Wann kam der DS in den USA heraus?

Nintendo 2DS: Ein oft unterschätzter Handheld

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In der schillernden Geschichte der Nintendo-Handhelds gab es Konsolen, die sofort geliebt wurden, und solche, die zunächst Skepsis hervorriefen. Der Nintendo 2DS gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Als er 2013 das Licht der Welt erblickte, wurde er von vielen belächelt. Ein 3DS ohne 3D und ohne Klappmechanismus? Das schien auf den ersten Blick ein Rückschritt zu sein. Doch der 2DS entwickelte sich zu einem robusten, erschwinglichen und beliebten Mitglied der Nintendo-Familie, das Zugang zu einer riesigen Spielebibliothek bot.

Wie alt ist der Nintendo 2DS?
Markteinführung. Der Nintendo 2DS wurde am 12. Oktober 2013 in Nordamerika, Europa und Australien veröffentlicht, am selben Tag wie Pokémon X und Y.

Die Geburt eines Außenseiters: Wann erschien der 2DS?

Der Nintendo 2DS wurde am 12. Oktober 2013 in Nordamerika und Europa veröffentlicht. Seine Markteinführung erfolgte damit deutlich nach dem originalen Nintendo 3DS, der bereits im Jahr 2011 erschienen war. Japan, Nintendos Heimatmarkt, musste sich sogar noch länger gedulden: Hier erschien der 2DS erst am 27. Februar 2016 in speziellen Editionen. Zum Zeitpunkt seiner weltweiten Einführung im Jahr 2013 war der 2DS also bereits „jünger“ als der 3DS, den er technisch beerbte, aber in Bezug auf das 3D-Feature abspeckte.

Heute, im Jahr 2024, ist der Nintendo 2DS also rund 11 Jahre alt (bezogen auf den weltweiten Release). Das mag für eine Spielekonsole ein stolzes Alter sein, doch die riesige Auswahl an kompatiblen Spielen hält ihn auch heute noch relevant, besonders für preisbewusste Spieler oder Sammler.

Design und Haptik: Warum anders auch besser sein kann

Das auffälligste Merkmal des Nintendo 2DS ist zweifellos sein Design. Während der Nintendo DS, DSi und 3DS auf das bewährte Klappdesign setzten, das die Bildschirme schützte und die Konsole kompakt machte, brach der 2DS radikal mit dieser Tradition. Er präsentierte sich in einem keilförmigen, flachen „Slate-like“-Formfaktor. Dieses Design wurde von vielen zunächst als klobig oder sogar als „Türstopper-Format“ verspottet.

Doch dieses ungewöhnliche Design hatte auch seine Vorteile. Der offensichtlichste: Es gab kein Scharnier, das mit der Zeit locker werden oder brechen konnte. Das machte den 2DS extrem robust, ein klares Plus, wenn man die anvisierte jüngere Zielgruppe bedenkt. Auch die Positionierung der Tasten, die etwas weiter zur Mitte des Geräts rückten, wurde von einigen Spielern als ergonomischer empfunden, da die Hände beim Spielen eine natürlichere Haltung einnahmen. Die Schultertasten waren zudem konkav geformt und etwas dicker als beim 3DS, was ebenfalls zum Spielgefühl beitrug.

Ein Nachteil des starren Designs war jedoch die fehlende Portabilität. Der 2DS ließ sich nicht einfach zusammenklappen und in eine Hosen- oder Jackentasche stecken wie seine Vorgänger oder der 3DS. Für den Transport benötigte man in der Regel eine Tasche.

Wie alt ist die 2DS?
Nintendo 2DSHerstellerNintendoTypHandheld-KonsoleVeröffentlichung27. Februar 2016 12. Oktober 2013HauptprozessorDual-Core ARM11 MPCore

Technische Details: Was steckt unter der Haube?

Trotz des radikal anderen Äußeren war der Nintendo 2DS technisch eng mit dem originalen Nintendo 3DS verwandt. Viele Kernkomponenten waren identisch:

  • CPU, GPU und Arbeitsspeicher: Der 2DS nutzte die gleiche Rechenleistung wie der 3DS, was volle Kompatibilität mit dessen Spielen gewährleistete.
  • Kameras: Der 2DS behielt die beiden äußeren Kameras des 3DS bei. Obwohl der Bildschirm keine 3D-Darstellung unterstützte, konnten mit diesen Kameras weiterhin 3D-Fotos aufgenommen werden, die dann auf einem 3D-fähigen Gerät (wie einem 3DS) betrachtet werden konnten.
  • Kompatibilität: Dies war ein Hauptverkaufsargument. Der 2DS konnte die gesamte Bibliothek der Nintendo 3DS-Spiele (in 2D) sowie fast alle Spiele für den Nintendo DS abspielen.
  • Akku: Der 2DS war mit dem gleichen 1300-mAh-Akku ausgestattet wie die Standardmodelle des 3DS. Obwohl er keinen automatischen Helligkeitsmodus wie der 3DS hatte, gab Nintendo eine leicht verbesserte Akkulaufzeit an. Man konnte laut Nintendo zwischen 3 und 5,5 Stunden 3DS-Spiele oder 5 bis 9 Stunden DS-Spiele mit einer Ladung spielen.

Es gab jedoch auch signifikante technische Unterschiede, die vor allem dem günstigeren Preis geschuldet waren:

  • Bildschirm: Statt zweier separater Bildschirme wie beim 3DS (ein unterer Touchscreen und ein oberer 3D-fähiger Bildschirm), nutzte der 2DS einen einzigen, großen LCD-Touchscreen, der durch das Gehäuse in zwei Bereiche unterteilt wurde. Dies war technisch einfacher und günstiger zu realisieren. Wichtiger noch: Dieser Bildschirm unterstützte keinerlei 3D-Darstellung.
  • Sound: Der 2DS verfügte nur über einen internen Mono-Lautsprecher, im Gegensatz zu den Stereo-Lautsprechern des 3DS. Stereo-Sound war aber weiterhin über den Kopfhöreranschluss möglich.
  • Wireless-Schalter: Der Hardware-Schalter zum Deaktivieren der Wireless-Funktionen (für den Flugmodus etc.) wurde beim 2DS durch eine Software-Option im Home-Menü ersetzt.
  • Sleep-Modus: Statt die Konsole einfach zuzuklappen, um sie in den Sleep-Modus zu versetzen, nutzte der 2DS einen physischen Schiebeschalter.

Diese Unterschiede mögen klein klingen, beeinflussten aber maßgeblich das Nutzererlebnis und ermöglichten den niedrigeren Verkaufspreis.

Der Preis: Ein Schnäppchen für Gamer?

Ein entscheidendes Argument für den Nintendo 2DS war sein Preis. Er wurde explizit als erschwinglichere Alternative zum Nintendo 3DS positioniert, um eine breitere Käuferschicht anzusprechen, insbesondere Familien und jüngere Kinder.

Zum Zeitpunkt der Einführung im Jahr 2013 lag der empfohlene Verkaufspreis in Europa bei etwa 160 Euro. In den USA startete er bei 129,99 US-Dollar, während der 3DS dort 169,99 US-Dollar kostete. Später pendelte sich der Preis des 2DS in Europa bei etwa 130 Euro ein.

Dieser niedrigere Einstiegspreis war ein Hauptgrund für seinen Erfolg. Er ermöglichte es Spielern mit kleinerem Budget, Zugang zur umfangreichen und hochwertigen Spielebibliothek des 3DS zu erhalten, ohne die teurere 3D-Funktion bezahlen zu müssen, die viele ohnehin nicht oder nur selten nutzten.

Heute, auf dem Gebrauchtmarkt, ist der 2DS noch erschwinglicher. Man kann ihn oft für etwa 50 Euro oder sogar weniger finden. Das macht ihn zu einer ausgezeichneten Option für Retro-Gaming-Enthusiasten oder Eltern, die ihren Kindern eine erste Konsole schenken möchten, die robust ist und Zugriff auf Tausende von Spielen bietet.

3D oder nicht 3D? Das war hier die Frage

Die namensgebende 3D-Funktion war das große Alleinstellungsmerkmal des originalen 3DS. Sie ermöglichte es, Spiele ohne spezielle Brille in einem räumlichen Effekt darzustellen. Doch diese Technologie war nicht unumstritten. Viele Spieler empfanden den Effekt als anstrengend für die Augen, er konnte Schwindel verursachen und erforderte, dass man das Gerät in einem sehr spezifischen Winkel hielt, um den Effekt korrekt zu sehen. Außerdem wirkte das Bild mit aktiviertem 3D oft etwas unschärfer.

Kam 2DS oder 3DS zuerst?
Der 2DS wurde lange nach dem 3DS konzipiert. Der Sinn des 3DS besteht darin, einen Nachfolger des DS zu markieren und gleichzeitig zu beschreiben, was er kann: Spiele in 3D spielen.

Nintendo erkannte, dass die 3D-Funktion zwar innovativ war, aber nicht für jeden Spieler essenziell oder angenehm. Insbesondere für sehr junge Kinder wurde 3D teils sogar als potenziell schädlich für die Augenentwicklung angesehen. Der 2DS war daher bewusst als Konsole für jüngere Spieler konzipiert, die auf das 3D verzichtete, um robuster und günstiger zu sein.

Die Entscheidung, das 3D wegzulassen, war mutig, aber strategisch klug. Sie ermöglichte es Nintendo, eine neue Zielgruppe zu erschließen und gleichzeitig eine erschwingliche Option für alle anzubieten, die einfach nur die großartigen 3DS-Spiele in 2D erleben wollten.

Die Namensgebung: 2DS nach 3DS?

Die Tatsache, dass der „2DS“ nach dem „3DS“ auf den Markt kam, sorgte zunächst für Verwirrung. Einige fragten sich, ob Nintendo die Zählweise durcheinandergebracht hätte oder ob der 2DS eine Art Vorgänger des 3DS sei. Die Logik hinter der Benennung ist jedoch eine andere:

  • Nintendo DS: Die ursprüngliche Konsole, DS steht für Dual Screen (zwei Bildschirme).
  • Nintendo 3DS: Der Nachfolger des DS, 3D steht für die Fähigkeit zur 3D-Darstellung, DS für Dual Screen. Der Name ist also ein Wortspiel und technisches Merkmal.
  • Nintendo 2DS: Eine Variante der 3DS-Familie. 2D steht hier explizit für die fehlende 3D-Funktion (Spiele werden in 2D dargestellt). DS steht weiterhin für Dual Screen (auch wenn es technisch nur ein Bildschirm ist, der geteilt wird).

Der 2DS ist also keine nummerische Fortsetzung der DS-Reihe (DS -> 2DS -> 3DS), sondern eine Ableitung oder ein Familienmitglied des 3DS, das sich durch das Fehlen des 3D-Effekts und ein anderes Design auszeichnet. Die Zahl im Namen bezieht sich auf die unterstützte Dimension der Grafikdarstellung, nicht auf die Generationsnummer innerhalb der Produktlinie.

Vergleich: Nintendo 2DS vs. Nintendo 3DS

Um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten besser zu verstehen, hier eine vergleichende Tabelle:

MerkmalNintendo 2DSNintendo 3DS (Original)
Release (Weltweit)Oktober 2013März 2011
DesignKeilförmig, nicht klappbarKlappbar (Clamshell)
3D-FunktionNeinJa (brillenlos)
Bildschirm1 großer Touchscreen (geteilt)2 separate Bildschirme (oben 3D, unten Touch)
LautsprecherMono (Stereo über Kopfhörer)Stereo
Wireless-SchalterSoftware-ToggleHardware-Schalter
Sleep-ModusSchiebeschalterZuklappen
RobustheitSehr robust (kein Scharnier)Gute Robustheit (Scharnier kann verschleißen)
PortabilitätGeringer (nicht klappbar)Hoch (klappbar)
Preis (Release)ca. 130-160 €ca. 200-250 €
CPU/GPU/RAMIdentisch mit 3DSIdentisch mit 2DS
KamerasDual-Kameras (für 3D-Fotos)Dual-Kameras (für 3D-Fotos)
Spiele-Kompatibilität3DS (in 2D) & DS3DS (in 3D/2D) & DS
Akku1300 mAh (etwas längere Laufzeit als 3DS laut Nintendo)1300 mAh
ZielgruppePrimär jüngere Kinder, PreisbewussteBreiter (inkl. 3D-Fans)

Wie die Tabelle zeigt, war der 2DS keine technisch minderwertige Konsole im Vergleich zum 3DS, sondern eine gezielte Vereinfachung und Neuausrichtung, um bestimmte Bedürfnisse zu erfüllen und einen niedrigeren Preis zu ermöglichen.

Häufig gestellte Fragen zum Nintendo 2DS

Hier beantworten wir einige gängige Fragen zum Nintendo 2DS:

Kann der Nintendo 2DS 3DS-Spiele spielen?

Ja, absolut! Der Nintendo 2DS ist vollständig kompatibel mit der gesamten Bibliothek der Nintendo 3DS-Spiele. Der einzige Unterschied ist, dass die Spiele auf dem 2DS immer in 2D dargestellt werden, auch wenn sie auf dem 3DS eine 3D-Option hätten. Die Leistung und das Spielerlebnis (abgesehen vom 3D-Effekt) sind identisch.

Was ist die älteste Nintendo der Welt?
Im Jahr 1983 brachte Nintendo in Japan den Nintendo Family Computer (kurz Famicom) heraus, welcher ab 1985 auch in Amerika und Europa unter dem Namen Nintendo Entertainment System (kurz NES) vermarktet wurde.

Kann der Nintendo 2DS auch alte DS-Spiele spielen?

Ja, das kann er. Der 2DS ist abwärtskompatibel mit den meisten Spielen für den originalen Nintendo DS und Nintendo DSi. Das eröffnet eine riesige Auswahl an Spielen aus zwei Konsolengenerationen.

Warum heißt er 2DS, wenn der 3DS zuerst kam?

Wie bereits erklärt, bezieht sich die Zahl nicht auf die Generationsnummer. „3DS“ steht für 3D + Dual Screen, während „2DS“ für 2D (kein 3D) + Dual Screen steht. Er ist ein Mitglied der 3DS-Familie, das sich durch das Fehlen des 3D-Features auszeichnet.

Ist der Nintendo 2DS robuster als der 3DS?

Durch sein nicht klappbares Design hat der 2DS kein Scharnier, das eine potenzielle Schwachstelle darstellen könnte. Das macht ihn in dieser Hinsicht robuster als die Klappmodelle des 3DS, besonders im Umgang mit jüngeren Kindern.

Lohnt sich der Kauf eines Nintendo 2DS heute noch?

Für Preisbewusste, die Zugang zur großartigen 3DS/DS-Spielebibliothek suchen, ist der 2DS eine ausgezeichnete Wahl, besonders auf dem Gebrauchtmarkt. Er ist günstig, robust und bietet Zugang zu Tausenden von Stunden Spielspaß. Wenn man Wert auf das 3D-Feature oder ein klappbares Design legt, ist der 3DS oder New 3DS die bessere Option.

Fazit

Der Nintendo 2DS war bei seiner Einführung ein polarisierendes Gerät. Sein ungewöhnliches Design und das Fehlen der namensgebenden 3D-Funktion des 3DS ließen viele zweifeln. Doch der 2DS bewies, dass er mehr war als nur eine abgespeckte Version. Er war eine bewusste Neukonzeption, die Robustheit, Erschwinglichkeit und den Zugang zu einer phänomenalen Spielebibliothek in den Vordergrund stellte. Für viele, mich eingeschlossen, wurde er zu einem geschätzten Begleiter – vielleicht nicht der schickste Handheld, aber einer, der zuverlässig Spaß lieferte. Er ist ein Beweis dafür, dass Innovation nicht immer in zusätzlichen Features liegen muss, sondern auch im Weglassen und Neudenken, um eine Konsole für eine breitere Zielgruppe zugänglich zu machen. Der 2DS hat sich seinen Platz in der Riege der Nintendo-Handhelds redlich verdient.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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