Was ist im neuen Museum Berlin ausgestellt?

Das Neue Museum Berlin: Einblicke in die Zeit

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Das Neue Museum in Berlin ist weit mehr als nur ein Gebäude voller Exponate; es ist eine Zeitkapsel, die Besucher auf eine fesselnde Reise durch Jahrtausende menschlicher Kulturgeschichte mitnimmt. Gelegen auf der weltberühmten Museumsinsel im Herzen Berlins, präsentiert dieser architektonisch beeindruckende Bau eine einzigartige Zusammenstellung bedeutender Sammlungen, die von den Mysterien des Alten Ägypten über die Glanzzeiten der Antike bis hin zu den Anfängen der Menschheit in der Vor- und Frühgeschichte reichen. Mit rund 9.000 Objekten auf vier Ebenen und etwa 8.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche bietet das Museum eine unvergleichliche Gelegenheit, die Entwicklung der Zivilisation hautnah zu erleben.

Welches Museum muss man in Berlin gesehen haben?
MUSEEN, DIE MAN SEHEN SOLLTEAltes Museum Museumsinsel Berlin-Mitte © SMB. ...© SMB. ...Blick auf das Deutsche Technikmuseum mit dem Rosinenbomber an der Fassade. ...Gropius Bau Hintereingang. ...Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas. ...Die Fassade des Libeskind-Baus.

Eine Reise durch die Jahrtausende der Menschheitsgeschichte

Das Kernstück des Neuen Museums bildet die Präsentation dreier herausragender Bereiche: die Kulturgeschichte der Ägypter, die Zeugnisse der Antike sowie die Funde aus der Vor- und Frühgeschichte. Diese Kombination ermöglicht einen umfassenden Blick auf die Entwicklung menschlicher Gesellschaften und Kulturen von ihren frühesten Anfängen bis in historische Zeiten. Die sorgfältig kuratierten Ausstellungen führen den Besucher durch verschiedene Epochen und geografische Räume und beleuchten dabei die Lebensweise, Kunst, Technologie und Glaubensvorstellungen unserer Vorfahren.

Die Reise beginnt oft im Untergeschoss, wo Besucher auf den Spuren der alten Ägypter wandeln und sogar durch restaurierte Opferkammern gehen können, die einen authentischen Einblick in die Bestattungskultur und den Jenseitsglauben dieser faszinierenden Hochkultur geben. Auf den weiteren Ebenen entfalten sich die Geschichten der Antike und der frühen europäischen Geschichte, illustriert durch eine beeindruckende Vielfalt an Artefakten – von alltäglichen Gegenständen über Werkzeuge und Waffen bis hin zu Grabbeigaben und Kunstwerken von unschätzbarem Wert.

Die schiere Menge und Bedeutung der ausgestellten Objekte machen jeden Besuch zu einem Erlebnis. Ob es sich um filigrane Schmuckstücke, mächtige Statuen oder unscheinbare Alltagsgegenstände handelt, jedes Exponat erzählt einen Teil der großen Geschichte der Menschheit und lädt zur Reflexion über unsere eigene Herkunft und Entwicklung ein.

Architektur: Ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Das Gebäude des Neuen Museums selbst ist ein integraler Bestandteil des Ausstellungserlebnisses. Ursprünglich Mitte des 19. Jahrhunderts von Friedrich August Stüler, einem Schüler des berühmten Karl Friedrich Schinkel, als Erweiterung des benachbarten Alten Museums im Stil des Klassizismus errichtet, erlitt es im Zweiten Weltkrieg massive Zerstörungen. Über Jahrzehnte blieb es eine Ruine, bis der britische Stararchitekt David Chipperfield die Herausforderung annahm, das historische Bauwerk wiederzubeleben.

Chipperfields Ansatz war revolutionär: Er rekonstruierte nicht einfach, sondern schuf einen bewussten Dialog zwischen den erhaltenen historischen Elementen und modernen, schlichten Ergänzungen. Dieses Konzept respektiert die Geschichte des Ortes und die Narben der Zerstörung, während es gleichzeitig eine funktionale und ästhetisch ansprechende Umgebung für die Präsentation der Sammlungen schafft. Besonders eindrucksvoll ist die große Treppenhalle, deren ziegelverkleidete Wände und eine moderne Treppenanlage aus Beton die Geschichte und die Gegenwart des Gebäudes auf beeindruckende Weise verbinden.

Die restaurierten Räumlichkeiten mit ihren hohen Decken, Rundbögen und originalgetreuen Fresken schaffen eine ganz besondere Atmosphäre, die den historischen Kontext der Exponate unterstreicht und gleichzeitig durch die modernen Einbauten eine zeitgemäße Besuchererfahrung ermöglicht. Diese gelungene Symbiose aus Alt und Neu macht das Neue Museum zu einem der bedeutendsten Museumsbauten des 19. Jahrhunderts, neu interpretiert für das 21. Jahrhundert.

Die unvergesslichen Höhepunkte des Museums

Unter den Tausenden von Objekten gibt es einige, deren Berühmtheit weit über die Grenzen Berlins hinausreicht und die Besucher aus aller Welt anziehen. Das unbestrittene Herzstück des Museums ist die weltberühmte Porträtbüste der Königin Nofretete. Dieses Meisterwerk antiker Bildhauerkunst aus dem Alten Ägypten, das um 1345 vor Christus geschaffen wurde, fasziniert durch seine Anmut, seine Perfektion und die lebendige Darstellung der Königin. Sie wird als einziges Objekt im großzügigen Nordkuppelsaal präsentiert, wo ihre volle Wirkung auf den Betrachter entfaltet wird.

Wie lange ist die Tutanchamun Ausstellung in Berlin?
Für die Ausstellung „Tutanchamun – Das immersive Ausstellungserlebnis“ in Berlin bis zum 11.02.2025 auf dem RAW-Gelände in Berlin-Friedrichshain erhalten Sie hier alle Informationen zu den Preisen, Zeiten, der Anfahrt und zur Ausstellung.

Neben Nofretete beherbergt das Museum weitere Schätze von immenser historischer und kultureller Bedeutung:

  • Der berühmte Berliner Grüne Kopf, ein bedeutendes Porträt aus der Spätzeit Ägyptens (um 400 v. Chr.), das durch seine realistische Darstellung beeindruckt.
  • Kostbare Silbergefäße aus dem legendären Schatz des Priamos, der von Heinrich Schliemann in Troja gefunden wurde und Einblicke in die bronzezeitliche Ägäis gibt.
  • Der gut erhaltene, 74 Zentimeter hohe Berliner Goldhut aus der Bronzezeit, ein zeremonieller Hut von strahlender Pracht, der im runden Sternensaal eine besonders geheimnisvolle Aura besitzt.
  • Ein 700.000 Jahre alter Faustkeil aus der Altsteinzeit, das älteste Exponat des Museums, das einen direkten Bezug zu den frühesten Werkzeugen der Menschheit herstellt.

Diese und viele andere Objekte erzählen Geschichten von Macht und Glaube, von Handwerk und Kunstfertigkeit, von Krieg und Handel und machen die Vergangenheit auf eindrucksvolle Weise lebendig.

Vertiefung in die Sammlungen und Ausstellungen

Das Neue Museum vereint die Bestände des Ägyptischen Museums und der Papyrussammlung, des Museums für Vor- und Frühgeschichte sowie Teile der Antikensammlung. Diese Zusammenlegung ermöglicht eine kohärente Darstellung der kulturellen Entwicklung über lange Zeiträume.

Die Ägyptische Sammlung ist eine der bedeutendsten der Welt und bietet neben der Büste der Nofretete eine Fülle von Sarkophagen, Stelen, Mumien und Objekten des täglichen Lebens, die das komplexe religiöse und soziale System Ägyptens illustrieren.

Das Museum für Vor- und Frühgeschichte nimmt den Besucher mit auf eine Reise von der Steinzeit über die Bronze- und Eisenzeit. Die Dauerausstellung „Zurück! Steinzeit. Bronzezeit. Eisenzeit.“ auf der dritten Ebene ist hierfür ein zentraler Anlaufpunkt. Sie zeigt nicht nur den Berliner Goldhut, sondern auch eine Vielzahl von Werkzeugen, Waffen, Schmuck und Kultobjekten, die den technologischen Fortschritt und die kulturellen Veränderungen über Jahrtausende dokumentieren.

Ein faszinierender Bereich ist auch der Rote Saal, der sich dem Fach der Archäologie widmet. Hier werden in Ausstellungsvitrinen Artefakte aus Funden bis zum späten 19. Jahrhundert gezeigt. Schautafeln veranschaulichen die Entwicklung der Ausgrabungsmethoden von damals bis heute und geben einen Einblick in die wissenschaftliche Arbeit, die hinter den ausgestellten Objekten steckt. Eine exemplarische Landschaft am Fluss führt den Besucher visuell durch die Jahrtausende und verdeutlicht, wie sich die Umwelt und ihre Bewohner im Laufe der Zeit entwickelten.

Vergleich ausgewählter Highlights

Um die Vielfalt und den zeitlichen Rahmen der Exponate zu verdeutlichen, lohnt sich ein Blick auf einige der wichtigsten Stücke im Vergleich:

ExponatEpoche/HerkunftGeschätztes AlterBesonderheit
FaustkeilAltsteinzeitca. 700.000 JahreÄltestes Exponat, Werkzeug der Frühmenschen
Büste der NofreteteAltes Ägypten (Amarna-Zeit)ca. 3.350 JahreWeltberühmtes Porträt, Ikone des Museums
Berliner Grüner KopfÄgyptische Spätzeitca. 2.400 JahreRealistisches Porträt eines Mannes
Silbergefäße aus dem Schatz des PriamosBronzezeit (Troja II)ca. 4.500 JahreFundstücke aus der archäologischen Stätte Troja
Berliner GoldhutBronzezeitca. 3.000 JahreZeremonieller Hut aus Goldblech

Diese Tabelle zeigt eindrucksvoll die enorme Zeitspanne, die im Neuen Museum abgedeckt wird, von den frühesten Spuren menschlichen Schaffens bis hin zu den Hochkulturen der Antike.

Planung Ihres Besuchs im Neuen Museum

Das Neue Museum ist dank seiner zentralen Lage auf der Museumsinsel sehr gut erreichbar. Vom S-Bahnhof Hackescher Markt (Linien S5, S7, S75) ist es nur ein kurzer Fußweg. Alternativ können Sie die Buslinien 100 oder 200 bis zur Haltestelle Lustgarten nehmen.

Die Öffnungszeiten variieren saisonal. In der Regel ist das Museum Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, montags geschlossen. In den Sommermonaten (typischerweise Juli und August) kann es längere Öffnungszeiten geben, auch bis 20:00 Uhr an bestimmten Tagen. Es wird empfohlen, Zeitfenster-Tickets online zu buchen, um Wartezeiten zu vermeiden und den Einlass zu garantieren.

Lohnt sich der Berliner Museumspass?
Lohnt sich der Eintritt? Selbst wenn Sie nur einige der renommiertesten Museen der Stadt besuchen möchten, lohnt sich der Museumspass in der Regel . Ein 3-Tages-Museumspass Berlin kostet fast so viel wie der separate Besuch des Pergamonmuseums und des Neuen Museums.

Für Besucher, die mehrere Museen auf der Museumsinsel oder in Berlin besuchen möchten, gibt es attraktive Angebote. Die Berlin WelcomeCard Museumsinsel ermöglicht kostenfreien Eintritt in die Häuser auf der Museumsinsel an drei aufeinanderfolgenden Tagen (Sonderausstellungen ausgenommen). Der Museumspass Berlin bietet sogar freien Eintritt zu rund 50 weiteren Museen in der Stadt. Ein wichtiger Tipp für Familien: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben generell freien Eintritt in die Staatlichen Museen zu Berlin, zu denen auch das Neue Museum gehört.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe

Die Lage auf der Museumsinsel bietet die perfekte Gelegenheit, den Besuch des Neuen Museums mit weiteren kulturellen Highlights zu verbinden. Direkt nebenan befindet sich die Alte Nationalgalerie mit bedeutenden Kunstwerken des 19. Jahrhunderts, vom Realismus bis zum Impressionismus. Ein Stück weiter liegt das Bode-Museum, das mit seiner Sammlung byzantinischer Kunst, Skulpturen und dem Münzkabinett beeindruckt. Das neue Eingangsgebäude der Museumsinsel, die James-Simon-Galerie, ebenfalls von David Chipperfield entworfen, ist ebenfalls einen Besuch wert und dient oft als zentraler Anlaufpunkt für den Museumsbesuch auf der Insel.

Häufig gestellte Fragen zum Neuen Museum

Hier beantworten wir einige häufige Fragen von Besuchern:

Welche Hauptsammlungen sind im Neuen Museum ausgestellt?

Das Museum präsentiert die Kulturgeschichte der Ägypter, der Antike sowie der Vor- und Frühgeschichte. Es vereint Exponate aus dem Ägyptischen Museum und der Papyrussammlung, dem Museum für Vor- und Frühgeschichte und Teilen der Antikensammlung.

Was ist das berühmteste Exponat im Museum?

Das bekannteste und meistbesuchte Objekt ist die weltberühmte Büste der Königin Nofretete aus dem Alten Ägypten.

Wie erreiche ich das Neue Museum mit öffentlichen Verkehrsmitteln?

Sie erreichen das Museum bequem per S-Bahn (S5, S7, S75 bis Hackescher Markt) oder Bus (Linien 100, 200 bis Lustgarten). Von beiden Haltestellen ist es ein kurzer Fußweg zur Museumsinsel.

Ist der Eintritt für Kinder und Jugendliche kostenlos?

Ja, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben grundsätzlich freien Eintritt in die Staatlichen Museen zu Berlin, einschließlich des Neuen Museums.

Ein Besuch im Neuen Museum ist eine faszinierende Reise durch die Zeit und ein Muss für jeden, der sich für die Ursprünge und die Entwicklung menschlicher Kulturen interessiert. Die Kombination aus weltberühmten Exponaten, einer beeindruckenden Architektur und einer durchdachten Präsentation macht es zu einem unvergesslichen Erlebnis auf der Berliner Museumsinsel.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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