Das Sony Xperia XZ, ein Smartphone, das einst die Speerspitze von Sonys Mobile-Sparte darstellte, wurde der Öffentlichkeit erstmals am 1. September 2016 auf der jährlichen IFA-Veranstaltung vorgestellt. Die weltweite Markteinführung begann kurz darauf, Ende September und Anfang Oktober 2016. Dies bedeutet, dass das Xperia XZ heute, je nach exaktem Verkaufsstart in der jeweiligen Region, bereits über siebeneinhalb Jahre alt ist. Es trat die Nachfolge der beliebten Xperia Z-Serie an und positionierte sich als Flaggschiff-Modell neben dem kleineren Xperia X Compact.

Sony beschrieb das Xperia XZ als den „wahren Nachfolger“ des Xperia Z5 und der gesamten Z-Serie. Es löste das Xperia Z5 Premium und das Xperia X Performance als Sonys Top-Modell ab und wurde seinerseits später durch das Xperia XZs und das Flaggschiff Sony Xperia XZ Premium abgelöst. Mit seiner Einführung brachte das Xperia XZ einige Neuerungen mit sich, die für Sony-Smartphones wegweisend waren.

Design und Verarbeitung: Die „Loop Surface“-Philosophie
Das Design des Xperia XZ folgte Sonys charakteristischer „Loop Surface“-Philosophie, die darauf abzielte, eine nahtlose und ausgewogene Form zu schaffen. Es bestand aus einer Kombination verschiedener Materialien: einem Nylonrahmen, kratzfestem Glas auf der Vorderseite und einer Rückseite aus einer Aluminiumlegierung. Sony nannte diese spezielle Legierung ALKALEIDO, ein Markenname von Kobe Steel, die speziell entwickelt wurde, um dem Smartphone einen „zusätzlichen Glanz und ein Gefühl von Tiefe“ zu verleihen.
Die Vorderseite war durch Gorilla Glass geschützt. Markant waren die beiden nach vorne gerichteten Stereo-Lautsprecher, einer oberhalb des Displays neben der Frontkamera, Sensoren und Benachrichtigungs-LED, der andere am unteren Rand. Mit Abmessungen von 146 mm Höhe, 72 mm Breite und 8,1 mm Tiefe sowie einem Gewicht von 161 g lag das Xperia XZ gut in der Hand. Die Kanten waren im Vergleich zu früheren Modellen leicht abgerundet, was es etwas angenehmer zu halten machte, ohne jedoch den unverwechselbaren monolithischen Sony-Look zu verlieren.
Ein wichtiges Merkmal war die Wasser- und Staubresistenz mit einer IP68-Zertifizierung. Obwohl dies Schutz vor versehentlichem Verschütten oder Regen bot, warnte Sony, dass das Gerät nicht vollständig unter Wasser getaucht oder Salzwasser oder chloriertem Wasser ausgesetzt werden sollte, da dies die Garantie ungültig machen könnte – eine Einschränkung, die in Bewertungen kritisch angemerkt wurde.
Der Fingerabdrucksensor war elegant in den Power-Button an der rechten Seite integriert. Diese Positionierung ermöglichte ein bequemes Entsperren mit dem Daumen oder Zeigefinger. Kurioserweise war diese Funktion beim US-Modell standardmäßig deaktiviert und der Button diente dort lediglich als einfacher Power-Schalter, was im Vergleich zur Konkurrenz als Nachteil gesehen wurde.
Display und Leistung
Das Xperia XZ kehrte zu einer Displaygröße von 5,2 Zoll zurück, die bereits beim Xperia Z2 zum Einsatz kam. Es handelte sich um ein 1080p IPS LCD mit einer Pixeldichte von 424 ppi. Sony setzte auf seine bewährten Display-Technologien TRILUMINOS™ und X-Reality for mobile, die für lebendige Farben und eine gute Bildqualität sorgten. Laut Tests ließ das Display Farben wirklich „knallen“, was es gut für farbenfrohe Spiele oder Videos machte. Es war auch hell genug für den Außeneinsatz, auch wenn die Leistung bei direkter Sonneneinstrahlung nicht explizit bewertet wurde. Die Full-HD-Auflösung war für den Alltag ausreichend, aber im Vergleich zu einigen damaligen Flaggschiffen wie dem Galaxy S7, LG G5 oder HTC 10, die bereits auf höhere Auflösungen setzten, wirkte sie etwas zurückhaltend, insbesondere im Hinblick auf die Nutzung mit VR-Headsets.
Unter der Haube des Xperia XZ arbeitete der damals aktuelle Quad-Core Qualcomm Snapdragon 820 (MSM8996) Chipsatz mit 4 Kryo-Kernen (2x 2,15 GHz und 2x 1,6 GHz) und 3 GB RAM. Die Grafikverarbeitung übernahm der Adreno 530 mit 624 MHz. Diese Hardware-Konfiguration sorgte für eine sehr flüssige Leistung. Bewertungen bestätigten, dass das Wischen durch die Benutzeroberfläche reaktionsschnell war, Apps schnell geladen wurden und auch anspruchsvolle Spiele gut liefen. Der interne Speicher betrug 32 GB für die Single-SIM-Variante und 64 GB für die Dual-SIM-Variante, beide mit der Möglichkeit zur Erweiterung per microSD-Karte um bis zu 256 GB (Hybrid-Slot bei Dual-SIM).

In Bezug auf die Konnektivität unterstützte das Gerät LTE Kategorie 9 mit theoretischen Download-Geschwindigkeiten von bis zu 450-500 Mbit/s, wobei es regionale Unterschiede gab (z.B. SOV34-Modell auf 370 Mbit/s begrenzt).
Die Kamera: Triple Image Sensing
Die Kamera war ein zentrales Verkaufsargument des Xperia XZ. Sony führte hier die „Triple Image Sensing“-Technologie ein. Diese bestand aus drei Systemen:
- Image Sensing: Der Hauptsensor, ein neuer 24,8 MP Sony Exmor RS (offiziell IMX300), der effektiv 23 Megapixel für Fotos nutzte. Er hatte eine Sensorgröße von 1/2,3 Zoll und eine Blende von f/2.0. Er beinhaltete einen Hybrid-Autofokus mit Phasenerkennung, der laut Sony innerhalb von 0,03 Sekunden fokussieren konnte.
- Distance Sensing: Erstmals bei einem Sony-Smartphone kam ein Laser-Autofokus-Sensor hinzu, der zusammen mit dem Hybrid-AF die Fokussierung, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen und auf sich bewegende Objekte, beschleunigen sollte.
- Color Sensing: Ein RGBC-IR-Farbsensor (RedGreenBlueClear-InfraRed) unterstützte den Weißabgleich der Kamera, indem er zusätzliche Daten über die Lichtverhältnisse der Umgebung lieferte und so zu einer verbesserten Farbgenauigkeit beitragen sollte.
Die Kamera verfügte außerdem über prädiktive Bewegungsverfolgung, um Unschärfe bei sich bewegenden Motiven zu reduzieren.
Eine weitere Premiere für ein Smartphone war die 5-Achsen-Bildstabilisierung. Diese verbesserte SteadyShot-Funktion mit Intelligent Auto sollte helfen, verwacklungsfreie Fotos und Videos aufzunehmen, indem sie nicht nur die üblichen Neigungs- und Gierbewegungen, sondern auch X- und Y-Achsenverschiebungen sowie Rotationsbewegungen korrigierte. Dies war besonders bei Videoaufnahmen in 4K-Auflösung, die das Gerät ebenfalls beherrschte, von Vorteil.
Die Frontkamera hatte eine Auflösung von 13 Megapixeln und verfügte über ein 22 mm Weitwinkelobjektiv mit 90 Grad Bildwinkel. Dies war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung die höchste Auflösung für eine Frontkamera bei einem Sony-Flaggschiff und erlaubte das Aufnehmen von Selfies mit mehreren Personen.
Trotz der beeindruckenden Hardware wurde die Kamerasoftware in einigen Bewertungen als umständlich kritisiert. Funktionen wie HDR waren nur im manuellen Modus zugänglich und dort tief in den Einstellungen versteckt. Szenenmodi waren nicht mit der vollen 23-Megapixel-Auflösung nutzbar, und das Umschalten zwischen Aufnahme-Modi oder das Starten der 4K-Videoaufnahme wurde als wenig intuitiv beschrieben. Obwohl die Bildqualität bei guten Lichtverhältnissen als ordentlich bewertet wurde, litten feine Details unter einer als „schwerfällig“ beschriebenen Bildverarbeitung.
Konnektivität und Akku
Im Gegensatz zu einigen damaligen Konkurrenten behielt das Xperia XZ den Standard-3,5-mm-Audioanschluss bei. Es unterstützte Sonys eigenen LDAC-Audiocodec, der die Übertragung von Hi-Res-Audioinhalten (24bit/96 kHz) über Bluetooth mit bis zu 990 kbit/s ermöglichte – dreimal schneller als herkömmliche Codecs. Standard-Konnektivitätsoptionen wie Bluetooth 4.2 LE (mit aptX), NFC, Dual-Band Wi-Fi (mit Wi-Fi Direct, DLNA und Hotspot), GPS, A-GPS, GLONASS und BDS waren ebenfalls vorhanden. Wie erwähnt, war das Gerät IP68-zertifiziert.
Das Xperia XZ wurde von einem nicht entfernbaren 2900 mAh Akku angetrieben. Es war eines der ersten beiden Sony-Smartphones, das einen USB-C-Anschluss für Laden und Datentransfer nutzte (das andere war das Xperia X Compact). Es unterstützte QuickCharge 3.0 und Sonys Qnovo adaptive Ladetechnologie. Diese überwachte den Akku in Echtzeit, um Ladeparameter anzupassen und Zellschäden zu minimieren, was die Lebensdauer des Akkus verlängern sollte. Zusätzlich gab es „Battery Care“, eine proprietäre Sony-Funktion, die Lademuster des Nutzers erlernte und das Laden nachts stoppte, wenn 90 Prozent erreicht waren, um es erst kurz vor der geplanten Nutzung am nächsten Morgen fortzusetzen.

Trotz dieser Technologien wurde die tatsächliche Akkulaufzeit in einigen Tests als nicht beeindruckend bewertet. Mit durchschnittlich etwa 9 Stunden in bestimmten Laufzeittests lag es deutlich hinter Konkurrenten wie dem Galaxy S7 zurück. Eine tägliche Aufladung wurde als notwendig erachtet, wobei die Akkulaufzeit stark von der Nutzung abhing, insbesondere von der Display-Helligkeit und anspruchsvollen Aufgaben.
Software und Benutzererfahrung
Das Sony Xperia XZ wurde ursprünglich mit Android 6.0.1 Marshmallow ausgeliefert, ergänzt durch Sonys eigene Benutzeroberfläche und Software. Sony war relativ schnell darin, Updates bereitzustellen. Bereits am 1. Dezember 2016 kündigte das Unternehmen an, dass das Xperia XZ das Update auf Android 7.0 Nougat erhalten würde, und nur einen Tag später begann der Rollout.
Sonys Benutzeroberfläche nahm keine drastischen Änderungen am Android-Erlebnis vor und war sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Nutzer leicht zu verstehen. Ein häufiger Kritikpunkt war jedoch die Menge an vorinstallierter Software (Bloatware). Neben Sonys eigenen Apps wie PlayStation App, Xperia Lounge und „What's New“ fanden sich auch Drittanbieter-Apps wie die Amazon Shopping App, AVG Antivirus und die Kobo E-Book App. Ärgerlicherweise konnten diese Apps oft nur deaktiviert, aber nicht vollständig deinstalliert werden, was Speicherplatz auf dem Gerät belegte.
Einordnung im Markt und Fazit
Zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung im Jahr 2016 wurde das Sony Xperia XZ als ein solides, rundum gutes Smartphone bewertet. Es punktete mit seinem ansprechenden Design, dem leuchtstarken Display, der Wasserresistenz und der flüssigen Performance dank des Snapdragon 820. Die Einführung von USB-C und die fortschrittliche Kamera-Hardware mit Triple Image Sensing und 5-Achsen-Stabilisierung waren innovative Schritte.
Dennoch sah sich das Xperia XZ starker Konkurrenz gegenüber. Insbesondere das Samsung Galaxy S7 wurde in Vergleichen häufig als überlegen angesehen, vor allem wegen seiner Kameraqualität, der besseren Akkulaufzeit und dem weltweit funktionierenden Fingerabdrucksensor. Auch das Google Pixel und das OnePlus 3 wurden als stärkere Alternativen genannt. Der hohe Preis des Xperia XZ zum Marktstart (rund 687 USD, 540 GBP oder 999 AUD) trug dazu bei, dass es in vielen Bewertungen nicht die Top-Empfehlung war, da Konkurrenten ähnliche oder bessere Leistung zum gleichen oder niedrigeren Preis boten.
Rückblickend war das Xperia XZ ein wichtiges Modell für Sony, das viele technologische Neuerungen einführte. Mit seinem Alter von über siebeneinhalb Jahren ist es aus heutiger Sicht jedoch ein veraltetes Gerät. Die Software wird nicht mehr aktualisiert (das letzte offizielle Update war auf Android 7.1.1, obwohl die Informationen im Quelltext bis Android 7.0 gehen, neuere Quellen bestätigen 7.1.1), die Hardware kann mit modernen Smartphones nicht mehr mithalten, und der Akku dürfte nach so langer Zeit seine Kapazität deutlich verloren haben. Für den täglichen Gebrauch im Jahr 2024 ist es kaum noch geeignet, es sei denn, man nutzt es aus Nostalgie oder für grundlegendste Aufgaben.

Vergleich mit der Konkurrenz (Launch 2016)
| Merkmal | Sony Xperia XZ | Samsung Galaxy S7 |
|---|---|---|
| Display | 5.2" Full HD (1080p) IPS LCD | 5.1" Quad HD (1440p) Super AMOLED |
| Prozessor | Snapdragon 820 | Snapdragon 820 / Exynos 8890 |
| RAM | 3 GB | 4 GB |
| Speicher | 32/64 GB + microSD (bis 256 GB) | 32/64 GB + microSD (bis 256 GB) |
| Hauptkamera | 23 MP (Triple Image Sensing) | 12 MP (Dual Pixel AF) |
| Frontkamera | 13 MP | 5 MP |
| Akku | 2900 mAh | 3000 mAh |
| Wasser-/Staubschutz | IP68 | IP68 |
| Fingerabdrucksensor | Ja (nicht in US) | Ja (weltweit) |
| Ladeanschluss | USB-C | Micro-USB |
| 3.5mm Klinke | Ja | Ja |
Häufig gestellte Fragen zum Sony Xperia XZ
Wie alt ist das Sony Xperia XZ?
Das Sony Xperia XZ wurde im September/Oktober 2016 veröffentlicht. Ende 2024 ist es also etwa 8 Jahre alt.
Ist das Sony Xperia XZ noch ein gutes Handy?
Zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung war es ein solides Mittelklasse-/Oberklasse-Handy. Heute ist es technisch veraltet, erhält keine Software-Updates mehr und ist für moderne Anwendungen oder Sicherheitsstandards nicht mehr geeignet. Für den täglichen Gebrauch im Jahr 2024 ist es nicht mehr zu empfehlen.
Welche Kamera hat das Sony Xperia XZ?
Es verfügt über eine 23-Megapixel-Hauptkamera mit Sonys „Triple Image Sensing“ Technologie, die einen CMOS-Sensor mit PDAF, einen Laser-Autofokus und einen RGBC-IR-Farbsensor kombiniert. Es bietet zudem eine 5-Achsen-Bildstabilisierung. Die Frontkamera hat 13 Megapixel.
Ist das Sony Xperia XZ wasserdicht?
Es ist IP68-zertifiziert, was bedeutet, dass es staubdicht ist und Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen bietet (typischerweise bis zu 1,5 Meter für 30 Minuten in klarem Wasser). Sony warnte jedoch vor der Nutzung unter Wasser, insbesondere in Salzwasser oder anderen Flüssigkeiten, da dies die Garantie beeinträchtigen könnte.
Unterstützt das Xperia XZ USB-C?
Ja, das Sony Xperia XZ war eines der ersten Sony-Smartphones, das einen USB-C-Anschluss zum Laden und für die Datenübertragung nutzte.
Kann ich den Speicher des Xperia XZ erweitern?
Ja, das Gerät verfügt über einen microSD-Kartensteckplatz, der Speicherkarten bis zu 256 GB unterstützt. Bei der Dual-SIM-Variante ist dies ein Hybrid-Slot, der entweder eine zweite SIM-Karte oder eine microSD-Karte aufnehmen kann.
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