Wie kam Gutenberg auf die Idee des Buchdrucks?

Gutenbergs Druckkunst: Eine Revolution der Medien

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Die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg in der Mitte des 15. Jahrhunderts war nicht weniger als eine Revolution. Sie veränderte die Art und Weise, wie Wissen verbreitet wurde, wie Bildung zugänglich gemacht wurde und legte den Grundstein für die moderne Informationsgesellschaft. Doch wie kam dieser Mann aus Mainz auf die Idee, die Vervielfältigung von Texten so grundlegend zu beschleunigen und zu vereinfachen? Es war kein plötzlicher Geistesblitz, sondern das Ergebnis der geschickten Kombination und Weiterentwicklung bereits existierender Technologien.

Wie lange brauchte Gutenberg für den Buchdruck?
Wie lange brauchte man vor Gutenbergs Zeit für einen Buchdruck? Bis zu Gutenbergs Erfindung benötigte die Vervielfältigung von Texten sehr viel Zeit. Die Texte wurden von speziell ausgebildeten Mönchen in Schreibstuben abgeschrieben. Ein umfangreiches Werk wie die Bibel zu kopieren, dauerte so bis zu drei Jahre.

Wie Gutenberg auf die Idee kam: Die Synthese bekannter Künste

Gutenbergs Genialität lag darin, verschiedene, ihm bereits bekannte Verfahren zu einem effizienten Gesamtsystem zu vereinen. Er war vertraut mit dem Metallguss, beherrschte als Goldschmied die Kunst der Metallverarbeitung und kannte Verfahren wie das Modeln und Stempeln. Auch Handpressen, die beispielsweise in der Wein- oder Papierherstellung eingesetzt wurden, sowie der Blockdruck, bei dem ganze Seiten in Holztafeln geschnitten wurden, waren ihm bekannt.

Die entscheidende Leistung Gutenbergs war die Integration und Verbesserung dieser Elemente. Er entwickelte den Guss von metallenen, einzeln beweglichen Drucklettern, konstruierte eine neuartige Druckerpresse und erfand eine spezielle, zähflüssige Druckfarbe. Erst die Zusammenführung dieser drei Innovationen ermöglichte den Buchdruck mit beweglichen Lettern in einer Qualität und Geschwindigkeit, die zuvor undenkbar war.

Man nimmt an, dass Gutenberg Inspiration aus seiner Umgebung zog. Von seiner Kindheit an dürfte er Wein- und Ölpressen gesehen haben, deren Mechanismus die Grundlage für seine Druckerpresse bildete. Seine Fähigkeiten als Goldschmied und im Umgang mit Bleiformen für Schmuckstücke waren sicherlich entscheidend für die Entwicklung des Letterngusses.

Das revolutionäre Druckverfahren im Detail

Das von Gutenberg entwickelte Verfahren war komplex und erforderte Präzision in jedem Schritt. Es basierte auf der Wiederverwendbarkeit einzelner Zeichen, was einen enormen Effizienzsprung gegenüber dem Blockdruck darstellte.

Der Guss der beweglichen Lettern

Die Herstellung der metallenen Lettern war eine der zentralen Innovationen. Gutenberg entwickelte hierfür das Handgießinstrument. Dieses Werkzeug erlaubte es, Lettern schneller, individueller und mit höherer Feinheit zu produzieren als zuvor.

Der Prozess begann mit der Herstellung einer Patrize. Dies war eine erhabene, seitenverkehrte Form eines Zeichens, die aus hartem Metall gefertigt wurde. Diese Patrize wurde dann in ein Stück Kupfer eingeschlagen, wodurch eine vertiefte, seitenrichtige Negativform entstand – die Matrize.

Die Matrize wurde anschließend in das Handgießinstrument eingesetzt und dort von einem Metallbügel fixiert. Eine Legierung aus Zinn, Blei, Antimon und etwas Wismut, die sich als besonders geeignet erwies, wurde geschmolzen und in die Matrize gegossen. Nach dem Erkalten wurde die fertige Letter entnommen. Die so gegossenen Typen wurden auf eine exakte Länge gebracht und in Setzkästen sortiert, bereit zur Verwendung.

Die Druckerpresse

Gutenbergs Druckpresse war wahrscheinlich eine clevere Adaption der bereits bekannten Spindelpressen, wie sie in der Landwirtschaft oder bei der Papierherstellung genutzt wurden. Der grundlegende Mechanismus wurde für die Bedürfnisse des Drucks umgestaltet.

Durch das Drehen einer Spindel mittels eines Hebels, des sogenannten Pressbengels, wurde eine senkrechte Metallplatte, der Tiegel, nach unten bewegt. Der Tiegel übte gleichmäßigen Druck auf die Druckform (den Druckstock) aus, die sich auf einer beweglichen Unterlage befand. Diese bewegliche Unterlage, oft ein Karren, ermöglichte einen einfachen Zugang zum Setzgut.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil war der mehrteilige, aufklappbare Deckel, der ebenfalls am Karren befestigt war. In diesen Deckel wurde das zu bedruckende Material, meist Papier oder Pergament, präzise eingelegt und fixiert.

Warum druckte Gutenberg zuerst die Bibel?
Er stellte das erste gedruckte Buch der westlichen Welt her, das die drucktechnische Neuzeit einleiten sollte. Im Mittelalter kümmerten sich noch die Mönche in den christlichen Klöstern um das Lesen und Schreiben. So verbreiteten sie damals Texte aller Art, auch die Bibel.

Die spezielle Druckfarbe und der Satz

Eine weitere wichtige Erfindung Gutenbergs war die Druckfarbe. Die dünnflüssige Tinte, die bisher im Holztafeldruck verwendet wurde, war für die filigranen Metalllettern ungeeignet. Gutenberg entwickelte eine zähflüssige Emulsion, hauptsächlich bestehend aus Leinölfirnis und Ruß.

Diese Ölfarben hatten entscheidende Vorteile: Sie hafteten gut an den Metalllettern, waren hinreichend viskos, um nicht zu zerlaufen, und trockneten vergleichsweise schnell. Letzteres war essenziell, da es den beidseitigen Druck eines Bogens ermöglichte (Schöndruck und Widerdruck), ohne dass die Farbe verschmierte.

Das Anmischen des Leinölfirnis war ein aufwendiger Prozess, bei dem ein Stück Ölbrot als Indikator für die richtige Konsistenz diente. Weitere mögliche Bestandteile der frühen Druckfarbe waren Terpentin, verschiedene Harze, Schwefelkies, Zinnober und Galläpfel.

Der Schriftsatz selbst war ebenfalls eine Kunst. Die einzelnen Lettern wurden mit einem Winkelhaken zu Zeilen zusammengestellt. Um einen gleichmäßigen Abstand zwischen Buchstaben und Wörtern zu erreichen, wurde Blindmaterial verwendet. Der angestrebte, gleichmäßige Blocksatz, wie er etwa in der B42 zu finden ist, wurde durch die Verwendung von unterschiedlich breiten Typen, Ligaturen (verbundene Buchstaben) und Abkürzungszeichen realisiert. Für den Bibeldruck konnten bis zu 290 verschiedene Typen identifiziert werden.

Die im Winkelhaken gesetzten Zeilen wurden dann in einem Setzschiff zu einer vollständigen Seite oder Spalte arrangiert. Dieser fertige Satz wurde mit einem Druckerballen, einem mit Pferdehaaren gefüllten Ledersäckchen, gleichmäßig mit Druckfarbe bestrichen.

Vor dem eigentlichen Druck wurde das Papier leicht angefeuchtet. Dies öffnete die Poren, sodass die Farbe beim Pressvorgang besser aufgenommen werden konnte. Nach dem Trocknen schlossen sich die Poren wieder und umschlossen die Farbe dauerhaft.

Das vorbereitete Papier wurde mithilfe von Punkturen präzise am Pressdeckel befestigt. Ein Holzrahmen verhinderte, dass Farbe auf die nicht zu bedruckenden Bereiche gelangte. Der eingefärbte Satz wurde nun durch den Druck des Tiegels auf das Papier übertragen – ein Hochdruckverfahren, da die zu druckenden Elemente erhaben waren.

Dank der Punkturen konnte der Druck der Rückseite (Widerdruck) exakt an den Schöndruck der Vorderseite angepasst werden, wodurch die Satzspiegel perfekt übereinanderlagen. Die metallenen Lettern waren robust genug, um dem hohen Druck standzuhalten, und konnten immer wieder verwendet werden – ein entscheidender Vorteil gegenüber den einmaligen Holztafeln des Blockdrucks.

Die Meisterwerke: Die Gutenberg-Bibel (B42)

Das wohl berühmteste Werk, das mit Gutenbergs Verfahren gedruckt wurde, ist die sogenannte Gutenberg-Bibel (B42). Sie wurde nach Vorlage einer Vulgata gedruckt und zeichnet sich durch 42 Zeilen pro Spalte aus. Auch heute noch gilt die B42 als Meisterwerk der Buchdruckkunst.

Ihre außergewöhnliche Schönheit und Langlebigkeit wird oft auf die hohe Qualität des verwendeten Papiers bzw. Pergaments und Gutenbergs akribische Sorgfalt beim Satz zurückgeführt. Die verwendete Schrifttype, die der Textura und Schwabacher ähnelt, trug maßgeblich zum ästhetischen Eindruck bei.

Wie kam Gutenberg auf die Idee einer Druckerpresse?
Gutenberg hatte schon als Kind Wein- und Olivenpressen gesehen. Später erlernte er die Kunst des Steinschleifens, wurde Goldschmiedemeister und erwarb zudem das Know-how, Bleiformen für die Schmuckherstellung herzustellen. Mit diesem Wissen adaptierte Gutenberg die bestehende Technologie, um seine Innovation zu entwickeln.

Die Herstellung der rund 180 Exemplare der B42 dauerte etwa drei Jahre. Gemessen an der Zeit, in der das Abschreiben einer einzigen Bibel durch einen Schreiber ebenfalls mehrere Jahre in Anspruch nehmen konnte, war dies eine revolutionäre Beschleunigung.

Es gab zwar die These des italienischen Professors Bruno Fabbiani (2003), die B42 sei nicht mit Einzellettern, sondern mit ganzen Druckplatten gedruckt worden, doch diese fand in der Wissenschaft keinen Anklang und wurde vom Mainzer Gutenberg-Museum als „absurd“ zurückgewiesen. Die Beweise sprechen eindeutig für den Druck mit beweglichen Lettern.

Weitere frühe Drucke aus Gutenbergs Werkstatt

Die genaue Zuordnung früher Drucke zu Gutenberg ist schwierig, da sie keine Druckermarken oder Namensnennungen im Kolophon enthielten. Dennoch lassen sich viele Drucke aufgrund der verwendeten Typen und der historischen Umstände seiner Werkstatt in Mainz zuschreiben.

Die Tatsache, dass die Donat-Kalender-Type und die B42-Type erst nach Gutenbergs Tod wieder auftauchten (vermutlich durch Verkauf an Schöffer), deutet darauf hin, dass sie zuvor in seinem Besitz waren. Da in der Anfangsphase des Buchdrucks kaum andere Werkstätten in Mainz existierten und Fust und Schöffer ihre Drucke später kennzeichneten, werden die folgenden Werke meist Gutenberg zugeordnet. Diese kleineren Drucke sicherten ihm vermutlich ein Einkommen und sprachen diverse Leserkreise an. Sie erforderten geringere Investitionen und versprachen eine schnellere Refinanzierung.

Für viele dieser frühen Drucke wurde die Donat-Kalender-Type verwendet, die manchmal als Gutenbergs „Urtype“ bezeichnet wird. Sie ist im Vergleich zur B42-Type größer und gröber und gehört zur Schriftfamilie der Textura.

  • Donate: Drucke der lateinischen Grammatik „Ars minor“ von Aelius Donatus. Als Standard-Schulbuch der Zeit gab es eine hohe Nachfrage. Bis 1468 lassen sich 24 Auflagen nachweisen, meist 26- bis 30-zeilig auf Pergament gedruckt. Die Satzqualität war hier oft noch nicht ganz ausgereift.
  • Ablassbriefe (1454/1455): Einseitig bedruckte Formulare, die Gläubigen gegen Geld Sündenstrafen erließen. Die Möglichkeit zur schnellen Vervielfältigung ermöglichte eine weite Verbreitung. Datierte Exemplare belegen die frühe Nutzung des Verfahrens.
  • Türkenkalender für das Jahr 1455: Eine Flugschrift zur Warnung vor den Osmanen und Aufruf zu einem Kreuzzug. Beginnend mit dem 1. Januar 1455, enthielt er monatliche Aufrufe an geistliche und weltliche Herrscher. Der Text war in Versen, aber in fortlaufenden Zeilen gesetzt. Die Typenliste deutet auf eine ursprünglich für lateinische Texte konzipierte Type hin.
  • Türkenbulle (1455/1456): Eine Bulle von Papst Calixtus III. zur Unterstützung eines Kreuzzuges. Gedruckt in lateinischer und deutscher Sprache, verbreitet zwischen Juni 1455 und April 1456.
  • Provinciale Romanum (1457): Ein lateinisches Verzeichnis von Bistümern und Erzbistümern. Datiert auf 1457, geschätzt 10 Blätter Umfang.
  • Aderlass- und Laxierkalender auf das Jahr 1457: Ein medizinischer Ratgeber zu günstigen Tagen für Aderlass und Abführen.
  • Cisianus, deutsche Ausgabe: Ein Merkversgedicht zum Auswendiglernen von Kirchenfesten und Heiligentagen.
  • Astronomischer Kalender (1457): Diente zur Erstellung und Deutung von Horoskopen und Planetenkonstellationen. Ein Fragment zeigt auf der Rückseite einen Probedruck der B36, was auf eine Verbindung hindeutet.
  • Sibyllenbuch (ca. 1457): Nur wenige Fragmente erhalten. Auffällig sind hier Unregelmäßigkeiten im Druckbild, was auf experimentelle Guss- oder Druckverfahren hindeuten könnte.

Die rätselhaften Bibeln: B36 und Catholicon

Neben der berühmten B42 gibt es zwei weitere bedeutende Drucke, bei denen Gutenbergs Beteiligung diskutiert wird, aber nicht eindeutig belegt ist: die 36-zeilige Bibel (B36) und das Catholicon.

Die 36-zeilige Bibel (B36) wurde mit einer weiterentwickelten Donat-Kalender-Type gedruckt und umfasst 1768 Seiten mit je zwei 36-zeiligen Spalten. Eine Notiz eines Rubrikators datiert die Fertigstellung der Rubrikationen auf 1461, was auf eine Druckzeit zwischen 1458 und 1460 schließen lässt. Obwohl der Satz weniger präzise ist als bei der B42, wird er erfahrenen Druckern zugeschrieben. Das verwendete Typenmaterial lässt eine Verbindung zu Gutenberg vermuten.

Allerdings stammt das Papier teilweise aus Bamberger Mühlen, und die meisten erhaltenen Exemplare stammen aus Klöstern der Bamberger Region. Albrecht Pfister, ein Bamberger Drucker, nutzte die B36-Type ab 1461. Die geringere Qualität seiner datierten Drucke spricht jedoch dagegen, dass er der Drucker der B36 war. Möglicherweise verließ ein Mitarbeiter Gutenbergs Werkstatt mit dem Typensatz, oder Gutenberg verkaufte das Material und vermittelte Personal nach Bamberg, um andere Projekte wie das Catholicon zu finanzieren.

Das Catholicon ist ein umfangreiches lateinisches Lehr- und Nachschlagewerk. Die Diskussion um seine Druckgeschichte ist komplex, nicht zuletzt, weil einige Ausgaben auf Papier gedruckt wurden, das erst nach 1468 hergestellt wurde, während Satz und Typen große Ähnlichkeit aufweisen. Eine Ausgabe von 1460 nennt im Kolophon Mainz als Druckort und das Jahr, aber keinen Drucker. Die verwendete Gotico-Antiqua-Schrift unterscheidet sich von der, die Fust und Schöffer nutzten, was Gutenbergs Werkstatt als möglichen Entstehungsort der 1460er Ausgabe nahelegt.

Gutenbergs immense Bedeutung für die Welt

Die Entwicklungen, die von Gutenbergs Werkstatt ausgingen, leiteten eine tiefgreifende Medienrevolution ein. Das Verfahren mit beweglichen Lettern ermöglichte es, Bücher und andere Texte schneller, kostengünstiger und in weitaus größeren Mengen herzustellen als je zuvor. Gedruckte Werke wurden vom seltenen Luxusgut zum alltäglichen Medium und lösten die handschriftliche Vervielfältigung ab.

Wie kam Gutenberg auf die Idee des Buchdrucks?
Gutenbergs Druckverfahren. Gutenberg erfand den Buchdruck durch Adaption und Verbesserung bereits bekannter Reproduktions- und Druckverfahren und deren Kombination zu einem Gesamtsystem. So waren der Metallguss, die Handpresse, der Blockdruck (Holztafeldruck) und Verfahren wie Modeln und Stempeln bereits bekannt.

Diese neue Technologie hatte weitreichende Folgen. Sie war ein entscheidender Faktor für die Verbreitung der Ideen des Humanismus und später der Reformation. Wissen und Bildung wurden durch die erhöhte Verfügbarkeit von Texten einem viel größeren Personenkreis zugänglich gemacht, was langfristig zur Alphabetisierung beitrug.

Medienwissenschaftler wie Vilém Flusser oder Marshall McLuhan sehen in Gutenbergs Erfindung den Beginn eines neuen Zeitalters der Medienentwicklung. McLuhans Konzept der „Gutenberg-Galaxis“ beschreibt die durch den Buchdruck geprägte Ära der Massenkommunikation, die unsere Denkweise und Gesellschaftsstruktur fundamental beeinflusste.

Die Anerkennung für diese Leistung ist immens. 1999 wurde Johannes Gutenberg von amerikanischen Historikern zum „Mann des Jahrtausends“ erklärt – eine Ehrung, die seine singuläre Bedeutung für die Weltgeschichte unterstreicht.

Vergleich: Manuskript vs. Gutenberg-Druck

MerkmalHandschrift (vor Gutenberg)Gutenberg-Druck
Herstellungsgeschwindigkeit (z.B. Bibel)Bis zu 3 Jahre pro ExemplarCa. 3 Jahre für ~180 Exemplare
Kosten pro ExemplarSehr hoch (Arbeitszeit, Material)Deutlich geringer bei höheren Auflagen
Auflage / StückzahlEinzelstücke, sehr geringe AuflagenHöhere Auflagen möglich, Massenproduktion beginnt
FehleranfälligkeitHoch (Abschreibfehler)Geringer (Fehler nur im Satz, dann Vervielfältigung identisch)
Zugänglichkeit von WissenSehr begrenzt (Klöster, Fürstenhöfe)Deutlich erweitert (Universitäten, Bürgertum)
VerfahrenAbschreiben per Hand oder Blockdruck (ganze Seite geschnitten)Bewegliche Metalllettern, Presse, spezielle Farbe
WiederverwendbarkeitNicht relevant (Abschrift) / Holztafel nur für dieses WerkLettern unbegrenzt wiederverwendbar

Häufig gestellte Fragen zu Gutenberg und seinem Druckverfahren

Wie lange brauchte man vor Gutenbergs Zeit für einen Buchdruck?

Vor Gutenbergs Erfindung war die Vervielfältigung von Texten extrem zeitaufwendig. Das Abschreiben eines umfangreichen Werks wie der Bibel durch speziell ausgebildete Schreiber in Klöstern konnte bis zu drei Jahre für ein einziges Exemplar dauern. Der Blockdruck, bei dem ganze Seiten in Holz geschnitten wurden, war ebenfalls mühsam und nicht flexibel.

Wie lange brauchte Gutenberg für den Druck der Gutenberg-Bibel?

Für den Druck der berühmten 42-zeiligen Bibel benötigte Gutenbergs Werkstatt etwa drei Jahre. In dieser Zeit wurden schätzungsweise 180 Exemplare hergestellt. Das war im Vergleich zur handschriftlichen Vervielfältigung eine enorme Beschleunigung.

Warum nennt man den Buchdruck manchmal die «Schwarze Kunst»?

Der Name «Schwarze Kunst» leitet sich wahrscheinlich von der verwendeten Druckfarbe ab. Gutenberg stellte seine spezielle, zähflüssige Tinte hauptsächlich aus Lampenruß und Leinölfirnis her. Diese intensiv schwarze Farbe, kombiniert mit dem handwerklichen Geschick und den oft als geheimnisvoll angesehenen Prozessen in der Werkstatt, führten zu dieser Bezeichnung.

Warum druckte Gutenberg zuerst die Bibel?

Die Bibel war zur damaligen Zeit das wichtigste und meistkopierte Buch überhaupt. Es gab eine immense Nachfrage nach Bibeln, sowohl für den kirchlichen Gebrauch als auch für wohlhabende Privatpersonen. Obwohl die Herstellung aufwendig war, versprach eine erfolgreiche, qualitativ hochwertige Auflage der Bibel die größte wirtschaftliche Rentabilität und Anerkennung. Es war ein ambitioniertes Projekt, das das volle Potenzial der neuen Technologie demonstrierte.

Woher kam die Idee für die Druckerpresse?

Gutenbergs Idee für die Druckerpresse basierte auf der Adaption und Umgestaltung bekannter Spindelpressen. Diese wurden schon länger in der Wein- und Papierherstellung eingesetzt. Gutenberg nutzte das Prinzip des gleichmäßigen vertikalen Drucks, der durch das Drehen einer Spindel erzeugt wird, und passte es an die Bedürfnisse des Buchdrucks an, indem er den Tiegel und die bewegliche Unterlage hinzufügte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Johannes Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern ein komplexes, aber brillantes System war, das auf der intelligenten Kombination und Weiterentwicklung bestehender Technologien beruhte. Sie revolutionierte die Vervielfältigung von Schriften und hatte weitreichende kulturelle, soziale und wirtschaftliche Folgen, die bis heute spürbar sind.

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Andenmatten Soltermann

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