Abgasnormen sind essenzielle Standards im Automobilbereich. Sie legen fest, wie viele Emissionen ein Fahrzeug ausstoßen darf. Diese Normen umfassen eine Vielzahl von Schadstoffen wie Stickoxide, Kohlenmonoxid und Feinstaub. Darüber hinaus berücksichtigen sie den Kraftstoffverbrauch und die CO₂-Emissionen. Die genauen Grenzwerte variieren je nach Fahrzeugtyp und Motorisierung. Sie wurden eingeführt, um die negativen Auswirkungen von Fahrzeugabgasen auf unsere Umwelt und Gesundheit zu minimieren und wichtige Klimaschutzziele zu erreichen. Eine der früheren dieser europäischen Normen ist die Euro 3 Norm, die weitreichende Folgen für viele Fahrzeughalter hat.

Die Euro-Normen spielen in Deutschland eine besonders wichtige Rolle bei der Vergabe von Umweltplaketten für Personenkraftwagen. Diese Plaketten sind oft entscheidend dafür, welche Bereiche in Städten und Gemeinden befahren werden dürfen. Während die Klassifizierung der Umweltplaketten hauptsächlich für Dieselfahrzeuge relevant ist, hängt bei Benzinern die Einstufung davon ab, ob das Fahrzeug über einen Katalysator verfügt oder nicht.
Die Bedeutung der Euro 3-Abgasnorm
Die Euro 3-Abgasnorm trat für neu zugelassene Fahrzeuge am 1. Januar 2001 in Kraft. Sie definierte neue, strengere Grenzwerte für die Konzentration von Schadstoffen in den Abgasen von Kraftfahrzeugen. Für Dieselfahrzeuge legte die Euro 3 Norm beispielsweise einen Stickoxid-Grenzwert von 0,5 Gramm pro Kilometer fest. Diese Vorgabe war ein wichtiger Schritt zur Reduzierung der Umweltbelastung durch den Straßenverkehr und trug dazu bei, die Luftqualität, insbesondere in städtischen Gebieten, zu verbessern.
Fahrzeuge mit der Schadstoffklasse Euro 3 erhalten in Deutschland in der Regel die gelbe Umweltplakette, sofern es sich um Dieselfahrzeuge handelt. Diese Kennzeichnung ist entscheidend für die Teilnahme am Straßenverkehr in bestimmten Umweltzonen.
So ermitteln Sie die Schadstoffklasse Ihres Autos
Um herauszufinden, ob Ihr Fahrzeug die Euro 3 Norm erfüllt, müssen Sie die Emissionsschlüsselnummer Ihres Autos ermitteln. Diese Nummer ist der offizielle Hinweis auf die Emissions- oder Schadstoffklasse Ihres Fahrzeugs. Sie finden diese wichtige Information in Ihrer Zulassungsbescheinigung Teil 1. Bei älteren Dokumenten, die vor Oktober 2005 ausgestellt wurden, ist die Emissionsschlüsselnummer im Feld „Schlüsselnummer zu 1“ vermerkt. In neueren Zulassungsbescheinigungen Teil 1 finden Sie die Nummer entweder im Feld 14.1 (oft die letzten beiden Ziffern) oder die Euronorm ist direkt im Feld 14 im Klartext angegeben.
Fahrzeuge, deren Emissionsschlüsselnummern auf die Euro 3 Norm hinweisen, sind laut der vorliegenden Tabelle folgende: 30, 31, 36, 37, 42, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61.
Sollten Sie Ihre Fahrzeugpapiere nicht zur Hand haben, gibt es dennoch Möglichkeiten, die Emissionsschlüsselnummer zu ermitteln. Sie können diese Information beispielsweise über eine Herstellerbescheinigung erhalten. Auch der Kfz-Steuerbescheid kann Aufschluss über die Schadstoffklasse geben. Eine weitere Möglichkeit ist ein Abgastest beim TÜV, der ebenfalls die Emissionen Ihres Fahrzeugs ermitteln kann.
Umweltplaketten und Umweltzonen
Die Schadstoffklasse, die durch die Emissionsschlüsselnummer bestimmt wird, ist direkt mit der Farbe der Umweltplakette verknüpft, die Ihr Fahrzeug erhalten kann. Diese Plakette wiederum entscheidet darüber, ob Sie bestimmte Umweltzonen in deutschen Städten befahren dürfen oder nicht. Die meisten Umweltzonen in Deutschland dürfen nur von Fahrzeugen mit einer grünen Umweltplakette befahren werden.

Für Dieselfahrzeuge gilt folgende Zuordnung der Plakettenfarbe zur Abgasnorm:
- Euro 1 oder schlechter: keine Umweltplakette
- Euro 2 oder Euro 1 mit Partikelfilter: rote Umweltplakette
- Euro 3 oder Euro 2 mit Partikelfilter: gelbe Umweltplakette
- Euro 4 und höher, Euro 3 mit Partikelfilter: grüne Umweltplakette
Für Benziner gelten andere Regeln. Hier ist das Vorhandensein eines Katalysators entscheidend:
- Euro 1 oder schlechter (ohne Katalysator oder mit ungeregeltem Katalysator): keine Umweltplakette
- Euro 1 oder schlechter (mit geregeltem Drei-Wege-Katalysator): grüne Umweltplakette
- Euro 1 oder besser: grüne Umweltplakette
Wie Sie sehen, erhalten Dieselfahrzeuge mit der Euro 3 Norm ohne Nachrüstung eines Partikelfilters lediglich die gelbe Plakette. Da die meisten der mittlerweile 56 Umweltzonen in Deutschland (Stand Dezember 2021) nur noch mit der grünen Plakette befahren werden dürfen, sind Euro 3 Diesel ohne Filter von vielen Innenstädten ausgeschlossen. Die einzige Ausnahme bildet die Umweltzone in Neu-Ulm, wo auch Fahrzeuge mit gelber Plakette noch zugelassen sind.
Einige Fahrzeugtypen sind generell von der Kennzeichnungspflicht durch Umweltplaketten ausgenommen und dürfen Umweltzonen auch ohne Plakette befahren. Dazu gehören unter anderem:
- mobile Maschinen und Geräte
- Arbeitsmaschinen und Traktoren
- Mofas, Motorräder und Quads
- Motorroller
- Fahrzeuge mit einem H-Kennzeichen (Oldtimer)
Fahrverbote und Strafen für Euro 3 Autos
Seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts im Jahr 2018 sind Diesel-Fahrverbote ein viel diskutiertes Thema. Hintergrund ist die Überschreitung des jährlichen Stickstoffdioxid-Grenzwertes von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter in vielen europäischen Städten, wovon in Deutschland rund 70 Städte betroffen waren. Um dieser Luftverschmutzung entgegenzuwirken, wurden in vielen Städten Fahrverbote für Dieselfahrzeuge erlassen.
Von diesen Fahrverboten besonders betroffen sind Dieselfahrzeuge der Schadstoffklasse Euro 3 und schlechter. Aber auch Dieselfahrzeuge der Euro 4 Norm dürfen in vielen Städten, wie beispielsweise in Stuttgart, bestimmte Umweltzonen nicht mehr befahren. Die genauen Regeln und betroffenen Zonen können variieren und sollten auf der Seite des Umweltbundesamts geprüft werden, wobei die Richtigkeit der Angaben letztlich in der Verantwortung der einzelnen Kommunen liegt.
Wer gegen die Regeln in Umweltzonen verstößt, riskiert ein Bußgeld. Seit der Überarbeitung des Bußgeldkatalogs im April 2020 beträgt das Bußgeld für solche Verstöße 100 Euro. Dies gilt für das Fahren mit einer roten oder gelben Plakette in einer Zone, die nur für grüne Plaketten freigegeben ist, sowie für das Fahren und Parken ohne angebrachte Plakette, mit unleserlicher Plakette oder bei falscher Anbringung. Auch wenn die aufgeklebte Plakette nicht der tatsächlichen Abgasnorm des Autos entspricht (z.B. eine grüne Plakette auf einem Euro 3 Diesel ohne Filter), droht eine Strafe. Punkte in Flensburg werden für diese Art von Verstößen seit 2014 nicht mehr vergeben.
Kfz-Steuern für Euro 3-Autos
Die Höhe der Kfz-Steuer in Deutschland ist seit der Überarbeitung des Kfz-Steuergesetzes im Jahr 2009 maßgeblich von der Euro-Norm des Fahrzeugs abhängig. Grundsätzlich gilt: Je höher die Euro-Norm (und damit je geringer der Schadstoffausstoß), desto niedriger fällt die zu zahlende Steuer aus. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass für Fahrzeuge mit der Euro 3 Norm in der Regel höhere Steuern anfallen als für neuere Autos mit den Schadstoffklassen Euro 4, Euro 5 oder Euro 6.
Die Berechnung der Kfz-Steuer basiert auf der Abgasnorm und dem Hubraum des Motors. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Steuersätze pro 100 ccm Hubraum für verschiedene Euro-Normen:
| Abgasnorm | Kfz-Steuer je 100 ccm für Ottomotoren (in Euro) | Kfz-Steuer je 100 ccm für Dieselmotoren (in Euro) |
|---|---|---|
| Euro 0 | 25,36 | 37,58 |
| Euro 1 | 15,13 | 27,35 |
| Euro 2 | 7,36 | 16,05 |
| Euro 3 | 6,75 | 15,44 |
| Euro 4 | 6,75 | 15,44 |
| Euro 5 | 6,75 | 15,44 |
| Euro 6 | 6,75 | 15,44 |
Wie die Tabelle zeigt, sind die Steuersätze für Euro 3 und Euro 4 bis Euro 6 Benziner gleich, während Euro 3 Diesel den gleichen Satz wie Euro 4 bis Euro 6 Diesel zahlen. Allerdings sind die Sätze für Dieselmotoren generell höher als für Ottomotoren. Wer bei der Kfz-Steuer sparen möchte, sollte beim Autokauf auf eine möglichst hohe Euro-Norm achten. Weitere Faktoren, die die Steuerhöhe beeinflussen, sind eine geringe zulässige Gesamtmasse und natürlich der Hubraum. Auch Besitzer von Autos mit einem Saisonkennzeichen zahlen weniger Steuer, da das Fahrzeug nur für einen begrenzten Zeitraum im Jahr zugelassen und gefahren wird.
Euro 3 auf Euro 4 umrüsten: Eine Option?
Es gibt tatsächlich die Möglichkeit, ein Fahrzeug, das ursprünglich die Euro 3 Norm erfüllt, so umzurüsten, dass es die Anforderungen der Abgasnorm 4 erfüllt und dadurch eine bessere Umweltplakette erhält. Dies wird in der Regel durch den Einbau eines Partikelfilters bei Dieselfahrzeugen erreicht. Durch diese Nachrüstung kann ein Euro 3 Diesel, der zuvor nur die gelbe Plakette erhalten hat, die begehrte grüne Feinstaubplakette bekommen.

Die Kosten für eine solche Umrüstung können bis zu 1.000 Euro betragen. Unter Umständen ist dafür eine anteilige staatliche Förderung möglich, was die Investition attraktiver machen kann. Ein weiterer Vorteil der Umrüstung ist, dass das Fahrzeug durch den geringeren Schadstoffausstoß an Wert gewinnen kann, was sich positiv auf die Chancen beim Wiederverkauf auswirkt.
Während das Umrüsten von sehr alten Fahrzeugen mit roter Plakette (Euro 2) meist nur dazu führt, eine gelbe Plakette (Euro 3 Niveau mit Filter) zu erhalten, bietet die Umrüstung von Euro 3 Dieseln auf Euro 4 Niveau (mit Filter) den entscheidenden Vorteil, die grüne Plakette zu erhalten und somit die Einfahrt in die meisten Umweltzonen wieder zu ermöglichen. Dies kann für Fahrzeughalter, die ihr Euro 3 Fahrzeug behalten und weiterhin in Umweltzonen nutzen möchten, eine sinnvolle Maßnahme sein.
Zukunftsaussichten von Autos mit Euro-Norm 3
Die Europäische Union hat Ende 2022 einen Beschluss gefasst, wonach ab dem Jahr 2035 nur noch klimaneutrale Fahrzeuge neu zugelassen werden sollen. Dies markiert einen Wendepunkt in der Automobilgeschichte und wird langfristig Auswirkungen auf den gesamten Fahrzeugbestand haben.
Fahrzeuge, die aktuell die Euro 3 Norm erfüllen, dürfen jedoch weiterhin gefahren und verkauft werden, solange es sich nicht um eine Erstzulassung nach 2035 handelt. Das bedeutet, der Gebrauchtwagenmarkt für Euro 3 Fahrzeuge wird voraussichtlich weiterhin existieren.
Dennoch ist die Attraktivität von Autos mit der Abgasnorm 3 für zukünftige Autokäufer fraglich. Sie entsprechen nicht mehr den aktuellen Umweltstandards und sind, wie bereits erwähnt, in vielen Städten und Regionen von Fahrverboten in Umweltzonen betroffen oder dürfen diese nur eingeschränkt befahren. Dies limitiert die Nutzungsmöglichkeiten und könnte den Wert dieser Fahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt negativ beeinflussen. Wer ein Euro 3 Fahrzeug besitzt, sollte sich der aktuellen Einschränkungen bewusst sein und mögliche zukünftige Entwicklungen im Auge behalten.
Häufig gestellte Fragen zur Euro 3 Abgasnorm
Wann wurde die Euro 3 Pflicht?
Die Euro 3 Abgasnorm wurde für neu zugelassene Fahrzeuge ab dem 1. Januar 2001 verpflichtend.
Welche Umweltplakette bekommt ein Euro 3 Diesel?
Ein Dieselfahrzeug mit der Euro 3 Norm erhält ohne Nachrüstung eines Partikelfilters die gelbe Umweltplakette.

Kann man mit Euro 3 eine grüne Plakette bekommen?
Ja, ein Euro 3 Dieselfahrzeug kann eine grüne Plakette erhalten, wenn es mit einem Partikelfilter nachgerüstet wird, der es auf das Emissionsniveau von Euro 4 bringt.
Wo finde ich die Emissionsschlüsselnummer meines Autos?
Die Emissionsschlüsselnummer finden Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil 1. Bei neuen Dokumenten in Feld 14.1 oder Feld 14, bei alten Dokumenten (vor Oktober 2005) im Feld „Schlüsselnummer zu 1“.
Welche Emissionsschlüsselnummern gehören zur Euro 3 Norm?
Laut der vorliegenden Tabelle gehören die Emissionsschlüsselnummern 30, 31, 36, 37, 42, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61 zur Euro 3 Norm.
Darf ich mit einem Euro 3 Auto in Umweltzonen fahren?
Mit einem Euro 3 Dieselfahrzeug, das die gelbe Plakette hat, dürfen Sie nur in Umweltzonen fahren, die gelbe Plaketten zulassen (derzeit nur Neu-Ulm). Die meisten Umweltzonen in Deutschland erfordern eine grüne Plakette. Benziner mit Euro 3 und geregeltem Katalysator erhalten in der Regel eine grüne Plakette.
Wie hoch ist die Kfz-Steuer für Euro 3 Autos?
Die Kfz-Steuer für Euro 3 Fahrzeuge ist im Vergleich zu neueren Normen (Euro 4, 5, 6) tendenziell höher, da die Steuer an die Emissionsklasse gekoppelt ist. Die genaue Höhe hängt vom Hubraum und der Art des Motors (Otto/Diesel) ab, wie in der bereitgestellten Tabelle der Steuersätze ersichtlich ist.
Lohnt sich das Umrüsten von Euro 3 auf Euro 4?
Das Umrüsten eines Euro 3 Diesels auf Euro 4 mit Partikelfilter kostet bis zu 1.000 Euro, kann aber staatlich gefördert werden. Es ermöglicht den Erhalt der grünen Plakette, was die Einfahrt in die meisten Umweltzonen wieder erlaubt und den Wert sowie die Verkaufschancen des Fahrzeugs erhöhen kann. Die Rentabilität hängt von individuellen Nutzungsgewohnheiten und den Kosten ab.
Was ist die Zukunft für Euro 3 Fahrzeuge?
Euro 3 Fahrzeuge dürfen weiterhin gefahren und verkauft werden (außer als Erstzulassung ab 2035). Ihre Attraktivität nimmt jedoch aufgrund strengerer Umweltstandards, höherer Steuern und vor allem der Einschränkungen durch Fahrverbote in Umweltzonen ab.
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