Das Verb „kommen“ ist eines der grundlegendsten und am häufigsten verwendeten Verben in der deutschen Sprache. Es beschreibt in erster Linie eine Bewegung hin zu einem Ort oder einer Person, aber es hat auch viele übertragene Bedeutungen. Für Deutschlerner ist es entscheidend, die verschiedenen Formen dieses starken Verbs zu beherrschen, insbesondere die Gegenwart (Präsens) und die einfache Vergangenheit (Präteritum), die als „kam“ bekannt ist.

In diesem Artikel werden wir uns eingehend mit dem Verb „kommen“ beschäftigen. Wir erklären, wie es in verschiedenen Zeitformen konjugiert wird, konzentrieren uns dabei auf das Präsens und das Präteritum, und geben Ihnen zahlreiche Beispiele, um die Anwendung im Kontext zu verstehen. Außerdem werfen wir einen Blick auf verwandte Formen, häufige Ausdrücke und geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Das Verb „kommen“: Bedeutung und Grundformen
Die Hauptbedeutung von „kommen“ ist „sich zu einem Ort oder einer Person bewegen“ oder „eintreffen“. Es ist ein Verb der Bewegung und wird im Perfekt mit dem Hilfsverb „sein“ gebildet.
Die drei wichtigsten Grundformen, die man für starke Verben lernen muss, sind:
- Infinitiv: kommen
- Präteritum: kam
- Partizip II: gekommen
Diese Formen sind der Schlüssel zur Bildung vieler Zeitformen.
Konjugation im Präsens (Gegenwart)
Das Präsens wird verwendet, um über Handlungen zu sprechen, die jetzt stattfinden, regelmäßig geschehen oder zukünftig sind (oft mit Zeitangabe). Die Konjugation von „kommen“ im Präsens folgt dem Muster der starken Verben, ist aber relativ regelmäßig für ein starkes Verb.
Hier ist die Konjugation im Präsens:
- ich komme
- du kommst
- er/sie/es kommt
- wir kommen
- ihr kommt
- sie/Sie kommen
Beispiele im Präsens:
- Ich komme aus Deutschland. (Herkunft)
- Wann kommst du heute Abend? (Bewegung/Eintreffen)
- Er kommt immer zu spät. (Regelmäßige Handlung)
- Wir kommen morgen nach Berlin. (Zukunft mit Zeitangabe)
- Ihr kommt mit uns ins Kino. (Begleitung)
- Sie kommen jetzt. (Aktuelle Handlung)
Wie Sie sehen, werden die typischen Präsensendungen (-e, -st, -t, -en, -t, -en) an den Verbstamm „komm-“ angehängt.
Konjugation im Präteritum (Einfache Vergangenheit)
Das Präteritum, oft auch als „einfache Vergangenheit“ bezeichnet, wird hauptsächlich in geschriebener Sprache, Erzählungen, Berichten und für Zustände in der Vergangenheit verwendet. Bei starken Verben wie „kommen“ ändert sich der Verbstamm im Präteritum. Der Stamm von „kommen“ im Präteritum ist kam.
Die Konjugation im Präteritum ist wie folgt:
- ich kam
- du kamst
- er/sie/es kam
- wir kamen
- ihr kamt
- sie/Sie kamen
Beispiele im Präteritum:
- Ich kam gestern sehr spät nach Hause. (Vergangenes Ereignis)
- Wann kamst du in der Stadt an? (Vergangenes Eintreffen)
- Er kam allein zur Party. (Vergangene Handlung)
- Wir kamen mit dem Zug. (Vergangenes Ereignis/Art der Bewegung)
- Ihr kamt pünktlich zum Treffen. (Vergangenes Eintreffen)
- Sie kamen vor einer Stunde. (Vergangener Zeitpunkt des Eintreffens)
Beachten Sie, dass bei starken Verben im Präteritum die 1. Person Singular (ich) und die 3. Person Singular (er/sie/es) keine Endung haben, sondern nur aus dem geänderten Verbstamm bestehen. Die anderen Personen erhalten die Endungen -st, -en, -t, -en.
Das Perfekt (Zusammengesetzte Vergangenheit)
Obwohl die Frage speziell nach „kommen“ und „kam“ (Präsens und Präteritum) ist, ist das Perfekt die im gesprochenen Deutsch am häufigsten verwendete Vergangenheitsform. Es wird mit dem Hilfsverb „sein“ und dem Partizip II „gekommen“ gebildet.
Die Konjugation im Perfekt:
- ich bin gekommen
- du bist gekommen
- er/sie/es ist gekommen
- wir sind gekommen
- ihr seid gekommen
- sie/Sie sind gekommen
Beispiele im Perfekt:
- Ich bin gestern spät nach Hause gekommen.
- Wann bist du in der Stadt gekommen?
- Er ist allein zur Party gekommen.
- Wir sind mit dem Zug gekommen.
- Ihr seid pünktlich zum Treffen gekommen.
- Sie sind vor einer Stunde gekommen.
Sowohl Präteritum als auch Perfekt beschreiben vergangene Ereignisse. Der Unterschied liegt oft im Stil und regionaler Präferenz. Im Süden Deutschlands wird das Perfekt häufiger verwendet, während das Präteritum in der Schriftsprache und im Norden Deutschlands (speziell in Erzählungen) präsenter ist.
Weitere wichtige Formen von „kommen“
Partizip I (Partizip Präsens)
Das Partizip I wird gebildet, indem man ein „-d“ an den Infinitiv anhängt: kommend. Es wird oft als Adjektiv oder Adverb verwendet (z.B. „der kommende Zug“, „lächelnd kommend“).
Konjunktiv I
Der Konjunktiv I wird hauptsächlich für die indirekte Rede verwendet. Die Formen basieren auf dem Infinitiv:
- ich komme
- du kommest
- er/sie/es komme
- wir kommen
- ihr kommet
- sie/Sie kommen
Beispiel: Er sagt, er komme morgen.
Konjunktiv II
Der Konjunktiv II wird für irreale Wünsche, Bedingungen oder höfliche Bitten verwendet. Er wird vom Präteritum-Stamm abgeleitet. Da der Stamm „kam“ keinen Umlaut bilden kann, bleibt er „käme“:
- ich käme
- du kämest
- er/sie/es käme
- wir kämen
- ihr kämet
- sie/Sie kämen
Beispiel: Wenn er käme, wäre ich glücklich.
Imperativ (Befehlsform)
Der Imperativ wird verwendet, um Befehle oder Aufforderungen auszudrücken:
- du: Komm!
- ihr: Kommt!
- Sie: Kommen Sie!
- wir: Kommen wir!
Beispiele: Komm bitte her! Kommt schnell! Kommen Sie herein! Kommen wir zum Punkt!
Tabelle: Überblick über die wichtigsten Formen von „kommen“
| Form | Deutsch | Beispiel |
|---|---|---|
| Infinitiv | kommen | Ich möchte kommen. |
| Präteritum (ich/er/sie/es) | kam | Gestern kam er an. |
| Partizip II | gekommen | Er ist gekommen. |
| Hilfsverb Perfekt | sein | Er ist gekommen. |
| Präsens (ich) | komme | Ich komme. |
| Präsens (du) | kommst | Du kommst. |
| Präsens (er/sie/es) | kommt | Er kommt. |
| Konjunktiv II (ich) | käme | Ich käme. |
| Imperativ (du) | Komm! | Komm! |
Tabelle: Konjugation im Präteritum
| Person | Konjugation |
|---|---|
| ich | kam |
| du | kamst |
| er/sie/es | kam |
| wir | kamen |
| ihr | kamt |
| sie/Sie | kamen |
Tabelle: Konjugation im Perfekt
| Person | Konjugation |
|---|---|
| ich | bin gekommen |
| du | bist gekommen |
| er/sie/es | ist gekommen |
| wir | sind gekommen |
| ihr | seid gekommen |
| sie/Sie sind | sind gekommen |
Trennbare Verben mit „kommen“
Viele wichtige Verben werden durch Vorsilben von „kommen“ abgeleitet. Diese sind oft trennbar, was bedeutet, dass die Vorsilbe im Präsens und Präteritum (in Hauptsätzen) am Satzende steht. Das Partizip II wird oft gebildet, indem „ge“ zwischen Vorsilbe und Verbstamm gesetzt wird.
Beispiele:
- ankommen (eintreffen): Der Zug kommt jetzt an. Der Zug kam pünktlich an. Der Zug ist pünktlich angekommen.
- mitkommen (begleiten): Kommst du mit? Kamst du mit? Bist du mitgekommen?
- zurückkommen (rückkehren): Er kommt morgen zurück. Er kam gestern zurück. Er ist gestern zurückgekommen.
- vorkommen (passieren, existieren): Das kommt oft vor. Das kam früher oft vor. Das ist oft vorgekommen.
- bekommen (erhalten - *Achtung, nicht trennbar!*): Ich bekomme einen Brief. Ich bekam einen Brief. Ich habe einen Brief bekommen. (Hier ist „bekommen“ untrennbar, das „be-“ ist eine untrennbare Vorsilbe. Es bedeutet „erhalten“, nicht „kommen“ im Sinne von Bewegung.)
Es ist wichtig, die Bedeutung dieser abgeleiteten Verben zu lernen, da sie sich oft von der Grundbedeutung von „kommen“ unterscheiden können (wie bei „bekommen“).
Feste Ausdrücke und Redewendungen mit „kommen“
„Kommen“ ist Teil vieler fester Ausdrücke im Deutschen:
- zur Sprache kommen: besprochen werden (Das Thema kam gestern zur Sprache.)
- in Frage kommen: relevant sein, in Betracht gezogen werden (Das Angebot kommt nicht in Frage.)
- ums Leben kommen: sterben (Viele Menschen kamen bei dem Unfall ums Leben.)
- auf die Idee kommen: eine Idee haben (Wie bist du auf diese Idee gekommen?)
- zu dem Schluss kommen: schlussfolgern (Wir kamen zu dem Schluss, dass...)
- in Ordnung kommen: sich bessern, gut werden (Alles wird wieder in Ordnung kommen.)
- unter die Räder kommen: in Schwierigkeiten geraten, scheitern (Er ist finanziell unter die Räder gekommen.)
Das Verständnis dieser Ausdrücke erweitert Ihr Vokabular und Ihre Fähigkeit, fließend Deutsch zu sprechen.
Häufige Fragen zu „kommen“ und „kam“
Ist „kommen“ ein regelmäßiges oder unregelmäßiges Verb?
„Kommen“ ist ein starkes Verb, was bedeutet, dass es unregelmäßig ist. Der Verbstamm ändert sich im Präteritum („kam“) und im Partizip II („gekommen“).
Wann benutze ich „kam“ und wann „ist gekommen“?
„Kam“ ist das Präteritum und wird hauptsächlich in der Schriftsprache und für erzählte Ereignisse in der Vergangenheit verwendet. „Ist gekommen“ ist das Perfekt und wird im gesprochenen Deutsch und für abgeschlossene Handlungen in der Vergangenheit verwendet, deren Ergebnis wichtig ist oder die einen Bezug zur Gegenwart haben. Beide beschreiben aber eine Handlung in der Vergangenheit.
Benutzt man „haben“ oder „sein“ mit „kommen“ im Perfekt?
Mit „kommen“ benutzt man immer das Hilfsverb sein im Perfekt und Plusquamperfekt, da es ein Verb der Bewegung zu einem Ziel ist.
Was bedeutet „bekommen“? Ist es dasselbe wie „kommen“?
Nein, „bekommen“ bedeutet „erhalten“ oder „kriegen“. Es ist ein separates Verb mit einer untrennbaren Vorsilbe „be-“. Obwohl es vom Stamm „kommen“ abgeleitet ist, hat es eine andere Bedeutung und ist in der Konjugation ähnlich, aber die Vorsilbe ist nie getrennt.
Gibt es regionale Unterschiede bei der Verwendung von Präteritum und Perfekt?
Ja, im süddeutschen Raum und in Österreich/Schweiz wird das Perfekt auch in der gesprochenen Sprache sehr häufig verwendet, während im Norden Deutschlands das Präteritum in der gesprochenen Sprache präsenter sein kann, besonders bei Modalverben und Hilfsverben, aber auch bei einigen Vollverben wie „kommen“.
Zusammenfassung
Das Verb „kommen“ ist ein zentrales Verb der Bewegung im Deutschen und ein wichtiges Beispiel für ein starkes (unregelmäßiges) Verb. Die Beherrschung seiner Formen, insbesondere des Präsens („komme“, „kommst“, „kommt“, etc.) und des Präteritums („kam“, „kamst“, „kam“, etc.), ist unerlässlich. Denken Sie daran, dass es im Perfekt mit „sein“ gebildet wird („ist gekommen“) und dass es viele nützliche abgeleitete Verben und feste Ausdrücke gibt.
Indem Sie die Konjugationsmuster studieren, die Beispielsätze analysieren und die verschiedenen Zeitformen und Verwendungen üben, werden Sie sich schnell sicherer im Umgang mit diesem wichtigen Verb fühlen. Sowohl „kommen“ als auch kam sind Formen, die Ihnen im deutschen Alltag ständig begegnen werden. Übung macht hier den Meister!
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