Die Wahl des richtigen Objektivs kann über die Qualität eines Fotos entscheiden. Doch wie finden Sie heraus, ob ein Objektiv hält, was es verspricht? Zeitschriften und Auszeichnungen geben oft nur eine bedingte Orientierung, da sie nicht immer objektiv sind. Die einzige verlässliche Methode, die Leistung eines Objektivs wirklich zu beurteilen, ist ein eigener Test unter realistischen Bedingungen. Auch wenn die hier beschriebenen Methoden ursprünglich für Filmkameras entwickelt wurden, lassen sie sich mit kleinen Anpassungen auch auf digitale Systeme übertragen. Das Scannen entfällt bei Digitalkameras, die Auswertung erfolgt direkt am Computer.

Warum sollte ich meine Objektive selbst testen?
Es gibt mehrere gute Gründe, warum Sie sich die Mühe machen sollten, Objektive selbst auf den Prüfstand zu stellen. Zum einen hilft Ihnen ein Test bei der Kaufentscheidung. Stehen Sie vor der Wahl zwischen verschiedenen Modellen, beispielsweise einem Minolta MD 2,8 / 135 mm, einem MC 3,5 / 135 mm oder einem Objektiv von einem Drittanbieter wie Sigma oder Tamron, kann ein Test Ihnen zeigen, welches Exemplar in der Praxis die beste Leistung erbringt. Es ist ein Unterschied, ob man sich auf allgemeine Testergebnisse verlässt oder die Leistung *dieses speziellen* Objektivs an *Ihrer* Kamera prüft.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Serienstreuung. Selbst wenn ein bestimmtes Modell in Tests sehr gut abschneidet, bedeutet das nicht, dass jedes einzelne Exemplar dieser Serie gleich gut ist. Es kann Unterschiede in der Fertigungsqualität geben. Wenn Sie ein Objektiv kaufen, insbesondere ein gebrauchtes, ist es ratsam, es selbst zu testen, um sicherzustellen, dass Sie ein gutes Exemplar erhalten. Ein positives Testergebnis in einer Zeitschrift für ein bestimmtes Modell ist keine Garantie für die Qualität des individuellen Objektivs, das Sie in den Händen halten.
Fotozeitschriften und ihre Tests sind oft durch Anzeigenkunden beeinflusst. Eine Auszeichnung wie „Super“ oder „5 Sterne“ mag werbewirksam sein, sagt aber wenig über die tatsächliche Leistung und Eignung für Ihre Bedürfnisse aus. Ein unabhängiger Test gibt Ihnen die Gewissheit, die Sie brauchen.
Schließlich ist es wichtig zu wissen, ob ein Objektiv stabil gebaut ist und sich gut handhaben lässt. Diese Aspekte sind in standardisierten Labortests oft unterrepräsentiert, aber für den täglichen Gebrauch entscheidend. Und nicht zuletzt: Wenn Sie ein gebrauchtes Objektiv erwerben, ist ein Test unerlässlich, um festzustellen, ob es noch voll funktionsfähig und in gutem Zustand ist. Ein Test gibt Ihnen die Sicherheit, dass keine versteckten Mängel vorliegen.
Wie und was teste ich am besten?
Der Kern eines Objektivtests in der Praxis ist die Beurteilung des Schärfeeindrucks. Ziel ist es, Fotos zu machen, bei denen die Schärfe des Objektivs der limitierende Faktor ist, und alle anderen potenziellen Fehlerquellen so weit wie möglich auszuschließen. Die auf den Fotografie-Informationen veröffentlichten Tests dienen hier als gute Beispiele, wie solche Tests aufgebaut sein können und welche Ergebnisse sie liefern.
Was macht einen Objektivtest ungenau?
Es ist wichtig zu verstehen, dass ein Test durch Fotografieren niemals die Präzision eines Labortests auf einer optischen Bank erreichen kann. Labortests verwenden hochpräzise Geräte, die wir als Hobbyfotografen nicht besitzen. Ein praktischer Test ist immer nur so gut wie das schwächste Glied in der Kette. Folgende Faktoren können die Genauigkeit beeinflussen:
- Bewegungsunschärfe: Selbst minimale Bewegungen von Kamera oder Motiv während der Belichtung führen zu Unschärfe, die nichts mit der Objektivqualität zu tun hat. Diese sind in der Praxis schwer vollständig auszuschließen.
- Fehlende Parallelität und Planlage: Die Objektivachse muss exakt senkrecht zum Film (oder Sensor) stehen. Die Filmfläche selbst kann uneben sein. Das Testmotiv muss absolut parallel zur Film- oder Sensorebene ausgerichtet sein. Geringste Abweichungen führen zu Schärfeunterschieden über das Bildfeld, die fälschlicherweise dem Objektiv zugeschrieben werden könnten.
- Limitierung durch den Film/Sensor: Die maximale Schärfe, die ein Objektiv theoretisch liefern kann, wird durch die Auflösung des Films oder Sensors begrenzt. Ein sehr hochauflösendes Objektiv kann auf einem weniger auflösenden Medium nicht seine volle Leistung zeigen. Bei Film ist die Körnigkeit und Auflösung ein limitierender Faktor; bei digitalen Sensoren ist es die Pixelgröße.
- Erfahrung und Fitness des Testers: Die Qualität des Tests hängt stark von der Sorgfalt und Erfahrung des Fotografen ab. Müdigkeit, Unaufmerksamkeit oder mangelnde Übung können zu Fehlern bei der Durchführung oder Auswertung führen.
- Auswertemethode: Die Art und Weise, wie die Testbilder ausgewertet werden, hat großen Einfluss auf das Ergebnis. Eine unpräzise Auswertung kann gute Ergebnisse schlecht erscheinen lassen oder umgekehrt.
Trotz dieser Einschränkungen reichen Tests durch Fotografieren für die meisten Anwender vollkommen aus. Schließlich setzen Sie Ihre Objektive später genau unter solchen praktischen Bedingungen ein. Es geht darum, die relative Leistung verschiedener Objektive oder die Qualität eines bestimmten Exemplars für den eigenen Gebrauch zu beurteilen, nicht darum, absolute, Labor-genaue Messwerte zu erhalten.
Wie erreiche ich maximale Qualität bei meinem Test?
Um die genannten Ungenauigkeiten zu minimieren und das wahre Potenzial des Objektivs zu erkennen, müssen Sie die Testbedingungen sorgfältig kontrollieren:
Bewegung eliminieren
Dies ist absolut entscheidend. Kamera und Motiv dürfen sich während der Belichtung nicht bewegen. Schrauben Sie die Kamera auf ein sehr stabiles Stativ. Achten Sie darauf, dass die Stativbeine nicht unnötig weit ausgezogen sind und die Mittelsäule möglichst nicht verwendet wird, da dies die Stabilität reduziert. Lösen Sie den Verschluss nicht per Hand am Auslöser, sondern verwenden Sie einen Draht- oder elektrischen Fernauslöser. Bei Spiegelreflexkameras sollten Sie, wenn möglich, den Spiegel arretieren (Spiegelvorauslösung), um die Erschütterung durch den Spiegelschlag zu vermeiden. Wählen Sie einen Testort, an dem keine Vibrationen auftreten – vermeiden Sie stark befahrene Straßen in der Nähe oder weiche Böden, auf denen Schritte Erschütterungen verursachen können.
Die Verschlusszeit sollte möglichst kurz sein, um Restbewegungen oder Vibrationen auszuschließen. In Innenräumen empfiehlt sich daher die Beleuchtung des Motivs mit Blitzlicht, da dessen Abbrenndauer extrem kurz ist und Bewegungsunschärfe effektiv eliminiert.
Film und Beleuchtung (relevant für Filmkameras)
Verwenden Sie einen Film mit möglichst feiner Körnung und hoher Auflösung. Filme über 100 ASA sind für solche präzisen Tests meist weniger geeignet. Achten Sie bei näheren Testentfernungen darauf, dass der Film bzw. der Sensor exakt parallel zum Motiv ausgerichtet ist. Eine kleine Wasserwaage auf dem Blitzschuh kann hier hilfreich sein. Die Planlage des Films in der Kamera und die genaue Ausrichtung der Objektivachse sind Faktoren, auf die Sie wenig Einfluss haben; hier müssen Sie auf die Qualität Ihrer Kamera vertrauen.
Testen Sie unter verschiedenen Beleuchtungsbedingungen. Eine kontrastarme Beleuchtung (z.B. dichter Nebel, indirekter Blitz) und eine kontrastreiche Beleuchtung (z.B. Mittagssonne, direkter Blitz) können unterschiedliche Aspekte der Objektivleistung hervorheben. Vorder- oder Seitenlicht eignen sich gut für Schärfetests, es sei denn, Sie möchten speziell die Streulichtempfindlichkeit prüfen.
Das Objektiv vorbereiten
Stellen Sie sicher, dass die Front- und Hinterlinsen absolut sauber und staubfrei sind. Verwenden Sie immer eine passende Streulichtblende, um unerwünschtes Streulicht zu minimieren, es sei denn, Sie testen explizit die Anfälligkeit für Streulicht. Verwenden Sie keine Filter vor der Frontlinse, da diese die Bildqualität beeinflussen können.
Testen Sie das Objektiv bei der voll geöffneten Blende (Offenblende) und bei Abblendung um zwei bis drei Stufen. Die Offenblende zeigt oft die maximale Vignettierung und mögliche Schwächen in den Bildecken. Abgeblendet erreichen Objektive meist ihre höchste Schärfe. Bei einem Objektiv mit Lichtstärke 2,8 testen Sie also typischerweise bei Blende 2,8 und Blende 5,6, eventuell zusätzlich bei Blende 8.
Testentfernungen
Testen Sie normale Objektive aus mindestens zwei Entfernungen: einmal aus dem mittleren Bereich (ca. 50 bis 200-fache Brennweite) und einmal auf Unendlich. Makroobjektive erfordern weitere Testentfernungen, z.B. bei einem Abbildungsmaßstab von etwa 1:10 und dem maximalen Maßstab (z.B. 1:2 oder 1:1). Eine absolut präzise Scharfeinstellung ist entscheidend. Nutzen Sie die Scharfeinstellhilfen Ihrer Kamera wie Schnittbildindikator oder Mikroprismenring. Eine Sucherlupe kann ebenfalls sehr hilfreich sein, um die Schärfe exakt einzustellen.
Das Motiv
Wählen Sie ein Motiv, das viele feine Details und Strukturen enthält, die sich gut zur Beurteilung der Schärfe eignen. Eine Ziegelwand, ein Zeitungsartikel, feine Textilien oder spezielle Testcharts sind hierfür ideal. Achten Sie darauf, dass das Motiv plan ist und sich nicht bewegt.
Erfahrung und Konzentration
Wie bereits erwähnt, spielen Ihre eigene Erfahrung und Konzentration eine große Rolle. Mit der Zeit werden Sie routinierter und erkennen Fehlerquellen schneller. Führen Sie Tests nur durch, wenn Sie ausgeschlafen und aufmerksam sind. Ein kleiner Fehler – eine ungenaue Scharfeinstellung, eine versehentliche Berührung des Stativs, eine falsch eingestellte Blende – kann das Testergebnis verfälschen. Dokumentieren Sie sorgfältig alle relevanten Daten für jedes Testbild: verwendetes Objektiv, Blende, Verschlusszeit, Aufnahmeentfernung.
Die Auswertung der Testbilder
Die Auswertung ist der zweite kritische Schritt nach der Aufnahme. Für Filmaufnahmen empfiehlt sich das Scannen der Negative oder Dias mit höchstmöglicher Auflösung. Betrachten Sie die gescannten Bilder am Computer bei einer 1:1-Ansicht (ein Pixel des Scans entspricht einem Pixel auf dem Bildschirm). Deaktivieren Sie im Scanprogramm jegliche automatische Bildverbesserung oder Korrektur wie Infrarotkorrektur, Unscharfmaskierung oder Kornreduzierung, da diese die ursprüngliche Qualität verändern. Verwenden Sie ein Bildanzeigeprogramm, das die Bilder ohne Skalierung anzeigt. Scrollen Sie durch das Bild und beurteilen Sie die Details in der Bildmitte, in den Ecken und auf halber Strecke dazwischen. Hier zeigen sich oft die größten Unterschiede in der Schärfeleistung eines Objektivs.
Alternativ können Sie Papier-Vergrößerungen anfertigen lassen, aber nur, wenn Sie die Kontrolle über den Prozess haben. Eine Vergrößerung ist nur aussagekräftig, wenn das Vergrößerungsobjektiv exzellent ist, das Negativ/Dia plan liegt und das Fotopapier parallel zur Filmfläche ausgerichtet ist. Vergrößerungen aus Großlaboren sind oft nicht präzise genug für einen kritischen Schärfetest, es sei denn, es handelt sich um sehr große Formate (mindestens 30 x 45 cm) von einem Labor mit konstant hoher Qualität. Da man auf die Qualität von Großlaboren oft keinen Einfluss hat und die Ergebnisse schwanken können, ist diese Methode weniger empfehlenswert für präzise Tests.
Eine sehr gute Methode zur Auswertung von Filmen ist die Betrachtung der Negative oder Dias auf einem Leuchtpult mit einer hochwertigen Lupe. Eine Lupe mit mindestens 6-facher Vergrößerung, die etwa 200 Euro kosten kann, ermöglicht eine sehr detaillierte Beurteilung der Filmkörnung und der darauf abgebildeten Strukturen. Auch hier ist eine präzise Scharfeinstellung bei der Aufnahme Grundvoraussetzung.
| Auswertemethode | Vorteile | Nachteile / Anforderungen |
|---|---|---|
| Scannen (Digital) | Detaillierte Ansicht am Bildschirm (1:1), einfache Speicherung und Vergleich | Hohe Scannerauflösung nötig, Scanner-Software darf nicht manipulieren, benötigt gutes Anzeigeprogramm |
| Papier-Vergrößerungen | Greifbares Ergebnis, gute Beurteilung bei großem Format | Erfordert exzellentes Vergrößerungsobjektiv, präzise Planlage von Film und Papier, Kontrolle über Laborqualität oft schwierig |
| Lupe auf Leuchtpult | Direkte Beurteilung des Films, sehr hohe Detailerkennung möglich | Benötigt hochwertige (teure) Lupe und Leuchtpult, erfordert Übung in der Beurteilung |
Weitere wichtige Testaspekte
Neben der reinen Schärfeleistung gibt es weitere optische Eigenschaften, die ein Objektiv beeinflussen und die Sie beurteilen können, meist allerdings eher nach Augenschein als durch präzise Messungen:
Vignettierung
Vignettierung beschreibt die Abdunklung des Bildes an den Rändern im Vergleich zur Mitte. Sie ist stark von der Blende abhängig (bei Offenblende am stärksten). Ein präziser Test erfordert ein absolut gleichmäßig ausgeleuchtetes Testmotiv, was in der Praxis schwer zu realisieren ist (der Himmel ist z.B. kein gleichmäßig helles Motiv). Oft genügt es, ein Bild mit homogener Fläche (wie eine Wand oder ein blauer Himmel) zu fotografieren und die Ränder zu begutachten.
Verzeichnung
Verzeichnung führt dazu, dass gerade Linien im Bild gekrümmt erscheinen (tonnenförmig bei Weitwinkelobjektiven, kissenförmig bei Teleobjektiven). Für die Beurteilung ist ein Motiv mit vielen geraden, parallelen Linien ideal, z.B. eine Ziegelwand oder Gitterstrukturen. Entscheidend ist auch hier die exakte Parallelität zwischen Film-/Sensorebene und Motiv.
Streulichtempfindlichkeit
Streulicht tritt auf, wenn Lichtquellen schräg auf die Frontlinse oder sogar ins Objektiv fallen. Dies führt zu flauen Bildern, reduziertem Kontrast und manchmal zu Lens Flares. Um dies zu testen, fotografieren Sie gegen eine schräg einfallende Lichtquelle (z.B. die Sonne außerhalb des Bildfelds) und beurteilen Sie den Kontrast und das Auftreten von Flares. Die Verwendung einer passenden Streulichtblende ist hier essenziell, um die normale Leistung zu sehen; entfernen Sie sie, um die Anfälligkeit für Streulicht zu prüfen.
Worauf achten Sie beim Kauf gebrauchter Objektive?
Gerade bei älteren Kamerasystemen sind neue Objektive oft schwer oder gar nicht mehr erhältlich. Das ist aber kein Nachteil, denn viele alte Objektive, wie die genannten Minolta-Objektive, sind exzellent gebaut und halten Jahrzehnte. Gebrauchte Objektive sind zudem deutlich preiswerter. Da Sie nicht wissen, wie der Vorbesitzer mit dem Objektiv umgegangen ist, sollten Sie es vor dem Kauf sorgfältig prüfen:
- Linsen auf Kratzer prüfen: Halten Sie das Objektiv gegen das Licht und schauen Sie schräg auf die Front- und Hinterlinse. Wenige winzige, haarfeine Kratzer auf der Vergütung haben meist keinen sichtbaren Einfluss auf das Bild, aber Objektive mit unzerkratzten Linsen sind natürlich vorzuziehen.
- Verschmutzungen prüfen: Achten Sie auf Fingerabdrücke, Putzspuren oder andere Flecken, die sich möglicherweise in die Vergütung „eingefressen“ haben könnten. Drehen Sie das Objektiv im Licht, um solche Unreinheiten gut zu erkennen.
- Pilzbefall prüfen: Halten Sie das Objektiv gegen eine gleichmäßig helle Fläche (z.B. den Himmel oder einen beleuchteten weißen Bildschirm) und schauen Sie durch. Suchen Sie nach fädigen oder netzartigen Strukturen im Inneren der Linsen. Dies ist Pilz, der die Optik zerstören kann und ein Ausschlusskriterium ist.
- Mechanik prüfen: Wackelt etwas, wenn Sie das Objektiv vorsichtig schütteln oder drehen? Tubus, Blendenring und Entfernungsring sollten fest sitzen.
- Gängigkeit der Ringe: Lassen sich Blendenring und Entfernungsring leicht und gleichmäßig verstellen, aber nicht zu leicht (sie sollten nicht von alleine verstellen)?
- Blendenrastung: Rastet die Blende bei den einzelnen Werten deutlich und fest ein?
- Funktion der Blende: Stellen Sie die Blende auf verschiedene Werte ein und schauen Sie durch das Objektiv. Verkleinert oder vergrößert sich die Blendenöffnung entsprechend?
- Zustand der Blendenlamellen: Schauen Sie durch das Objektiv bei geöffneter Blende. Sind die Blendenlamellen sauber und frei von Öl- oder Harzflecken? Harz kann dazu führen, dass die Blende träge wird.
- Blendenautomatik prüfen: Stellen Sie die kleinste Blende ein und betätigen Sie am Bajonett den Hebel für die Offenblenden-Arretierung (falls vorhanden, dieser hält die Blende bei Offenblende für die Belichtungsmessung und Scharfstellung offen). Lässt man den Hebel los, muss die Blende blitzschnell auf den vorgewählten Wert zuspringen. Eine langsame Blende führt zu Überbelichtung.
- Bajonett und Tubus: Sind Bajonett und äußerer Tubus frei von Rost oder größeren Beschädigungen?
Wenn Sie diese Punkte sorgfältig prüfen, können Sie das Risiko minimieren, ein defektes oder leistungsschwaches gebrauchtes Objektiv zu erwerben.
Häufig gestellte Fragen zum Objektivtest
F: Sind die Testergebnisse von Fotozeitschriften nutzlos?
A: Nein, sie können einen ersten Anhaltspunkt geben und zeigen allgemeine Tendenzen und bekannte Schwächen eines Modells auf. Sie ersetzen aber keinen individuellen Test Ihres spezifischen Exemplars.
F: Kann ich digitale Objektive genauso testen wie Filmobjektive?
A: Ja, die Prinzipien sind dieselben. Der Hauptunterschied ist, dass Sie keinen Film verwenden und scannen müssen. Die Auswertung erfolgt direkt am digitalen Bildfile.
F: Wie wichtig ist die Wahl des Testmotivs?
A: Sehr wichtig. Ein Motiv mit vielen feinen, kontrastreichen Details in verschiedenen Bereichen des Bildfelds (Mitte, Ecken) ermöglicht eine gute Beurteilung der Schärfe und möglicher Bildfehler.
F: Was ist der wichtigste Faktor für einen erfolgreichen Test?
A: Die Vermeidung jeglicher Bewegung von Kamera und Motiv während der Belichtung sowie eine präzise Scharfeinstellung. Ein stabiles Stativ und Fernauslöser sind unerlässlich.
F: Zeigen alle Objektive bei Offenblende die gleiche Schärfe in der Bildmitte und an den Rändern?
A: Nein, die Schärfe ist oft in der Mitte am höchsten und nimmt zu den Rändern hin ab, insbesondere bei Offenblende. Abblenden verbessert meist die Schärfe in den Randbereichen.
F: Kann ich ein Objektiv testen, indem ich einfach ein paar Fotos im Alltag mache?
A: Alltagsfotos geben einen ersten Eindruck, sind aber für einen kritischen Test ungeeignet, da die Bedingungen (Licht, Motiv, Stabilität) zu variabel sind. Ein gezielter Test unter kontrollierten Bedingungen ist notwendig.
Einen Objektivtest selbst durchzuführen, erfordert Sorgfalt und Übung, aber die gewonnenen Erkenntnisse über die Leistung Ihrer Ausrüstung sind unbezahlbar. Es hilft Ihnen nicht nur bei Kaufentscheidungen, sondern auch dabei, das Beste aus Ihren vorhandenen Objektiven herauszuholen, indem Sie ihre Stärken und Schwächen kennen. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Objektive auf den Prüfstand zu stellen – es lohnt sich!
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