Viele Fans der beliebten Lebenssimulation fragen sich seit Langem: Wann erscheint endlich Die Sims 5? Die schlechte Nachricht vorweg – Electronic Arts (EA) hat bestätigt, dass ein klassischer Nachfolger, wie wir ihn von den vorherigen Teilen gewohnt waren, vorerst nicht erscheinen wird. Stattdessen verfolgt der Publisher einen neuen Ansatz und möchte das bestehende Spiel, Die Sims 4, weiter ausbauen und die Spieler so vor einem „Neustart“ bewahren.

Die Sims 4 hat im August 2024 einen bemerkenswerten Meilenstein erreicht: Das Spiel feierte seinen 10. Geburtstag. Nie zuvor in der Geschichte der Serie war ein Teil so lange aktiv. Doch es scheint, als hätte Die Sims 4 noch ein langes Leben vor sich, denn der ursprünglich erwartete Nachfolger, der oft als Die Sims 5 gehandelt wurde, wurde laut EA nicht in dieser Form entwickelt. Beim „Behind the Sims“-Gipfel im Jahr 2022 wurde zwar „Project Rene“ vorgestellt, doch EA stellt klar, dass es sich dabei nicht um einen direkten Sims-4-Nachfolger handelt, sondern um einen Teil eines größeren, neuen Konzepts: dem „Sims Universum“.

Was verbirgt sich hinter dem „Sims Universum“?
Die Vision von EA und Maxis ist es, Die Sims in Zukunft zu einem umfassenden Universum zu entwickeln. Die Grundlage dieses Universums soll dabei Die Sims 4 bilden. Anstatt mit einem komplett neuen Spiel von Null zu beginnen, plant der Publisher, Die Sims 4 weiter zu pflegen und mit neuen Inhalten zu erweitern. Diese neuen Inhalte erscheinen traditionell in Form von kostenpflichtigen DLCs (Downloadable Content), wie erst kürzlich mit dem 18. Erweiterungspack „Die Sims 4 - Vom Hobby zum Business“ geschehen.
Dieser Ansatz stellt das nun in die Jahre gekommene Spiel jedoch auch vor technische Herausforderungen. Schon heute führen neue DLCs manchmal zu Bugs und Fehlern im Spiel. Um dem entgegenzuwirken und die Grundlage für die Zukunft zu schaffen, soll ein neues Entwicklerteam an der Modernisierung der technischen Basis des Spiels arbeiten.
Titel wie „Project Rene“ sollen das neue Sims-Universum dann schrittweise erweitern. „Project Rene“ wird sich laut den bisherigen Informationen stark auf den Multiplayer-Aspekt konzentrieren. Zusätzlich zu den Spielen sind weitere Projekte geplant, die das Universum vergrößern sollen, darunter ein Sims-Film in Zusammenarbeit mit Amazon MGM Studios sowie zwei Mobile-Ableger namens „My Sims“ und „Project Stores“. Die Idee ist, dass es keine traditionellen, voneinander unabhängigen Nachfolger mehr geben wird, sondern ein vernetztes Ökosystem.
EA begründet diesen Strategiewechsel unter anderem damit, den Fortschritt der weltweit über 80 Millionen Spieler nicht zurücksetzen zu wollen. Laura Miele, Präsidentin für Unterhaltung und Technologie bei EA, erklärte dazu: „Traditionell haben wir nach jeder Veröffentlichung eine Version durch eine andere ersetzt und von vorn begonnen. Nun werden wir das Sequel-Modell durchbrechen und in eine massive Sims-Plattform investieren.“ Dies deutet darauf hin, dass die Spieler ihren bestehenden Fortschritt und ihre Inhalte aus Die Sims 4 möglicherweise in das neue Universum integrieren können.
Wurde die Entwicklung von Die Sims 5 eingestellt?
Schon vor einiger Zeit gab es Hinweise darauf, dass die Entwicklung eines klassischen Die Sims 5 eingestellt wurde. Auf der Plattform Imgur tauchten Screenshots auf, die angeblich aus dem Lebenslauf eines Maxis-Entwicklers stammten. Einer dieser Screenshots listete Spiele auf, an denen der Entwickler gearbeitet haben soll, darunter auch „Sims 5“ mit dem Vermerk „Cancelled“. Weiterhin schien der Senior Game Designer von Sims 5 wieder an Die Sims 4 zu arbeiten, während der Lead Character Artist das Unternehmen offenbar verlassen hatte. Obwohl EA selbst von einem Strategiewechsel und nicht von einer „Einstellung“ eines bereits angekündigten Sims 5 spricht, legen diese Gerüchte und die offizielle Kommunikation nahe, dass ein klassischer fünfter Teil im Sinne einer komplett neuen, unabhängigen Veröffentlichung derzeit nicht geplant ist.

Die Sims 4: Erfolg als Free-to-Play-Spiel
Trotz seines Alters ist Die Sims 4 äußerst erfolgreich. Bis September 2024 hat sich das Spiel über 80 Millionen Mal verkauft. Allein zwischen Oktober 2022 und April 2023 kamen 16 Millionen neue Spieler hinzu. Der Hauptgrund für diesen jüngsten Popularitätsschub liegt auf der Hand: Das Basisspiel ist seit Ende 2023 kostenlos erhältlich. Die Einnahmen generiert EA nun hauptsächlich über die zahlreichen, teils sehr umfangreichen und kostenpflichtigen DLCs. Dieses Modell scheint für EA sehr lukrativ zu sein und erklärt, warum sie das Spiel weiterhin als Basis für ihr Universum nutzen wollen.
Gibt es Alternativen zu Die Sims 4?
Für Spieler, denen Die Sims 4 inzwischen zu altbacken erscheint und die auf eine neue Lebenssimulation warten, gibt es spannende Neuigkeiten von außerhalb des Sims-Universums. Ende 2024 soll die Lebenssimulation „inZOI“ in den Early Access starten. Dieses Spiel stammt von den Entwicklern von PUBG und verspricht eine Open World mit klassischem Sims-Gameplay. Das Spiel wurde auf der Gamescom 2024 vorgestellt und machte dort einen vielversprechenden Eindruck. Besonders die offene Spielwelt ohne Ladezeiten, die ansprechende Grafik und der detaillierte Sim-Editor (hier „Zoi Editor“) konnten in dieser frühen Version überzeugen. inZOI positioniert sich somit als eine potenzielle „Sims 5 Alternative“ für Spieler, die sich nach einer frischen Erfahrung sehnen.
Die Evolution der Sims-Serie: Von 2D-Charakteren zu komplexen Persönlichkeiten
Um die aktuelle Situation besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick zurück auf die Geschichte der Sims-Reihe. Die erste Sims-Simulation erschien am 4. Februar 2000 in den USA (am 31. März 2000 in Europa). Erfinder Will Wright, bekannt durch SimCity, hatte ursprünglich eine Art Architektursimulator im Sinn. Die Idee, Menschen in diesen Häusern leben zu lassen, kam erst später und entwickelte sich zum Kern des Spiels. Die Manager von Maxis waren zunächst skeptisch gegenüber einem „interaktiven Puppenhaus“, doch der Erfolg gab Wright recht.
Die Sims 1 war revolutionär für seine Zeit. Es war zwar keine vollständig 3D-Umgebung, sondern nutzte eine isometrische Ansicht mit 3D-Charakteren. Man konnte rein- und rauszoomen sowie die Perspektive wechseln, aber der Blickwinkel war auf 45 Grad fixiert. Das Gameplay konzentrierte sich stark auf die Grundbedürfnisse und Karriereentwicklung. Es gab nur drei Lebensphasen (Baby, Kind, Erwachsener), wobei Babys eher Objekte waren und Kinder nicht natürlich alterten (außer mit einem speziellen Charm aus einem Erweiterungspack). Beziehungen waren vorhanden, aber die Persönlichkeiten wurden über 25 Punkte gesteuert und führten zu eher subtilen Unterschieden. Schwangerschaft war ein einfacher Klick, und Genetik spielte kaum eine Rolle. Kinder mit schlechten Noten wurden zur Militärschule geschickt – für immer! Es gab keine strukturierte Woche, keine freien Tage, und man konnte den Job nicht kündigen, nur gefeuert werden. NPCs waren meist nicht interaktiv. Rechnungen kamen alle drei Tage. Erinnerungen gab es keine. Aspirationssysteme, wie wir sie heute kennen, existierten nicht.
Die Sims 2 (erschienen September 2004) brachte einen großen evolutionären Schritt. Die Umgebung wurde komplett 3D. Es wurden sechs Lebensphasen eingeführt (Baby, Kleinkind, Kind, Teenager, Erwachsener, Älterer, plus Junger Erwachsener mit Uni-Pack), und Sims konnten sterben und auf dem aktiven Grundstück altern. Schwangerschaft dauerte drei Tage, und Genetik wurde eingeführt. Männliche Sims konnten sogar von Aliens entführt und schwanger zurückgebracht werden. Das Schulsystem war weniger hart (Privatschule, Sozialarbeiter). Eine 7-Tage-Woche mit freien Tagen wurde eingeführt, man konnte den Job kündigen oder in Rente gehen. NPCs wurden interaktiver. Rechnungen kamen dienstags und donnerstags. Sichtbare Erinnerungen wurden eingeführt und konnten Gespräche beeinflussen. Ein strukturiertes Aspirationssystem wurde hinzugefügt, und es gab sogar Ängste. Der Create-a-Sim wurde flexibler, mit vier Hautfarben und vier Haarfarben, sowie unterschiedlichen Körpertypen (dünn, fit, dick). Familienbäume wurden eingeführt.

Die Sims 3 (erschienen Juni 2009) baute auf Sims 2 auf und brachte vor allem die offene Welt. Man konnte sich frei in der Nachbarschaft bewegen (oder Welt) ohne Ladezeiten zwischen Grundstücken. Alle Sims in der Welt alterten gleichzeitig. Basements (Keller) wurden eingeführt (mit einem Erweiterungspack), und die maximale Stockwerkzahl wurde erhöht. Das Persönlichkeitssystem wurde durch ein Merkmalssystem ersetzt (Traits), das Sims einzigartige Eigenschaften gab (manche empfanden es als limitierend im Vergleich zu den Punkten in Sims 1/2). Aspirationen wurden durch Lebenszeitwünsche und Glückspunkte ersetzt. Der Create-a-Sim wurde durch den „Create-a-Style“-Modus extrem flexibel, man konnte Farben und Muster von Kleidung und Objekten detailliert anpassen. Es gab mehr Hautfarben und einen großen Farbbereich für Haare mit Highlights und Wurzeln. Body-Slider erlaubten feinere Anpassungen. Beziehungen wurden erweitert (Freunde, feste Freunde).
Die Sims 4 (erschienen September 2014) machte in einigen Aspekten einen kleinen Schritt zurück, fokussierte sich aber stärker auf Emotionen und die individuelle Sim-Persönlichkeit. Die offene Welt wurde wieder aufgegeben zugunsten kleinerer, voneinander isolierter Nachbarschaften mit Ladezeiten. Die maximale Stockwerkzahl wurde auf 4 reduziert. Die Lebensphasen wurden reduziert (Kleinkind fehlte anfangs, Babys waren wieder Objekte, wurde aber später wieder eingeführt). Das Merkmalssystem (Traits) wurde beibehalten, meist 3 Traits pro Sim plus eine Aspiration, die wie ein Lebenszeitwunsch wirkte. Der Create-a-Sim wurde durch direkte Manipulation des Körpers mit der Maus sehr intuitiv. Die Grafik wurde stilisierter und cartoonhafter. NPCs wurden vollständig interaktiv. Rechnungen kamen wöchentlich. Erinnerungen sind optional. Skills wurden auf bis zu 20 erweitert.
Interessante Fakten aus 25 Jahren Sims-Geschichte
Die Sims-Reihe hat im Laufe ihrer Geschichte viele kuriose und bemerkenswerte Fakten angesammelt:
- Die allererste Sims-Figur, die von den Entwicklern erstellt wurde, war eine Toilette – zur Demonstration der Interaktionsmöglichkeiten.
- Intime Beziehungen zwischen Sims werden als „Techtelmechtel“ bezeichnet (im Original „WooHoo“) und finden meist diskret unter einer Decke, im Wasser oder hinter verschlossenen Türen statt.
- Die Sims sprechen „Simlisch“, eine Fantasiesprache, die von verschiedenen Sprachen wie Navajo, Ukrainisch, Bayrisch und Tagalog inspiriert ist.
- Über 300 Künstler, darunter bekannte Namen wie Katy Perry und Depeche Mode, haben bereits Songs auf Simlisch eingesungen.
- Will Wrights Inspiration für Die Sims kam nach einem Brand in seinem Haus, der ihn zum Nachdenken über das Leben und den Wiederaufbau anregte.
- Die Sims-Reihe hat in den ersten 20 Jahren über fünf Milliarden US-Dollar Umsatz generiert.
- Das beliebteste Kaufobjekt im Spiel sind laut EA die „dramatischen Locken“ für Sims-Köpfe.
- Die Sims war seiner Zeit voraus: Schon im ersten Spiel von 2000 waren gleichgeschlechtliche Beziehungen möglich.
- Die französische Post brachte 2005 limitierte Sims-Briefmarken heraus.
- Die Sims war das erste Videospiel-Franchise auf dem Cover des amerikanischen Newsweek Magazins.
- Die Sims haben ihre eigene Währung: „Simoleons“, benannt nach einer historischen Bezeichnung für Sixpence-Münzen.
- In Die Sims 4 wurden bisher über 1,6 Milliarden Sims und über 575 Millionen Haushalte erstellt.
- Die Sims 3 wurde in über 22 Sprachen übersetzt und in 66 Ländern veröffentlicht.
- Sims mit hoher Gartenfähigkeit können mit ihren Pflanzen sprechen.
- In Die Sims 4 können Sims Videospiele von Electronic Arts spielen.
- Eine ungewöhnliche Todesursache bei Sims kann ein extremer Lachanfall sein.
- In einigen Versionen kann das Ungeheuer von Loch Ness (Nessie) erscheinen, wenn man bestimmte Cheats verwendet.
- Männliche Sims konnten in einigen Versionen von Aliens entführt und schwanger zurückkehren.
Häufig gestellte Fragen
Wird es Die Sims 5 geben?
Ein klassischer Nachfolger namens Die Sims 5 ist nach aktueller Kommunikation von EA nicht geplant. Stattdessen konzentriert sich der Publisher auf das „Sims Universum“, dessen Basis Die Sims 4 bildet und das durch neue Projekte erweitert werden soll.
Was ist Project Rene?
Project Rene ist ein Titel, der Teil des neuen „Sims Universum“ sein wird und sich laut EA stark auf den Multiplayer-Aspekt konzentrieren soll. Es ist kein direkter Nachfolger von Die Sims 4.
Wird Die Sims 4 weiterhin mit Inhalten versorgt?
Ja, EA plant, Die Sims 4 als Basis des Sims Universums weiterhin mit kostenpflichtigen DLCs und Updates zu versorgen. Ein neues Team arbeitet an der Modernisierung der technischen Grundlage des Spiels.

Was ist inZOI?
inZOI ist eine neue Lebenssimulation von den Entwicklern von PUBG, die Ende 2024 in den Early Access starten soll. Sie wird als mögliche Alternative zu Die Sims gesehen und bietet eine offene Welt und detaillierte Charaktererstellung.
Wann kam der erste Teil von Die Sims heraus?
Der erste Teil von Die Sims erschien am 4. Februar 2000 in den USA und am 31. März 2000 in Europa.
Kann man ältere Sims-Spiele noch spielen?
Ja, Die Sims: Legacy Collection und Die Sims 2: Legacy Collection sind seit Januar 2025 über Steam erhältlich und enthalten das Basisspiel sowie alle Erweiterungen.
Fazit
Die Antwort auf die Frage „Wann kommt Die Sims 5?“ ist ernüchternd für Fans eines klassischen Sequels: Es kommt voraussichtlich nicht in der erwarteten Form. EA setzt stattdessen auf ein sich entwickelndes Sims Universum, das Die Sims 4 als zentrale Plattform nutzt und durch Projekte wie Project Rene und Mobile-Ableger erweitert wird. Dieser Ansatz soll den Fortschritt der riesigen Spielerbasis erhalten. Während Die Sims 4 durch das Free-to-Play-Modell und ständige DLCs weiterhin populär bleibt, bietet sich mit inZOI eine vielversprechende neue Alternative für Spieler, die sich nach einer frischen Lebenssimulation sehnen. Die lange Geschichte der Sims-Reihe zeigt eine stetige Entwicklung der Gameplay-Mechaniken und Möglichkeiten, auch wenn der Weg von Teil zu Teil nicht immer linear verlief. Die Zukunft von Die Sims liegt nun in einem vernetzten Ökosystem statt in isolierten Nachfolgern.
Hat dich der Artikel Kein Die Sims 5: Das steckt hinter EAs Plan interessiert? Schau auch in die Kategorie Ogólny rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!
