Die Welt der Fotografie ist ständig in Bewegung, geprägt von Innovationen und dem Erbe vergangener Technologien. In diesem Kontext spielt die Sony Alpha 390, oft einfach als Sony A390 bezeichnet, eine interessante Rolle. Sie ist mehr als nur eine Kamera; sie ist ein Teil der Geschichte von Sonys Einstieg in den DSLR-Markt und ihrer Übernahme des renommierten Minolta A-Mount-Systems. Für viele Fotografen markierte die A390 einen wichtigen Schritt auf ihrem Weg, doch wann genau erblickte diese Kamera das Licht der Welt?
Die Sony Alpha 390 wurde im Juni 2010 angekündigt und kam kurz darauf, im Juli oder August desselben Jahres, auf den Markt. Sie positionierte sich als Einsteiger-DSLR und löste die Modelle A380, A330 und A230 ab, die nur ein Jahr zuvor erschienen waren. Die A390 brachte einige Verbesserungen mit sich, darunter einen überarbeiteten Griff und eine leicht verbesserte Menüführung, behielt aber viele Kernmerkmale ihrer Vorgänger bei.

Das Erbe des A-Mounts: Von Minolta zu Sony
Um die Sony A390 wirklich zu verstehen, muss man ihre Herkunft betrachten. Sony betrat den Markt für digitale Spiegelreflexkameras nicht aus dem Nichts. Im Jahr 2006 kaufte Sony die Kameradivision von Minolta. Dieser Kauf war ein entscheidender Moment, da Sony dadurch Zugang zu Minoltas reicher Geschichte, ihrem Know-how und vor allem ihrem etablierten Objektivbajonett, dem Minolta AF-Mount, erhielt.
Das Minolta AF-Mount war bereits ein ausgereiftes System mit einer breiten Palette an Objektiven. Sony übernahm dieses Bajonett und nannte es fortan Sony A-Mount. Das Schöne daran ist, dass das Sony A-Mount und das ursprüngliche Minolta AF-Mount physisch identisch sind. Das bedeutet, dass die umfangreiche Bibliothek an Minolta AF-Objektiven problemlos an Sony A-Mount-Kameras verwendet werden konnte und umgekehrt. Dies bot Sony-Nutzern von Anfang an eine riesige Auswahl an verfügbaren Optiken, von Vintage-Schätzen bis hin zu modernen Entwicklungen.
Die Entwicklung des A-Mounts unter Sony
Sony ruhte sich nicht auf den Lorbeeren von Minolta aus, sondern entwickelte das System weiter. Sie fügten ihren Objektiven schnelle und leise Autofokusmotoren hinzu, bekannt als SSM (Super Sonic wave Motor). Diese SSM-Technologie sorgte für ein deutlich angenehmeres und präziseres Fokuserlebnis, insbesondere bei Videoaufnahmen, auch wenn die A390 selbst noch nicht primär für Video konzipiert war. Darüber hinaus verbesserte Sony die Vergütung der Linsen, um optische Fehler zu minimieren und die Bildqualität zu maximieren.
Ein weiterer wichtiger Schritt war die Zusammenarbeit mit dem renommierten deutschen Optikhersteller Carl Zeiss. Diese Partnerschaft führte zur Entwicklung hochwertiger A-Mount-Objektive, die für ihre exzellente Abbildungsleistung und Verarbeitung bekannt sind. Objektive mit dem „Zeiss“-Label unter dem Sony A-Mount waren und sind bei professionellen und ambitionierten Fotografen sehr geschätzt.
Die Sony A390: Merkmale und Positionierung
Die A390 war eine klassische DSLR mit Spiegel und optischem Sucher, bot aber auch eine Live-View-Funktion über den rückwärtigen Bildschirm. Der Bildschirm selbst war neigbar, was das Fotografieren aus ungewöhnlichen Winkeln erleichterte – ein Feature, das zu dieser Zeit in Einsteigerkameras noch nicht weit verbreitet war.
Ein Schlüsselmerkmal der Sony A-Mount-Kameras, das von Minolta übernommen wurde, war die integrierte Bildstabilisierung im Gehäuse, von Sony als SteadyShot INSIDE bezeichnet. Dies bedeutete, dass jedes an die Kamera angeschlossene Objektiv, ob alt oder neu, stabilisiert wurde. Dies war ein großer Vorteil gegenüber Systemen, bei denen die Stabilisierung im Objektiv verbaut sein musste, da es die Kosten für stabilisierte Objektive reduzierte und eine größere Vielseitigkeit bot.
Weitere technische Daten der A390 umfassten einen 14,2-Megapixel-APS-C-CCD-Sensor, ein 9-Punkt-Autofokussystem und eine Serienbildgeschwindigkeit von etwa 2,5 Bildern pro Sekunde. Sie war für Fotografen konzipiert, die von einer Kompaktkamera auf eine Kamera mit Wechselobjektiven umsteigen wollten, aber noch nicht die Komplexität oder den Preis von fortgeschrittenen Modellen benötigten.
| Merkmal | Sony Alpha 390 | Kontext / Vergleich |
|---|---|---|
| Erscheinungsjahr | 2010 | Nach Minolta-Übernahme (2006) |
| Bajonett | Sony A-Mount | Identisch mit Minolta AF |
| Sensor | 14,2 MP APS-C CCD | Typisch für Einsteiger-DSLRs der Zeit |
| Bildstabilisierung | Im Gehäuse (SteadyShot INSIDE) | Vorteil gegenüber Objektiv-Stabilisierung |
| Display | Neigbar, Live View | Fortschrittliches Feature für Einsteigerklasse |
| Autofokus | 9 Punkte | Standard in dieser Klasse |
| Serienbild | Ca. 2,5 fps | Einsteiger-Niveau |
Das Ende des A-Mounts und die Zukunft mit E-Mount
Obwohl das A-Mount-System unter Sony viele Jahre lang robust und innovativ war, verschoben sich die Prioritäten des Unternehmens. Mit dem Aufkommen der spiegellosen Kameras und der Einführung des Sony E-Mounts begann Sony, sich stärker auf dieses neue System zu konzentrieren. Das E-Mount, kleiner und besser geeignet für kompakte spiegellose Gehäuse, wurde zum neuen Standard.
Heute ist das Sony A-Mount offiziell eingestellt. Das bedeutet, dass Sony keine neuen Kameras mit A-Mount mehr herstellt. Die bestehenden A-Mount-Kameras und Objektive sind jedoch weiterhin voll funktionsfähig und auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich. Für Besitzer von A-Mount-Objektiven, die auf das moderne E-Mount-System umsteigen möchten, bietet Sony Adapter an.
Die bekanntesten Adapter sind der LA-EA3 und der LA-EA4. Der LA-EA3 ermöglicht die Verwendung von A-Mount-Objektiven an E-Mount-Kameras, wobei der Autofokus über die Kamera (falls das Objektiv einen eigenen Motor hat) oder manuell erfolgt. Der LA-EA4 verfügt über einen integrierten Transluzenten Spiegel und einen eigenen AF-Sensor, der den Phasen-Autofokus von A-Mount-Objektiven an kompatiblen E-Mount-Kameras ermöglicht, auch wenn das Objektiv keinen eigenen Motor hat.
Diese Adapter stellen sicher, dass das reiche Erbe der Minolta AF- und Sony A-Mount-Objektive auch in der Ära der spiegellosen Fotografie nutzbar bleibt. Kameras wie die A390 mögen zwar nicht mehr produziert werden, aber die Objektive, die an ihnen verwendet wurden, leben auf E-Mount-Kameras weiter.
Häufig gestellte Fragen zur Sony A390 und dem A-Mount
Wann wurde die Sony A390 veröffentlicht?
Die Sony A390 wurde im Juni 2010 angekündigt und kam kurz darauf im Juli/August 2010 auf den Markt.
Ist die Sony A390 eine gute Kamera für Anfänger?
Ja, die A390 wurde als Einsteiger-DSLR konzipiert und bot Funktionen wie Live View und ein neigbares Display, die sie für Anfänger attraktiv machten.
Kann ich Minolta-Objektive an der Sony A390 verwenden?
Absolut. Das Sony A-Mount ist physisch identisch mit dem Minolta AF-Mount. Alle Minolta AF-Objektive können direkt und ohne Adapter an der Sony A390 verwendet werden.
Wird das Sony A-Mount noch hergestellt?
Nein, das Sony A-Mount-System wurde offiziell eingestellt. Sony konzentriert sich nun auf sein spiegelloses E-Mount-System.
Kann ich Objektive von der Sony A390 an einer modernen Sony spiegellosen Kamera nutzen?
Ja, das ist mit Hilfe von Adaptern wie dem Sony LA-EA3 oder LA-EA4 möglich. Diese Adapter ermöglichen die Nutzung von A-Mount-Objektiven an E-Mount-Kameras.
Was bedeutet SteadyShot INSIDE?
SteadyShot INSIDE ist Sonys Bezeichnung für die im Kameragehäuse integrierte Bildstabilisierung. Dieses System stabilisiert den Sensor, wodurch jedes angeschlossene Objektiv von der Stabilisierung profitiert.
Fazit
Die Sony A390 war eine wichtige Kamera in Sonys A-Mount-Reihe. Sie repräsentierte die Weiterentwicklung des von Minolta übernommenen Systems und bot Einsteigern eine solide Plattform für die Fotografie mit Wechselobjektiven. Auch wenn das A-Mount-System heute nicht mehr aktiv produziert wird, lebt sein Erbe durch die große Auswahl an verfügbaren Objektiven und die Möglichkeit, diese über Adapter an modernen E-Mount-Kameras zu nutzen, weiter. Die Sony A390 bleibt ein Stück Fotografiegeschichte und ein Beispiel für Sonys Weg im Kameramarkt nach der Übernahme von Minolta, was zum A-Mount führte, bevor das E-Mount zum neuen Standard wurde.
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