Was ist der Unterschied zwischen Nikon- und Nikkor-Objektiven?

Nikon vs. Nikkor: Der feine Unterschied erklärt

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Viele Fotografen, die neu in die Welt der Nikon-Kameras eintauchen oder sich einfach nur für die Geschichte der Fototechnik interessieren, stellen sich oft eine grundlegende Frage: Was genau ist der Unterschied zwischen einem Nikon-Objektiv und einem Nikkor-Objektiv? Die Antwort ist einfacher, als man vielleicht denkt, aber sie öffnet die Tür zu einer faszinierenden Reise durch die lange und vielfältige Geschichte der Objektivproduktion von Nikon.

Was ist der Unterschied zwischen Nikon- und Nikkor-Objektiven?
Ursprünglich behielt Nikon die Bezeichnung Nikkor für seine hochwertigsten Bildoptiken, doch in jüngerer Vergangenheit wurden fast alle Nikon-Objektive mit dieser Marke versehen . Zu den wichtigsten Optiken der Marke Nikkor gehören: F-Bajonett-Objektive für 35-mm-SLR- und DSLR-Fotografie (eine vollständige Liste finden Sie unter Nikon F-Bajonett).

Um es gleich vorwegzunehmen: Es gibt im Grunde keinen Unterschied im Sinne von zwei getrennten Produktlinien für denselben Zweck. Nikkor ist schlicht und einfach der Markenname, den Nikon Corporation (früher Nippon Kogaku K.K.) seit 1932 für ihre fotografischen Objektive verwendet. Ähnlich wie bei einer Automarke, die verschiedene Modelle unter einem Dach anbietet, stellt Nikon Kameras her, und ihre Objektive tragen den Markennamen Nikkor. Wenn Sie also von einem Nikon-Objektiv sprechen, meinen Sie in der Regel ein Objektiv, das von Nikon hergestellt wurde, und dieses Objektiv wird fast immer den Namen Nikkor tragen.

Die Bedeutung des Namens Nikkor

Der Name Nikkor wurde von Nippon Kogaku K.K. eingeführt, um ihre Objektive zu kennzeichnen. Er leitet sich vom Unternehmensnamen Nippon Kogaku (Japanische Optik) ab, wobei das 'R' am Ende eine gängige Konvention für Objektivmarken zu dieser Zeit war (man denke an Zeiss Tessar oder Schneider Xenotar). Seitdem steht Nikkor für eine lange Tradition optischer Exzellenz und Innovation. Die Marke hat sich im Laufe der Jahrzehnte einen hervorragenden Ruf für die Qualität, Schärfe und Zuverlässigkeit ihrer Objektive erworben.

Historische Namenskonventionen: Die Bedeutung der Buchstaben

In der früheren Geschichte der Nikkor-Objektive, etwa bis Mitte der 1970er Jahre, trugen viele Objektive einen Suffix direkt nach dem Namen 'Nikkor', der die Anzahl der optischen Elemente im Linsendesign angab. Dies ist eine interessante historische Besonderheit, die heute kaum noch Relevanz hat, aber ein Einblick in die damalige Nomenklatur gibt.

Hier ist eine Tabelle, die zeigt, wofür die Buchstaben standen:

Anzahl der ElementeBezeichner BuchstabeUrsprung des Bezeichners
1U"Uns"
2B"Bini"
3T"Tres"
4Q"Quatour"
5P"Pente"
6H"Hex"
7S"Septem"
8O"Octo"
9N"Novem"
10D"Decem"
11UD"Uns" und "Decem"

Zum Beispiel war ein Objektiv mit acht Elementen als "Nikkor-O" gekennzeichnet, während ein Objektiv mit elf Elementen "Nikkor-UD" hieß. Die Bezeichnung "W" in "W-Nikkor" stand einfach für "Wide" (weitwinklig).

Nikkor: Mehr als nur Objektive für Nikon-Kameras

Obwohl Nikkor heute vor allem für Objektive für Nikon Spiegelreflex- und spiegellose Kameras bekannt ist, hat das Unternehmen historisch gesehen auch Objektive für andere Kamerasysteme und spezielle Anwendungen hergestellt. Dies zeigt die Vielseitigkeit und optische Kompetenz von Nikon weit über das eigene Kamerasystem hinaus.

Objektive für andere Kamerasysteme (Historisch)

In der Vergangenheit produzierte Nikon Nikkor-Objektive für eine Reihe anderer Kamerahersteller und -systeme. Dazu gehören:

  • Zenza Bronica SLR (z.B. Nikkor-D 40mm F4, Nikkor-H 50mm F3.5, Nikkor-P 75mm F2.8)
  • Leica "L" Rangefinder (z.B. W-Nikkor 35mm F1.8, Nikkor-S 50mm F1.4)
  • Plaubel Makina (z.B. Nikkor 80mm F2.8)
  • Airesflex TLR (z.B. Nikkor-Q 7.5 cm F3.5)
  • Marshal Press
  • Hansa Canon Rangefinder

Diese Liste zeigt, dass die Marke Nikkor ein Synonym für hochwertige Optik war, die von verschiedenen Kameraherstellern geschätzt wurde.

Welches ist das beste Nikon Z-Objektiv?
Ein Allrounder für alle Situationen ist das Nikon Z 24-70mm f2. 8* der S-Line. Es deckt den von Fotografen weltweit geliebten Brennbereich ab. Das Objektiv bietet nicht nur eine sehr scharfe Ergebnisse, sondern überzeugt auch mit der Verarbeitungsqualität.

Spezialisierte Nikkor-Objektive

Nikon hat auch eine breite Palette von Nikkor-Objektiven für sehr spezielle Anwendungen entwickelt, die weit über die normale Fotografie hinausgehen. Dazu gehören:

  • Objektive für Großformatkameras: Serien wie Nikkor-SW, Nikkor-W, Nikkor-M, Nikkor-AM*ED, Nikkor-T ED und Apo-Nikkor. Diese wurden für höchste Bildqualität und spezielle Anforderungen in der Großformatfotografie oder Druckindustrie entwickelt.
  • Fotografische Vergrößerungsobjektive (EL-Nikkor): Diese Linsen (wie EL-Nikkor und Apo-EL-Nikkor) waren speziell für Vergrößerungsgeräte konzipiert, um optimale Schärfe und Farbkorrektur beim Vergrößern von Negativen zu gewährleisten. Die Herstellung und der Verkauf dieser Objektive wurden eingestellt, aber sie sind ein wichtiger Teil der Nikkor-Geschichte.
  • Industrielle Spezialobjektive: Eine beeindruckende Vielfalt für Nischenanwendungen wie Fax-Nikkor (Faxübertragung), Aero-Nikkor (Luftaufnahmen), COM-Nikkor (Computer Output Microfilming), CRT-Nikkor (Oszilloskop-Fotografie), Micro-Nikkor (Mikrofilm), Ultra-Micro-Nikkor (hochpräzise Mikrofotografie), Macro-Nikkor (Großformat-Makrofotografie), Printing-Nikkor (optischer Druck), Process-Nikkor (Reprografie) und weitere. Die Marke Rayfact ist heute die aktuelle Marke für industrielle Linsen von Tochigi-Nikon und verwendet nicht mehr den Namen Nikkor.

Diese spezialisierten Objektive unterstreichen die technische Tiefe und das Engagement von Nikon in der Optikproduktion, das weit über den Verbrauchermarkt hinausgeht.

Die Moderne Ära: Nikkor im Z-System

Mit der Einführung des spiegellosen Z-Systems hat Nikon einen bedeutenden Schritt getan und ein neues Bajonett, das Z-Mount, eingeführt. Dieses Bajonett ist deutlich größer im Durchmesser als das frühere F-Mount für Spiegelreflexkameras und hat eine sehr kurze Auflagemaß (Abstand zwischen Bajonett und Sensor).

Der größere Z-Mount und das kurze Auflagemaß bieten optische Designer neue Freiheiten. Dies ermöglicht die Entwicklung von Objektiven, die potenziell schärfer, kompakter und leistungsfähiger sind, insbesondere in den Randbereichen des Bildes. Ein praktischer Vorteil des größeren Mounts, wie beim Nikon Z 14-30mm F4.0 S, ist die Möglichkeit, Standard-Filter (100mm-System) direkt am Objektiv zu verwenden, was bei extremen Weitwinkelobjektiven mit F-Mount oft nicht möglich war.

Die Objektive für das Z-System tragen ebenfalls den Namen Nikkor, oft ergänzt durch Bezeichnungen wie "Nikkor Z" und "S-Line" für hochwertige Objektive. Leider gibt es aufgrund des proprietären Z-Mount-Patents von Nikon derzeit nur eine begrenzte Auswahl an Objektiven von Drittherstellern, was bedeutet, dass Z-Kamera-Nutzer oft auf die originalen Nikkor Z Objektive angewiesen sind.

Beliebte Nikkor Z Objektive

Die Palette der Nikkor Z Objektive wächst stetig. Einige Beispiele, die bei Fotografen beliebt sind, sind:

  • Nikon Z 35mm f1.8 S: Ein Favorit vieler, besonders für Landschafts-, Architektur- und Nachtfotografie. Es zeichnet sich durch hohe Schärfe bis in die Ränder und eine wetterfeste Bauweise aus.
  • Nikon Z 14-30mm f4.0 S: Ein wichtiges Weitwinkel-Zoomobjektiv für Landschaftsfotografen im Z-System, bekannt für seine Filterkompatibilität und gute Schärfe.
  • Nikon Z 24-70mm f2.8 S: Oft als "Allrounder" bezeichnet, deckt es einen vielseitigen Brennweitenbereich ab und liefert sehr scharfe Ergebnisse. Es gehört zur hochwertigen S-Line, bietet eine exzellente Verarbeitungsqualität und ist wettergeschützt.

Diese Objektive zeigen, dass Nikon mit der Marke Nikkor im spiegellosen Zeitalter weiterhin auf hohe Leistung und Qualität setzt.

Brennweite und Tiefenschärfe

Unabhängig davon, ob es sich um ein historisches Nikkor-Objektiv oder ein modernes Nikkor Z handelt, gelten die grundlegenden Prinzipien der Optik. Die Brennweite ist ein entscheidendes Merkmal eines Objektivs. Sie beschreibt den optischen Abstand zwischen dem einfallenden Licht und dem Sensor (oder Film). Angegeben in Millimetern (mm), bestimmt die Brennweite den Bildwinkel:

  • Eine kleine Brennweite (z.B. 14mm, 35mm) bedeutet einen weiten Bildwinkel (Weitwinkel).
  • Eine große Brennweite (z.B. 200mm, 400mm) bedeutet einen engen Bildwinkel (Tele).

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Tiefenschärfe (oder Schärfentiefe). Sie beschreibt den Bereich im Bild, der von vorne nach hinten scharf erscheint. Die Tiefenschärfe wird von mehreren Faktoren beeinflusst, unter anderem von der Blende, der Brennweite und dem Aufnahmeabstand. Die hier relevante Regel, die aus dem Text hervorgeht, ist, dass je näher man sich am Brennpunkt (was hier metaphorisch für den Aufnahmeabstand zum Objekt steht) befindet, desto geringer ist die Tiefenschärfe. Das bedeutet, wenn Sie nah an Ihr Motiv herangehen, wird der Hintergrund unschärfer (was oft für Porträts oder Detailaufnahmen gewünscht ist).

Welche Kamera-Objektive braucht man?
WELCHE DREI OBJEKTIVE BRAUCHT MAN?Ein Weitwinkelobjektiv: Ideal für Landschaften, Architektur und Innenräume.Ein Standardzoomobjektiv: Mit einer Brennweite von etwa 24-70 mm. ...Ein Teleobjektiv: Für Sport, Wildtiere oder jede Situation, in der Du Dein Motiv nah heranholen möchtest, ohne physisch näher zu treten.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet der Name Nikkor?

Nikkor ist der Markenname, den Nikon (früher Nippon Kogaku) seit 1932 für seine fotografischen Objektive verwendet. Der Name leitet sich vom Firmennamen ab.

Sind alle von Nikon hergestellten Objektive Nikkor?

Ja, im Bereich der fotografischen Objektive für Kameras tragen alle von Nikon hergestellten Linsen den Markennamen Nikkor. Es gab und gibt jedoch auch spezielle industrielle Optiken von Nikon, die unter anderen Namen wie Rayfact vertrieben wurden oder werden.

Was bedeuten die Buchstaben wie Q, H, P auf alten Nikkor-Objektiven?

Diese Buchstaben waren eine historische Namenskonvention (bis ca. 1976), die die Anzahl der optischen Elemente im Objektivdesign angaben. Q stand für 4, H für 6, P für 5, O für 8, S für 7, T für 3, B für 2, U für 1, N für 9 und D für 10.

Hat Nikon auch Objektive für Kameras anderer Hersteller produziert?

Ja, historisch gesehen hat Nikon Nikkor-Objektive für verschiedene andere Kamerasysteme wie Zenza Bronica, Leica L, Plaubel Makina und andere hergestellt.

Was ist der Hauptvorteil des Nikon Z-Mounts?

Das größere Durchmesser und das kurze Auflagemaß des Z-Mounts ermöglichen optische Designs mit potenziell höherer Leistung, insbesondere in Bezug auf Schärfe und Vignettierung, sowie neue Möglichkeiten bei der Objektivkonstruktion (z.B. Filterkompatibilität bei Weitwinkelobjektiven).

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der vermeintliche Unterschied zwischen Nikon- und Nikkor-Objektiven gar keiner ist. Nikkor ist einfach der etablierte und renommierte Markenname für die Objektive, die von Nikon hergestellt werden. Von den historischen Objektiven mit ihren element-basierten Namenssuffixen über eine breite Palette spezialisierter Optiken für Industrie und Vergrößerung bis hin zu den modernen, innovativen Linsen für das spiegellose Z-System steht Nikkor für eine lange Geschichte optischer Expertise und Qualität. Wenn Sie also ein Nikkor-Objektiv in der Hand halten, halten Sie ein Stück Nikon-Geschichte und -Technologie.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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