Die Fahndung nach Saddam Hussein, dem gestürzten irakischen Präsidenten, war eine der größten und intensivsten in der modernen Geschichte. Nachdem er nach Beginn der US-geführten Invasion im Irak im Jahr 2003 von der Bildfläche verschwunden war, stuften ihn die US-Streitkräfte als „High Value Target Number One“ (HVT1) ein. Monatelang lief die Suche, doch der meistgesuchte Mann des Irak schien wie vom Erdboden verschluckt. Die Bemühungen zu seiner Ergreifung gipfelten schließlich in einer Operation, die unter dem Codenamen „Operation Red Dawn“ bekannt wurde – benannt nach einem amerikanischen Film aus dem Jahr 1984.

Die monatelange Jagd
Zwischen Juli und Dezember 2003 führte die Task Force 121 des JSOC (Joint Special Operations Command), ein Eliteteam für verdeckte Operationen, zwölf erfolglose Razzien durch, um Saddam zu finden. Zusätzlich wurden 600 weitere Operationen gegen verschiedene Ziele durchgeführt, darunter 300 Verhöre. Die Suche war mühsam und brachte zunächst keine entscheidenden Ergebnisse. Die Geheimdienstinformationen waren spärlich und schwer zu verifizieren.
Der entscheidende Durchbruch gelang schließlich am 1. Dezember 2003. Ein ehemaliger Fahrer gab den Namen Muhammed Ibrahim Omar al-Musslit preis, einen Kameraden Saddams, der der Task Force 121 unter den Namen „die Quelle“ oder „der Dicke“ bekannt war. Dies war ein kritischer Wendstein in der Fahndung. Über die nächsten zwei Wochen wurden fast 40 Mitglieder seiner Familie verhört, um seinen Aufenthaltsort herauszufinden. Die Ermittler arbeiteten unermüdlich, um aus diesen Verhören verwertbare Informationen zu gewinnen.
Am 12. Dezember 2003 führte eine Razzia in einem Haus in Bagdad, das als Hauptquartier von Aufständischen genutzt wurde, zur Gefangennahme von Omar selbst. Dies war der entscheidende Moment. Frühmorgens am nächsten Tag enthüllte er den möglichen Aufenthaltsort Saddams. Diese Geheimdienstinformationen, zusammen mit weiteren Informationen von inhaftierten ehemaligen Mitgliedern der Ba'ath-Partei und unterstützt durch Signalaufklärung der ISA (Intelligence Support Activity), führten schließlich zur genauen Lokalisierung Saddams auf einem abgelegenen Bauernhof südlich von Tikrit.
Operation Red Dawn wird gestartet
Mit den neuen, verwertbaren Geheimdienstinformationen wurde die Operation Red Dawn ins Leben gerufen. Die Informationen identifizierten zwei wahrscheinliche Aufenthaltsorte Saddams in der Nähe der Stadt ad-Dawr, denen die Codenamen „Wolverine 1“ und „Wolverine 2“ gegeben wurden. Auch diese Namen waren eine Anspielung auf den Film „Red Dawn“, in dem eine amerikanische Widerstandsgruppe den Namen „Wolverines“ trägt.
Die Operation wurde vom C Squadron der Delta Force, ISA-Einsatzkräften unter der Task Force 121 und der 1. Brigade Combat Team der 4. Infanteriedivision durchgeführt. Die beteiligten Streitkräfte umfassten etwa 600 Soldaten, darunter Kavallerie, Artillerie, Luftfahrt, Pioniere und Spezialeinheiten. Es war eine konzertierte Aktion, die eine erhebliche Anzahl von Ressourcen und Personal mobilisierte, um die größtmögliche Erfolgschance zu gewährleisten.
Die dramatische Gefangennahme im „Spinnenloch“
Die Einsatzkräfte durchsuchten zunächst die beiden Zielobjekte, Wolverine 1 und Wolverine 2. Doch auch hier fanden sie Saddam zunächst nicht. Während die Soldaten die Durchsuchung beendeten und die Hubschrauber zur Evakuierung angefordert wurden, trat ein Soldat ein Stück Bodenplatte zur Seite. Darunter befand sich ein verborgenes Loch, ein sogenanntes „Spinnenloch“. Der Soldat bereitete sich darauf vor, eine Granate hineinzuwerfen – für den Fall, dass es sich um einen Zugang zu einem Tunnelsystem von Aufständischen handelte. Plötzlich erschien Saddam Hussein aus dem Loch.
Der Soldat reagierte blitzschnell. Er schlug Saddam mit dem Schaft seines M4-Karabiners und entwaffnete ihn einer Glock 18C, die er bei sich trug. Saddam leistete bei der Gefangennahme keinen Widerstand. Er ergab sich und wurde von den Soldaten in Gewahrsam genommen. Aus dem Spinnenloch wurden neben der Glock auch ein AK-47-Sturmgewehr und 750.000 US-Dollar in Banknoten geborgen. Zwei weitere Personen wurden ebenfalls festgenommen.

Nach seiner Gefangennahme wurde Saddam Hussein von einem MH-6 Little Bird des 160th SOAR (Special Operations Aviation Regiment) zum Tikrit Mission Support Site gebracht, wo er ordnungsgemäß identifiziert wurde. Anschließend wurde er mit einem MH-60K Blackhawk-Hubschrauber, ebenfalls vom 160th SOAR, von Tikrit nach Bagdad zum Baghdad International Airport geflogen und dort in Gewahrsam genommen.
Unmittelbare Folgen und Auswirkungen
Die Gefangennahme Saddam Husseins hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Sicherheitslage im Irak. Im Einsatzgebiet der 4. Infanteriedivision am oberen Tigris stellte sich nach der Gefangennahme die „erste Periode wirklicher Ruhe“ ein. Die Combined Joint Task Force 7 (CJTF-7) verzeichnete eine Reduzierung der IED-Angriffe (Improvised Explosive Device) um 39 Prozent. Die wahrgenommenen Sicherheitsverbesserungen führten dazu, dass die CJTF-7 und die Koalitions-Übergangsverwaltung (CPA) das Jahr 2003 mit einem optimistischen Ausblick beendeten.
Die CJTF-7 glaubte, dass die Gefangennahme Saddams und die Sicherstellung seines Geldes die Niederlage der ehemaligen Regime-Aufständischen einläuteten. Mithilfe der bei der Operation erbeuteten Dokumente und Materialien verfolgten die Einheiten der CJTF-7 das, was sie für die „letzten Überreste des ehemaligen Ba'athisten-Widerstands“ hielten.
Es gab auch eine alternative Darstellung der Ereignisse im Jahr 2021 durch die russische Nachrichtenagentur Sputnik. Unter Berufung auf einen anonymen irakischen Dolmetscher wurde behauptet, Saddam Hussein sei tatsächlich beim Beten in einem normalen Raum auf dem Bauernhof gefunden worden, und die Geschichte vom Fund im Spinnenloch sei eine amerikanische Erfindung.
Der Irakkrieg im breiteren Kontext: Medien und Kosten
Die Gefangennahme Saddams erfolgte im Kontext des Irakkriegs, dessen Darstellung in den Medien Gegenstand vieler Debatten war. Der Irakkrieg wurde medienhistorisch als erster Territorialkrieg mit einer neuen Form der medialen Aufbereitung in Verbindung gebracht, die erstmals von den USA in dieser Form praktiziert wurde – ein Lerneffekt aus den Erfahrungen im Vietnamkrieg.
Sämtliche Darstellungen, insbesondere Videomaterial des Krieges, wurden vom amerikanischen Verteidigungsministerium inszeniert oder zensiert. Der Zugang ausländischer Journalisten zum Kriegsgebiet erfolgte nach dem Pool-Prinzip, wobei nur ausgewählte Journalisten unter militärischer Aufsicht arbeiten durften und ihre Beiträge vor der Veröffentlichung einer Sicherheitsprüfung unterzogen werden mussten. Neuartig und in bisher nicht da gewesener Dimension wurden sogenannte Embedded Journalists eingesetzt, die aus der subjektiven Sicht ihrer Kriegspartei berichteten.
Beim Wording wurde darauf geachtet, von einem „chirurgischen“ und „sauberen“ Krieg zu sprechen, um den Eindruck zu erwecken, moderne Waffentechnologie könne Krieg führen, ohne Unschuldige zu töten. Im Mittelpunkt der Berichterstattung stand oft die Militärtechnik der USA und Großbritanniens. Auf Pressekonferenzen wurden selbst gefertigte Videoaufnahmen präziser Raketeneinschläge gezeigt, während Bilder von Zerstörung, Gewalt oder Toten weitgehend fehlten. „Der Krieg sah auf dem Fernsehbildschirm plötzlich aus wie ein Computerspiel. Das Leiden und Sterben der Zivilisten blieb hinter der medialen Inszenierung unsichtbar“, so eine Analyse.

Die US-amerikanischen Massenmedien übernahmen die Lesart der US-Regierung weitgehend und trugen durch ständige Wiederholung von Behauptungen dazu bei, den Irak als Bedrohung darzustellen und ein Klima der Angst zu erzeugen. Die New York Times resümierte 2004, dass die gesamte amerikanische Presse nicht skeptisch genug gewesen sei. Musiker, die sich kritisch äußerten, wurden von einigen Radiostationen nicht mehr gespielt. Büros von Nachrichtenagenturen wie Al Jazeera, die Bilder von toten irakischen Zivilisten zeigten, wurden beschossen.
Ein weiterer Aspekt des Krieges waren die enormen Kosten:
| Kostenart / Schätzung | Datum / Zeitraum | Betrag (USD) | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| Krieg und Folgen (USA) | Gesamt | 79 Milliarden | Davon 62,6 Milliarden reine Kriegskosten |
| US-Steuerzahler | 24. Februar 2008 | 497,2 Milliarden | Geschätzt |
| US-Steuerzahler | 24. Juli 2008 | 616 Milliarden | Geschätzt |
| US-Steuerzahler | Ende 2009 | 700 Milliarden | Offiziell, tatsächliche Kosten „weit höher“ |
| „Wahre Kosten“ (USA) | Ende Februar 2008 | ~3 Billionen | Schätzung von Joseph Stiglitz |
| Großbritannien | Gesamt | 3 Milliarden Pfund (~3,7 Milliarden Euro) | |
| Verluste durch Misswirtschaft/Betrug | Umfeld der Kriegsaktivitäten | Bis zu 23 Milliarden | BBC-Schätzung |
Zusätzlich zu den finanziellen Kosten gab es den Einsatz von Waffen. Bei 30.000 Einsätzen wurden 15.000 Präzisionsbomben, 8.000 ungesteuerte Sprengkörper und 800 Marschflugkörper eingesetzt.
Die Begründung für den Krieg, das Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen im Irak, blieb umstritten. UN-Chefinspektor Blix und IAEA-Direktor El-Baradei berichteten am 14. Februar 2003 vor dem Sicherheitsrat, dass bisher keine Massenvernichtungswaffen gefunden worden seien, ihre Existenz aber nicht ausgeschlossen werden könne. Sie warben dafür, dem Irak noch eine Chance für weitere Inspektionen zu geben und betonten, dass die Entwaffnung in relativ kurzer Zeit möglich sei, wenn die irakische Regierung voll kooperiere. Frankreichs Außenminister Villepin sah in weiteren Inspektionen eine Alternative zum Krieg und bezeichnete Gewalt als „letzten Ausweg“. US-Außenminister Colin Powell forderte dagegen „ernsthafte Konsequenzen“ und setzte Bagdad eine Frist bis zum 1. März.
Weltweit gab es am 15. Februar 2003 Massendemonstrationen gegen einen Krieg, auch in Ländern mit engen Verbündeten der USA. Die EU-Staats- und Regierungschefs verständigten sich am 17. Februar 2003 auf einen Kompromiss, der Gewalt als letztes Mittel nicht ausschloss, aber den Willen zur friedlichen Lösung und die zentrale Rolle der UN-Inspektoren betonte. Deutschland betonte das Ziel der friedlichen Entwaffnung und die Entscheidungsgewalt des UN-Sicherheitsrats, während Großbritannien die Notwendigkeit, Stärke zu zeigen, hervorhob.
Internationale Reaktionen auf die Gefangennahme
Die Nachricht von Saddam Husseins Gefangennahme löste weltweit unterschiedliche Reaktionen aus:
| Region / Land / Organisation | Reaktion / Aussage (basierend auf Text) |
|---|---|
| Naher Osten | |
| Bahrain | Sollte Einheit und Zusammenhalt der Iraker wiederherstellen. |
| Ägypten | Niemand wird um Saddam trauern. Seine Verhaftung ändert nichts am Ende seines Regimes, das das irakische Volk geschädigt und die Region in Stürme gezogen hat. |
| Iran | Zufriedenheit über die Verhaftung eines „Kriminellen“, der viele Verbrechen gegen Iraner begangen hat. Forderung nach Gerechtigkeit. |
| Israel | Großer Tag für die demokratische Welt und den Kampf gegen den Terror. Erleichterung, dass dieser „Mörder und Diktator“ dem Wiederaufbau nicht mehr im Wege steht. |
| Jordanien | Hoffnung, dass eine neue Seite aufgeschlagen wird und das irakische Volk seine Verantwortung übernehmen kann. Das Schicksal Saddams liegt beim irakischen Volk. |
| Libanon | Überrascht über die leichte Gefangennahme, sah es nicht als US-Sieg. Kritisiert USA für Unterstützung Israels. |
| Palästina | Kein Kommentar der Regierung. Hamas-Führer: USA wird „sehr hohen Preis“ für den Fehler zahlen. |
| Saudi-Arabien | Saddam Hussein war eine „Bedrohung für die arabische Welt“. |
| Syrien | Position zu Irak basiert nicht auf Einzelschicksalen. Wünscht sich einen Irak, der seine territoriale Integrität, Einheit und Souveränität bewahrt. |
| Asien | |
| Afghanistan | Begrüßte die Nachricht, sah es als Warnung an Oppositionsführer wie Bin Laden. |
| Bangladesch | Hoffnung, dass dies den Weg für eine Regierung des irakischen Volkes ebnet. |
| VR China | Hoffnung, dass Entwicklung dazu beiträgt, dass das irakische Volk sein Schicksal selbst in die Hand nimmt und Frieden/Stabilität erreicht wird. |
| Hongkong (Sing Tao Daily) | Symbolisiert das schlechte Schicksal eines korrupten Diktators und ein Weihnachtsgeschenk für Bush. Frieden und Wiederaufbau im Irak sind noch fern. |
| Hongkong (SCMP) | Iraker können ein brutales Kapitel ihrer Geschichte schließen. |
| Indien | Gemessene Reaktion. Hoffnung, dass Entwicklung zur Stabilisierung beiträgt. |
| Indonesien | Gedämpfte Reaktion. Ändert nichts an Indonesiens Haltung gegen die Invasion. Hoffnung auf Frieden und Rückkehr der Kontrolle zum irakischen Volk. |
| Japan | Hoffnung, dass dies zu Verbesserungen im Irak führt und Schritte zu Stabilität und Wiederaufbau ermöglicht. Achtung: wird Terrorismus nicht stoppen. |
| Malaysia | Irakisches Volk sollte über den Prozess der Gerechtigkeit entscheiden. Hoffnung auf Frieden/Stabilität. UN sollte größere Rolle spielen. |
| Pakistan | Zurückhaltende Reaktion. „Wichtige Entwicklung“. |
| Südkorea | Begrüßte die Nachricht (kurz nach Entscheidung zur Truppenentsendung). |
| Republik China (Taiwan) | Präsident gratulierte den USA zu einem „großen Sieg“. |
| Europa | |
| Belgien (De Standaard) | Zeigen erniedrigender Bilder erhöht nicht die moralische Autorität der Eroberer. |
| Frankreich | Präsident Chirac: „Ein wichtiges Ereignis“. |
| Deutschland | Kanzler Schröder begrüßte die Entwicklung „mit viel Freude“. Forderte verstärkte Bemühungen zum Wiederaufbau. |
| Vatikanstadt | Kardinal Martino kritisierte Behandlung Saddams („wie ein Tier“). Fühlte Mitleid. Hoffte, dass es die Lage nicht verschlimmert. |
| Polen | Verteidigungsminister begrüßte die Nachricht. Warnte, dass Festnahme Vergeltung auslösen könnte. |
| Russland | Außenminister Iwanow: Wird zur Stärkung der Sicherheit und zum politischen Regulierungsprozess mit UN-Beteiligung beitragen. |
| Vereinigtes Königreich | Premierminister Blair: Gute Nachricht für Iraker. Nimmt den Schatten des Albtraums einer Rückkehr zum Saddam-Regime. |
| Nordamerika | |
| Kanada | Premierminister Martin gratulierte US/UK Truppen und Bush/Blair. Zuversichtlich, dass er fair vor einem gerechten, glaubwürdigen, international anerkannten Tribunal angeklagt wird. Wird Wiederaufbaubemühungen stärken. |
| USA | Präsident Bush: Saddam wird „der Gerechtigkeit gegenübertreten, die er Millionen verweigert hat“. Für Ba'athisten gibt es keine Rückkehr zur alten Macht. Verteidigungsminister Rumsfeld: Saddam war nicht „sehr zäh“, kauerte in einem Loch, leistete keinen Widerstand. USA hatten noch nicht entschieden, ob er Kriegsgefangener ist, würden Genfer Konventionen einhalten. Saddam war unkooperativ im Verhör. |
| Ozeanien | |
| Australien | Premierminister Howard begrüßte die Nachricht. Irakisches Volk kann aufatmen. |
| Neuseeland | Premierministerin Clark bekräftigte Opposition zur Todesstrafe, auch bezüglich Saddam. |
| Afrika | |
| Kenia (People Daily) | Großer Sieg für USA/Koalition. Vorhang fällt für einen der rücksichtslosesten Führer. |
| Internationale Organisationen | |
| Arabische Liga | Generalsekretär Mussa: Irakisches Volk sollte über das Schicksal des alten Regimes entscheiden. |
| Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) | Koalition gab „grünes Licht“ für Besuche. Besuche werden nach internationalen Regeln für Kriegsgefangene erfolgen. |
Häufig gestellte Fragen
Hier sind einige Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Gefangennahme Saddam Husseins, basierend auf den uns vorliegenden Informationen:
Wie wurde Saddam Hussein gefasst?
Er wurde während der Operation Red Dawn gefunden und gefasst, nachdem Geheimdienstinformationen, insbesondere von einem ehemaligen Kameraden namens Omar, seinen ungefähren Aufenthaltsort auf einem Bauernhof in der Nähe von ad-Dawr preisgaben. Spezialeinheiten durchsuchten das Gebiet und fanden ihn schließlich in einem getarnten unterirdischen Versteck, einem sogenannten „Spinnenloch“. Er leistete keinen Widerstand.
Wo genau wurde Saddam Hussein gefunden?
Er wurde in einem „Spinnenloch“ auf einem abgelegenen Bauernhof südlich von Tikrit, in der Nähe der Stadt ad-Dawr, gefunden.
Wann wurde Saddam Hussein gefangen genommen?
Die Gefangennahme erfolgte am 13. Dezember 2003, gegen 20:30 Uhr Ortszeit im Irak.

Unter welchem Namen lief die Operation zur Gefangennahme?
Die Operation trug den Codenamen „Operation Red Dawn“, benannt nach einem amerikanischen Film.
Welche Einheiten waren an der Gefangennahme beteiligt?
Die Operation wurde von der Joint Operations Task Force 121 durchgeführt, einem Team aus Spezialeinheiten, unterstützt vom 1. Brigade Combat Team der 4. Infanteriedivision. Konkret waren C Squadron Delta Force und ISA-Einsatzkräfte der Task Force 121 beteiligt.
Wurden vor der Invasion Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden?
Laut einem Bericht des UN-Chefinspektors Blix und des IAEA-Direktors El-Baradei vom 14. Februar 2003 (kurz vor der Invasion) wurden bis zu diesem Zeitpunkt keine Massenvernichtungswaffen gefunden, obwohl ihre Existenz nicht ausgeschlossen wurde und weitere Inspektionen als notwendig erachtet wurden.
Warum wurde Saddam Hussein hingerichtet?
Laut den uns vorliegenden Informationen wurde Saddam Hussein am 30. Dezember 2006 von den irakischen Behörden hingerichtet, weil er das Massaker an mehr als 140 Irakern im Dorf Dujail angeordnet hatte. Er wurde für den Tod von Hunderttausenden Menschen während seiner Herrschaft verantwortlich gemacht.
Wie hoch waren die Kosten des Irakkriegs für die USA und Großbritannien?
Die Schätzungen variieren, aber die reinen Kriegskosten der USA wurden mit über 60 Milliarden US-Dollar angegeben, die Gesamtkosten für die US-Steuerzahler bis Ende 2009 auf über 700 Milliarden US-Dollar, wobei einige Schätzungen (wie die von Joseph Stiglitz) von Billionen Dollar ausgehen. Die Kosten für Großbritannien beliefen sich auf etwa 3,7 Milliarden Euro. Es gab auch Berichte über Milliardenverluste durch Misswirtschaft und Betrug.
Wie wurde der Krieg in den Medien dargestellt?
Die mediale Darstellung war stark kontrolliert und zensiert, oft als „chirurgisch“ und „sauber“ beschrieben. Der Fokus lag auf Militärtechnik, während Bilder von zivilen Opfern und Zerstörung weitgehend vermieden wurden. Sogenannte Embedded Journalists berichteten aus der Perspektive der Truppen. Einige Beobachter kritisierten, dass der Krieg im Fernsehen wie ein Computerspiel aussah und die US-Medien die Regierungserzählung weitgehend übernahmen und ein Klima der Angst erzeugten.
Fazit
Die Gefangennahme Saddam Husseins war ein bedeutendes Ereignis im Irakkrieg, das das Ergebnis einer langen und komplexen Fahndung war. Sie erfolgte durch präzise Geheimdienstarbeit und eine gut geplante Militäroperation, die in der Entdeckung eines versteckten Spinnenlochs gipfelte. Während die Gefangennahme von vielen international als wichtiger Schritt zur Stabilisierung des Irak begrüßt wurde, blieben die tieferen Probleme des Landes und die Kontroversen um den Krieg selbst, seine Begründung, seine Darstellung und seine immensen Kosten bestehen. Die Ereignisse um die Gefangennahme und den Krieg im Irak bleiben ein komplexes Kapitel der jüngeren Geschichte.
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