Die Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika ist eine Geschichte der Expansion und des Wachstums. Was im späten 18. Jahrhundert mit einer kleinen Gruppe von Kolonien an der Ostküste begann, entwickelte sich rasch zu einem riesigen föderalen Staat, der sich über einen ganzen Kontinent erstreckt. Die Frage, wann welcher Staat zur Union stieß, ist zentral, um die territoriale und politische Entwicklung der USA zu verstehen.

Im Juli 1776 trafen die Abgesandten von 13 britischen Kolonien eine schicksalhafte Entscheidung: Sie erklärten ihre Unabhängigkeit vom englischen Mutterland und proklamierten die Geburt der Vereinigten Staaten von Amerika. Diese Gründerstaaten waren Virginia, New Hampshire, Rhode Island, Massachusetts, Maryland, Connecticut, North Carolina, South Carolina, Delaware, New Jersey, New York, Pennsylvania und Georgia. Diese dreizehn Streifen auf der heutigen US-Flagge erinnern an diesen entscheidenden Moment.
Die ersten Schritte über die Appalachen
Nach der Unabhängigkeit wuchs die Bevölkerung der neuen Nation explosionsartig. Dies führte zu einem dringenden Bedarf an neuem Land westlich der Appalachen. Die Besiedlung drängte immer weiter nach Westen, und bald entstanden in diesen neu erschlossenen Gebieten neue politische Einheiten, die bereit waren, der Union beizutreten.
Die ersten Staaten, die nach den ursprünglichen 13 beitraten, waren:
- Vermont im Jahr 1791
- Kentucky im Jahr 1792
- Tennessee im Jahr 1796
- Ohio im Jahr 1803
Dies markierte den Beginn der kontinuierlichen Erweiterung der Vereinigten Staaten.
Gigantische Landkäufe und territoriale Zugewinne
Die Expansion der USA erfolgte nicht nur durch Besiedlung, sondern auch durch strategische Landkäufe und militärische Auseinandersetzungen. Der wohl bekannteste Landkauf war der Louisiana Purchase im Jahr 1803. Präsident Thomas Jefferson erwarb von Frankreich für 15 Millionen Dollar ein riesiges Gebiet zwischen dem Mississippi und den Rocky Mountains. Dieses Gebiet verdoppelte die Größe der USA auf einen Schlag, auch wenn es noch Jahrzehnte dauerte, bis daraus Bundesstaaten hervorgingen. Die Lewis-und-Clark-Expedition (1804–1806) erforschte dieses neue Territorium und ebnete Wege für die Westexpansion.
Weitere wichtige territoriale Erwerbungen folgten:
- Florida: Das zwischen Spanien und den USA umstrittene West-Florida (Teile von Alabama, Louisiana) wurde 1810 von den USA annektiert. Ostflorida wurde 1819 von Spanien gekauft.
- Texas: Nach der Unabhängigkeitserklärung von Mexiko und einer Periode als unabhängige Republik wurde Texas 1845 als 28. Staat in die Union aufgenommen.
- Oregon-Gebiet: Das Gebiet, das die heutigen Staaten Oregon, Washington, Idaho und Teile von Montana und Wyoming umfasste, wurde zwischen den USA und Großbritannien aufgeteilt. 1846 legten die USA und Großbritannien die heutige Nordwestgrenze entlang des 49. Breitengrades fest.
- Mexikanische Gebiete: Die USA bemühten sich, weite Teile des Südwestens von Mexiko zu kaufen. Als Mexiko ablehnte, führte ein Grenzkonflikt am Rio Grande 1846 zum Mexikanisch-Amerikanischer Krieg. Im Friedensvertrag von 1848 musste Mexiko gegen eine Zahlung von 15 Millionen Dollar auf ein riesiges Gebiet verzichten, das die heutigen Staaten Kalifornien, Arizona, Nevada, Utah und Teile von New Mexico, Colorado und Wyoming umfasst.
- Gadsden Purchase: 1853 erwarben die USA für 10 Millionen Dollar den Süden des heutigen Arizonas und New Mexicos, um den Bau einer Eisenbahnlinie zum Pazifik zu ermöglichen.
- Alaska: 1867 kauften die USA Alaska für 7,2 Millionen Dollar von Russland. Dieser Kauf etablierte die heutigen kontinentalen Grenzen der USA im Nordwesten.
Die Aufnahme weiterer Staaten
Parallel zu diesen territorialen Gewinnen traten nach und nach weitere Gebiete als Bundesstaaten der Union bei. Die Aufnahme eines neuen Staates erforderte in der Regel, dass das Territorium eine ausreichende Bevölkerung hatte, eine Verfassung verabschiedete und vom US-Kongress zugelassen wurde.

Hier ist eine Übersicht, wann die 50 Bundesstaaten der Union beitraten:
| Bundesstaat | Eintritt in die Union |
|---|---|
| Delaware | 7. Dezember 1787 |
| Pennsylvania | 12. Dezember 1787 |
| New Jersey | 18. Dezember 1787 |
| Georgia | 2. Januar 1788 |
| Connecticut | 9. Januar 1788 |
| Massachusetts | 6. Februar 1788 |
| Maryland | 28. April 1788 |
| South Carolina | 23. Mai 1788 |
| New Hampshire | 21. Juni 1788 |
| Virginia | 25. Juni 1788 |
| New York | 26. Juli 1788 |
| North Carolina | 21. November 1789 |
| Rhode Island | 29. Mai 1790 |
| Vermont | 4. März 1791 |
| Kentucky | 1. Juni 1792 |
| Tennessee | 1. Juni 1796 |
| Ohio | 1. März 1803 |
| Louisiana | 30. April 1812 |
| Indiana | 11. Dezember 1816 |
| Mississippi | 10. Dezember 1817 |
| Illinois | 3. Dezember 1818 |
| Alabama | 14. Dezember 1819 |
| Maine | 15. März 1820 |
| Missouri | 10. August 1821 |
| Arkansas | 15. Juni 1836 |
| Michigan | 26. Januar 1837 |
| Florida | 3. März 1845 |
| Texas | 29. Dezember 1845 |
| Iowa | 28. Dezember 1846 |
| Wisconsin | 29. Mai 1848 |
| California | 9. September 1850 |
| Minnesota | 11. Mai 1858 |
| Oregon | 14. Februar 1859 |
| Kansas | 29. Januar 1861 |
| West Virginia | 20. Juni 1863 |
| Nevada | 31. Oktober 1864 |
| Nebraska | 1. März 1867 |
| Colorado | 1. August 1876 |
| North Dakota | 2. November 1889 |
| South Dakota | 2. November 1889 |
| Montana | 8. November 1889 |
| Washington | 11. November 1889 |
| Idaho | 3. Juli 1890 |
| Wyoming | 10. Juli 1890 |
| Utah | 4. Januar 1896 |
| Oklahoma | 16. November 1907 |
| New Mexico | 6. Januar 1912 |
| Arizona | 14. Februar 1912 |
| Alaska | 3. Januar 1959 |
| Hawaii | 21. August 1959 |
Wie die Tabelle zeigt, war die Zeit zwischen 1845 und 1849, bedingt durch die Annexion von Texas und die mexikanische Abtretung, eine Phase besonders rapiden Wachstums.
Die letzten Staaten: Alaska und Hawaii
Nachdem die kontinentalen Grenzen der USA im Wesentlichen durch den Kauf Alaskas 1867 festgelegt waren, dauerte es noch lange, bis die letzten Gebiete den Status eines Bundesstaates erlangten. Alaska wurde am 3. Januar 1959 als 49. Staat aufgenommen. Nur wenige Monate später, am 21. August 1959, folgte Hawaii als 50. und bisher jüngste Bundesstaat. Mit dem Beitritt Hawaiis erreichte die Zahl der Bundesstaaten ihre heutige Form, symbolisiert durch die 50 Sterne auf der US-Flagge.
50 Bundesstaaten und andere Gebiete
Die Vereinigten Staaten bestehen heute offiziell aus 50 Bundesstaaten. Jeder dieser Staaten hat eine eigene Regierung und weitreichende Autonomie, unterliegt aber der Bundesregierung in Washington D.C. Die Hauptstadt, Washington D.C., ist ein Bundesdistrikt (District of Columbia) und kein eigener Bundesstaat. Er wurde als neutraler Boden für den Sitz der Regierung geschaffen und untersteht direkt dem US-Kongress, obwohl er einen gewählten Bürgermeister und Stadtrat hat.
Manchmal hört man von 51 oder 52 Staaten. Dies rührt daher, dass Gebiete wie Puerto Rico oder der District of Columbia selbst als potenzielle zukünftige Staaten diskutiert werden. Puerto Rico ist ein nicht inkorporiertes Territorium mit Selbstverwaltung, dessen Bevölkerung über den Status abgestimmt hat, aber der Kongress muss die Aufnahme als Staat noch genehmigen. Andere Gebiete wie Guam oder die Amerikanischen Jungferninseln sind ebenfalls US-Territorien mit unterschiedlichem Rechtsstatus und gehören nicht zu den 50 Bundesstaaten.
Die Flagge der USA: Ein Spiegel der Geschichte
Die berühmte Flagge der Vereinigten Staaten, auch bekannt als „Stars and Stripes“, erzählt ebenfalls die Geschichte des Landes. Die 13 horizontalen Streifen stehen für die 13 Gründerstaaten, die sich 1776 von Großbritannien lossagten. Die Sterne im blauen Feld repräsentieren die aktuelle Anzahl der Bundesstaaten. Mit jedem Beitritt eines neuen Staates wurde die Flagge angepasst, um die wachsende Union widerzuspiegeln. Die heutige Flagge mit 50 Sternen wurde am 4. Juli 1960 offiziell eingeführt, nachdem Hawaii 1959 beigetreten war.
Zahlen und Fakten
Die USA sind ein riesiges Land. Mit einer Fläche von rund 9,8 Millionen Quadratkilometern passt Deutschland etwa 27-mal in die Gesamtfläche der Vereinigten Staaten. Der flächenmäßig größte Bundesstaat ist Alaska, während Rhode Island der kleinste ist. Die bevölkerungsreichsten Staaten sind Kalifornien, Texas, Florida und New York. Die USA erstrecken sich über sechs Zeitzonen und grenzen an Kanada im Norden und Mexiko im Süden. Die „Four Corners“ sind der einzige Punkt, an dem vier Bundesstaaten aufeinandertreffen: Arizona, New Mexico, Utah und Colorado.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viele Bundesstaaten hat die USA heute?
Die Vereinigten Staaten von Amerika bestehen heute aus 50 Bundesstaaten. Zusätzlich gibt es den Bundesdistrikt Washington, D.C., und verschiedene Überseegebiete.
Warum wird manchmal von 51 oder 52 Bundesstaaten gesprochen?
Diese inoffizielle Zählung entsteht oft durch die Berücksichtigung von Gebieten wie dem District of Columbia (Washington D.C.) oder Puerto Rico, die zwar zum Staatsgebiet gehören und über Staatswerdung diskutieren, aber keinen offiziellen Bundesstaatenstatus haben.
Wie viele Sterne hat die US-Flagge und was bedeuten sie?
Die Flagge hat 50 Sterne, die jeweils einen der 50 Bundesstaaten repräsentieren. Die 13 Streifen stehen für die ursprünglichen 13 Gründungsstaaten.
Welcher ist der jüngste Bundesstaat der USA?
Der jüngste Bundesstaat ist Hawaii, das am 21. August 1959 als 50. Staat aufgenommen wurde.
Welche US-Bundesstaaten haben nur vier Buchstaben im Namen?
Die Bundesstaaten mit vier Buchstaben sind Iowa, Ohio und Utah.

Wie oft passt Deutschland flächenmäßig in die USA?
Deutschland (ca. 357.582 km²) passt etwa 27-mal in die Gesamtfläche der Vereinigten Staaten (ca. 9,8 Millionen km²).
Was ist der flächenmäßig größte und kleinste Bundesstaat?
Der größte Bundesstaat ist Alaska. Der kleinste Bundesstaat ist Rhode Island.
Warum ist Washington, D.C. kein Bundesstaat?
Washington, D.C. ist ein Bundesdistrikt, der als neutrale Hauptstadt direkt vom US-Kongress verwaltet wird, um die politische Unabhängigkeit des Regierungssitzes zu gewährleisten.
Wie viele Staaten gründeten die USA im Jahr 1776?
Die USA wurden 1776 von 13 Kolonien gegründet, die sich zu den ersten Bundesstaaten formierten.
Die Reise von 13 Kolonien zu 50 Bundesstaaten ist eine dynamische Geschichte von Expansion, Besiedlung und politischen Entscheidungen, die das heutige Gesicht der Vereinigten Staaten geprägt hat.
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