Elektroheizungen stehen oft in der Kritik wegen ihres hohen Stromverbrauchs und der damit verbundenen Kosten. Doch die Heizungslandschaft ändert sich ständig, und mit neuen Technologien und politischen Diskussionen rücken elektrische Heizsysteme wieder in den Fokus. Für viele stellt sich die Frage: Sind Elektroheizungen überhaupt noch erlaubt und welche Option ist die wirtschaftlichste Wahl? In diesem Artikel beleuchten wir die aktuellen Regelungen, verschiedene Heizungsarten, ihre Effizienz, Kosten und zukünftige Perspektiven.

Die Vorstellung, dass Elektroheizungen ein Auslaufmodell seien, hält sich hartnäck. Insbesondere Nachtspeicherheizungen galten lange als überholt. Doch die Diskussionen um das neue Heizungsgesetz in Deutschland, das ab 2025 sogar Förderungen für bestimmte Stromdirektheizungen vorsieht, zeigen, dass das Thema komplexer ist. Bevor wir uns den Kosten und Typen widmen, werfen wir einen Blick auf die rechtliche Situation.
Regelungen und die Frage der Zulässigkeit
Die Frage, wie lange Elektroheizungen noch erlaubt sind, lässt sich nicht pauschal beantworten, da die Regelungen kantonal oder länderspezifisch variieren können. Ein konkretes Beispiel liefert der Kanton Appenzell-Ausserrhoden in der Schweiz. Dort müssen sämtliche Elektroheizungen und Elektro-Wassererwärmer bis zum 31.12.2037 ersetzt sein. Diese Regelung ist spezifisch für diesen Kanton und gilt per Stand 01.05.2024. Es ist entscheidend, die geltenden rechtlichen Bestimmungen und möglichen Ausnahmeregelungen (z.B. für Notheizungen, abgelegene Bauten oder Handtuchradiatoren) im eigenen Kanton oder Bundesland zu prüfen, da die hier genannten Informationen ohne Rechtsverbindlichkeit sind.
Trotz lokaler Bestrebungen zur Reduzierung oder zum Ersatz von reinen Elektroheizungen, insbesondere ineffizienten Altsystemen, erleben elektrische Heizsysteme durch den Fokus auf erneuerbare Energien und die Sektorkopplung (Verbindung von Strom- und Wärmesektor) eine Art Renaissance. Die Debatte um das Heizungsgesetz in Deutschland, das ab 2025 unter bestimmten Bedingungen sogar Förderungen für Stromdirektheizungen ermöglicht, signalisiert einen Wandel in der Wahrnehmung und potenziellen Rolle dieser Heizsysteme in der Energiewende. Diese Entwicklung zeigt, dass Elektroheizungen nicht pauschal verboten sind, aber ihre Zulässigkeit und Attraktivität stark von gesetzlichen Rahmenbedingungen, der Gebäudeenergieeffizienz und der Herkunft des verwendeten Stroms abhängen.
Welche Elektroheizung verbraucht am wenigsten Strom?
Die Frage nach der sparsamsten Elektroheizung ist zentral, wenn man die hohen Betriebskosten in den Griff bekommen möchte. Verschiedene Typen von Elektroheizungen arbeiten nach unterschiedlichen Prinzipien und weisen dementsprechend variierende Verbräuche und Effizienzen auf. Es ist wichtig zu verstehen, dass selbst die „sparsamste“ Elektroheizung im Vergleich zu modernen Gas-Brennwertkesseln oder Pelletheizungen in schlecht gedämmten Gebäuden immer noch sehr hohe laufende Kosten verursachen kann.
Bei der Auswahl einer Elektroheizung für den dauerhaften Betrieb als primäres Heizsystem, beispielsweise in einem gut gedämmten Neubau oder nach einer umfassenden energetischen Sanierung, gelten elektrische Fußbodenheizungen und Infrarotheizungen oft als die sinnvollsten Lösungen. Sie verbrauchen tendenziell weniger Strom als andere Direktheizungen wie Heizlüfter oder Konvektoren, insbesondere wenn die Wärme durch Strahlung (Infrarot) direkt Objekte und Personen erwärmt oder die Wärme gleichmäßig vom Boden aufsteigt.
Eine Sonderform der Elektroheizung, die eine deutlich höhere Energieeffizienz erreicht, ist die Wärmepumpe. Sie nutzt Strom nicht direkt zur Wärmeerzeugung durch Widerstand, sondern zum Betrieb eines Kreislaufs, der Umweltenergie (aus Luft, Erde oder Wasser) auf ein höheres Temperaturniveau hebt und als Wärme nutzt. Obwohl sie Strom verbraucht, erzeugt sie aus einer Einheit Strom ein Vielfaches an Wärmeenergie (ausgedrückt durch die Jahresarbeitszahl), was sie wesentlich effizienter macht als reine Widerstandsheizungen.
Hier ist eine vergleichende Übersicht gängiger Elektroheizungsarten basierend auf den bereitgestellten Informationen:
| Heizungsart | Beschreibung | Vorteile | Nachteile | Durchschn. Stromverbrauch (kWh/Monat) * | Monatliche Kosten (Euro) * |
|---|---|---|---|---|---|
| Heizlüfter | Tragbar, erwärmt Luft durch Gebläse | Schnelle Erwärmung, geringe Anschaffung, portabel | Hoher Energieverbrauch, Lärm, begrenzte Reichweite | ~600-800 | ~162-216 |
| Elektrischer Radiator | Fest installierte Heizkörper mit Heizelementen | Gleichmäßige Wärmeabgabe, einfache Installation | Hoher Energieverbrauch, hohe Betriebskosten, begrenzte Steuerung | ~600-800 | ~162-216 |
| Infrarotheizung | Erzeugt Strahlungswärme, erwärmt Oberflächen/Objekte | Effiziente Wärmeübertragung (bei guter Dämmung), keine Luftbewegung | Teurere Anschaffung, langsamere Raumerwärmung, eingeschränkte Raumheizung | ~400-600 | ~108-162 |
| Elektrischer Konvektor | Erwärmt Luft durch Konvektion | Schnelle Erwärmung, einfache Installation, diskret | Höhere Energiekosten, ineffizient bei schlechter Dämmung, trocknet Luft aus | ~600-800 | ~162-216 |
| Nachtspeicherheizung | Speichert Wärme aus günstigem Nachtstrom | Günstiger Nachtstrom (falls verfügbar), Nutzung überschüssiger Energie | Unflexibel, schlechte Reaktionszeit, hoher Anschaffungsaufwand | ~400-600 | ~135-162 |
| Elektrische Fußbodenheizung | Erwärmt Bodenbelag für gleichmäßige Raumwärme | Gleichmäßige Wärmeverteilung, unsichtbar, hoher Komfort | Höherer Installationsaufwand, höhere Anschaffung | ~300-500 | ~81-135 |
* Angaben für ein durchschnittlich gedämmtes Einfamilienhaus (100 qm) basierend auf den bereitgestellten Informationen. Tatsächliche Kosten können stark variieren.
Basierend auf dieser Übersicht und der Einordnung als "Testsieger" für dauerhafte Nutzung (obwohl keine unabhängigen Tests vorliegen), scheinen die elektrische Fußbodenheizung und die Infrarotheizung im Vergleich zu anderen reinen Elektro-Direktheizungen den niedrigsten Stromverbrauch aufzuweisen. Dennoch sind ihre absoluten Verbrauchswerte und Kosten im Vergleich zu anderen Heizsystemen in nicht optimal gedämmten Gebäuden oft deutlich höher.

Anschaffungs- und Betriebskosten
Die Kosten für eine Elektroheizung setzen sich aus den einmaligen Anschaffungskosten und den laufenden Betriebskosten zusammen. Die Anschaffung ist im Vergleich zu anderen Heizsystemen wie Gas-, Öl- oder Pelletheizungen oft sehr günstig. Die Installation ist in der Regel unkompliziert und erfordert keinen Schornstein oder aufwendige Verrohrung.
Die Anschaffungskosten variieren je nach Art, Hersteller, Leistung und Design der Elektroheizung. Hier eine Übersicht der ungefähren Kosten für ein durchschnittliches Einfamilienhaus:
| Art der Elektroheizung | Ungefähre Anschaffungskosten |
|---|---|
| Infrarotheizung (Spiegelheizung) | 100 – 500 Euro pro Element |
| Nachtspeicherheizung | 150 – 1.200 Euro pro Ofen |
| Radiator | 100 – 200 Euro pro Element |
| Natursteinheizung | 200 – 1.200 Euro pro Element |
| Konvektor | 50 – 250 Euro pro Element |
| Elektrische Fußbodenheizung | Deutlich höher, abhängig von Fläche und System (oft mehrere tausend Euro für ein ganzes Haus) |
Die laufenden Betriebskosten sind der entscheidende Faktor bei Elektroheizungen und machen sie in vielen Fällen unwirtschaftlich. Sie hängen primär vom Strompreis und dem Wärmebedarf des Gebäudes ab. Der Wärmebedarf wiederum wird maßgeblich von der Dämmung und der Größe der Wohnfläche beeinflusst.
Nehmen wir das Beispiel eines Raumes von 16 Quadratmetern. In einem sehr gut gedämmten Neubau mit einem jährlichen Wärmebedarf von etwa 50 kWh pro Quadratmeter liegt der Verbrauch für diesen Raum bei ca. 800 kWh pro Jahr. Bei einem Strompreis von 32,8 Cent pro kWh (Beispielwert) ergeben sich jährliche Heizkosten von rund 262,40 Euro für diesen Raum.
In einem schlecht gedämmten Altbau kann der Wärmebedarf bei 200 kWh pro Quadratmeter oder mehr liegen. Für denselben 16 Quadratmeter großen Raum bedeutet dies einen Verbrauch von ca. 3.200 kWh pro Jahr. Bei gleichem Strompreis steigen die jährlichen Heizkosten für diesen Raum auf rund 1.049,60 Euro – fast viermal so viel wie im Neubau.
Diese Beispiele verdeutlichen drastisch, wie stark die Energieeffizienz des Gebäudes die laufenden Kosten beeinflusst. Je schlechter die Dämmung, desto höher der Verbrauch und desto unwirtschaftlicher wird der Betrieb einer Elektroheizung im Vergleich zu Systemen, die auf günstigeren Energieträgern (Gas, Öl, Pellets) basieren.
Die monatlichen Kosten für eine Infrarotheizung, basierend auf einem Strompreis von 27 Cent pro kWh, zeigen ebenfalls die Abhängigkeit von der Fläche:
| Fläche | Durchschn. Stromverbrauch (kWh/Monat) | Monatliche Kosten |
|---|---|---|
| 50 qm | ~200-300 | ~54-81 € |
| 60 qm | ~240-360 | ~65-97 € |
| 80 qm | ~320-480 | ~86-130 € |
| 100 qm | ~400-600 | ~108-162 € |
Es ist klar: Je höher der Stromverbrauch, desto stärker fallen die hohen Betriebskosten ins Gewicht. Über die Jahre summiert sich dieser Unterschied erheblich. Daher ist es ratsam, den Stromverbrauch genau zu kalkulieren und kontinuierlich Stromtarife zu vergleichen, um die Kosten zu optimieren.
Förderungsmöglichkeiten in Deutschland (ab 2025)
Das seit 2024 geltende Gebäudeenergiegesetz (GEG), auch Heizungsgesetz genannt, bringt Änderungen bei der Heizungsförderung mit sich. Eine bemerkenswerte Neuerung ist, dass ab 2025 unter bestimmten Bedingungen auch Stromdirektheizungen wie Nachtspeicheröfen oder Infrarotheizungen förderfähig sein können. Dies markiert eine Abkehr von früheren Förderrichtlinien, die diese Systeme meist ausschlossen.
Die Förderung ist jedoch an strenge Voraussetzungen geknüpft:
- Die Elektroheizung muss zu mindestens 65% Ökostrom nutzen. Dies kann durch den Bezug von zertifiziertem Ökostrom oder durch die Nutzung von selbst erzeugtem Strom aus einer Photovoltaikanlage (PV) erfolgen.
- Das Gebäude muss energetisch saniert sein und die Anforderungen an den Wärmeschutz um mindestens 30% unterschreiten. Das bedeutet, das Gebäude muss einen wesentlich besseren Wärmeschutz aufweisen als gesetzlich für Bestandsgebäude vorgeschrieben.
- Soll eine bestehende wasserführende Heizung (z.B. Gasheizung) durch eine Stromdirektheizung ersetzt werden, muss der Wärmeschutz sogar um mindestens 40% unterschritten werden.
Diese Bedingungen zeigen, dass die Förderung von Stromdirektheizungen nicht als allgemeine Unterstützung gedacht ist, sondern als Anreiz für sehr energieeffiziente Gebäude, die ihren Strombedarf überwiegend aus erneuerbaren Quellen decken. Für die meisten Bestandsgebäude ohne umfassende Sanierung wird eine Förderung von Stromdirektheizungen daher voraussichtlich nicht in Frage kommen.

Effizienz und Wirkungsgrad von Elektroheizungen
Ein häufig diskutiertes Thema bei Elektroheizungen ist ihre Effizienz. Die Umwandlung von elektrischer Energie in thermische Energie direkt im Heizgerät hat einen Wirkungsgrad von nahezu 100 Prozent. Das bedeutet, die gesamte elektrische Energie, die in das Gerät fließt, wird in Wärme umgewandelt – es gibt kaum Umwandlungsverluste am Gerät selbst.
Das Problem liegt jedoch im Gesamtsystemwirkungsgrad. Strom muss erst erzeugt und über weite Strecken transportiert werden, bevor er im Heizgerät ankommt. Bei der Stromerzeugung, insbesondere aus fossilen Brennstoffen, entstehen erhebliche Verluste. Ein Braunkohlekraftwerk hat beispielsweise nur einen Wirkungsgrad von 30 bis 40 %, ein modernes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) erreicht etwa 55 %. Im Vergleich dazu hat ein Gas-Brennwertkessel, der direkt im Gebäude Gas verbrennt und die Abwärme nutzt, einen Wirkungsgrad von über 90 %.
Dies bedeutet, dass, um eine bestimmte Menge Wärme mit einer Elektroheizung zu erzeugen, im Kraftwerk eine wesentlich größere Menge Primärenergie (Kohle, Gas) eingesetzt werden muss als bei einer Gasheizung direkt im Haus. Dieser geringere Gesamtsystemwirkungsgrad ist der Hauptgrund, warum Elektroheizungen als weniger effizient gelten, solange der Strom nicht zu 100 % aus erneuerbaren Quellen stammt, bei deren Erzeugung (z.B. Photovoltaik, Windkraft) keine fossilen Brennstoffe verbrannt werden müssen.
Verschiedene Arten der Elektroheizung im Detail
Die Vielfalt der auf dem Markt erhältlichen Elektroheizungen ist groß. Grundsätzlich lassen sich zwei Hauptkategorien unterscheiden: Direktheizungen und Speicherheizungen. Ihre Funktionsweise und Anwendungsbereiche unterscheiden sich erheblich.
Direktheizungen
Direktheizungen wandeln Strom unmittelbar in Wärme um und geben diese direkt an den Raum ab. Sie eignen sich oft als Zusatzheizung, für selten genutzte Räume oder als Übergangslösung, weniger für die dauerhafte Beheizung des gesamten Gebäudes aufgrund der hohen laufenden Kosten bei kontinuierlichem Betrieb.
- Radiator: Oft mobil oder fest installiert, erwärmt Öl oder ein anderes Medium mittels Heizstab. Gibt Wärme durch Konvektion und Strahlung ab. Einfach zu installieren.
- Konvektor: Saugt kühle Luft am Boden an, erwärmt sie und lässt sie oben ausströmen. Erzeugt Luftzirkulation. Schnelle Erwärmung, aber kann die Luft austrocknen und Staub aufwirbeln.
- Heizlüfter: Sehr kompakt und portabel. Erwärmt Luft mittels Heizwendel und bläst sie per Gebläse in den Raum. Nur für sehr kurze Einsatzzeiten oder Notfälle geeignet, da sehr hoher Verbrauch.
- Infrarotheizung: Gibt Wärme als Infrarotstrahlung ab, die Oberflächen, Wände und Personen direkt erwärmt, nicht primär die Luft. Wird oft als angenehmer empfunden. Kann als Bild, Spiegel oder Tafel getarnt sein (Wandheizung). Bei guter Dämmung und gezieltem Einsatz effizienter als reine Konvektoren, aber für die vollständige Beheizung großer, schlecht gedämmter Räume ebenfalls teuer im Betrieb.
- Fußbodenheizung: Elektrische Heizmatten oder -kabel erwärmen den Bodenbelag. Sorgt für sehr behagliche, gleichmäßige Wärme von unten. Unsichtbar und komfortabel. Hoher Installationsaufwand.
- Fußleistenheizung: Am unteren Rand der Wand montiert. Erwärmt die Wand, von der die Wärme in den Raum abgegeben wird. Kann helfen, kalte Wände zu vermeiden und Schimmel vorzubeugen.
- Handtuchheizung: Speziell für Bäder, dient primär zum Trocknen von Handtüchern, liefert aber auch Zusatzwärme. Oft als Designelement gestaltet.
Speicherheizungen
Speicherheizungen, allen voran die Nachtspeicherheizung, sind darauf ausgelegt, elektrische Energie in einem Speichermedium (oft Schamottesteine) zu speichern, typischerweise während der Nachtstunden, wenn früher oft günstigere Nachtstromtarife galten. Die gespeicherte Wärme wird dann über den Tag verteilt an den Raum abgegeben.
- Nachtspeicherheizung: Lädt sich nachts auf, gibt Wärme tagsüber ab. War früher wegen günstiger Tarife attraktiv. Nachteile: unflexibel, reagiert träge auf Temperaturänderungen, Tarife sind oft nicht mehr so günstig oder abgeschafft, ältere Modelle können Asbest enthalten. Gilt heute oft als veraltet.
- Flächenspeicherheizung: Ähnlich wie Nachtspeicher, aber oft moderner, schlanker und besser regelbar. Speichert ebenfalls Wärme in einem Kern (z.B. Schamotte) und gibt sie zeitverzögert ab. Kann helfen, Verbrauchsspitzen zu glätten.
- Natursteinheizung: Eine Variante der Speicherheizung, bei der eine Steinplatte erwärmt wird und die Wärme speichert und abgibt. Vereint oft Design mit Speicherfunktion.
Systeme mit einem Schamotte-Speicherkern oder einem anderen Speichermedium und einem Thermostat bieten Vorteile bei der Steuerung. Der Speicher kann Wärme vorhalten, auch wenn gerade kein Strom bezogen wird, und das Thermostat sorgt dafür, dass die gewünschte Raumtemperatur automatisch gehalten wird, was den Komfort erhöht und unnötigen Verbrauch vermeiden kann.
Vorteile und Nachteile von Elektroheizungen
Die Entscheidung für oder gegen eine Elektroheizung sollte gut abgewogen werden. Hier sind die wichtigsten Vor- und Nachteile im Überblick:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Lange Lebensdauer | Höhere Betriebskosten durch höhere Stromkosten |
| Vielfalt an wählbaren Designs und Ausführungen | Meist nur als Zusatzheizung sinnvoll (außer in Passivhäusern/sehr gut sanierten Gebäuden) |
| Integrierbarkeit in Wohnaccessoires (z.B. Bildheizung) | In der Regel keine staatliche Förderung (Ausnahme: GEG ab 2025 unter strengen Bedingungen) |
| Weniger Platzbedarf als konventionelle Heizkörper | Für Altbauten mit schlechter Dämmung in der Regel ungeeignet |
| Kann Schimmelbildung vorbeugen durch Erwärmung der Wände (z.B. Fußleistenheizung) | Nicht ökologisch, wenn Strom aus fossilen Quellen stammt (nur mit PV oder Ökostrom umweltfreundlich) |
| Niedrige Anschaffungskosten (im Vergleich zu anderen Zentralheizungen) | Gebäude sollte über sehr gute Dämmung verfügen |
| Geringerer Umfang bei der Heizungswartung, kein Schornsteinfeger erforderlich | Elektromagnetische Felder können von manchen als unangenehm empfunden werden |
| Unkomplizierte Montage, geringere Installationskosten | Raumtemperatur bei manchen Systemen schwer präzise zu messen/regeln |
| Kaum gesetzliche Auflagen (Ausnahme: Ökodesign-Richtlinie für Effizienz) | Direkt strahlende Heizkörper können sehr heiß werden (Verbrennungsgefahr) |
| PV-Anlage kann umweltfreundlichen Strom für den Betrieb liefern | Regelungsmöglichkeiten stark eingeschränkt (bes. bei alten Nachtspeichern) |
| Unabhängig von Öl- und Gaspreisen | Abhängig von Strompreisen (die stark schwanken können) |
| Schnelle Erwärmung (bei Direktheizungen) | Dezentrale Warmwasserbereitung (Durchlauferhitzer) erhöht Stromverbrauch zusätzlich stark |
| Kein Abgassystem benötigt | Direktheizungen werden mit teurerem Tagstrom betrieben |
Häufig gestellte Fragen zu Elektroheizungen
Im Zusammenhang mit Elektroheizungen tauchen immer wieder ähnliche Fragen auf. Hier beantworten wir einige davon:
Sind Elektroheizungen in Deutschland verboten?
Nein, Elektroheizungen sind in Deutschland nicht pauschal verboten. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) bevorzugt zwar Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien, aber reine Elektroheizungen sind weiterhin zulässig, insbesondere als Zusatzheizung oder in bestimmten Gebäudetypen (z.B. Niedrigstenergiehäusern). Ab 2025 können sie unter strengen Auflagen (65% Ökostrom, hohe Gebäudeeffizienz) sogar gefördert werden.

Welche Elektroheizung ist am sparsamsten im Verbrauch?
Für die dauerhafte Beheizung eines gut gedämmten Raumes oder Gebäudes gelten elektrische Fußbodenheizungen und Infrarotheizungen als die sparsamsten unter den reinen Elektro-Direktheizungen. Ihr absoluter Verbrauch ist jedoch in der Regel höher als bei Heizsystemen, die auf anderen Energieträgern basieren, insbesondere in schlecht gedämmten Gebäuden.
Lohnen sich Elektroheizungen in Altbauten?
In den meisten unsanierten Altbauten lohnen sich Elektroheizungen aufgrund des hohen Wärmebedarfs und der damit verbundenen sehr hohen Betriebskosten in der Regel nicht als alleiniges Heizsystem. Sie können als Zusatzheizung für einzelne, selten genutzte Räume in Frage kommen, aber die Priorität sollte hier immer auf der Verbesserung der Gebäudedämmung liegen.
Kann ich eine Elektroheizung mit Photovoltaik betreiben?
Ja, der Betrieb einer Elektroheizung mit eigenem Strom aus einer Photovoltaikanlage ist eine sehr sinnvolle Kombination. Dies reduziert die Abhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz, senkt die laufenden Kosten erheblich und macht den Betrieb der Heizung ökologisch. Eigenverbrauch von PV-Strom wird auch als Bedingung für die Förderung ab 2025 genannt.
Wie hoch sind die Kosten pro Stunde für eine Elektroheizung?
Die Kosten pro Stunde hängen von der Leistung des Geräts (in Kilowatt, kW) und dem aktuellen Strompreis pro Kilowattstunde (kWh) ab. Eine Heizung mit 500 Watt (0,5 kW) Leistung verbraucht pro Stunde 0,5 kWh. Bei einem Strompreis von z.B. 32,8 Cent/kWh kostet der Betrieb 0,5 kW * 32,8 Cent/kWh = 16,4 Cent pro Stunde. Ein Heizlüfter mit 2000 Watt (2 kW) würde bei gleichem Preis 2 kW * 32,8 Cent/kWh = 65,6 Cent pro Stunde kosten.
Sind Nachtspeicherheizungen noch zeitgemäß?
Alte Nachtspeicherheizungen gelten aufgrund ihrer Trägheit, unflexiblen Regelung und oft fehlenden günstigen Nachtstromtarife sowie möglicher Asbestbelastung als weitgehend überholt. Moderne Flächenspeicherheizungen sind flexibler, aber das Grundprinzip der Speicherung bleibt. Ihre Wirtschaftlichkeit hängt stark von den Stromtarifen und dem individuellen Heizverhalten ab. Ohne sehr günstige Tarife oder in Kombination mit PV-Eigenverbrauch sind sie oft teuer im Betrieb.
Fazit: Wann macht eine Elektroheizung Sinn?
Elektroheizungen sind eine Heizlösung mit spezifischen Vor- und Nachteilen. Ihre Stärken liegen in den niedrigen Anschaffungskosten, der einfachen Installation und Wartung sowie der Vielfalt an Designs. Sie können eine gute Wahl sein als:
- Zusatzheizung für einzelne Räume (z.B. Bad, Hobbykeller).
- Übergangslösung.
- Hauptheizsystem in sehr gut gedämmten Gebäuden (Passivhaus, Niedrigstenergiehaus), idealerweise in Kombination mit einer Photovoltaikanlage zur Deckung des Strombedarfs.
- Infrarotheizungen können in bestimmten Fällen (gezielte Beheizung von Arbeitsplätzen, bei Anwesenheit) effizient sein, besonders wenn die Luft nicht primär erwärmt werden soll.
Für die Beheizung von durchschnittlich oder schlecht gedämmten Bestandsgebäuden als alleiniges System sind Elektroheizungen aufgrund der sehr hohen laufenden Betriebskosten in der Regel nicht wirtschaftlich. Die Kosten für Strom übersteigen die Kosten für Gas, Öl oder Pellets zur Erzeugung der gleichen Wärmemenge in den meisten Fällen deutlich, und diese Kostendifferenz wächst mit der Zeit.
Bevor Sie sich für eine Elektroheizung entscheiden, ist eine gründliche Prüfung der Gebäudedämmung und eine realistische Kalkulation der zu erwartenden Stromkosten unerlässlich. Die zukünftige Entwicklung der Strompreise und möglicher Förderungen sollte ebenfalls in die Überlegungen einbezogen werden. In vielen Fällen ist die Investition in eine verbesserte Dämmung oder ein anderes Heizsystem langfristig die wirtschaftlichere und ökologischere Wahl.
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