Wie kam Greta von Amerika zurück?

Gretas Atlantik-Rückreise: Der Weg zurück

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Manchmal ändern sich Pläne im Leben ganz plötzlich und erfordern schnelle, unkonventionelle Lösungen. Genau das erlebte die Klimaaktivistin Greta Thunberg, als der Ort der bevorstehenden Weltklimakonferenz kurzfristig von Chile nach Spanien verlegt wurde. Diese Entscheidung stellte sie vor eine logistische Herausforderung, denn sie befand sich am „falschen Ende der Welt“ und musste nun schnellstmöglich den Atlantik erneut überqueren, um rechtzeitig in Madrid zu sein. Ihre Suche nach einer emissionsfreien Reisemöglichkeit führte sie zu einer neuen, spannenden Segelreise.

Die ursprünglich geplante Reise von Europa nach Südamerika per Segeljacht im August 2019 hatte einen klaren Grund: die Teilnahme an der UN-Klimakonferenz COP25 in Santiago de Chile. Greta Thunberg reiste auf der Hochsee-Segeljacht „Malizia II“ emissionsfrei über den Atlantik, um ein Zeichen gegen Flugreisen und deren CO2-Emissionen zu setzen. Nach ihrer Ankunft in New York und weiteren Aktivitäten in Nordamerika, einschließlich Treffen mit prominenten Persönlichkeiten und Protesten an der Westküste, erreichte sie die Nachricht von der Verlegung der Konferenz. Die sozialen Proteste in Chile hatten die Regierung dazu bewogen, die Ausrichtung der Konferenz abzusagen. Spanien sprang ein, und Madrid wurde zum neuen Tagungsort bestimmt. Ein unerwarteter Wendepunkt, der eine schnelle Reaktion erforderte.

Wie kam Greta von Amerika zurück?
Weniger als drei Wochen bleiben der Klimaaktivistin Greta Thunberg für ihre Rückreise über den Atlantik. Die junge Schwedin segelt an Bord des knapp 15 Meter langen Katamarans "La Vagabonde" vom US-Staat Virginia aus zurück nach Europa.13. Nov. 2019

Die plötzliche Planänderung: COP25 in Madrid

Die Nachricht von der Verlegung der Klimakonferenz traf Greta Thunberg, als sie sich in den USA aufhielt. Sie hatte den weiten Weg über den Atlantik per Segelboot auf sich genommen, um auf die Notwendigkeit emissionsfreier Reisen hinzuweisen und an diesem wichtigen globalen Treffen teilzunehmen. Nun fand die Konferenz nicht wie geplant in Santiago de Chile statt, sondern in Madrid, Spanien. Das bedeutete, dass sie sich auf dem falschen Kontinent befand und einen Weg zurück nach Europa finden musste – und das unter Zeitdruck, da die Konferenz bereits am 2. Dezember beginnen sollte. Eine erneute Atlantiküberquerung im November war notwendig.

Greta Thunberg äußerte ihre Situation in den sozialen Medien: „Es stellt sich heraus, dass ich um die halbe Welt gereist bin, in die falsche Richtung“. Diese Aussage brachte die unerwartete Herausforderung auf den Punkt. Sie musste nun eine Möglichkeit finden, den Atlantik zu überqueren, und zwar im November, einer Jahreszeit, die auf dem offenen Meer oft anspruchsvolle Bedingungen mit sich bringt. Die Suche nach einem geeigneten Schiff, das ihren Kriterien des emissionsfreien Reisens entsprach, begann sofort. Sie reiste quer durch die USA von der Westküste zurück zur Ostküste, um von dort aus eine Passage über den Ozean anzutreten.

Das passende Schiff: Der Katamaran „La Vagabonde“

Nachdem die Notwendigkeit einer schnellen Rückreise feststand, wurde nach einer passenden Gelegenheit gesucht. Die Wahl fiel auf den Katamaran „La Vagabonde“. Dieses Schiff bot die Möglichkeit, die Reise über den Atlantik ebenfalls emissionsfrei oder zumindest mit minimalen Emissionen durchzuführen. Es handelt sich um einen knapp 15 Meter langen Katamaran, der von einem australischen Paar, Riley Whitelum und Elayna Carausu, betrieben wird. Die beiden segeln mit ihrem Schiff um die Welt und dokumentieren ihre Erlebnisse auf ihrem beliebten YouTube-Kanal. Ihr Ziel ist es unter anderem, auf die Bedeutung der Ozeane aufmerksam zu machen und alternative, nachhaltigere Lebensweisen zu erproben.

Der Katamaran „La Vagabonde“ ist speziell für lange Seereisen ausgerüstet und verfügt über Technologien, die eine weitgehend unabhängige und umweltfreundliche Energieversorgung ermöglichen. Das Schiff ist mit Solarpaneelen ausgestattet, die das Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln. Zusätzlich kommen Wasserkraftgeneratoren zum Einsatz, die während der Fahrt Strom erzeugen. Diese Kombination aus Solar- und Wasserkraft ermöglicht es, den Energiebedarf an Bord – für Beleuchtung, Kommunikation und andere elektrische Geräte – zu decken, ohne auf fossile Brennstoffe zurückgreifen zu müssen. Dies entsprach perfekt Greta Thunbergs Wunsch, auch ihre Rückreise so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten und ihre Botschaft der Nachhaltigkeit zu untermauern.

Die Crew für die Rückreise

Für die erneute Atlantiküberquerung war eine erfahrene Crew unerlässlich. An Bord der „La Vagabonde“ befanden sich neben Greta Thunberg und ihrem Vater Svante Thunberg, der sie bereits auf der Hinreise begleitet hatte, auch das australische Paar Riley Whitelum und Elayna Carausu. Sie sind die Eigner und Betreiber des Katamarans und erfahrene Langstreckensegler. Ihre Expertise im Umgang mit dem Schiff und den Herausforderungen des offenen Meeres war entscheidend für die Sicherheit und den Erfolg der Reise.

Zusätzlich wurde die Crew durch die englische Profi-Skipperin Nikki Henderson verstärkt. Ihre Erfahrung als Rennseglerin und Langstreckenkapitänin brachte zusätzliches Know-how und Sicherheit an Bord. Ebenfalls mit an Bord war der kleine Sohn von Riley und Elayna, Lenny. Diese Konstellation machte die Reise zu einem besonderen Erlebnis, das auch über den YouTube-Kanal der Eigner dokumentiert wurde und der Öffentlichkeit Einblicke in das Leben und die Herausforderungen auf einer solchen Langstreckenfahrt bot. Die Gruppe brach vom US-Bundesstaat Virginia an der Ostküste in Richtung Europa auf.

Eine Reise im November: Herausforderungen auf dem Atlantik

Die Überquerung des Atlantiks ist zu jeder Jahreszeit eine Herausforderung, doch der November kann besonders anspruchsvolle Bedingungen mit sich bringen. Stürme, hohe Wellen und kältere Temperaturen sind im Spätherbst auf dem Nordatlantik keine Seltenheit. Die Crew musste auf alle Eventualitäten vorbereitet sein und die Route sorgfältig planen, um potenziell gefährlichen Wetterlagen auszuweichen. Während die Hinfahrt im August etwa zwei Wochen gedauert hatte, war der Zeitplan für die Rückreise ebenfalls eng gesteckt, um rechtzeitig zur Klimakonferenz Anfang Dezember in Madrid einzutreffen. Dies erforderte eine zügige Passage.

Die Wahl eines Katamarans wie der „La Vagabonde“ brachte bestimmte Vor- und Nachteile für eine solche Überquerung mit sich. Katamarane sind in der Regel breiter und bieten mehr Wohnraum als Einrumpfboote vergleichbarer Länge, was den Komfort auf einer langen Reise erhöhen kann. Sie sind oft sehr stabil und können hohe Geschwindigkeiten erreichen. Allerdings können sie bei bestimmten Wellenbedingungen auch anfällig sein. Die Erfahrung der Crew und die Ausstattung des Schiffes mit modernen Navigations- und Kommunikationssystemen waren entscheidend, um die Herausforderungen des Atlantiks im November sicher zu meistern.

Warum wieder Segeln? Die Botschaft der Nachhaltigkeit

Die Entscheidung, auch die Rückreise über den Atlantik per Segelboot anzutreten, war kein Zufall. Greta Thunberg erklärte, dass sie durch das Segeln erneut die Tatsache unterstreichen wolle, „dass es in den heutigen Gesellschaften praktisch unmöglich ist, nachhaltig zu leben“. Indem sie den beschwerlichen und zeitaufwendigen Weg des Segelns wählte, während die meisten Menschen für die gleiche Strecke ein Flugzeug genommen hätten, machte sie deutlich, wie weit die heutige Gesellschaft noch von einer wirklich nachhaltigen Lebensweise entfernt ist. Sie wollte zeigen, dass die emissionsfreie Alternative existiert, aber oft mit erheblichen Einschränkungen und Anstrengungen verbunden ist, was die Dringlichkeit eines Systemwandels unterstreicht.

Ihre Reise war somit mehr als nur eine Fortbewegung von A nach B. Sie war Teil ihrer politischen Botschaft und ihrer Forderung nach mehr Klimaschutz. Jede Meile, die sie segelte, war ein Statement gegen fossile Brennstoffe und für eine Zukunft, die auf erneuerbaren Energien und einem reduzierten ökologischen Fußabdruck basiert. Die Aufmerksamkeit, die ihre Reisen erhielten, trug dazu bei, das Bewusstsein für die Umweltauswirkungen des Reisens und die Notwendigkeit, alternative Verkehrsmittel zu entwickeln und zu nutzen, zu schärfen.

Wie kam Greta Thunberg aus New York zurück?
Sie segelte mit der Rennyacht Malizia II (italienisch für „Bosheit“) von Plymouth, Großbritannien, nach New York, USA, und kehrte mit dem Katamaran La Vagabonde von Hampton, Virginia, nach Lissabon zurück. Thunberg weigert sich aufgrund der CO2-Emissionen der Luftfahrtindustrie zu fliegen, und die Reise wurde als klimaneutral angekündigt.

Vergleich: Hin- und Rückreise über den Atlantik

Obwohl beide Reisen über den Atlantik emissionsfrei per Segelboot stattfanden, gab es einige Unterschiede zwischen der Hinfahrt auf der „Malizia II“ und der Rückfahrt auf der „La Vagabonde“. Die „Malizia II“ war eine 18 Meter lange Rennyacht, die auf Geschwindigkeit ausgelegt war. Die Bedingungen an Bord waren sehr einfach, beschrieben als „einfach bis schwierig“, ohne Küche, Toilette oder Dusche im herkömmlichen Sinne. Sie war ebenfalls mit Solarpaneelen und Unterwasserturbinen zur Energieerzeugung ausgestattet.

Die „La Vagabonde“ hingegen ist ein knapp 15 Meter langer Katamaran. Katamarane bieten in der Regel mehr Platz und Komfort als Einrumpf-Rennyachten. Obwohl auch hier die Energieversorgung über Solarpaneele und Wasserkraftgeneratoren erfolgte, was den emissionsfreien Charakter sicherstellte, könnte das Layout und die Ausstattung des Schiffes für eine Langstreckenreise anders konzipiert sein als bei einer reinen Rennyacht. Auch die Crew war unterschiedlich zusammengesetzt, mit professionellen Seglern und den YouTube-Eignern auf der Rückreise im Vergleich zu einem professionellen Skipper und einem Mitsegler auf der Hinfahrt. Die Dauer der Reisen war vergleichbar, jeweils etwa zwei Wochen, aber die Rückreise fand unter den potenziell anspruchsvolleren Bedingungen des späten Herbstes statt.

MerkmalHinfahrt (Plymouth -> New York)Rückfahrt (Virginia -> Europa/Ziel: Lissabon)
SchiffMalizia II (Rennyacht)La Vagabonde (Katamaran)
Länge18 Meterca. 15 Meter
SchiffstypEinrumpf-RennyachtKatamaran
EnergieversorgungSolarpaneele, UnterwasserturbinenSolarpaneele, Wasserkraftgeneratoren
Bedingungen an BordEinfach bis schwierig (keine Küche, Toilette, Dusche)Nicht detailliert beschrieben, aber Katamarane bieten oft mehr Raum
Dauer (ungefähr)2 Wochen2 Wochen
Hauptbesatzung (neben Greta & Vater)Boris Herrmann (Profi-Skipper), Pierre CasiraghiRiley Whitelum & Elayna Carausu (Eigner, YouTuber), Nikki Henderson (Profi-Skipperin)
Zusätzliche Passagiere-Lenny (Sohn von Riley & Elayna)
ReisezeitAugustNovember

Häufig gestellte Fragen zur Reise

Warum musste Greta Thunberg überhaupt zurück nach Europa?

Die UN-Klimakonferenz COP25, zu der sie ursprünglich nach Chile gereist war, wurde kurzfristig wegen sozialer Proteste in Chile nach Madrid, Spanien, verlegt. Da sie sich in den USA befand, musste sie einen Weg finden, rechtzeitig nach Europa zurückzukehren.

Warum ist sie wieder mit dem Segelboot gefahren und nicht geflogen?

Greta Thunberg reist grundsätzlich emissionsfrei, um ihren CO2-Fußabdruck zu minimieren und auf die Notwendigkeit nachhaltiger Reiseformen hinzuweisen. Das Segeln war die konsequente Wahl, um ihre Botschaft zu unterstreichen, dass nachhaltiges Leben in der heutigen Gesellschaft schwierig ist, aber angestrebt werden muss.

Mit welchem Schiff ist sie zurückgesegelt?

Sie segelte an Bord des knapp 15 Meter langen Katamarans „La Vagabonde“.

Wer war mit ihr an Bord der „La Vagabonde“?

An Bord waren die Eigner des Katamarans, das australische YouTube-Paar Riley Whitelum und Elayna Carausu, die englische Profi-Skipperin Nikki Henderson, Gretas Vater Svante Thunberg und der kleine Sohn von Riley und Elayna, Lenny.

Wie lange hat die Rückreise gedauert?

Ähnlich wie die Hinfahrt dauerte auch die Rückreise über den Atlantik etwa zwei Wochen.

Woher kam die Energie an Bord der „La Vagabonde“?

Der Katamaran war mit Solarpaneelen und Wasserkraftgeneratoren ausgestattet, um eine emissionsfreie Energieversorgung zu gewährleisten.

Was ist der Unterschied zwischen der „Malizia II“ und der „La Vagabonde“?

Die „Malizia II“ ist eine 18 Meter lange Einrumpf-Rennyacht mit sehr einfachen Bedingungen. Die „La Vagabonde“ ist ein knapp 15 Meter langer Katamaran, der in der Regel mehr Platz und Stabilität bietet. Beide Schiffe nutzten Solarenergie und Wasserkraft.

Greta Thunbergs unerwartete Rückreise über den Atlantik war ein weiteres Kapitel in ihrem Engagement für den Klimaschutz. Die Suche nach einer emissionsfreien Lösung in einer logistisch herausfordernden Situation und die erneute Überquerung des Ozeans im November auf dem Katamaran „La Vagabonde“ zeigten einmal mehr ihre Entschlossenheit. Begleitet von einer erfahrenen Crew, darunter die Eigner des Schiffes und eine Profi-Skipperin, sowie ihrem Vater, meisterte sie die Reise, um pünktlich zur Weltklimakonferenz in Madrid zu sein. Diese Reise unterstrich erneut ihre zentrale Botschaft: Die Notwendigkeit, unsere Lebensweise zu ändern und nachhaltige Alternativen zu wählen, auch wenn sie mit Anstrengungen verbunden sind. Sie nutzte die Reise, um weiterhin auf die Dringlichkeit der Klimakrise und die Bedeutung emissionsfreier Mobilität aufmerksam zu machen.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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