Die Canon EOS 600D, in einigen Regionen auch als Rebel T3i bekannt, und die Canon EOS 700D, international als Rebel T5i gelabelt, sind zwei digitale Spiegelreflexkameras, die im Abstand von etwas mehr als zwei Jahren auf den Markt kamen. Die 600D wurde im Februar 2011 vorgestellt, die 700D folgte im März 2013. Beide Kameras richten sich an Einsteiger und fortgeschrittene Hobbyfotografen, die den Schritt in die Welt der DSLRs wagen oder ein erschwingliches Modell suchen. Beide verfügen über einen APS-C-Sensor und bieten eine Auflösung von 17,9 Megapixeln. Auf den ersten Blick scheinen sie sehr ähnlich, doch die neuere 700D bringt einige Verbesserungen mit sich. Aber ist sie deswegen automatisch die bessere Wahl für jeden Fotografen? Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede und Gemeinsamkeiten, um Ihnen bei Ihrer Entscheidung zu helfen.
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Beide Kameras nutzen das bewährte Canon EF Bajonett, was bedeutet, dass die riesige Auswahl an Canon EF und EF-S Objektiven zur Verfügung steht. Dies ist ein großer Vorteil für Fotografen, die bereits Canon Objektive besitzen oder planen, ihr System auszubauen. Während der Sensor und die Auflösung identisch sind, liegen die Hauptunterschiede in der internen Verarbeitung, der Benutzerfreundlichkeit und einigen Leistungsmerkmalen. Lassen Sie uns die Kameras im Detail vergleichen.

Gehäuse und Design
Beim Blick auf die physischen Abmessungen und das Design sind die Canon 600D und die 700D nahezu identisch. Beide Kameras haben dieselbe Breite und Höhe. Die 700D ist mit 580g nur unwesentlich schwerer als die 600D mit 570g (jeweils inklusive Akku und Speicherkarte). Sie teilen sich eine ähnliche Ergonomie mit gummierten Griffen, die für einen sicheren Halt sorgen. Keines der beiden Modelle ist wetterfest abgedichtet, was bei Kameras dieser Preisklasse üblich ist. Die Bedienelemente auf der Rückseite der Kamera wurden bei der 700D leicht überarbeitet, um die Bedienung zu optimieren, insbesondere in Kombination mit dem neuen Touchscreen.
Da beide Kameras dasselbe Objektivbajonett verwenden, ist die Größe und das Gewicht der benötigten Objektive für beide Modelle gleich. Die Wahl des Objektivs wird also nicht durch das Kameragehäuse beeinflusst, sondern durch die fotografischen Anforderungen.
Sensor und Bildqualität
Der Bildsensor ist das Herzstück jeder Digitalkamera. Sowohl die 600D als auch die 700D sind mit einem APS-C CMOS Sensor ausgestattet, der eine Auflösung von 17,9 Megapixeln liefert. Der Formatfaktor (Crop-Faktor) beträgt bei beiden Kameras 1,6x. Dies platziert sie im Bereich der Kameras mit mittelgroßem Sensor, die einen guten Kompromiss zwischen Bildqualität und Portabilität bieten. Das native Seitenverhältnis des Sensors beträgt 3:2.
Obwohl Auflösung und Sensorgröße identisch sind, gibt es technologische Unterschiede. Die 700D nutzt den moderneren Bildprozessor DIGIC 5, während die 600D noch den DIGIC 4 Prozessor verwendet. Der DIGIC 5 bietet Vorteile bei der Rauschunterdrückung, Farbgenauigkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit. Dies kann zu etwas besseren JPEGs direkt aus der Kamera bei der 700D führen.
Ein weiterer wichtiger Unterschied im Sensorbereich ist das Autofokussystem im Live View Modus. Die 700D verfügt über On-Sensor-Phasendetektionspixel (Hybrid CMOS AF), was zu einem schnelleren und zuverlässigeren Autofokus, insbesondere bei der Videoaufnahme und im Live View Modus, führt. Die 600D verlässt sich hier auf den langsameren Kontrast-AF.
Die native ISO-Empfindlichkeit der 600D reicht von ISO 100 bis ISO 6400, erweiterbar auf ISO 12800. Die 700D bietet nativ ISO 100 bis ISO 12800, erweiterbar auf ISO 25600. Die 700D hat also einen breiteren nativen ISO-Bereich, was bei schlechten Lichtverhältnissen von Vorteil sein kann.
Interessanterweise zeigen die Messungen von DXO Mark, die die Sensorleistung in Bezug auf Farbtiefe, Dynamikumfang und Rauschen bewerten, ein leicht besseres Ergebnis für die ältere 600D. Die 600D erreicht einen Gesamt-DXO-Score von 65, während die 700D bei 61 Punkten liegt. Die 600D zeigt laut diesen Messungen eine etwas höhere Farbtiefe, einen größeren Dynamikumfang und eine bessere Leistung bei wenig Licht (höherer DXO Sports Score). Es ist wichtig zu beachten, dass dies Labormessungen sind und die Unterschiede in der Praxis für die meisten Anwender möglicherweise gering ausfallen, insbesondere bei guten Lichtverhältnissen. Der modernere DIGIC 5 Prozessor der 700D kann die etwas schwächere Sensorleistung in bestimmten Bereichen (z.B. JPEG-Verarbeitung) kompensieren.
Hier ist ein Vergleich der Sensor-Spezifikationen und DXO-Ergebnisse:
| Merkmal | Canon 600D | Canon 700D |
|---|---|---|
| Sensor-Typ | CMOS APS-C | CMOS APS-C |
| Sensorgröße | 22.3 x 14.9 mm | 22.3 x 14.9 mm |
| Auflösung | 17.9 MP | 17.9 MP |
| Bildprozessor | DIGIC 4 | DIGIC 5 |
| Nativer ISO-Bereich | 100-6400 | 100-12800 |
| Erweiterter ISO-Bereich | 100-12800 | 100-25600 |
| On-Sensor AF | Nein | Ja (Hybrid CMOS AF) |
| DXO Gesamt-Score | 65 | 61 |
| DXO Farbtiefe | 22.1 Bits | 21.7 Bits |
| DXO Dynamikumfang | 11.5 EV | 11.2 EV |
| DXO Low Light ISO | 793 | 681 |
Leistung und Funktionen
Die Unterschiede zwischen den beiden Kameras zeigen sich auch in der Leistung und den zusätzlichen Funktionen. Beide Kameras verfügen über einen optischen Sucher mit 95% Bildfeldabdeckung und 0,53-facher Vergrößerung. Das ist in dieser Klasse Standard und ermöglicht eine klare Bildkomposition auch bei hellem Licht.
Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist der rückseitige Bildschirm. Beide Kameras besitzen ein 3,0 Zoll großes, dreh- und schwenkbares LCD mit einer Auflösung von 1040k Punkten. Die 700D hat jedoch einen Touchscreen, während die 600D ein konventionelles Display ohne Touch-Funktion besitzt. Der Touchscreen der 700D erleichtert die Bedienung erheblich, insbesondere beim Setzen des Fokuspunktes im Live View oder bei der Navigation durch Menüs und Bildeinstellungen. Für viele Fotografen ist dies ein wichtiger Komfortgewinn.
In Bezug auf die Serienbildgeschwindigkeit hat die 700D die Nase vorn. Sie schafft bis zu 5 Bilder pro Sekunde, während die 600D bei 3,7 Bildern pro Sekunde liegt. Die höhere Serienbildgeschwindigkeit der 700D kann entscheidend sein, um den perfekten Moment bei sich schnell bewegenden Motiven einzufangen.
Beide Kameras zeichnen Videos im Full HD (1080p) Format mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde auf. Die Videoqualität ist bei beiden Kameras gut, aber die 700D profitiert vom schnelleren Hybrid CMOS AF im Live View, was das Nachfokussieren während der Aufnahme erleichtert und flüssiger gestaltet als bei der 600D.
Beim Speichermedium unterstützen beide Kameras SDXC-Karten. Die 700D unterstützt jedoch den schnelleren UHS-I Standard, was zu kürzeren Wartezeiten beim Speichern von Bildserien führt.

Weitere Funktionen, die die 700D von der 600D abheben, sind der bereits erwähnte modernere DIGIC 5 Prozessor, der neben besserer Bildverarbeitung auch neue Kreativfilter bietet, die direkt in der Kamera angewendet werden können (allerdings oft erst bei der Bildwiedergabe). Die 600D bietet zwar auch Kreativfilter, diese sind aber ebenfalls nur im Wiedergabemodus verfügbar.
Konnektivität und Anschlüsse
In Bezug auf die Anschlüsse bieten beide Kameras eine ähnliche Ausstattung. Beide verfügen über einen Blitzschuh für externe Blitze, einen Anschluss für ein externes Mikrofon, einen Mini-HDMI-Ausgang und einen USB 2.0-Anschluss. Die 700D hat ein Stereo-Mikrofon eingebaut, während die 600D nur ein Mono-Mikrofon besitzt. Für hochwertige Tonaufnahmen ist bei beiden Kameras die Verwendung eines externen Mikrofons empfehlenswert.
Weder die Canon 600D noch die 700D verfügen laut den vorliegenden Informationen über integriertes WLAN oder NFC für die drahtlose Übertragung von Bildern oder die Fernsteuerung per Smartphone. Dies sind Funktionen, die erst in späteren Modellen der EOS-Reihe Standard wurden.
Preis und Verfügbarkeit
Zum Zeitpunkt ihrer Markteinführung war die Canon 600D etwas günstiger als die 700D. Beide Kameras sind mittlerweile eingestellt und nicht mehr neu im Handel erhältlich. Sie sind jedoch auf dem Gebrauchtmarkt weit verbreitet und oft zu sehr attraktiven Preisen zu finden. Die 600D ist aufgrund ihres Alters tendenziell noch günstiger als die 700D.
Fazit: Welche Kamera ist besser?
Die Frage, ob die Canon 700D besser ist als die 600D, lässt sich nicht pauschal mit Ja oder Nein beantworten, da es auf die individuellen Bedürfnisse und Prioritäten ankommt. Die 700D ist das neuere Modell und bietet einige deutliche Vorteile, insbesondere im Hinblick auf die Benutzerfreundlichkeit und bestimmte Leistungsmerkmale:
- Modernere Technologie: DIGIC 5 Prozessor, Hybrid CMOS AF für schnelleren Live View Fokus.
- Bessere Bedienung: Der Touchscreen ist ein echter Komfortgewinn.
- Schnellere Leistung: Höhere Serienbildgeschwindigkeit (5 fps vs. 3.7 fps) und UHS-I Unterstützung für schnellere Speicherkarten.
- Erweiterter ISO-Bereich: Nativ bis ISO 12800, erweiterbar bis ISO 25600.
Die 600D punktet hingegen in den DXO Mark Labormessungen zur Bildqualität des Sensors. Sie zeigt hier leicht bessere Werte bei Farbtiefe, Dynamikumfang und Rauschen bei wenig Licht. Für Puristen, denen die absolute Sensorleistung am wichtigsten ist und die hauptsächlich durch den optischen Sucher fotografieren, könnte die 600D daher interessant sein.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Canon EOS 700D die modernere und in der Bedienung komfortablere Kamera ist. Der Touchscreen und der schnellere Live View AF sind spürbare Verbesserungen im täglichen Gebrauch. Die höhere Serienbildgeschwindigkeit und die Unterstützung schnellerer Speicherkarten machen sie auch für actionreichere Motive etwas geeigneter. Wenn diese Features für Sie wichtig sind, ist die 700D wahrscheinlich die bessere Wahl, auch wenn sie auf dem Gebrauchtmarkt etwas mehr kosten mag.
Wenn Sie jedoch hauptsächlich durch den optischen Sucher fotografieren, auf den Touchscreen verzichten können und Wert auf die (laut Labortests) etwas bessere Rohbildqualität legen oder einfach das günstigere Modell suchen, ist die Canon EOS 600D immer noch eine sehr fähige Kamera, die hervorragende Bilder liefern kann.
Häufig gestellte Fragen
Ist die Canon EOS 600D eine professionelle Kamera?
Die Canon EOS 600D wird oft als eine Kamera für Einsteiger oder fortgeschrittene Hobbyfotografen eingestuft. Obwohl sie viele fortgeschrittene Funktionen bietet, die auch professionelle Fotografen nutzen (z.B. RAW-Aufnahme, externes Mikrofon, Blitzschuh), fehlt ihr die Robustheit, die hohe Serienbildgeschwindigkeit, der erweiterte Autofokus und die Wetterversiegelung, die typische professionelle Kameras auszeichnen. Sie wird eher als eine "Kit-Kamera" mit professionellen Merkmalen für ambitionierte Amateure beschrieben. Sie ist für viele fotografische Aufgaben bestens geeignet, aber nicht primär für den harten professionellen Dauereinsatz konzipiert.
Lohnt sich die Canon 600D noch im Jahr 2024?
Ob sich der Kauf einer Canon 600D heute noch lohnt, hängt stark vom Preis und dem Verwendungszweck ab. Auf dem Gebrauchtmarkt ist sie sehr günstig erhältlich. Für Einsteiger, die eine solide DSLR lernen möchten, oder für Fotografen mit sehr begrenztem Budget kann die 600D immer noch eine gute Option sein. Sie liefert gute Bildqualität, hat ein schwenkbares Display und bietet viele Lernmöglichkeiten. Wenn jedoch moderne Features wie schneller Live View AF, Touchscreen oder integriertes WLAN wichtig sind, oder wenn Sie die bestmögliche Leistung in ihrer Klasse suchen, gibt es neuere gebrauchte Modelle (wie die 700D oder deren Nachfolger) oder spiegellose Kameras, die möglicherweise besser geeignet sind. Für ihren geringen Gebrauchtpreis bietet die 600D aber immer noch viel Leistung.
Wie alt ist die Canon 600D?
Die Canon EOS 600D wurde im Februar 2011 angekündigt. Das bedeutet, sie ist zum jetzigen Zeitpunkt (März 2024) bereits über 13 Jahre alt.
Was sind die Hauptunterschiede zwischen der Canon 600D und der 700D?
Die Hauptunterschiede liegen im neueren DIGIC 5 Bildprozessor der 700D, dem Touchscreen der 700D, dem schnelleren Hybrid CMOS AF der 700D für den Live View, der höheren Serienbildgeschwindigkeit (5 fps vs. 3.7 fps) und der Unterstützung von UHS-I Speicherkarten bei der 700D. Die 600D hat laut DXO Mark leicht bessere Sensorwerte bei der Bildqualität, aber die 700D bietet insgesamt modernere Features und eine verbesserte Benutzerfreundlichkeit.
| Merkmal | Canon 600D | Canon 700D |
|---|---|---|
| Markteinführung | Februar 2011 | März 2013 |
| Bildprozessor | DIGIC 4 | DIGIC 5 |
| LCD-Bildschirm | Schwenkbar (kein Touch) | Schwenkbar + Touchscreen |
| Live View AF | Kontrast-AF (langsamer) | Hybrid CMOS AF (schneller) |
| Serienbildgeschw. | 3.7 fps | 5.0 fps |
| ISO (erweitert) | bis 12800 | bis 25600 |
| UHS-I Support | Nein | Ja |
| DXO Gesamt-Score | 65 | 61 |
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