Adobe Photoshop ist seit Jahrzehnten das führende Werkzeug, wenn es um professionelle Bildbearbeitung geht. Über lange Zeit hinweg war Photoshop Teil der Adobe Creative Suite (CS), die Nutzern den Kauf einer Dauerlizenz ermöglichte. Die letzte Version dieser Ära war Photoshop CS6, die einen bedeutenden Einschnitt markierte, da Adobe kurz darauf einen radikalen Strategiewechsel vollzog und auf ein Abonnementmodell umstellte: die Creative Cloud (CC). Diese Umstellung hat viele Fragen aufgeworfen, insbesondere im Hinblick auf die Unterschiede und die Überlegenheit der neueren Versionen. Ist Photoshop CC wirklich besser als CS6, und was bedeutet dieser Wechsel für Fotografen und Designer?

Wann kam Photoshop CS6 heraus?
Adobe Creative Suite 6 (CS6) wurde am 23. April 2012 bei einem speziellen Release-Event vorgestellt und war ab dem 7. Mai 2012 offiziell erhältlich. Diese Version war aus mehreren Gründen bemerkenswert. Sie war die letzte Hauptversion, die unter dem Markennamen Creative Suite veröffentlicht wurde, und sie war auch die letzte, die Adobe als physische Box-Software an Kunden auslieferte. Zukünftige Updates und neue Versionen sollten fortan ausschließlich digital per Download bereitgestellt werden.
Das Ende der Creative Suite Ära und der Beginn der Creative Cloud
Der Wendepunkt kam nur etwas über ein Jahr nach der Veröffentlichung von CS6. Am 6. Mai 2013 gab Adobe während seiner MAX-Konferenz bekannt, dass CS6 die letzte Version der Creative Suite sein und das Modell der Dauerlizenz eingestellt würde. Von nun an würden zukünftige Versionen der kreativen Software von Adobe nur noch über das Abonnementmodell der Adobe Creative Cloud verfügbar sein. Dies bedeutete das Aus für den traditionellen Kauf von Software-Lizenzen, die man "besaß".

Diese Ankündigung löste gemischte Reaktionen aus. Während Adobe versprach, CS6 weiterhin mit Bugfixes und Sicherheitsupdates zu unterstützen, um die Kompatibilität mit zukünftigen Versionen der Mac- und Windows-Betriebssysteme (Stand 2013) zu gewährleisten, war klar, dass alle neuen Features und Weiterentwicklungen exklusiv in der Creative Cloud erscheinen würden. Der Verkauf der Creative Suite Pakete über den Online-Shop von Adobe wurde bereits 2013 eingestellt, und auch von der Website verschwand die Kaufoption schließlich im Januar 2017.
Die ersten CC-Versionen, die nun die Endung "CC" anstelle von "CS" trugen (z.B. Photoshop CC), wurden am 17. Juni 2013 veröffentlicht. Mit der Einführung der Creative Cloud wurde nicht nur das Lizenzmodell geändert, sondern auch die Art und Weise, wie die Software bereitgestellt und aktualisiert wird. Nutzer laden die Software herunter und müssen ihr Abonnement aktiv halten, um sie nutzen zu können. Eine monatliche Validierung der Lizenz über das Internet ist erforderlich.
Photoshop CS6 vs. Photoshop CC: Der Hauptunterschied liegt im Modell
Der grundlegendste und wichtigste Unterschied zwischen Photoshop CS6 und Photoshop CC liegt in ihrem Geschäftsmodell. Photoshop CS6 basierte auf einer Dauerlizenz. Man kaufte die Software einmalig zu einem relativ hohen Preis und konnte sie dann unbegrenzt nutzen. Man erhielt zwar Fehlerbehebungen, aber keine neuen Funktionen.
Photoshop CC hingegen ist ausschließlich über ein Abonnementmodell verfügbar. Man zahlt eine wiederkehrende Gebühr (monatlich oder jährlich), um die Software nutzen zu dürfen. Solange das Abonnement läuft, hat man Zugriff auf die jeweils aktuellste Version von Photoshop und alle neuen Funktionen, die Adobe entwickelt. Dies ermöglicht Adobe, kontinuierliche Updates und Verbesserungen bereitzustellen, anstatt auf den nächsten großen Release alle paar Jahre zu warten.
Diese unterschiedlichen Modelle haben weitreichende Folgen für den Nutzer:
- Kosten: Bei CS6 fallen die Kosten einmalig an. Bei CC fallen sie regelmäßig an, solange die Software genutzt wird. Langfristig können die Gesamtkosten für CC die einmaligen Kosten für CS6 übersteigen.
- Zugang zu Features: CS6 bietet einen festen Funktionsumfang, der seit 2012 nicht mehr erweitert wurde. CC-Nutzer erhalten regelmäßig neue Features, Werkzeuge und Leistungsverbesserungen, die in CS6 nicht verfügbar sind.
- Software-"Besitz": Mit der Dauerlizenz von CS6 besaß man die Lizenz quasi. Bei CC mietet man die Software nur. Wird das Abonnement beendet, verliert man den Zugang.
Updates, Support und Dateikompatibilität
Ein weiterer entscheidender Unterschied liegt im Bereich Updates und Support. Wie erwähnt, erhält Photoshop CC kontinuierliche Updates. Das bedeutet nicht nur neue Funktionen, sondern auch Anpassungen an neue Betriebssysteme, Hardware und Sicherheitsstandards. Adobe investiert seine Entwicklungsressourcen primär in die Creative Cloud.

Für Photoshop CS6 wurde versprochen, Bugfixes bereitzustellen, um die Lauffähigkeit auf neueren Betriebssystemen zu sichern. Diese Unterstützung war jedoch begrenzt. Es wurde explizit klargestellt, dass keine Updates für die Kompatibilität mit sehr neuen Betriebssystemen wie macOS Catalina geplant sind. Das Risiko, dass CS6 auf zukünftigen oder sogar aktuellen Systemen nicht mehr einwandfrei funktioniert oder installiert werden kann, steigt mit der Zeit.
Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Dateikompatibilität. Dateien, die in neueren Versionen von Photoshop CC erstellt oder gespeichert werden, insbesondere wenn sie neue Features oder proprietäre Formate nutzen, sind oft nicht oder nur mit Einschränkungen in Photoshop CS6 zu öffnen oder zu bearbeiten. Adobe hat selbst bestätigt, dass die proprietären CC-Dateiformate nicht rückwärtskompatibel zur Creative Suite sind. Dies kann zu erheblichen Problemen führen, wenn man Dateien mit anderen Nutzern austauschen muss, die unterschiedliche Versionen verwenden, oder wenn man auf ältere Archivdateien zugreifen möchte.
Technisch gesehen unterstützte Photoshop CS6 auf Windows bereits nativ 64-Bit-Systeme, was für die Verarbeitung großer Bilder vorteilhaft war. Die Mac-Versionen wurden ab CS5 auf 64-Bit Intel umgestellt. Auch Photoshop CC wird als moderne 64-Bit-Anwendung entwickelt und profitiert von der Leistungsfähigkeit moderner Hardware.
Vorteile und Nachteile im Vergleich
Zusammenfassend ergeben sich folgende Vor- und Nachteile:
Vorteile von Photoshop CS6:
- Einmalige Kosten: Nach dem anfänglichen Kauf fallen keine weiteren Lizenzgebühren an.
- Besitz der Lizenz: Man erwirbt eine Dauerlizenz zur Nutzung der Softwareversion.
- Stabilität: Die Funktionen bleiben unverändert, was in bestimmten, fest etablierten Workflows ein Vorteil sein kann.
Nachteile von Photoshop CS6:
- Keine neuen Funktionen: Die Software erhält keine der seit 2012 entwickelten Innovationen.
- Begrenzter und auslaufender Support: Kompatibilität mit neuen Betriebssystemen und Hardware ist nicht garantiert und der Support ist eingeschränkt.
- Veraltete Technologie: Nutzt nicht die neuesten technologischen Fortschritte und Optimierungen.
- Keine offizielle Verfügbarkeit mehr: Kann nicht mehr direkt bei Adobe erworben werden.
Vorteile von Photoshop CC:
- Immer aktuell: Ständiger Zugang zu den neuesten Funktionen, Verbesserungen und Leistungsoptimierungen dank kontinuierliche Updates.
- Fortlaufender Support: Regelmäßige Anpassungen an neue Betriebssysteme und Hardware.
- Integration mit Cloud-Diensten: Zugang zu Cloud-Speicher, Adobe Fonts (Typekit), Behance und weiteren Diensten (je nach Abo-Plan).
- Flexibilität: Einfacher Zugang zu anderen Adobe-Anwendungen im Creative Cloud Abo.
Nachteile von Photoshop CC:
- Laufende Kosten: Erfordert ein Abonnementmodell mit regelmäßigen Zahlungen, was langfristig teurer sein kann.
- Kein Software-"Besitz": Der Zugang endet, wenn das Abonnement nicht aktiv ist.
- Abhängigkeit vom Internet: Eine (monatliche) Internetverbindung ist zur Lizenzvalidierung notwendig.
- Probleme mit der Dateikompatibilität: Dateien sind oft nicht mit älteren Versionen wie CS6 kompatibel.
Vergleichstabelle: Photoshop CS6 vs. Creative Cloud
| Merkmal | Photoshop CS6 | Photoshop CC |
|---|---|---|
| Lizenzmodell | Dauerlizenz (Einmaliger Kauf) | Abonnement (Monatlich oder Jährlich) |
| Updates | Keine neuen Funktionen nach Veröffentlichung | Kontinuierliche Funktionsupdates und Verbesserungen |
| Veröffentlichung | Mai 2012 | Erste CC-Version Juni 2013, fortlaufende Updates |
| Support | Begrenzt (Bugfixes für OS-Updates, nicht garantiert für sehr neue OS) | Laufend (Anpassung an neue OS/Hardware) |
| Dateikompatibilität | Kompatibel mit sich selbst und älteren CS-Versionen | Proprietär, nicht rückwärtskompatibel zu CS6 |
| Zugang/Besitz | Softwarebesitz nach Kauf | Zugang über aktives Abo |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Wann wurde Photoshop CS6 veröffentlicht?
Photoshop CS6 wurde am 7. Mai 2012 auf den Markt gebracht. - Wird Photoshop CS6 noch von Adobe unterstützt?
Adobe hat Bugfixes für die Lauffähigkeit auf zukünftigen Betriebssystemen (Stand 2013) bereitgestellt, aber es gibt keinen garantierten Support für sehr neue OS-Versionen wie macOS Catalina. Es gibt keine neuen Features oder Anpassungen. - Kann ich Photoshop CS6 noch kaufen?
Nein, Adobe hat den offiziellen Verkauf von Dauerlizenzen für die Creative Suite eingestellt. - Kann Photoshop CS6 Dateien öffnen, die in Photoshop CC erstellt wurden?
In der Regel nicht, da neuere CC-Versionen proprietäre Formate und Funktionen verwenden können, die CS6 nicht kennt. Die Dateikompatibilität ist hier eingeschränkt oder nicht gegeben. - Was passiert, wenn ich mein Creative Cloud Abonnement kündige?
Sie verlieren den Zugang zur Photoshop CC Software und damit die Möglichkeit, Dateien, die in den proprietären Formaten gespeichert wurden, zu öffnen oder zu bearbeiten.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Frage, ob Photoshop CC besser als CS6 ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern hängt stark von den individuellen Bedürfnissen und Prioritäten ab. Photoshop CS6 repräsentiert das alte Modell des Software-Besitzes mit einem einmaligen Kaufpreis und einem festen Funktionsumfang, der sich aber nicht mehr weiterentwickelt und dessen Kompatibilität mit zukünftigen Systemen ungewiss ist. Photoshop CC steht für das moderne Abonnementmodell, das durch kontinuierliche Updates immer die neuesten Funktionen und fortlaufenden Support bietet, dafür aber regelmäßige Kosten verursacht und den Nutzer in eine Abhängigkeit vom Abonnement bringt. Für die meisten Anwender, die professionell arbeiten und auf dem neuesten Stand der Technik bleiben möchten, ist Photoshop CC aufgrund der ständigen Weiterentwicklung und des Supports die einzig sinnvolle Wahl, trotz der laufenden Kosten. Für Nutzer, die bereits eine CS6-Lizenz besitzen, nur grundlegende Funktionen benötigen und keine Kompatibilität mit sehr neuen Systemen oder Dateiformaten benötigen, mag CS6 weiterhin nutzbar sein, allerdings mit den genannten Einschränkungen und ohne Aussicht auf zukünftige Verbesserungen.
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