Die Welt der digitalen Fotografie entwickelt sich rasant weiter, doch einige Modelle hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Eine solche Kamera ist die Canon EOS 700D, in Nordamerika auch bekannt als EOS Rebel T5i und in Japan als EOS Kiss X7i. Sie wurde im April 2013 als Nachfolgerin der erfolgreichen EOS 650D eingeführt und richtete sich an Einsteiger und ambitionierte Hobbyfotografen, die eine vielseitige Spiegelreflexkamera suchten. Mit einer Kombination aus solider Technologie und benutzerfreundlicher Bedienung etablierte sich die 700D schnell auf dem Markt. Doch was machte sie aus und ist sie auch heute, Jahre nach ihrer Markteinführung, noch relevant?
Technische Eckdaten der EOS 700D
Im Herzen der Canon EOS 700D schlägt ein 18-Megapixel-Sensor im APS-C-Format, der detaillierte Bilder mit einer Auflösung von 5184 × 3456 Pixeln liefert. Gepaart mit dem leistungsstarken DIGIC 5 Bildprozessor ermöglichte die Kamera eine hohe Bildqualität und gute Rauschkontrolle für ihre Zeit. Der native ISO-Bereich erstreckt sich von 100 bis 12.800, erweiterbar auf bis zu 25.600. Dies bot eine gute Flexibilität bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen.

Ein weiteres Highlight war das Autofokussystem. Die 700D verfügt über ein Hybrid AF System mit 9 Kreuzsensoren. Dieses System wurde entwickelt, um sowohl beim Fotografieren durch den Sucher als auch im Live View und bei Videoaufnahmen eine verbesserte Leistung zu bieten. Die Serienbildgeschwindigkeit von bis zu 5 Bildern pro Sekunde war solide und erlaubte das Festhalten von Bewegungssequenzen.
Besonders hervorzuheben ist das 3-Zoll-Display auf der Rückseite. Es ist nicht nur hochauflösend (1.040.000 Bildpunkte), sondern auch dreh- und schwenkbar sowie mit einer Touchscreen-Funktionalität ausgestattet. Dies ermöglichte eine flexible Bildkomposition aus ungewöhnlichen Winkeln und eine intuitive Bedienung der Menüs und Einstellungen.
Wichtige technische Merkmale im Überblick:
- Sensor: 18,0 Megapixel APS-C Hybrid CMOS
- Bildprozessor: DIGIC 5
- ISO-Bereich: 100-12800 (erweiterbar auf 25600)
- Autofokus: Hybrid AF System, 9 Kreuzsensoren
- Serienbilder: Bis zu 5 Bilder/Sekunde
- Display: 3 Zoll, 1.040.000 Punkte, dreh-/schwenkbar, Touchscreen
- Video: Full HD (1080p) mit Stereomikrofonen und kontinuierlichem AF (mit STM-Objektiven)
- Integrierter Speedlite-Transmitter
- 360-Grad-Moduswahlrad
- Vorschau kreativer Filter im Live View
- Akkulaufzeit: ca. 440 Aufnahmen (CIPA-Standard)
Design, Handhabung und Bedienung
Die Canon EOS 700D fühlt sich trotz ihres Einsteiger-Status solide und gut verarbeitet an. Die Materialien, insbesondere die strukturierten Kunststoffe und die gummierten Griffflächen, vermitteln ein robustes Gefühl. Das neue Finish, das von höherwertigen Modellen wie der EOS 60D übernommen wurde, sollte für eine verbesserte Haltbarkeit sorgen. Obwohl die Kamera nicht wetterfest ist, ist die x00D-Reihe von Canon für ihre Langlebigkeit bekannt.
Die Bedienelemente sind zahlreich und gut platziert, was den schnellen Zugriff auf wichtige Einstellungen wie ISO, Weißabgleich, Autofokusmodus und mehr ermöglicht. Der Video-Modus ist bequem über einen Schalter am Ein-/Ausschalter erreichbar. Ein Augensensor über dem Sucher schaltet den Touchscreen automatisch ab, wenn die Kamera ans Auge geführt wird.
Das Menüsystem von Canon ist logisch aufgebaut und farblich gekennzeichnet (Rot für Aufnahme, Blau für Wiedergabe, Orange für Einstellungen, Grün für 'Mein Menü'). Dank der vielen externen Tasten muss man das Menü jedoch selten aufrufen. Das 'Mein Menü' ist besonders nützlich, da es die Anpassung einer Seite mit den am häufigsten verwendeten Einstellungen erlaubt. Die Navigation im Menü ist per Tasten oder über den reaktionsschnellen Touchscreen sehr einfach und schnell möglich. Die Kamera bietet zudem integrierte Hilfe-Texte zu den einzelnen Optionen.
Eine spürbare Verbesserung gegenüber dem Vorgängermodell ist die Bildwiederholrate im Live View, die von 30 fps auf 60 fps erhöht wurde. Dies sorgt für ein flüssigeres Bild auf dem Display. Zusätzlich stehen im Live View weitere Gitterlinien zur Bildkomposition zur Verfügung.

Die Akkulaufzeit ist mit 440 Aufnahmen nach CIPA-Standard durchschnittlich gut, auch wenn die Anzeige etwas abrupt von "voll" auf "leer" wechseln kann.
Bildqualität und Leistung in der Praxis
Die Bildqualität der EOS 700D ist für eine Kamera dieser Klasse ausgezeichnet. Die Farben sind lebendig und gut gesättigt. Belichtungen sind sehr zuverlässig. Der Dynamikumfang ist gut und kann durch Funktionen wie den 'Auto Lighting Optimizer' oder den HDR-Modus erweitert werden, wobei für letzteren die Verwendung eines Stativs empfohlen wird.
Die Leistung mit dem neuen EF-S 18-55mm IS STM-Objektiv, das zusammen mit der 700D eingeführt wurde, ist solide. Details werden sowohl am Weitwinkel- als auch am Teleende gut wiedergegeben. Vignettierung ist bei Offenblende sichtbar, aber die kamerainterne Korrektur funktioniert gut. Chromatische Aberration und Purple Fringing sind gering und werden ebenfalls kameraintern korrigiert.
Die ISO-Leistung zeigt das erwartete Verhalten. Bei ISO 100 sind die Bilder sehr sauber. Leichtes Korn wird ab ISO 800 sichtbar. Ab ISO 1600 nimmt das Rauschen zu, und bei ISO 3200 kommt es zu leichtem Farbverlust. Bei ISO 6400 wird das Rauschen dominanter. Die Ergebnisse bei ISO 3200 und 6400 sind minimal besser als bei der 650D. ISO 12800 kann mit Nachbearbeitung noch brauchbar sein, während ISO 25600 aufgrund des starken Rauschens und Detailverlusts am besten vermieden wird.
Der Autofokus durch den Sucher ist sehr schnell. Im Live View ist er, ähnlich wie bei der 650D, langsamer, es sei denn, der "Quick Mode" wird verwendet, der kurzzeitig den Spiegel absenkt. Die Serienbildgeschwindigkeit von 5 fps wird erreicht, kann aber bei aktivierter Objektiv-Verzeichnungskorrektur leicht sinken.
Videofunktionen der EOS 700D
Die Videofunktion der EOS 700D ist gut umgesetzt. Die Kamera nimmt Full HD-Videos (1080p) mit 25 oder 24 Bildern pro Sekunde auf. Sie verfügt über integrierte Stereomikrofone, deren Pegel manuell angepasst werden können. Auch ein Windfilter und ein Dämpfungsglied stehen zur Verfügung. Die Aufnahme von Ton kann auch komplett deaktiviert werden.
Ein wichtiges Feature für Videoaufnahmen ist der kontinuierliche Autofokus im Videomodus, der durch das Hybrid AF System ermöglicht wird. In Kombination mit den neuen STM-Objektiven, die über einen Schrittmotor verfügen, arbeitet der Autofokus bei Videoaufnahmen besonders leise, sodass das Fokussiergeräusch kaum im Video zu hören ist. Die Fokussierung selbst kann im Videomodus manchmal etwas langsam sein, um das Ziel zu erfassen.

Die maximale ISO-Empfindlichkeit bei Videoaufnahmen beträgt ebenfalls ISO 12800, was Aufnahmen bei schwachem Licht ermöglicht.
Vergleich zur EOS 650D und Alternativen
Die Canon EOS 700D ist ihrem direkten Vorgänger, der EOS 650D, technisch sehr ähnlich. Die Unterschiede sind eher inkrementell als revolutionär. Die Hauptunterschiede sind:
- Ein neues, haltbareres äußeres Finish, das von Mittelklassemodellen übernommen wurde.
- Ein neu gestaltetes Moduswahlrad, das sich um 360 Grad drehen lässt.
- Die Möglichkeit, kreative Filter im Live View vor der Aufnahme in Echtzeit anzuzeigen.
- Eine leicht verbesserte ISO-Leistung bei höheren Empfindlichkeiten (ISO 3200+).
- Die Einführung des neuen EF-S 18-55mm IS STM-Objektivs als Kit-Option, das leiser fokussiert und eine nicht-rotierende Frontlinse besitzt.
Für Besitzer einer EOS 650D gab es daher wenig zwingenden Grund für ein Upgrade. Für Käufer, die von einem älteren Modell kamen oder ihre erste DSLR suchten, bot die 700D jedoch die leichte Weiterentwicklung mit den genannten Verbesserungen.
Im Wettbewerbsumfeld gab es zur Markteinführung ähnliche Modelle von anderen Herstellern, wie die wetterfeste Pentax K-30, die Nikon D5200 mit höherer Auflösung (24 Megapixel) oder die Sony Alpha A65 mit GPS. Auch der eigene Vorgänger, die Canon EOS 600D, war weiterhin eine attraktive Option, insbesondere in Bezug auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Zudem traten spiegellose Systemkameras (Digital SLM laut damaligem Marketing) wie die Panasonic Lumix G5/G6 oder die Samsung NX20 als Alternativen auf.
Fazit: Ist die Canon EOS 700D noch eine gute Kamera?
Die Canon EOS 700D war zur Zeit ihrer Einführung eine ausgezeichnete digitale Spiegelreflexkamera und liefert auch heute noch sehr gute Ergebnisse. Sie bietet eine exzellente Bildqualität, zuverlässige Belichtung und eine Vielzahl von Funktionen, die sowohl für Einsteiger als auch für fortgeschrittene Hobbyfotografen attraktiv sind. Dazu gehören der HDR-Modus, Nachtaufnahmen ohne Stativ (Handheld Night Scene), die 5 fps Serienbildfunktion und der schnelle Zugriff auf Einstellungen über das Q-Menü.
Die Implementierung des Touchscreens ist besonders gelungen – er ist einfach zu bedienen, reaktionsschnell und ermöglicht eine präzise Auswahl von Optionen und Fokuspunkten. Das hochauflösende dreh- und schwenkbare Display ist ein großer Pluspunkt für kreative Aufnahmewinkel und Videoaufnahmen.
Die Unterschiede zur 650D sind zwar gering, aber das verbesserte Finish, das neue Moduswahlrad und die Live View Vorschau für Kreativfilter sind willkommene Ergänzungen. Das neue STM-Kit-Objektiv liefert gute Ergebnisse mit leisem Fokus, auch wenn der Live View Autofokus ohne dieses Objektiv langsam sein kann.

Für jemanden, der eine solide, benutzerfreundliche DSLR mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, sei es als erste Kamera oder als Upgrade von einem sehr alten Modell, ist die Canon EOS 700D auch heute noch eine absolut empfehlenswerte Wahl auf dem Gebrauchtmarkt.
Häufig gestellte Fragen zur Canon EOS 700D
Wie alt ist die Canon EOS 700D?
Die Canon EOS 700D wurde im April 2013 auf den Markt gebracht. Sie ist also, ausgehend vom aktuellen Zeitpunkt (Ende 2023 / Anfang 2024), über 10 Jahre alt.
Ist die Canon EOS 700D eine gute Kamera?
Ja, die Canon EOS 700D wird allgemein als gute Kamera angesehen, insbesondere für Einsteiger und Hobbyfotografen. Sie bietet eine sehr gute Bildqualität, einen vielseitigen dreh- und schwenkbaren Touchscreen, Full HD Videoaufnahmen mit kontinuierlichem AF (mit STM-Objektiven) und eine intuitive Bedienung. Sie liefert auch heute noch hervorragende Fotos und Videos.
Wie hoch ist die Lebenserwartung der Canon 700D?
Die Canon EOS 700D ist für ihre solide Bauweise bekannt. Obwohl keine spezifische Shutter-Lebenserwartung (Anzahl der Auslösungen bis zum Defekt des Verschlusses) vom Hersteller garantiert wird, sind Kameras dieser Reihe dafür bekannt, bei guter Pflege viele Jahre zuverlässig zu funktionieren. Die tatsächliche Lebensdauer hängt stark von der Nutzung und Pflege ab.
Was waren die Hauptunterschiede zwischen der 700D und der 650D?
Die Unterschiede waren gering und betrafen hauptsächlich das äußere Finish (haltbarer), das Moduswahlrad (360 Grad drehbar) und die Vorschau kreativer Filter im Live View. Technisch waren die Kameras sehr ähnlich, wobei die 700D eine minimale Verbesserung bei der ISO-Leistung aufwies. Oft wurde sie auch mit dem neuen, leiseren 18-55mm STM-Objektiv im Kit verkauft.
Kann die Canon EOS 700D gute Videos aufnehmen?
Ja, die Canon EOS 700D kann gute Full HD (1080p) Videos aufnehmen. Sie bietet manuelle Kontrolle über die Belichtung, integrierte Stereomikrofone mit einstellbarem Pegel und die Möglichkeit des kontinuierlichen Autofokus während der Aufnahme, insbesondere reibungslos und leise in Kombination mit STM-Objektiven.
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