Im November 2013 brachte Apple ein neues Tablet auf den Markt, das sich durch ein deutlich schlankeres Design auszeichnete: das iPad Air. Es war eine Weiterentwicklung der bestehenden iPad-Linie und wurde als „iPad Air 1“ oder „originales iPad Air“ bekannt, nachdem Nachfolgemodelle erschienen. Angesichts des Erscheinungsdatums stellt sich natürlich die Frage: Ist das iPad Air 1 heute, viele Jahre später, noch ein relevantes Gerät, oder ist es einfach nur „alt“?
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir einen Blick auf seine Geschichte, seine technischen Merkmale und vor allem auf seine Software-Unterstützung werfen. Das iPad Air markierte in vielerlei Hinsicht einen Wendepunkt im iPad-Design und legte den Grundstein für zukünftige Modelle. Doch die Technologie entwickelt sich rasant weiter, und was 2013 topaktuell war, kann heute schnell veraltet sein.

Die Geschichte des iPad Air 1
Das iPad Air wurde am 22. Oktober 2013 angekündigt und kam nur wenige Tage später, am 1. November 2013, auf den Markt. Es löste das iPad der 4. Generation ab und zeichnete sich durch ein komplett überarbeitetes Design aus, das stark an das damals aktuelle iPad Mini 2 erinnerte. Dieses neue Design war dünner und leichter als bei den Vorgängermodellen und gab der Serie ihren Namen „Air“. Apple bot das Gerät zunächst mit Speicherkapazitäten von 16 GB, 32 GB, 64 GB und 128 GB an.
Der Nachfolger, das iPad Air 2, wurde bereits am 16. Oktober 2014 vorgestellt und ab dem 22. Oktober 2014 verkauft. Mit der Einführung des iPad Air 2 wurden die Varianten des originalen iPad Air mit 64 GB und 128 GB eingestellt. Später, am 21. März 2016, mit der Ankündigung des 9,7-Zoll iPad Pro, wurden auch die 16 GB und 32 GB Modelle des iPad Air 1 aus dem Verkauf genommen. Dies markierte das offizielle Ende der Verfügbarkeit des Geräts über Apple selbst.
Technische Details des ersten iPad Air
Das iPad Air 1 brachte einige technologische Fortschritte mit sich, die es zu seiner Zeit zu einem leistungsfähigen Tablet machten. Im Inneren arbeitete der Apple A7 Chip, der auch im iPhone 5S zum Einsatz kam. Dieser Chip wurde im iPad Air leicht modifiziert und verfügte über einen Metall-Heatspreader zur besseren Wärmeableitung bei leicht höherer Taktrate. Unterstützt wurde der Hauptprozessor vom Apple M7 Motion Processor, der Bewegungsdaten effizient erfassen konnte.
Das Display behielt die von früheren Modellen bekannte Größe von 9,7 Zoll bei. Apple gab eine geschätzte Batterielaufzeit von bis zu 10 Stunden an, was für ein Tablet dieser Generation ein guter Wert war. Das Gerät bootete laut Herstellerangaben schneller als alle vorherigen iPad-Modelle.
Auch die Kameras wurden verbessert. Die rückseitige iSight-Kamera verfügte über einen 5-Megapixel-Sensor mit CMOS-Technologie, einem Hybrid-IR-Filter und einer fixen Blende von ƒ/2.4. Die Frontkamera (FaceTime HD) konnte Videos in 720p HD aufnehmen und unterstützte Gesichtserkennung sowie Belichtung von der Rückseite (Backside Illumination).
In Bezug auf die Konnektivität unterstützte das iPad Air 802.11n WLAN im Dual-Band. Es war sowohl als reine WLAN-Version als auch als Modell mit Mobilfunkunterstützung (Cellular) erhältlich. Die Cellular-Modelle nutzten Nano-SIMs und unterstützten eine Vielzahl von Mobilfunkstandards wie Quad-Band GSM, Penta-Band UMTS und Dual-Band CDMA EV-DO Rev. A und B. Es gab zwei Varianten, die unterschiedliche LTE-Bänder abdeckten, was Apple ermöglichte, in Nordamerika ein einziges Modell für alle großen Anbieter anzubieten. Die Audioausgabe erfolgte in Stereo über zwei Lautsprecher neben dem Lightning-Anschluss.
Software-Unterstützung und ihre Grenzen
Bei seiner Einführung lief das iPad Air mit iOS 7, einer Version, die ein radikal neues, flaches Design ohne Skeuomorphismus einführte. Apple bewarb Funktionen wie verfeinerte Typografie, neue Icons, Transparenz und Parallax-Effekte. Im Laufe der Jahre erhielt das iPad Air weitere iOS-Updates:
- iOS 8 (2014): Einführung von Funktionen wie Continuity.
- iOS 9 (2015): Wichtige Multitasking-Funktionen für das iPad. Das iPad Air unterstützte hierbei Slide Over (zweite App von der Seite einblendbar) und Picture in Picture (Video in kleinem Fenster). Die Split View (zwei Apps gleichzeitig im 50/50-Modus) wurde vom iPad Air 1 jedoch nicht unterstützt.
- iOS 10 (2016): Neue Funktionen, unter anderem Unterstützung für AirPods.
- iOS 11 (2017): Überarbeitetes Kontrollzentrum und weitere Neuerungen.
Im Juni 2019 gab Apple bekannt, dass das iPad Air mit der Veröffentlichung von iPadOS 13 im September 2019 keine weitere Software-Unterstützung mehr erhalten würde. Das bedeutet, die letzte unterstützte Version für das iPad Air 1 ist iOS 12. Das letzte Update für iOS 12, das auch das iPad Air 1 erhielt, war die Version 12.5.7, die am 23. Januar 2023 veröffentlicht wurde. Seitdem gibt es keine neuen Funktions-Updates oder größeren Sicherheits-Updates mehr für das Gerät.
Das Fehlen aktueller Software-Updates ist ein entscheidender Faktor, wenn es um die Frage geht, ob das iPad Air 1 heute noch nützlich ist. Viele moderne Apps erfordern neuere iOS-Versionen und sind daher nicht mehr auf dem iPad Air 1 installierbar oder lauffähig. Auch die Kompatibilität mit neuen Diensten oder Sicherheitsstandards kann eingeschränkt sein.
Design und Hardware-Merkmale im Detail
Das Design war das herausragendste Merkmal des iPad Air 1. Mit einer Dicke von nur 7,5 Millimetern und einem deutlich schmaleren Displayrahmen ähnelte es stark dem iPad Mini 2 und brach mit der Formsprache der vorherigen großen iPads. Apple erreichte das reduzierte Volumen und Gewicht durch die Verwendung dünnerer Komponenten. Im Vergleich zum iPad 2 war das iPad Air 1 um beeindruckende 22 % leichter. Die WLAN-Version wog 469 Gramm, das Cellular-Modell 478 Gramm – über 25 % leichter als ihre jeweiligen Vorgänger.
Apple setzte beim Gehäuse weiterhin auf recycelbare Materialien. Das Unibody-Gehäuse wurde aus einem massiven Block Aluminium gefräst und war zu 100 % recycelbar. Zudem war das Gerät frei von schädlichen Stoffen wie bromierten Flammschutzmitteln (BFRs) und PVC.
Die Bedienung erfolgte über die klassischen Tasten und Schalter: den Home-Button unter dem Display, den Ein-/Aus-Schalter an der Oberkante sowie die Lautstärke-Tasten und einen Schalter an der oberen rechten Seite, dessen Funktion je nach Einstellung Stummschaltung oder Ausrichtungssperre war. Im Gegensatz zu neueren Modellen verfügte das iPad Air 1 noch nicht über einen Fingerabdruckscanner (Touch ID), sondern nutzte den klassischen Home-Button ohne diese Funktion.
Das Display reagierte auf Umgebungslichtsensoren zur Anpassung der Helligkeit und auf einen 3-Achsen-Beschleunigungssensor zur Erkennung der Ausrichtung. Im Gegensatz zu iPhones und iPod Touches, deren integrierte Apps meist nur drei Ausrichtungen unterstützten, konnten die integrierten Apps des iPad Air in allen vier Ausrichtungen (Hochformat, Querformat links, Querformat rechts, auf dem Kopf) genutzt werden.
Die Speicherkapazität war auf die werkseitig verbauten 16, 32, 64 oder 128 GB beschränkt; es gab keine Möglichkeit zur Speichererweiterung, beispielsweise per SD-Karte. Apple bot zwar ein „Camera Connection Kit“ mit SD-Kartenleser an, dieses diente aber ausschließlich der Übertragung von Fotos und Videos.

Aktueller Wert und Nutzbarkeit auf dem Gebrauchtmarkt
Da das iPad Air 1 seit 2016 nicht mehr von Apple verkauft wird, ist es heute nur noch auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich. Eine Auswertung von eBay Kleinanzeigen vom Januar 2020 (die Daten sind von diesem Zeitpunkt) gibt einen Einblick in die damaligen durchschnittlichen Angebotspreise für die erste iPad-Generation:
| Modell | Speicher | Durchschnittlicher Angebotspreis (Jan 2020) |
|---|---|---|
| iPad 1 | 16 GB | ca. 70,00 € |
| iPad 1 | 32 GB | ca. 80,00 € |
| iPad 1 | 64 GB | ca. 100,00 € |
Die Preise können je nach Zustand des Geräts variieren. Es ist wichtig zu betonen, dass diese Preise von Anfang 2020 stammen und sich seitdem geändert haben können, aber sie geben eine gute Vorstellung vom damaligen Wertverlust.
Die entscheidende Frage ist, wofür ein iPad Air 1 heute noch genutzt werden kann, da es keine aktuellen Software-Updates mehr erhält (letztes unterstütztes OS ist iOS 12). Laut der vorliegenden Information waren die iPad-Modelle der 1. bis 4. Generation trotz fehlender Systemupdates im Januar 2020 noch für viele Alltagsaufgaben brauchbar. Konkret wurden genannt:
- Nutzung sozialer Medien
- Als E-Reader
- Für diverse Spiele (ältere oder weniger anspruchsvolle)
- Zum Schauen von Filmen
Die Einschränkung liegt klar bei Apps, die neuere iOS-Versionen voraussetzen. Für grundlegende Aufgaben wie Surfen im Web (mit Einschränkungen bei modernen Websites), E-Mail-Abruf oder die Nutzung von Apps, die noch mit iOS 12 kompatibel sind, mag das Gerät noch ausreichend sein. Wer jedoch aktuelle, rechenintensive Apps nutzen möchte oder auf die neuesten Funktionen angewiesen ist, wird mit einem iPad Air 1 nicht mehr glücklich.
Die Umfrage vom Januar 2020 zeigte auch, dass zwar die meisten Deutschen Tablets neu kaufen (57 %), aber ein Blick auf den Gebrauchtmarkt sich lohnen kann. Besonders bei Modellen mit Mobilfunk (LTE) war der Preisunterschied zwischen neu (damals) und gebraucht (damals) oft deutlich geringer als der Aufpreis für die LTE-Option bei Neugeräten. Ein gebrauchtes Gerät zu kaufen, schont zudem Ressourcen und ist somit gut für die Umwelt – ein Aspekt, der über den reinen Preis hinausgeht.
Vergleich: iPad 1 vs. neuere Modelle (Preisbeispiele Jan 2020)
| Modell | Speicher | Durchschnittlicher Angebotspreis (Jan 2020) | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| iPad 1 | 16 GB | ca. 70,00 € | Letztes OS: iOS 12.5.7 |
| iPad 1 | 64 GB | ca. 100,00 € | Keine aktuellen Updates |
| iPad 5 | 32 GB | ca. 250,00 € | Damals noch mit Updates versorgt |
| iPad 6 | 128 GB | ca. 390,00 € | Damals noch mit Updates versorgt |
| iPad 7 | 32 GB | ca. 390,00 € | Aktuelle Generation (damals) |
| iPad 7 | 128 GB | ca. 430,00 € | Größeres Display (10.2") als iPad Air 1 |
Diese Tabelle verdeutlicht den erheblichen Preisunterschied zwischen einem iPad Air 1 und damals aktuelleren oder auch nur wenige Jahre jüngeren Modellen auf dem Gebrauchtmarkt im Januar 2020.
Häufig gestellte Fragen zum iPad Air 1
Hier beantworten wir einige typische Fragen, die im Zusammenhang mit dem Alter und der Nutzbarkeit des iPad Air 1 aufkommen:
Bekommen iPad Air 1 noch Software-Updates?
Nein. Das iPad Air 1 hat sein letztes großes Betriebssystem-Update mit iOS 12 erhalten. Apple hat die Unterstützung für neuere Versionen wie iPadOS 13 und folgende eingestellt. Das letzte veröffentlichte Update für iOS 12 auf diesem Gerät war Version 12.5.7 im Januar 2023.
Kann ich auf einem iPad Air 1 noch aktuelle Apps nutzen?
Das hängt stark von der jeweiligen App ab. Viele moderne Apps erfordern neuere iOS-Versionen als iOS 12. Daher können Sie viele der neuesten Apps aus dem App Store nicht mehr auf einem iPad Air 1 installieren oder nutzen. Ältere Versionen von Apps, die noch mit iOS 12 kompatibel sind, funktionieren möglicherweise, aber ihre Funktionalität kann eingeschränkt sein oder sie werden nicht mehr unterstützt.
Ist das iPad Air 1 noch sicher in der Nutzung?
Da Apple keine regelmäßigen Sicherheits-Updates mehr für iOS 12 veröffentlicht (abgesehen von sehr seltenen, kritischen Patches wie 12.5.7), kann die Sicherheit des Geräts beeinträchtigt sein, insbesondere beim Surfen im Internet oder der Nutzung von Apps, die sensible Daten verarbeiten.
Wofür eignet sich ein iPad Air 1 heute noch?
Basierend auf den Informationen von 2020 eignete es sich noch für grundlegende Aufgaben wie das Lesen von E-Books, das Ansehen von Filmen (solange die Streaming-App eine kompatible Version anbietet oder über den Browser funktioniert), das Spielen älterer Spiele oder die Nutzung von Social-Media-Apps, die noch iOS 12 unterstützen. Es kann auch als einfacher Webbrowser für weniger anspruchsvolle Seiten oder als Gerät für E-Mails dienen.
Lohnt sich der Kauf eines gebrauchten iPad Air 1 heute noch?
Das hängt stark vom Kaufpreis und dem geplanten Einsatzzweck ab. Wenn Sie ein sehr günstiges Gerät für simple Aufgaben wie E-Reading, gelegentliches Surfen oder als Zweitbildschirm für bestimmte Zwecke suchen und sich der Einschränkungen durch die veraltete Software bewusst sind, könnte es eine Option sein. Für die Nutzung aktueller Apps, anspruchsvolle Aufgaben oder als Haupt-Tablet ist es jedoch nicht mehr empfehlenswert.
Fazit: Alt, aber nicht komplett nutzlos (für bestimmte Zwecke)
Ja, das iPad Air 1 ist aus technologischer Sicht „alt“. Es wurde 2013 veröffentlicht, die Produktion wurde 2016 eingestellt und es erhält seit 2019 keine großen Software-Updates mehr. Die letzte unterstützte Betriebssystemversion ist iOS 12.
Diese Einschränkungen bedeuten, dass viele moderne Apps nicht mehr darauf laufen und die Sicherheit nicht mehr auf dem neuesten Stand ist. Für anspruchsvolle Aufgaben oder als Hauptgerät im Alltag ist es daher kaum noch geeignet.
Dennoch war es im Januar 2020 auf dem Gebrauchtmarkt noch zu sehr günstigen Preisen erhältlich und für bestimmte, grundlegende Zwecke wie E-Reading, die Nutzung weniger anspruchsvoller Apps oder als einfacher Media-Player weiterhin brauchbar. Ob sich ein Kauf heute noch lohnt, hängt stark vom individuellen Bedarf, den Erwartungen an das Gerät und dem aktuellen Angebotspreis ab. Es bleibt ein Stück Technikgeschichte, dessen beste Zeit jedoch eindeutig in der Vergangenheit liegt.
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