit dem Smartphone machen?
Ja, moderne Smartphones haben oft ausreichend gute Kameras dafür, wenn Sie die Tipps zu Licht und Technik beachten. - Soll ich lächeln?
Ein leichtes, natürliches Lächeln wirkt sympathisch und offen und ist empfehlenswert. - Welcher Hintergrund ist am besten?
Ein ruhiger, einfarbiger Hintergrund in neutralen Farben wie Grau, Weiß oder Hellblau ist ideal.
Die häufigsten Fehler vermeiden
Um Ihnen zu helfen, die gängigsten Fallstricke zu umgehen, haben wir eine Übersicht der häufigsten Fehler und ihrer Lösungen erstellt, basierend auf den bereitgestellten Informationen:
| Fehler | Problem | Lösung |
|---|---|---|
| Unprofessioneller Hintergrund | Lenkt vom Bewerber ab oder wirkt unordentlich. | Verwenden Sie einen neutralen, einfarbigen und ruhigen Hintergrund. |
| Unvorteilhafte Beleuchtung | Erzeugt harte Schatten, verfälscht Farben oder macht das Bild zu dunkel. | Nutzen Sie natürliches Licht oder sorgen Sie für gleichmäßige, diffuse Beleuchtung von beiden Seiten. |
| Falsche Kleidung | Wirkt unprofessionell oder unpassend für die Position. | Wählen Sie klassische, schlichte Kleidung in dezenten Farben, die zur angestrebten Stelle passt. |
| Unangemessener Gesichtsausdruck | Wirkt unnatürlich, zu ernst oder zu aufgesetzt. | Setzen Sie auf einen freundlichen, natürlichen Ausdruck mit einem leichten Lächeln. |
| Falsche Kameraperspektive | Verzerrt das Gesicht oder wirkt unvorteilhaft. | Platzieren Sie die Kamera auf Augenhöhe. |
| Zu starke Bearbeitung | Lässt das Foto unnatürlich und unprofessionell aussehen. | Nutzen Sie Bildbearbeitung sparsam für Optimierungen, keine starken Veränderungen. |
| Unangepasste Bildgröße oder -qualität | Wirkt unscharf, pixelig oder verursacht technische Probleme. | Nehmen Sie in hoher Auflösung auf, speichern Sie in passender Größe und Qualität (z.B. 530x700 Pixel, 60 ppcm). |
| Ungeeignete Pose | Wirkt steif, verkrampft oder zu lässig. | Wählen Sie eine entspannte, aber aufrechte Körperhaltung, die Selbstbewusstsein ausstrahlt. |
| Überladene Accessoires | Lenken vom Gesicht ab. | Setzen Sie auf schlichte, unaufdringliche Accessoires. |
| Veraltetes Foto | Führt zu einem falschen Eindruck Ihres aktuellen Aussehens. | Verwenden Sie ein aktuelles Foto. |
Visuelle Beispiele verstehen (Beschreibung basierend auf Text)
Die bereitgestellten Informationen beschreiben verschiedene visuelle Beispiele, die die Wichtigkeit der einzelnen Faktoren verdeutlichen. Ein Beispiel zeigt, wie ein weißer Hintergrund in Kombination mit weißer Kleidung den Kopf "schweben" lässt, während ein leicht abgesetzter Hintergrund oder eine andere Kleiderfarbe das Motiv klarer hervorhebt. Ein weiteres Beispiel illustriert den Unterschied zwischen unruhigem und ruhigem Hintergrund. Bei einem ruhigen Hintergrund kann der Fokus gezielt auf das Gesicht gelegt werden, oft unterstützt durch Smartphone-Modi wie "Portrait", die den Hintergrund weichzeichnen.
Die Lichtsetzung wird ebenfalls anhand von Beispielen hervorgehoben. Fotos, die in direkter Sonne aufgenommen wurden, zeigen oft harte Schatten auf einer Gesichtshälfte und Überbelichtung auf der anderen. Licht, das nur von oben kommt, kann ebenfalls dunkle Schatten unter den Augen erzeugen. Ideales Licht ist diffus und leuchtet Gesicht und Hintergrund gleichmäßig aus. Ein Schlagschatten an der Wand hinter Ihnen sollte vermieden werden.
Auch die Kameraposition ist entscheidend. Ein zu naher, frontaler Schuss kann unvorteilhaft wirken, fast wie ein Polizeifoto. Die richtige Haltung, der Gesichtsausdruck, die Kameraposition und die Beleuchtung müssen zusammenspielen, um aus einem potenziell schlechten ein ideales Bewerbungsfoto zu machen.
Zuletzt wird davor gewarnt, ein Bewerbungsfoto aus einem bestehenden Bild auszuschneiden, insbesondere aus Gruppenfotos. Solche Ausschnitte haben oft eine zu geringe Auflösung und wirken pixelig und unprofessionell. Ein seriöser Eindruck wird durch ein speziell für die Bewerbung erstelltes Foto mit passendem Outfit und richtiger Haltung vermittelt.
Fazit
Ein gutes Bewerbungsfoto ist in Österreich nach wie vor von Bedeutung und kann Ihre Bewerbung positiv beeinflussen. Auch wenn der Gang zum Profi oft die sicherste Wahl ist, können Sie mit den richtigen Tipps und ein wenig Übung auch selbst ein überzeugendes Foto erstellen. Achten Sie auf die Vorbereitung, die technischen Aspekte, die richtige Pose und einen natürlichen Ausdruck. Vermeiden Sie die gängigsten Fehler und nehmen Sie sich Zeit für die Nachbearbeitung, ohne es zu übertreiben. Mit Sorgfalt und Geduld können Sie ein professionelles Bild schaffen, das Ihre Persönlichkeit und Ihre Professionalität widerspiegelt und Ihnen hilft, einen positiven ersten Eindruck zu hinterlassen. Viel Erfolg bei Ihrem Bewerbungsfoto!
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