Die Canon EOS 50D ist eine digitale Spiegelreflexkamera, die bei ihrer Einführung im September 2008 für Aufsehen sorgte. Als Nachfolgerin der beliebten EOS 40D brachte sie einige signifikante Verbesserungen mit sich und positionierte sich im gehobenen Amateur-Segment sowie als Zweitkamera für Profis. Seit ihrer Markteinführung sind nun schon einige Jahre vergangen, was sie zu einem interessanten Modell auf dem Gebrauchtmarkt macht.

Zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung war die Canon EOS 50D mit einem Listenpreis von rund 1345 Euro im deutschsprachigen Raum erhältlich. Dieser Preis spiegelte ihre fortschrittliche Technologie und ihren Platz im Markt wider. Heute ist sie natürlich zu einem deutlich niedrigeren Preis erhältlich, was sie für Einsteiger oder Fotografen mit kleinerem Budget attraktiv machen kann, vorausgesetzt, man versteht ihre Fähigkeiten und Einschränkungen im Vergleich zu modernen Kameras.
Die Canon EOS 50D: Technische Merkmale und Neuerungen
Die EOS 50D baute auf dem Fundament der erfolgreichen 40D auf, behielt viele bewährte Elemente bei, führte aber auch wichtige Neuerungen ein. Die Menüführung, der Weißabgleich und die Konstruktion des integrierten Blitzes waren der Vorgängerin sehr ähnlich. Auch die Größe des LC-Displays blieb mit 3,0 Zoll gleich.
Eine der auffälligsten Verbesserungen war die Auflösung des Displays. Mit 640 × 480 Pixeln (= 307.200 Pixel) bot es eine deutlich schärfere Darstellung als das Display der 40D, was die Bildkontrolle vor Ort erheblich verbesserte. Für die Stromversorgung nutzte die 50D weiterhin den bewährten Standard-Akku BP-511, der auch in vielen älteren EOS-Modellen zum Einsatz kam.
Unter der Haube gab es jedoch die entscheidenden Fortschritte:
- Sensor und Auflösung: Die Kamera war mit einem APS-C-Sensor ausgestattet, der eine Auflösung von beeindruckenden 15,1 Megapixeln lieferte. Dies war ein deutlicher Sprung gegenüber den 10,1 Megapixeln der 40D und ermöglichte detailreichere Aufnahmen und größere Beschnittreserven.
- Prozessor: Die 50D war das erste Canon Modell, das mit dem leistungsstarken DIGIC 4 Prozessor ausgestattet wurde. Dieser neuere Prozessor ermöglichte schnellere Verarbeitungsgeschwindigkeiten, verbesserte Rauschunterdrückung und neue Funktionen.
- Live-View: Der Live-View-Modus wurde durch einen verbesserten AF (Enhanced Live-View AF) ergänzt, der die Fokussierung bei der Nutzung des Displays erleichtern sollte, auch wenn er noch nicht so schnell und präzise war wie der Phasen-Autofokus durch den Sucher.
- Autofokus-System: Das 9-Punkt-AF-System wurde beibehalten, wobei alle Sensoren als Kreuzsensoren ausgelegt waren. Der mittlere Sensor arbeitete bei Objektiven mit einer Offenblende von mindestens 2.8 mit erhöhter Präzision, was besonders bei Porträts oder in lichtschwachen Situationen von Vorteil war.
- ISO-Empfindlichkeit: Der Standard-ISO-Bereich reichte von 100 bis 1600 im Auto-Modus und 100 bis 3200 manuell. Optional konnte dieser auf bis zu 12.800 ISO erweitert werden, was die Einsatzmöglichkeiten bei schlechten Lichtverhältnissen erweiterte, auch wenn das Rauschen bei diesen hohen Werten deutlich zunahm.
- Serienbildgeschwindigkeit: Mit bis zu 6,3 Bildern pro Sekunde war die 50D eine schnelle Kamera, die sich gut für Action- und Sportaufnahmen eignete.
- Bildverarbeitung: Ein 14-Bit-A/D-Wandler sorgte für feinere Farbabstufungen und einen größeren Dynamikumfang im Vergleich zu Kameras mit 12-Bit-Wandlern.
- Tonwert-Priorität: Dieser Modus half, ausgefressene Lichter in kontrastreichen Szenen zu reduzieren.
- Rohdatenformate: Neben dem standardmäßigen RAW-Format (15 MPx) führte die 50D die kleineren Rohdatenformate sRAW1 (7,1 MPx) und sRAW2 (3,7 MPx) ein. Diese 'small RAW' Formate waren nützlich, um Speicherplatz zu sparen, während man dennoch die Vorteile der Rohdatenbearbeitung behielt.
- Gehäuse: Während das Batteriefach und das CF-Kartenfach abgedichtet waren, war das Gehäuse im Übrigen nicht explizit als spritzwasserfest deklariert, was bei widrigen Wetterbedingungen berücksichtigt werden musste.
- Reinigungssystem: Das EOS Integrated Cleaning System half, Staub vom Sensor zu entfernen.
- Wireless Transfer: Drahtlose Bildübertragung war mit dem optionalen Wireless-Transmitter WFT-E3 möglich.
Welche Objektive passen zur Canon EOS 50D?
Ein entscheidender Vorteil der Canon EOS 50D, wie bei vielen Canon DSLRs, ist die breite Kompatibilität mit dem umfangreichen Objektivpark des Herstellers. Die 50D verfügt über den bewährten Canon EF-Mount.
Das bedeutet, dass zwei Haupttypen von Canon Objektiven mit der 50D verwendet werden können:
- Canon EF-Objektive: Diese Objektive wurden ursprünglich für Canon Kameras mit Vollformatsensor entwickelt. Sie verfügen über einen größeren Bildkreis, der den gesamten Vollformatsensor abdeckt. Da der APS-C-Sensor der 50D kleiner ist als ein Vollformatsensor, deckt er nur den zentralen Teil des Bildkreises eines EF-Objektivs ab. Dies führt zu einem sogenannten Formatfaktor (auch Crop-Faktor genannt). Bei der EOS 50D beträgt dieser Faktor etwa 1,6x. Das bedeutet, dass die effektive Brennweite eines EF-Objektivs an der 50D multipliziert mit 1,6 erscheint. Ein 50mm EF-Objektiv verhält sich an der 50D also wie ein 80mm Objektiv an einer Vollformatkamera. Sämtliche EF-Objektive sind uneingeschränkt kompatibel mit der 50D.
- Canon EF-S-Objektive: Diese Objektive wurden speziell für Canon Kameras mit APS-C-Sensor entwickelt. Sie verfügen über einen kleineren Bildkreis, der gerade groß genug ist, um den APS-C-Sensor abzudecken. EF-S-Objektive können nur an Kameras mit EF-S-Mount (oder Kameras, die sowohl EF als auch EF-S unterstützen, wie die 50D) montiert werden. Sie sind physisch so konstruiert, dass sie nicht an Vollformat-Kameras mit reinem EF-Mount passen. EF-S-Objektive sind ebenfalls vollständig kompatibel mit der EOS 50D.
Die Kompatibilität mit beiden Objektivtypen eröffnet eine riesige Auswahl an Optiken, von Weitwinkel- über Standard- bis hin zu Teleobjektiven, Festbrennweiten und Zooms. Egal, ob Sie Landschafts-, Porträt-, Makro- oder Sportfotografie betreiben möchten, es gibt passende EF- oder EF-S-Objektive für die Canon EOS 50D.
Neben Canon Originalobjektiven gibt es auch eine Vielzahl von Objektiven von Drittherstellern wie Sigma, Tamron, Tokina und anderen, die für den Canon EF-Mount hergestellt werden und ebenfalls an der 50D funktionieren.
Vergleich: Canon EOS 50D vs. Canon EOS 40D
Ein Blick auf die Unterschiede zur Vorgängerin macht die Entwicklung deutlich:
| Merkmal | Canon EOS 40D | Canon EOS 50D |
|---|---|---|
| Sensorauflösung | 10,1 Megapixel | 15,1 Megapixel |
| Bildprozessor | DIGIC III | DIGIC 4 |
| Displaygröße | 3,0 Zoll | 3,0 Zoll |
| Displayauflösung | 230.000 Pixel | 920.000 Pixel (640x480xRGB) |
| Live-View AF | Standard | Enhanced Live-View AF |
| ISO-Bereich (manuell) | 100-1600 (erw. bis 3200) | 100-3200 (erw. bis 12800) |
| A/D-Wandler | 14-Bit | 14-Bit |
| Serienbildgeschwindigkeit | 6,5 Bilder/Sek. | 6,3 Bilder/Sek. |
| sRAW Formate | Nein | Ja (sRAW1, sRAW2) |
| Gehäuseabdichtung | Batterie-/Kartenfach | Batterie-/Kartenfach |
| Einführungspreis (ca.) | ~1299 Euro | ~1345 Euro |
Die Tabelle zeigt, dass die 50D vor allem bei Sensorauflösung, Prozessor und Displayauflösung signifikante Upgrades erhielt, während Kernfunktionen wie der Autofokus oder die Serienbildgeschwindigkeit sehr ähnlich blieben.
Die Canon EOS 50D heute: Noch eine gute Wahl?
Angesichts ihres Alters von über einem Jahrzehnt stellt sich die Frage, ob die Canon EOS 50D heute noch eine relevante Kamera ist. Die Antwort hängt stark von Ihren Anforderungen und Erwartungen ab.
Für Fotografen, die den Charme und die Bedienung einer klassischen DSLR schätzen, ein begrenztes Budget haben oder eine solide Zweitkamera suchen, kann die 50D durchaus eine Überlegung wert sein. Ihre robuste Bauweise, der schnelle Autofokus (durch den Sucher) und die gute Bildqualität bei niedrigen bis mittleren ISO-Werten sind weiterhin Stärken.
Allerdings muss man auch die Einschränkungen moderner Kameras in Kauf nehmen. Die Videofunktion fehlt komplett. Die Leistung bei hohen ISO-Werten ist im Vergleich zu aktuellen Modellen deutlich schwächer. Der Live-View-AF ist langsam. Die dynamische Reichweite des Sensors ist geringer als bei modernen Kameras, was die Nachbearbeitung von kontrastreichen Szenen einschränken kann. Auch moderne Features wie WLAN, Bluetooth, Touchscreens oder sehr hochauflösende 4K-Videos fehlen.

Für Einsteiger, die den Umgang mit einer DSLR lernen möchten, oder für Fotografen, die hauptsächlich unter guten Lichtbedingungen arbeiten und die Flexibilität des Canon EF/EF-S Systems nutzen möchten, bietet die 50D immer noch eine solide Basis.
Häufig gestellte Fragen zur Canon EOS 50D
Wie alt ist die Canon EOS 50D?
Die Canon EOS 50D wurde im September 2008 auf den Markt gebracht. Sie ist somit über 15 Jahre alt (Stand 2024).
Ist die Canon EOS 50D eine gute Kamera für Anfänger?
Ja, die Canon EOS 50D kann eine gute Kamera für Anfänger sein, besonders wenn man den Umgang mit einer klassischen DSLR lernen möchte. Sie bietet manuelle Kontrolle, ein robustes Gehäuse und Zugang zu einer riesigen Auswahl an Objektiven. Man sollte sich jedoch der Einschränkungen im Vergleich zu modernen Kameras bewusst sein, wie z.B. fehlende Videoaufnahme und schwächere High-ISO-Leistung.
Welche Arten von Objektiven kann ich an der EOS 50D verwenden?
Sie können sowohl Canon EF-Objektive als auch Canon EF-S-Objektive an der EOS 50D verwenden. Auch viele Objektive von Drittherstellern mit Canon EF-Mount sind kompatibel.
Hat die Canon EOS 50D eine Videofunktion?
Nein, die Canon EOS 50D ist eine reine Fotokamera und verfügt über keine Videofunktion.
Ist die Canon EOS 50D wetterfest?
Das Gehäuse der Canon EOS 50D ist nicht explizit als wetterfest oder spritzwassergeschützt deklariert. Lediglich das Batteriefach und das CF-Kartenfach sind abgedichtet.
Was sind sRAW1 und sRAW2 Formate?
sRAW1 (Small RAW 1) und sRAW2 (Small RAW 2) sind kleinere Rohdatenformate der EOS 50D. sRAW1 hat eine Auflösung von 7,1 Megapixeln, sRAW2 von 3,7 Megapixeln. Sie ermöglichen das Speichern von Rohdaten mit geringerer Dateigröße, was nützlich ist, wenn die volle Auflösung nicht benötigt wird, aber die Vorteile der Rohdatenbearbeitung (Weißabgleich, Belichtungskorrektur etc.) gewünscht sind.
Welchen Bildprozessor verwendet die EOS 50D?
Die Canon EOS 50D war die erste Kamera mit dem DIGIC 4 Bildprozessor von Canon.
Lohnt sich der Kauf einer gebrauchten Canon EOS 50D heute noch?
Der Kauf einer gebrauchten 50D kann sich lohnen, wenn Sie eine günstige DSLR für Fotografie unter guten Lichtbedingungen suchen, bereits Canon EF/EF-S Objektive besitzen oder den Umgang mit einer klassischen DSLR lernen möchten. Für Video, Fotografie bei sehr wenig Licht oder wenn moderne Features gewünscht sind, gibt es jedoch bessere Optionen.
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