Für was ist ein Infrarotstrahler gut?

Infrarot-LEDs: Sichtbar oder wirklich unsichtbar?

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Wenn es um die Überwachung bei Nacht geht, stoßen herkömmliche Kameras schnell an ihre Grenzen. Um auch in völliger Dunkelheit klare Bilder zu liefern, setzen moderne Überwachungskameras auf eingebaute Infrarot-LEDs. Dieses Licht liegt außerhalb des für Menschen sichtbaren Bereichs und ermöglicht so eine diskrete Ausleuchtung. Doch sind diese Infrarot-LEDs wirklich komplett unsichtbar? Und welchen Unterschied machen verschiedene Wellenlängen wie 850 nm und 940 nm für Leistung und Wahrnehmbarkeit? Dieser Artikel beleuchtet die Technologie hinter der Infrarot-Nachtsicht.

Können Sie Infrarot-LEDs sehen?
Um IR-LED-Leuchten verwenden zu können, benötigen Sie ein Nachtsichtgerät wie ein Zielfernrohr oder eine Kamera. Das IR-Licht ist sichtbar, wenn Sie durch die Kamera oder ein anderes Nachtsichtgerät schauen .

Was ist Infrarot-Strahlung?

Infrarot-Strahlung, oft auch Wärmestrahlung genannt, ist ein Teil des elektromagnetischen Spektrums. Sie schließt sich an das rote Ende des sichtbaren Lichts an, also bei längeren Wellenlängen. Während das menschliche Auge Licht im Bereich von etwa 380 nm (Violett) bis 780 nm (Rot) wahrnehmen kann, erstreckt sich die Infrarot-Strahlung von 780 nm bis etwa 1 Millimeter. Sie wird weiter unterteilt in IR-A (780-1400 nm), IR-B (1400-3000 nm) und IR-C (3000 nm - 1 mm).

Die Existenz dieser nicht sichtbaren, aber wärmenden Strahlung wurde erstmals im Jahr 1800 vom deutschen Astronomen William Herschel nachgewiesen. Er zerlegte Sonnenlicht mit einem Prisma und entdeckte jenseits des roten Bereichs eine Strahlung, die zwar unsichtbar war, aber eine erhöhte Temperatur verursachte. Heute wissen wir, dass jeder Körper oberhalb des absoluten Nullpunkts (-273 °C) Infrarot-Strahlung abgibt. Je wärmer ein Körper ist, desto mehr Energie strahlt er in Form von IR ab und desto kürzer sind die dominanten Wellenlängen dieser Strahlung.

Warum können wir Infrarotlicht nicht sehen?

Der Grund, warum wir Infrarotlicht in der Regel nicht sehen können, liegt schlichtweg an den biologischen Grenzen unseres Auges. Die Rezeptoren in unserer Netzhaut sind nur für einen eng begrenzten Bereich des elektromagnetischen Spektrums empfindlich – eben das sichtbare Licht zwischen 380 nm und 780 nm. Wellenlängen, die kürzer als 380 nm (Ultraviolett) oder länger als 780 nm (Infrarot) sind, lösen in unserem Auge keine Seheindrücke aus.

Obwohl wir Infrarot nicht als Licht im eigentlichen Sinne wahrnehmen, kann intensive IR-Strahlung auf andere Weise bemerkbar sein, insbesondere als Wärme auf der Haut. Das direkte Blicken in starke IR-Quellen, auch wenn sie unsichtbar erscheinen, kann potenziell schädlich für die Augen sein, da die Strahlung von den optischen Medien des Auges absorbiert wird und die Linse schädigen kann, wie zum Beispiel beim sogenannten „Glasbläserstar“. Aus diesem Grund sollte man niemals direkt in eine IR-Lichtquelle starren.

Infrarot-LEDs in Überwachungskameras

Überwachungskameras, die für den Einsatz bei Nacht konzipiert sind, nutzen Infrarot-LEDs, um die Szene auszuleuchten, ohne dass die Beleuchtung für potenzielle Eindringlinge leicht erkennbar ist. Um bei Tageslicht Fehlfarben oder Überbelichtung durch das ohnehin vorhandene Infrarot im Sonnenlicht zu vermeiden, verfügen viele Kameras über spezielle Infrarotfilter, die tagsüber aktiv sind und nachts automatisch deaktiviert werden. So kann das von den LEDs emittierte IR-Licht optimal von der Kamera erfasst werden.

Ein charakteristisches Merkmal von Nachtaufnahmen, die rein mit Infrarotlicht gemacht werden, ist, dass sie monochrom sind, also in Graustufen dargestellt werden. Da kein Licht aus dem sichtbaren Farbspektrum zur Verfügung steht, kann die Kamera keine Farbinformationen aufnehmen. Dennoch können durch die unterschiedliche Reflexion der Infrarot-Strahlen von verschiedenen Oberflächen detailreiche und klare Bilder erzeugt werden.

Wie schalte ich das IR-Licht meiner Überwachungskamera aus?
Gehen Sie zu Geräteeinstellungen > Licht. Schritt 2: Gehen Sie zu Infrarotlichter und tippen Sie auf „Auto“, um die IR-Lichter zu aktivieren. Alternativ können Sie „Aus“ auswählen, um die IR-Lichter dauerhaft zu deaktivieren .

Der Vergleich: 850 nm vs. 940 nm Infrarot-LEDs

Bei der Wahl einer Überwachungskamera mit eingebauter Infrarot-Beleuchtung stößt man auf zwei gängige Wellenlängen: 850 Nanometer (nm) und 940 nm. Beide haben spezifische Vor- und Nachteile, die sie für unterschiedliche Anwendungen besser oder schlechter geeignet machen.

Infrarot-LEDs mit 850 nm

Diese Wellenlänge liegt relativ nah am sichtbaren Bereich des Lichtspektrums. Der Hauptvorteil von 850 nm LEDs ist ihre höhere Effizienz, die sich in einer deutlich größeren Reichweite der Ausleuchtung niederschlägt. Bei leistungsstarken externen IR-Scheinwerfern mit 850 nm sind Reichweiten von bis zu 800 Metern möglich, während die integrierten LEDs in Kameras ebenfalls eine größere Distanz abdecken als bei 940 nm.

Der Nachteil ist jedoch, dass 850 nm Licht nicht vollständig unsichtbar ist. Wenn man direkt in die LEDs blickt, ist es möglich, einen schwachen, rötlichen Schein oder Punkt zu erkennen. Dies kann bei Überwachungsanwendungen, bei denen absolute Diskretion oberstes Gebot ist, problematisch sein. Für Anwendungen wie die Jagd, wo die Sichtbarkeit für Wild weniger kritisch ist als die Reichweite, kann 850 nm jedoch die bevorzugte Wahl sein.

Infrarot-LEDs mit 940 nm

Infrarot-LEDs mit einer Wellenlänge von 940 nm liegen weiter vom sichtbaren Spektrum entfernt. Dies führt dazu, dass ihr Licht selbst beim direkten Blick in die LEDs praktisch komplett unsichtbar und damit absolut unauffällig ist. Sie sind die Wahl der ersten Wahl, wenn es auf maximale Diskretion und Tarnung ankommt, beispielsweise bei verdeckten Überwachungsoperationen.

Der Preis für diese Unsichtbarkeit ist jedoch eine geringere Lichtausbeute und somit eine deutlich reduzierte Reichweite. Integrierte 940 nm LEDs decken typischerweise nur Distanzen von etwa 100 bis 350 Metern ab. Zudem können Kameras oder die LEDs selbst mit 940 nm Technologie oftmals teurer sein als Modelle mit 850 nm.

Vergleichstabelle: 850 nm vs. 940 nm

Um die Unterschiede besser zu veranschaulichen, hier eine Gegenüberstellung der beiden gängigen Infrarot-Wellenlängen:

Merkmal850 nm Infrarot940 nm Infrarot
Wellenlänge850 nm940 nm
Nähe zum sichtbaren SpektrumNäherWeiter entfernt
Sichtbarkeit (direkter Blick)Schwacher rötlicher Schein/Punkt möglichPraktisch unsichtbar
Reichweite (integrierte LEDs)GrößerGeringer (ca. 100-350m)
Reichweite (externe Scheinwerfer)Sehr groß (bis 800m)Geringer
Anwendungsbereich (typisch)Jagd, Anwendungen wo leichte Sichtbarkeit tolerierbar istVerdeckte Überwachung, Anwendungen wo Diskretion Priorität hat
Kosten (Tendenz)Oft geringerOft höher

Verbesserung der Infrarot-Beleuchtung

Die Leistung der in Kameras integrierten IR-LEDs ist für die Ausleuchtung großer oder weit entfernter Bereiche oft nicht ausreichend. In solchen Fällen können externe Infrarot-Scheinwerfer eingesetzt werden, die deutlich mehr Leistung und damit eine größere Reichweite bieten, oft bis zu 800 Meter, insbesondere bei 850 nm.

Wo wird IR-Licht verwendet?
Dies entspricht einem Frequenzbereich von 300 GHz bis 400 THz bzw. einem Wellenzahlbereich von 10 cm−1 bis 12.800 cm−1. Sie bildet die Grundlage von Anwendungen zum Beispiel in der Thermografie, Fernerkundung, bei Fernbedienungen und Nachtsichtgeräten.

Moderne Überwachungskameras verfügen zudem über intelligente Funktionen zur Optimierung der IR-Beleuchtung:

  • Smart IR: Diese Funktion passt die Intensität der Infrarot-Beleuchtung automatisch an die Entfernung des Objekts an. Nähert sich beispielsweise ein Fahrzeug der Kamera, wird die IR-Leistung reduziert, um eine Überbelichtung zu vermeiden. Dies verringert auch das Risiko, dass das IR-Licht von den beleuchteten Personen bemerkt wird.
  • Lasersteuerung (bei manchen PTZ-Kameras): Ermöglicht die Konzentration des IR-Lichts auf den aktuell gezoomten Bereich. Dies führt zu einer fokussierteren und effektiveren Ausleuchtung des relevanten Bildausschnitts und damit zu klareren Aufnahmen in der Ferne.
  • Kopplung mit Brennweite: Bei manchen Kameras wird die Stärke der Infrarot-Beleuchtung an die Brennweite des Objektivs gekoppelt. Je größer der Bildausschnitt (kleinere Brennweite), desto stärker wird die Beleuchtung, um eine gleichmäßige Ausleuchtung zu gewährleisten.

Kaufberatung: Welche IR-LED ist die richtige für Sie?

Die Entscheidung zwischen einer Überwachungskamera mit 850 nm oder 940 nm Infrarot-LEDs hängt maßgeblich von Ihren spezifischen Anforderungen ab. Überlegen Sie genau, welche Distanz Sie bei Nacht überwachen möchten und wie wichtig Ihnen Diskretion ist.

Wenn die Ausleuchtung im Nahbereich ausreicht und absolute Unsichtbarkeit oberste Priorität hat, ist eine Kamera mit 940 nm Infrarot die bessere Wahl. Sie bietet maximale Unauffälligkeit, auch wenn die Reichweite begrenzt ist.

Benötigen Sie eine größere Reichweite, sollten Sie sich für eine Kamera mit 850 nm Infrarot entscheiden. Hier müssen Sie jedoch in Kauf nehmen, dass die LEDs bei direktem Blick einen schwachen Schein aufweisen können. Um dieses Risiko zu minimieren, ist es ratsam, Modelle mit Smart IR Funktion zu wählen, die die Intensität des Lichts bei Annäherung automatisch reduzieren.

Für die Überwachung sehr großer Flächen, die über die Reichweite der integrierten LEDs hinausgehen, ist der Einsatz von externen Infrarot-Scheinwerfern unumgänglich. Diese bieten die benötigte Leistung und Reichweite, um auch weitläufige Areale effektiv auszuleuchten.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Hier beantworten wir einige gängige Fragen zum Thema Infrarot-LEDs und deren Sichtbarkeit:

Sind Infrarot-LEDs für das menschliche Auge sichtbar?
Infrarotlicht liegt außerhalb des sichtbaren Spektrums. LEDs mit 940 nm sind praktisch komplett unsichtbar. LEDs mit 850 nm können bei direktem Blick in die Lichtquelle einen schwachen rötlichen Schein oder Punkt zeigen, da diese Wellenlänge näher am roten Bereich des sichtbaren Lichts liegt.

Was ist der Unterschied zwischen 850 nm und 940 nm IR-LEDs?
Der Hauptunterschied liegt in der Wellenlänge, die sich auf die Sichtbarkeit und die Reichweite auswirkt. 850 nm bietet größere Reichweite, kann aber einen sichtbaren Schein haben. 940 nm ist unsichtbar, hat aber eine geringere Reichweite.

Kann Infrarotlicht eine Kamera blockieren?
Infrarotlicht selbst blockiert die Kamera nicht vollständig , aber wenn die Infrarotlichtquelle zu stark ist, kann dies die Bildqualität der Kamera beeinträchtigen.

Warum sind Nachtaufnahmen mit IR-Beleuchtung monochrom?
Nachtaufnahmen mit reiner Infrarot-Beleuchtung sind monochrom (Graustufen), weil kein Licht aus dem sichtbaren Farbspektrum für die Aufnahme verfügbar ist. Die Kamera erfasst lediglich die Intensität und Reflexion des Infrarotlichts.

Wie groß ist die Reichweite von Infrarot-LEDs?
Die Reichweite hängt von der Leistung der LEDs und der Wellenlänge ab. Integrierte LEDs haben eine begrenzte Reichweite (ca. 100-350m bei 940 nm, größer bei 850 nm). Externe IR-Scheinwerfer können Reichweiten bis zu 800 Metern oder mehr erreichen.

Sind Infrarot-LEDs sicher für die Augen?
Obwohl Infrarotlicht unsichtbar ist, kann intensive IR-Strahlung potenziell schädlich sein, insbesondere bei langem oder direktem Blick in die Quelle. Es wird generell empfohlen, nicht direkt in IR-Lichtquellen zu starren.

Welche IR-Wellenlänge ist besser für Überwachung?
Für Überwachungszwecke, bei denen Diskretion wichtig ist, wird oft 940 nm bevorzugt, da es praktisch unsichtbar ist. Wenn die Reichweite wichtiger ist als absolute Unsichtbarkeit, kann 850 nm mit Funktionen wie Smart IR eine Option sein.

Kann man die Infrarot-Ausleuchtung verbessern?
Ja, die Ausleuchtung kann durch den Einsatz von externen IR-Scheinwerfern mit höherer Leistung und Reichweite verbessert werden. Moderne Kameras bieten auch Funktionen wie Smart IR, Lasersteuerung oder die Kopplung der IR-Intensität an die Brennweite, um die Ausleuchtung zu optimieren.

Fazit

Infrarot-LEDs sind ein unverzichtbares Werkzeug für die Nachtsicht in der Überwachungstechnik. Während das Licht selbst für das menschliche Auge größtenteils unsichtbar ist, gibt es doch feine Unterschiede, die vor allem von der Wellenlänge abhängen. 850 nm LEDs bieten eine größere Reichweite, können aber bei direktem Blick wahrnehmbar sein, während 940 nm LEDs maximale Unsichtbarkeit bei geringerer Reichweite gewährleisten. Die Wahl der richtigen Wellenlänge und der Einsatz intelligenter Funktionen oder externer Scheinwerfer sind entscheidend, um eine effektive und diskrete Überwachung bei Nacht zu gewährleisten.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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