Das Thema Migration prägt seit Jahren die öffentliche Debatte in vielen Ländern Europas, darunter auch in der Schweiz und in Deutschland. Die Bewegungen von Menschen über Grenzen hinweg haben vielfältige Ursachen und Auswirkungen auf die Gesellschaften. Während in der Schweiz der kontinuierliche Anstieg der ausländischen Wohnbevölkerung im Fokus steht, war in Deutschland insbesondere das Jahr 2014 ein Wendepunkt bei den Asylantragszahlen. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Entwicklungen in der Schweiz und wirft einen detaillierten Blick auf die Situation der Asylsuchenden in Deutschland im Jahr 2014, basierend auf den verfügbaren Daten.

Die Migration ist ein komplexes Phänomen, das sowohl wirtschaftliche, soziale als auch humanitäre Aspekte umfasst. Die Art und Weise, wie Länder mit Zuwanderung umgehen, ist Gegenstand intensiver Diskussionen und politischer Entscheidungen. Die vorliegenden Zahlen geben Einblick in die Dimensionen dieser Wanderungsbewegungen und die unterschiedlichen Gruppen von Menschen, die in ein neues Land kommen – seien es Arbeitsmigranten, Familiennachzügler oder Menschen, die Schutz suchen.
Migration in der Schweiz: Ein wachsender Ausländeranteil
Die Schweiz verzeichnet seit Langem einen stetigen Zuwachs ihrer ständigen Wohnbevölkerung, der massgeblich durch die Zuwanderung bedingt ist. Im Jahr 2024 lebten hierzulande knapp 2,5 Millionen Menschen, die nicht die Schweizer Staatsbürgerschaft besassen, aber eine Aufenthaltsbewilligung für mindestens ein Jahr hatten. Diese Gruppe macht einen erheblichen Teil der Gesamtbevölkerung aus, nämlich rund 27,4 Prozent.
Der Ausländeranteil ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Dies liegt vor allem an einem positiven Migrationssaldo, was bedeutet, dass mehr Menschen in die Schweiz einwandern als auswandern. Im Jahr 2024 gab es beispielsweise knapp 90.000 mehr Einwanderungen als Abwanderungen. Dieser Trend unterstreicht die Attraktivität der Schweiz als Wohn- und Arbeitsort für Menschen aus dem Ausland.
Ein signifikanter Faktor für das Bevölkerungswachstum in jüngster Zeit war der Zustrom von ukrainischen Staatsangehörigen. Im Jahr 2023 verzeichnete die Schweiz den höchsten Bevölkerungszuwachs, hauptsächlich bedingt durch ukrainische Kriegsflüchtlinge. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Ukrainer mit Schutzstatus S, die seit mindestens einem Jahr in der Schweiz leben, seitdem zur ständigen Wohnbevölkerung gezählt werden.
Betrachtet man die Herkunftsländer der ausländischen Bevölkerung insgesamt, so zeigt sich eine klare Dominanz der Nachbarstaaten. Die grösste Gruppe bilden traditionell die Italiener. Ende 2023 lebten rund 340.000 Menschen mit italienischer Staatsbürgerschaft in der Schweiz. Darauf folgten grössere Gruppen aus Deutschland, Portugal und Frankreich. Dies spiegelt die engen wirtschaftlichen, kulturellen und geografischen Verbindungen der Schweiz zu ihren direkten Nachbarn wider.
Geflüchtete und Asyl in der Schweiz
Ein oft im öffentlichen Diskurs präsentes Thema ist die Zuwanderung von Geflüchteten und Asylbewerbern. Ende 2024 lebten in der Schweiz rund 90.000 anerkannte Flüchtlinge. Diese Zahl verdeutlicht, dass die Gruppe der anerkannten Flüchtlinge zwar eine wichtige, aber im Vergleich zur gesamten ausländischen Bevölkerung eine kleinere Minderheit darstellt.
Die Hauptherkunftsländer der Geflüchteten in der Schweiz unterscheiden sich oft von denen der allgemeinen ausländischen Bevölkerung. Viele von ihnen stammen aus Ländern, die von Konflikten oder politischer Instabilität geprägt sind. Die drei Hauptländer, aus denen Geflüchtete in die Schweiz kommen, sind Eritrea, Syrien und die Türkei. Diese Länder sind oft muslimisch geprägt, was die Debatte über Integration zusätzlich beeinflussen kann.
Die öffentliche Meinung zur Integration von Migranten in der Schweiz ist geteilt. Umfragen aus dem Jahr 2024 ergaben, dass über die Hälfte der befragten Schweizerinnen und Schweizer der Meinung ist, dass die Integration gut funktioniert. Gleichzeitig äusserten aber auch 45 Prozent der Befragten Unzufriedenheit mit der Integration. Dies zeigt, dass das Thema Integration weiterhin eine gesellschaftliche Herausforderung darstellt und unterschiedlich wahrgenommen wird.
Asylzahlen in Deutschland im Jahr 2014
Während die Schweiz einen stetigen, aber vergleichsweise moderaten Zuwachs verzeichnete, erlebte Deutschland im Jahr 2014 einen deutlichen Anstieg der Asylantragszahlen, der oft als Vorbote der sogenannten Flüchtlingskrise von 2015/2016 betrachtet wird. Im Jahr 2014 stellten insgesamt 202.834 Personen in Deutschland einen Asylantrag. Davon waren 173.072 Erstanträge und 29.762 Folgeanträge.

Dieser Wert bedeutete eine signifikante Steigerung gegenüber dem Vorjahr 2013, in dem 127.023 Personen Asyl beantragt hatten. Der Anstieg betrug 75.811 Personen, was einem Wachstum von 59,7 Prozent entsprach. Dieser rapide Zuwachs stellte die Behörden und die Gesellschaft vor grosse Herausforderungen.
Hauptherkunftsländer der Asylsuchenden 2014
Die Herkunftsländer der Asylsuchenden im Jahr 2014 waren vielfältig, aber einige Länder traten besonders hervor. Die folgende Tabelle zeigt die Top 10 Herkunftsländer sowie die Entwicklung im Vergleich zu 2013:
| Rang | Herkunftsland | Asylanträge 2014 | Asylanträge 2013 | Veränderung (%) | Veränderung (absolut) |
|---|---|---|---|---|---|
| Gesamt | 202.834 | 127.023 | 59,7 | 75.811 | |
| 1 | Syrien | 41.100 | 12.863 | 219,5 | 28.237 |
| 2 | Serbien | 27.148 | 18.001 | 50,8 | 9.147 |
| 3 | Eritrea | 13.253 | 3.638 | 264,5 | 9.615 |
| 4 | Afghanistan | 9.673 | 8.240 | 17,4 | 1.433 |
| 5 | Iran | 9.499 | 4.196 | 126,4 | 5.303 |
| 6 | Kosovo | 8.923 | 4.423 | 101,7 | 4.500 |
| 7 | Mazedonien | 8.906 | 9.418 | -5,4 | -512 |
| 8 | Bosnien-Herzegowina | 8.474 | 4.847 | 74,8 | 3.627 |
| 9 | Albanien | 8.113 | 1.295 | 526,5 | 6.818 |
| 10 | Somalia | 5.685 | 3.875 | 46,7 | 1.810 |
Wie die Tabelle zeigt, war Syrien im Jahr 2014 mit weitem Abstand das stärkste Herkunftsland. Die Zahl der Anträge von Syrern stieg enorm an und erreichte 41.100 Erst- und Folgeanträge. Angesichts des Bürgerkriegs in Syrien erhielten fast alle syrischen Asylantragsteller eine positive Entscheidung. Bis Ende 2014 hatte Deutschland allein im Rahmen des Asylverfahrens über 65.000 Syrern Schutz gewährt.
Auf Platz 2 folgte Serbien mit 27.148 Anträgen. Hierbei handelte es sich zu rund 92 Prozent um Personen romaniherkunft. Auffällig war die hohe Zahl an Folgeanträgen aus Serbien (10.000), während die Anerkennungsquote bei null Prozent lag, da in der Regel keine Asylgründe vorlagen.
Bemerkenswert war auch der fast vervierfachte Asylzugang aus Eritrea, dessen Antragszahlen von 3.638 im Jahr 2013 auf 13.253 im Jahr 2014 stiegen.
Unter den Top 10 Herkunftsländern befanden sich im Jahr 2014 allein fünf Staaten aus der Balkanregion: Serbien, Kosovo, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina und Albanien. Mit zusammen 61.564 Asylanträgen machten diese Länder etwa 30 Prozent aller Asylbewerber aus. Die Zuwächse aus dieser Region waren teils enorm, insbesondere aus Albanien (+526 Prozent) und Kosovo (+102 Prozent), obwohl die Anerkennungsquoten für Flüchtlingsschutz aus diesen Ländern extrem niedrig oder bei null Prozent lagen.
Entscheidungen über Asylanträge in Deutschland 2014
Im Jahr 2014 traf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) insgesamt 128.911 Entscheidungen über Asylanträge, eine deutliche Steigerung gegenüber den 80.978 Entscheidungen im Vorjahr. Die Entscheidungen verteilten sich wie folgt:
- 33.310 Personen (25,8 Prozent) erhielten die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) oder Flüchtlingsschutz nach § 3 Asylverfahrensgesetz. Davon wurden 2.285 Personen (1,8 Prozent) als Asylberechtigte nach Art. 16a Grundgesetz anerkannt und 31.025 Personen (24,0 Prozent) erhielten Flüchtlingsschutz.
- 5.174 Personen (4,0 Prozent) erhielten subsidiären Schutz nach § 4 Asylverfahrensgesetz.
- Bei 2.079 Personen (1,6 Prozent) wurden Abschiebungsverbote gemäss § 60 Abs. 5 und 7 Aufenthaltsgesetz festgestellt.
- 43.018 Anträge (33,4 Prozent) wurden abgelehnt.
- 45.330 Anträge (35,2 Prozent) wurden anderweitig erledigt, beispielsweise durch Dublin-Verfahren oder die Einstellung des Verfahrens wegen Rücknahme des Antrags.
Die Anerkennungsquoten variierten stark je nach Herkunftsland. Während Syrer eine hohe Anerkennungsquote von 76,8 Prozent (GFK/Flüchtlingsschutz) hatten, lag diese bei Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina bei null Prozent. Eritrea hatte eine Anerkennungsquote von 41,5 Prozent, Afghanistan 27,8 Prozent und Somalia 15,0 Prozent.
Offene Verfahren Ende 2014
Die steigenden Antragszahlen führten dazu, dass die Zahl der noch nicht entschiedenen Anträge Ende Dezember 2014 auf 169.166 anstieg (150.257 Erstanträge, 18.909 Folgeanträge). Zum Vergleich: Ende 2013 waren es noch 95.743 anhängige Verfahren. Die steigende Anzahl unbearbeiteter Fälle zeigte den wachsenden Druck auf die Asylbehörden.
Häufig gestellte Fragen
Hier finden Sie Antworten auf einige häufige Fragen zum Thema Migration und Asyl, basierend auf den bereitgestellten Informationen:
Wie viele Ausländer leben in der Schweiz im Jahr 2024?
Im Jahr 2024 gehörten knapp 2,5 Millionen Menschen zur ständigen ausländischen Wohnbevölkerung in der Schweiz. Dies entspricht einem Anteil von rund 27,4 Prozent an der Gesamtbevölkerung.
Welche sind die Hauptherkunftsländer der ausländischen Bevölkerung in der Schweiz?
Die meisten Ausländer in der Schweiz stammen aus den europäischen Nachbarstaaten. Die grösste Gruppe bilden Italiener, gefolgt von Deutschen, Portugiesen und Franzosen.

Wie viele anerkannte Flüchtlinge leben in der Schweiz?
Ende 2024 lebten in der Schweiz rund 90.000 anerkannte Flüchtlinge.
Woher kommen die meisten Geflüchteten in der Schweiz?
Die drei Hauptherkunftsländer von Geflüchteten in der Schweiz sind Eritrea, Syrien und die Türkei.
Wie viele Asylanträge wurden im Jahr 2014 in Deutschland gestellt?
Im Jahr 2014 wurden in Deutschland insgesamt 202.834 Asylanträge (Erst- und Folgeanträge) gestellt.
Welche Herkunftsländer stellten 2014 die meisten Asylanträge in Deutschland?
Die meisten Asylanträge in Deutschland im Jahr 2014 stammten aus Syrien, gefolgt von Serbien und Eritrea.
Wie wurden die Asylanträge in Deutschland im Jahr 2014 entschieden?
Von den 128.911 im Jahr 2014 getroffenen Entscheidungen erhielten 25,8 Prozent die Rechtsstellung eines Flüchtlings oder subsidiären Schutz, 4,0 Prozent subsidiären Schutz und 1,6 Prozent ein Abschiebungsverbot. 33,4 Prozent der Anträge wurden abgelehnt und 35,2 Prozent anderweitig erledigt.
Zusammenfassung und Ausblick
Die Daten zeigen, dass die Schweiz durch eine kontinuierliche Zuwanderung, insbesondere aus Nachbarländern, und in jüngerer Zeit auch durch die Aufnahme von ukrainischen Kriegsflüchtlingen, ein starkes Bevölkerungswachstum verzeichnet. Die Gruppe der anerkannten Flüchtlinge macht dabei einen kleineren Teil der gesamten ausländischen Bevölkerung aus.
Deutschland erlebte im Jahr 2014 einen erheblichen Anstieg der Asylanträge, insbesondere aus Syrien, aber auch aus Balkanstaaten und Eritrea. Die Bearbeitung dieser Anträge führte zu einer hohen Anzahl von Entscheidungen, wobei die Anerkennungsquoten stark nach Herkunftsland variierten.
Beide Länder stehen vor der Herausforderung, die Integration von Zugewanderten zu gestalten und auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Migrantengruppen einzugehen. Die Zahlen von 2014 in Deutschland markieren einen Wendepunkt, der die Debatte und die Politik in den folgenden Jahren stark beeinflussen sollte, während die Schweiz weiterhin einen stetigen Zuwachs und eine konstante Diskussion über die Integration einer wachsenden ausländischen Bevölkerung erlebt.
Hat dich der Artikel Migration und Asyl: Zahlen Schweiz & Deutschland interessiert? Schau auch in die Kategorie Ogólny rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!
